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Wie Jesus Gott wurde

9 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Religion, Jesus, Christentum ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Seite 1 von 1

Wie Jesus Gott wurde

18.12.2025 um 20:26
Ich lese gerade das Buch "How Jesus Became God" von Bart Ehrman und möchte hier meine Gedanken dazu weitergeben und seine Thesen zur Diskussion stellen.

Zunächst eine Zusammenfassung des Buches, von ChatGPT erstellt:
1. Grundthese von Bart Ehrman

Bart Ehrman argumentiert, dass Jesus von Nazareth historisch nicht als Gott verstanden wurde, sondern dass sich der Glaube an seine Göttlichkeit schrittweise entwickelte:

Jesus war ein jüdischer Apokalyptiker, der das nahe Reich Gottes verkündete.

Nach seiner Kreuzigung glaubten seine Jünger, Gott habe ihn auferweckt.

In der frühchristlichen Verkündigung wurde Jesus zunächst erhöht, später präexistent, schließlich wesensgleich mit Gott verstanden.

Diese Entwicklung sei theologisch, nicht ursprünglich historisch.

Ehrman spricht von einer „Vergöttlichung Jesu“, nicht von einer ursprünglichen Selbstbehauptung Jesu als Gott.

2. Frühe christliche Vorstellungen: Erhöhung statt Gleichheit
a) Jesus als von Gott erhöhter Mensch

Apostelgeschichte 2,36

„Gott hat diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht.“

➡ Ehrman betont: „gemacht“, nicht „war von Ewigkeit her“.

Römer 1,3–4

„… eingesetzt als Sohn Gottes in Kraft durch die Auferstehung von den Toten.“

➡ Sohnschaft als Ereignis, nicht als ewiger Zustand.

b) Adoptionistische Christologie (früh)

Psalm 2,7 (oft auf Jesus angewandt)

„Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“

➡ Für Ehrman Ausdruck einer Adoptionsvorstellung: Gott „adoptiert“ Jesus.

3. Paulus: Hohe, aber noch differenzierte Christologie

Ehrman sieht bei Paulus eine Zwischenstufe.

Philipper 2,6–11

„Er war in Gottesgestalt … entäußerte sich selbst … darum hat Gott ihn erhöht.“

➡ Jesus wird nach seinem Gehorsam erhöht, nicht von Anfang an gleichrangig.

1. Korinther 8,6

„… ein Gott, der Vater … und ein Herr, Jesus Christus.“

➡ Funktionale Unterscheidung zwischen Gott und Christus.

4. Die Evangelien: zunehmende Steigerung

Ehrman zeigt eine chronologische Entwicklung:

a) Markus (ca. 70 n. Chr.) – niedrigste Christologie

Kein Präexistenzgedanke

Taufe als Schlüsselmoment

Markus 1,11

„Du bist mein geliebter Sohn.“

b) Matthäus & Lukas – Geburtserzählungen

Jesus ist Sohn Gottes ab Geburt

Lukas 1,35

„Darum wird das Heilige, das geboren wird, Sohn Gottes genannt werden.“

c) Johannes – höchste Christologie

Johannes 1,1

„Das Wort war Gott.“

Johannes 8,58

„Ehe Abraham wurde, bin ich.“

➡ Für Ehrman späte theologische Entwicklung, nicht ursprüngliche Lehre Jesu.

5. Historischer Jesus vs. theologischer Christus

Ehrmans Kernaussage:

Jesus verkündete Gott, er verkündete sich nicht selbst als Gott.

Er verweist auf:

jüdischen Monotheismus

fehlende eindeutige Selbstgott-Aussagen in den Synoptikern
Quelle: ChatGPT


Grundsätzlich hat mich sein Buch bereichert, ich habe viel daraus gelernt. Bei einigen Aussagen habe ich etwas Bedenken. So schreibt er, dass Jesus sich nie als Menschensohn bezeichnet hat, sich aber als Messias, also als politischer Führer der Juden sah, weswegen er als Aufrührer gekreuzigt wurde. Er beschreibt plastisch, wie sicher es ist, dass Jesus nicht leiblich auferstand. Das leere Grab sei auch nicht die Initialzündung für den Glauben der Jünger gewesen. Exemplarisch führt er die Auferstehungsgeschichte bei Lukas an, wo die Frauen und Petrus das leere Grab sehen und verwirrt und ratlos weggehen. Erst Visionen von Jesus überzeugte die Jünger davon, dass ihr Gott Jesus auferweckt und erhöht hat. Erst ab da begannen nach Ehrman die Jünger damit, Jesus als gottähnlichen Menschensohn zu verehren. Wohlgemerkt, noch ohne allgemeine Auferstehungshoffnung allein aus der Auferstehung Jesu heraus und ohne Jesus als wesensgleich mit Gott zu sehen. Für die frühesten Christen war klar, dass Jesus weder bestattet wurde, noch, dass sein verstorbener Leib erwecktbund belebt wurde. Faszinierend und überzeugend, wie er versucht, aus dem neuen Testament Glaubensvorstellungen der frühesten Christen herauszufiltern, die sich von den späteren Autoren des Neuen Testamentes unterschied.


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Wie Jesus Gott wurde

21.12.2025 um 09:41
Zitat von NexpertNexpert schrieb:So schreibt er, dass Jesus sich nie als Menschensohn bezeichnet hat, sich aber als Messias, ...
Wer ist denn dann der Menschensohn?


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Wie Jesus Gott wurde

21.12.2025 um 12:20
Ja, das ist wohl so eine Art Regent, den Gott im Himmel einsetzt. Ein spirituelles Wesen, später wurde Jesus mit ihm identifiziert, was die Schreiber des NT dazu bewog, ihm die Selbstaussage zuzuschreiben, er sei der Menschensohn.
Das Buch Daniel beschreibt den, „der aussah wie der Sohn eines Menschen“, als zukünftigen Vertreter der Menschheit, dem JHWH nach dessen Endgericht seine Herrschaft über die kommende Welt, das Reich Gottes, übertragen werde. Dieser Figur wurde in der nachbiblischen jüdischen Apokalyptik auch Gottes Aufgabe als endzeitlicher Richter zugewiesen, und sie wurde mit dem Messias identifiziert.

In Ez 1,26 f. EU erscheint Gott selbst auf seinem Thron als einer, der aussah wie ein Mensch. Daran knüpft Daniels Vision vom Kommen Gottes zum Endgericht an, in der es heißt (Dan 7,13 f. EU):

„[…] Da kam mit den Wolken des Himmels einer [der aussah] wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden (wird) die Herrschaft, Würde und Königtum (auch Imperium genannt, das heißt absolute Macht) gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter.“

Diese Gestalt erscheint hier im Kontrast zu den vier Tiergestalten, die zuvor nacheinander aus dem Chaosmeer aufstiegen und die gewaltsame, sich steigernde unmenschliche Herrschaft antiker Großreiche verkörperten. Nach deren Vernichtung durch Gott bringt der Menschensohn Gottes Herrschaft weltweit zur Geltung.

Die Vision greift Motive aus der altorientalischen Religion Kanaans auf: Gottes Endkampf mit mythischen Gegenmächten, den Thronrat eines Pantheons, die Ablösung der Herrschaft eines alten durch einen jungen Gott. Diese Motive werden hier jedoch von spezifisch biblischer Prophetie her umgeformt:
Quelle: Wikipedia: Menschensohn


Im Wikipediaartikel werden die verschiedenen Sichtweisen geschildert


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Wie Jesus Gott wurde

21.12.2025 um 12:22
c) Johannes – höchste Christologie
Es ist aber auch so, dass Johannes laut Bibel von den Evangelisten der einzige war, der auch tatsächlich Augenzeuge Jesu war. Mehr noch, er war sogar sein Lieblingsjünger. Somit ist seine Art der Theologie auch am nächsten an dem, was Jesus tatsächlich war und verkündet hat.


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Wie Jesus Gott wurde

27.12.2025 um 18:01
Am Anfang war das Wort - die Ausdruckskraft Gottes = Jesus Christus
Diese Ausdruckskraft, die die Welt erschuff war Gott.
Alles ist durch diese Ausdruckskraft entstanden...
Und diese Ausdruckskraft wurde Fleisch und weilte unter uns...


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Wie Jesus Gott wurde

30.12.2025 um 22:50
Jesus war ein Mensch und kein Gott. Er hat mehrere Verwandlungen durchgemacht. Bekannt ist seine Veränderung im Tempel als 12-Jähriger. Bei der Jordan-Taufe kehrte der Christus geistig in ihn ein und übernahm zunehmend, was der Mensch Jesus war.

Was da geistig wie abgelaufen ist, erklärt Rudolf Steiner sehr differenziert in seinem "Das Lukas-Evangelium".


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Wie Jesus Gott wurde

31.12.2025 um 18:52
Die Ausdruckskraft Gottes, die die Welt erschuff wurde Fleisch und seine Mutter nannte ihm Jehoshua.


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Wie Jesus Gott wurde

14.05.2026 um 22:39
Je su(i)s Christus = Ich bin erleuchtet (?)...

Jesus... der Weg, durch ihn (den Weg der Erleuchtung) zu Gott. Jesus, wenn es ihn denn in Person so gab, war Mensch bzw. allenfalls Gottes Sohn,
Gott hingegen ist die Entität Gott

Das Buch klingt interessant genug, dass ich es mal lesen könnte.


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Wie Jesus Gott wurde

17.05.2026 um 02:35
Zitat von SIRiUS3lPiSIRiUS3lPi schrieb:Je su(i)s Christus = Ich bin erleuchtet (?)...
In irgend einer Übersetzungsform steckt JHWH im Wort Jesus.
-
@all
Es handelt sich dabei um einen Glauben.
Es ist deshalb nicht wichtig ob die Person mit den christlichen und nicht christlichen Quellen an irgendeiner Stelle übereinstimmt.
Was zählt ist allein die Vision.
Und die lautet wie wohl jeder weis:
Behandle deinen Nächsten so, wie du selbst behandelt werden willst.

Waren Jehoshua, Kurangara, Himiko, Mohammed, Deborah, Buddha, Wovoka, Mirjam, Ramakrishna und wie sie alle heißen, buchstabengetreu genau als solche Propheten, Heilige oder Götter existent;
oder ist nicht vielmehr die neue zukunftsweisende kulturelle Idee das Entscheidende welche unsere Kulturen dadurch bereicherte?

Die meisten Menschen waren in den letzten Jahrtausenden im Vergleich zu heute bettelarm und starben oft schon in einem Alter wo manche Frauen heute erst ihr erstes Kind bekommen.
All diese Geschichten gaben Hoffnung und zuversichtlich, zumeist in Zeiten wo die meisten Menschen keine Hoffnung auf einen gesellschaftlichen Aufstieg hatten.

Der Glaube allein gab eine Perspektive.
Eine notwendige Sache, auch heute noch und in ferner Zukunft, denn für den Tod braucht es Hoffnung.
Gerade wenn die Jugend hinter einem am Horizont in Vergessenheit gerät, greift man gerne danach, denn der hoffnungslose Tod ohne Glaube, ist eine bittere Angelegenheit die dann fast jeder gerne etwas ausschmückt.
Zudem ist eine Angst von Gott und Strafe bei unmoral eine gute Erziehungsmethode damit wir uns anständig benehmen. Irgendwo hatte wohl jeder Glauben seinen Sinn.

Wir leben heute in einer Welt die immernoch sehr gespalten ist von anderen Welten unserer Mutter Erde.
Wir wissen nicht was Einzelne oder Gruppen damals bewegt haben, und ohne diese Menschen gekannt zu haben, sollten wir kein Urteil über sie treffen.
Die Echtheit eines schriftlichen Dokumentes jeder Zeit, bedeutet nicht, dass der Schriftsteller frei und ohne Zwang diese Texte geschrieben hat.

Wer war Jesus? Sah er sich als Gottes Sohn, war zufällig berufen, oder war er zur richtigen Zeit am richtigen Ort wegen einem guten Plan?
Protest gegen die römische Macht, mit welchen Mitteln und Opfern auch immer, scheint mir die naheliegenste Absicht gewesen zu sein.

Ich denke nicht das er die Geschichte der kath. Kirche so besonders liebevoll beurteilen würde.
Aber wenn die Aussage bezüglich »Liebe deinen nächsten wie dich selbst« usw. auf die reale Person Jesus von Nazareth zutrifft,
könnte ich mir vorstellen, dass er zwischen orthodoxen und vielleicht liberalen Ideen seines Glaubens einzuteilen wäre.

Er wird eine strenge Bindung an seinen Glauben gehabt haben; jemand mit einer anderen Sicht wäre unter den Umständen garkein ehrbarer, angesehener Mensch gewesen dem viele seiner Glaubensbrüder und Glaubensschwestern gefolgt wären. Kann ja jeder sehen wie er will.

Womöglich hatte er gar eine noch strengere, "orthodoxere" Glaubenseinstellung und wollte mitunter seine Religionsgemeinschaft in Jerusalem dazu bringen, sich nicht der römischen Macht unterzuordnen, was vielleicht ein kleiner Teil der jüdischen Leute die Teil des Machtapperates waren, aus unterschiedlichen, verständlichen, weil lebensbedrohlichen Umständen, aber nicht konnten.
Was keiner konnte ohne sein Leben sofort aufs Spiel zu setzen, und das hatte bei den Römern wenig Bedeutung genauso wie allgemeine Mebschenrechte.

Die meisten würden sich lieber anpassen als sich in Lebensgefahr zu begeben, unabhängig ihrer Herkunft oder Religion. Das kennt man ja. Im zweifel macht man sich lieber mit anderen gemein und schiebt tiefere Einsichten wie im smarten Telefon zur Seite wie eine störende Mitteilung.

Da die Gewinner immer die Geschichte schreiben, ist es nicht verwunderlich, dass diese jüdische Bewegung rechtzeitig von Rom aufgenommen wurde, jüdische Schriftgelehrte wie Paulus gezwungen wurden, um so das Ganze zu einer Legende zu verunstalten, deren Machtapperat in Rom bis heute die Welt moralisch in Angst und Schrecken versetzt.
In vielen Jahrhunderten war genug Zeit, Macht und Mitläufer vorhanden um alles haarklein zu verändern.

Jehoshua hat wenn, dann sich für seinen Glauben an Moses und für die Wurzeln seiner Religion geopfert. Als Fundamentalist ist er ja nur den anderen vielen tausend (gekreuzigten?) Juden unter Pilatus gefolgt. Ob es so stimmt, weis ich wie gesagt nicht, aber ich sehe es halt so.

Er, Jesus, steht somit für mich nur sinnbildlich für die tausenden von Juden und Nichtjuden die dort hingerichtet wurden.
Ein ehrbarer Mann der es sich durchaus verdient hat Prophet genannt zu werden.
Warum auch nicht? Kann man ja machen.
Ändert aber nichts am einstigen Ableben eines jeden von uns.

Ihn jedich als römischen Christengott anzubeten unterstützt leider nur seine Feinde. Eben auch die die maßgeblich für die Verfolgung seiner Glaubensbrüder verantwortlich sind.
Das mit JFK und WTC wird vergessen werden.
Dieses einzigartige Verschwörung ist das absolute Meisterwerk und stellt alles in den Schatten.

Der seelische Knoten wurde in Rom über lange Zeit den Menschen mit Selbstvorwürfen und Selbstverachtung spaltend ins Herz geknüpft. Das wird leider noch eine lange Zeit dauern bis der Knoten sich löst.
Der Zerfall dieser Sekte ist glücklicherweise schon lange zu erkennen, ähnlich der stahl-betonierten Hässlichkeit, der Sagrada Família in Barcelona.
Nur Glaube ist Glaube und die Wahl ist da frei.
Zum Glück, und das ist irgendwie - auch gut so.


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