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Wie geht es weiter mit der AfD?

70.782 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Familie, Wahlen, Partei ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Wie geht es weiter mit der AfD?

Wie geht es weiter mit der AfD?

18.09.2019 um 17:02
Die Politikwissenschaftlerin Natascha Stobl analysiert auf ihrem Twitteraccount oft aktuelle Themen rund um den Rechtsextremismus.

Untenstehende der Link zu Ihrer Analyse des Höcke Interviews, bei der Sie darauf hinweist, daß in diesem Fall Höcke nicht als Politiker sondern als Ideologe interviewt wurde und warum daraus die Schwierigkeiten für ihn entstanden und letztlich zum Abbruch geführt haben. Ich finde die Analyse hervorragend und das ganze lässt mich dieses Interview in einem anderen Licht sehen, aber urteilt selbst (Twitter kann man auch ohne eigenen Account lesen).

https://twitter.com/Natascha_Strobl/status/1173673990788964352?s=09


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18.09.2019 um 18:37
Danke, @cejar Danke dass Du hier auf Natascha Stobl hinweist.
Endlich habe ich jetzt weitere Hinweise zu den ominösen "Feindzeugen"
Was soll das für ein Begriff sein? @politicalbeauty und @AndreasKemper haben dazu recherchiert und sind zu der Erkenntis gelangt, dass es den Begriff eigentlich nicht gibt außerhalb des AfD-Kontexts.
Aber was will Höcke mit diesem Begriff. Ein paar Vermutungen meinerseits:
1. ist es eine sprachliche Analogie zum Terminus „Blutzeuge“, der wieder aus dieser NS-Sprache kommt und die die Toten des Hitler-Ludendorff-Putsches meint.
2. haben wir hier drinnen die Schmitt‘sche Feindbestimmung. Es gibt den Feind und der muss bekämpft werden.
Und wer sich gegen Höcke stellt macht das Geschäft dieses Feindes.
3. ist dieses „bezeugen“ einer religiösen Sprache entlehnt- Wunder werden bezeugt. Zeugnis ablegen ist auch mehr als einfach nur „streiten“ etc. Es ist eine Grundsatzentscheidung für den Feind.
4. hat dieser Begriff eine enge Wesensverwandtschaft mit „Verräter“, aber so direkt will er wohl nicht sein gegen die eigenen Parteileute. „Feindzeuge“ erlaubt noch die „Buße“ und Umkehr.
Ihr sehr wir befinden uns längst auf der Ebene des Kulturkampfs mit so einer Sprache.
(https://twitter.com/Natascha_Strobl/status/1173689748914921472)
Ich tendiere zu 2., 3. und 4.
Es ist kein Wunder, dass googeln nach "Feindzeuge" kein Ergebnis bringt!


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18.09.2019 um 18:46
@eckhart

Victor Klemperer käme beim Analysieren der AfD Rhetorik aus dem Schreiben nicht mehr heraus.


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18.09.2019 um 19:12
Zitat von tudirnixtudirnix schrieb:Victor Klemperer käme beim Analysieren der AfD Rhetorik aus dem Schreiben nicht mehr heraus.
Höcke und die AfD tun als wäre LTI – Notizbuch eines Philologen nie geschrieben worden!:
LTI – Notizbuch eines Philologen (Lingua Tertii Imperii) ist ein 1947 erschienenes Werk von Victor Klemperer, das sich mit der Sprache des Nationalsozialismus befasst.
Im Jahr 2003 wurde LTI unter dem Titel Die Sprache lügt nicht (Originaltitel: „La langue ne ment pas“) für das Fernsehen adaptiert. Regie bei diesem deutsch-französischen Dokumentarfilm führte Stan Neumann. Der 80-minütige Film wurde im Juli 2005 beim Jerusalemer Filmfestival ausgezeichnet.[1]
Als gäbe es LTI gar nicht, versucht Höcke sich ahnungslos zu stellen:
Höcke: Also, dieses permanente Rekurrieren auf den NS ist etwas abwegig in dem Zusammenhang, muss man sagen. Ja, was ist alles NS? Wer definiert, was NS ist? Ich glaube nicht, dass es eine allgemein gültige Definition dessen gibt, was NS-Diktion, was NS-Sprache ist, ja. Also die deutsche Sprache hat sich sicherlich in den letzten 75 Jahren auch weiter entwickelt. Nicht immer zum Guten weiter entwickelt, muss ich auch sagen, wenn ich an das Denglische beispielsweise denke. Aber ich glaube keiner, der einen gewissen, auch wissenschaftlichen Anspruch hat, würde sich zutrauen, zu sagen, das ist jetzt NS-Sprache oder das ist die Sprache der Romantik oder das ist die Sprache der Aufklärung. Das wäre vermessen.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/das-interview-mit-bjoern-hoecke-verschriftet-100.html
Wikipedia: LTI – Notizbuch eines Philologen


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18.09.2019 um 19:14
Das Wiedererstarken der rechtsnationalen Parteien resultiert nicht zuletzt aus der Politik, welche das Kapital über das Gemeinwohl stellt. Der jüngste Globalismus hat das unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Der Nationalstaat mag mittelfristig ein Auslaufmodell darstellen, ich persönlich kenne derzeit aber keine sinnvolle Alternative. Uneingeschränkten Zentralismus zu propagieren, da uns sonst eine schreckliche Wiederauflage des 2.WK erwarten könnte, halte ich in diesem Zusammenhang für nicht weniger populistisch - und da nehmen sich auch beide Seiten/Tendenzen nichts in Sachen Desinformationskampagnen (und beide Seiten sind auch nachweislich genauso anfällig dafür). Nüchtern betrachtet, und der derzeitigen menschlichen Konstitution geschuldet, ist ein gewisser Föderalismus ein durchaus sinnstiftendes Element, welches der Zivilgesellschaft eine wirkliche politische Teilhabe garantiert. In diesem Zusammenhang darf man sich schon fragen, von welchem politischen Spektrum eine grössere Gefahr für die Demokratie ausgeht und man kann unter dieser Prämisse davon ausgehen, dass die AfD die Krücke darstellt, zu der man nun mal greift, wenn alles andere im Begriff ist einem den Boden unter den Füssen wegzureissen.


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18.09.2019 um 19:18
Zitat von SpencerVerseSpencerVerse schrieb:In diesem Zusammenhang darf man sich schon fragen, von welchem politischen Spektrum eine grössere Gefahr für die Demokratie ausgeht und man kann unter dieser Prämisse davon ausgehen, dass die AfD die Krücke darstellt, zu der man nun mal greift, wenn alles andere im Begriff ist einem den Boden unter den Füssen wegzureissen.
Und der Nationalismus soll der feste Boden unter wessen Füssen sein?
Diese Frage muss man sich auch mal stellen!

Ich komme nur auf die Antwort, AfD.
Nationalismus ist der Boden auf dem die AfD steht.


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18.09.2019 um 19:32
@cejar
Das ist aber in grauenvollem Deutsch geschrieben, "macht einen move",,"Journalist_innen", "geupdated"
Hilfe...das kann man echt nicht lesen
Das Interview selbst fand ich eher schlecht, weil eigentlich nichts angesprochen wurde, was nicht schon bekannt war. Aber der Journalist ging nie in die Tiefe, was wird denn konkret unter "aufräumen" verstanden, wenn die Partei zb 30 % hätte und solche Sachen. Wie sehen konkrete Lösungsvorschläge aus, die über Theodor Körner lesen hinausgehen? Pathetisch schreiben und nebulös bleiben ist eins... das Feuer, der Rausch, der tosende Wind... und dann? Was ist dann mit meiner Rente? Sowas hätte mich interessiert.


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18.09.2019 um 19:33
Der Nationalismus ist sozusagen die rechte Seite einer Medaille, welche seinen Auftrieb aus den Unannehmlichkeiten globalistischer Tendenzen erfährt. Er ist ein ideologischer Auswuchs der gewisse Schnittmengen aufweist zu gemäßigteren und auch durchaus rationalen Postionen, die in der aufgeladenen politischen Stimmung gerne mal als Kind mit dem Bade ausgeschüttet werden, in dem sie unverhältnismäßiger Weise mit nationalistischen/extremistischen Kreisen assoziiert werden. Diese Positionen finden sich einzig bei der AfD. Aber es sind für einen erheblichen Bevölkerunsanteil elementare Positionen und Themen, welche von den anderen Parteien in unzureichender Weise behandelt werden.


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18.09.2019 um 19:38
@SpencerVerse
Nationalismus ist "für einen erheblichen Bevölkerunsanteil elementare Positionen und Themen, welche von den anderen Parteien in unzureichender Weise behandelt werden."

Verstehe ich richtig?
Für mich bedeutet Nationalismus: Alles verlieren, einschließlich das Leben.
Also kann der Bevölkerungsanteil der für Nationalismus ist, so erheblich nicht sein!


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18.09.2019 um 19:39
Zitat von SpencerVerseSpencerVerse schrieb:Der Nationalstaat mag mittelfristig ein Auslaufmodell darstellen
Dafür gibt es nicht die geringsten Anzeichen, außer dass es in Dauerschleife behauptet wird.
Zitat von SpencerVerseSpencerVerse schrieb:ich persönlich kenne derzeit aber keine sinnvolle Alternative.
Ich auch nicht. Es gibt weder ein adäquates Konzept, noch einen triftigen Grund, den Nationalstaat zu ersetzen. Ein als Staat vereintes Europa wäre doch nichts weiter als eine Art Großreich. Wenn, dann ist doch das viel eher ein Auslaufmodell, oder etwa nicht? Ein Nationalstaat hat jedenfalls normalerweise eher nicht den Anspruch, die "Weltmacht" zu erlangen.


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18.09.2019 um 19:41
Zitat von DerKlassikerDerKlassiker schrieb:Ein Nationalstaat hat jedenfalls normalerweise eher nicht den Anspruch, die "Weltmacht" zu erlangen.
Was war dann das Dritte Reich?
Schon vergessen?


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18.09.2019 um 19:44
@eckhart

Nein, ich bezog das schon recht deutlich auf die gemäßigteren Positionen. Der völkische Anstrich dieser Partei sagt mir auch in keinster Weise zu. Aber mal ganz ehrlich: was erwartet man noch von den anderen Parteien? Humanismus, völlige Selbstaufgabe und Rechtschaffenheit? Ich denke die anderen stehen in Sachen Verschlagenheit und Opportunismus der AfD in Nichts nach. Ausnahmen gibts auch überall und dann ist mir völkisch immernoch lieber als dieser Nihilismus als Altruismus getarnt.


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18.09.2019 um 19:48
@eckhart

Er schrieb normalerweise. Das dritte Reich stellt wohl eher die Ausnahme als die Regel dar. Ich finde die Hysterie welche gegen den Nationalstaat aufgebracht wird ähnelt mitlerweile in vielen Zügen der im dritten Reich nur in umgekehrter Weise. Ist mit vielen Dingen so. Früher wurde alles Fremde bekämpft, heute muss man alles hinnehmen bis zur völligen Selbstaufgabe. Ein gesundes Mittelmaß wäre doch mal ganz angebracht.


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18.09.2019 um 19:49
Zitat von SpencerVerseSpencerVerse schrieb:Er schrieb normalerweise. Das dritte Reich stellt wohl eher die Ausnahme als die Regel dar.
Das dritte Reich wollte auch grundsätzlich ein Imperium, keinen reinen Nationalstaat. Man sah sich in der Tradition Roms, mit Sklaven- und Vasallenvölkern.


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18.09.2019 um 19:50
Zitat von SpencerVerseSpencerVerse schrieb:Humanismus, völlige Selbstaufgabe
Humanismus bringt nur allein die AfD mit "völliger Selbstaufgabe" in Zusammenhang.

Humanismus gehört untrennbar zu universell!
Universeller Humanismus ist eine Einheit!
Insofern sehe ich diese Konstruktionen gar nicht!


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18.09.2019 um 19:53
Es ist also offenbar, daß der Realist würdiger handelt, als er seiner Theorie nach zugibt, so wie der Idealist erhabener denkt, als er handelt. - Schiller


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18.09.2019 um 19:55
@SpencerVerse
Zitat von SpencerVerseSpencerVerse schrieb:Humanismus, völlige Selbstaufgabe und Rechtschaffenheit?
Wie kommst du auf den schmalen Trichter, dass Humanismus und Rechtschaffenheit irgendetwas mit völliger Selbstaufgabe zu tun hätte?
Zitat von SpencerVerseSpencerVerse schrieb:Ich denke die anderen stehen in Sachen Verschlagenheit und Opportunismus der AfD in Nichts nach.
Wen meinst du mit "die anderen"? Die Humanisten und Rechtschaffenen?


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18.09.2019 um 19:58
Zitat von JohnDifoolJohnDifool schrieb:Wie kommst du auf den schmalen Trichter, dass Humanismus und Rechtschaffenheit irgendetwas mit völliger Selbstaufgabe zu tun hätte?
Da war etwas Polemik enthalten.
Zitat von JohnDifoolJohnDifool schrieb:Wen meinst du mit "die anderen"? Die Humanisten und Rechtschaffenen?
Politiker anderer Parteien.


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18.09.2019 um 20:06
Zitat von SpencerVerseSpencerVerse schrieb:Ich denke die anderen stehen in Sachen Verschlagenheit und Opportunismus der AfD in Nichts nach.
Inwiefern ist die AfD opportunistisch?
Oder teilst Du Höckes Meinung?


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18.09.2019 um 20:08
@SpencerVerse
Zitat von SpencerVerseSpencerVerse schrieb:Da war etwas Polemik enthalten.
Das war keine Polemik, sondern nur der leicht durchschaubare Versuch, Humanismus und Rechtschaffenheit einen negativen Beigeschmack zu verleihen.


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