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Was steht wirklich in der Bibel?

18.882 Beiträge, Schlüsselwörter: Bibel

Was steht wirklich in der Bibel?

09.06.2019 um 03:49
Angelus144 schrieb:übersetze ich "generally" mit -> im allgemeinen.das könnte jetzt heissten dass zwischen 1-49% der wissenschaftler es anders sieht.
könnte es.
aber du wirst immer nur die gleichen wenigen Namen finden:
Beitrag von Kybela, Seite 936
Angelus144 schrieb:z.b. nach "ex-gay" sucht. es gibt wohl menschen, die nach erfolgreicher psychotherapie oder einem erlebnis aus dem glauben oder sonstwas nicht mehr homo- sondern heterosexuell sind.
dann such auch nach ex-ex-gay:
Wikipedia: Ex-Ex-Gay
Wikipedia: Ex-ex-gay
Aussteiger aus der Ex-Gay-Bewegung gehen oft noch einen Schritt weiter und sprechen von Gehirnwäsche-Methoden
..
Einige ehemalige langjährige führende Mitglieder von Exodus entschuldigten sich inzwischen für den Schaden, den sie angerichtet haben


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09.06.2019 um 07:18
Angelus144 schrieb:weil es ja menschen gibt die von homo zu hetereo "wechseln" oder wie man es nennen will.
falls du Bisexualität meinst: die sind nicht schwul
Angelus144 schrieb:und "natürlich" ist eine ehe auch zwischen mann und frau,
warum lässt Gott Hermaphroditismus zu?
ist doch nicht natürlich? dürfen die laut Bibel lieben?
und müssen sie dafür vorher operiert werden?


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09.06.2019 um 08:32
@Angelus144
Optimist schrieb:Da mag die Wissenschaft reden was sie will. Ich kenne einige Homosexuelle und ihre Leidenswege (weil sie ausgegrenzt wurden... usw.). Glaubst du, das nähme jemand alles auf sich, wenn es keine Veranlagung wäre?
Angelus144 schrieb:worauf ich hinaus möchte ist einfach folgendes: ist jemand der homosexuell ist unabänderlich dazu gezwungen es zu sein?ich weiss es wirklich nicht,deshalb stelle ich es in frage.
Aus vielen Gesprächen und Puplikationen weiß ich: Es gibt Solche und Solche. Bei den einen ist es wirklich genetisch bedingt und bei anderen hat es andere Ursachen.
Und Umwelteinflüsse (z.B. als Kind vergewaltigt usw.) spielt sicher bei manchen oder vielen auch eine große Rolle, aber dann sicher mehr bei Frauen denke ich.

Später antworte ich dir dann noch ausführlicher.


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09.06.2019 um 09:16
Kybela schrieb:warum lässt Gott Hermaphroditismus zu?
Das kann dir wohl Niemand sagen. Mich macht es auch traurig, weil ich weiss, dass Betroffene sehr darunter leiden.
Kybela schrieb:ist doch nicht natürlich? dürfen die laut Bibel lieben?
und müssen sie dafür vorher operiert werden?
Nach der Bibel sollen sie nicht körperlich Gleichgeschlechtliche lieben. Dass sie operiert werden müssen denke ich nicht, aber natürlich ist das jedem Betroffenen freigestellt.

Ich selber habe mir schon oft die Frage gestellt, warum Gott das zulässt, wenn er das Praktizieren des gleichgeschlechtlichen Liebe ablehnt. Ich finde das hart und weiss keine Antwort darauf. Niemals würde ich aber Jemandem, der das praktiziert, den Glauben absprechen. Ich habe selber 2 Neffen die in einer solchen Beziehung leben. Das müssen sie mit Gott ausmachen und ich weiss nicht, welche Antwort Gott ihnen dazu gegeben hat.


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09.06.2019 um 09:50
Carole60 schrieb:Nach der Bibel sollen sie nicht körperlich Gleichgeschlechtliche lieben. Dass sie operiert werden müssen denke ich nicht,
dann kann nur eine Operation helfen, um als Christ (von bestimmten Konfessionen) als Paar zu leben.
wobei, soll man etwas ändern, das Gott geschaffen hat?


Optimist schrieb:und Puplikationen weiß ich:
magst du mir eine dieser Publikationen verraten?
Optimist schrieb:z.B. als Kind vergewaltigt usw.
man findet Korrelationen, aber keine Kausalität.
oder macht das Leben als katholischer Priester schwul? so viele, wie es da gibt?
Optimist schrieb:Puplikationen
ich mach mal den Anfang:
The American Psychiatric Association states: "...no specific psychosocial or family dynamic cause for homosexuality has been identified, including histories of childhood sexual abuse. Sexual abuse does not appear to be more prevalent in children who grow up to identify as gay, lesbian, or bisexual, than in children who identify as heterosexual
Nur für Optimist:
SpoilerDie American Psychiatric Association stellt fest: "... Es wurde kein spezifischer psychosozialer oder familiendynamischer Grund für Homosexualität identifiziert, einschließlich der Vorgeschichte von sexuellem Missbrauch in der Kindheit. Sexueller Missbrauch scheint bei Kindern, die als schwul, lesbisch oder erwachsen gelten, nicht häufiger vorzukommen oder bisexuell, als bei Kindern, die sich als heterosexuell identifizieren

Wikipedia: Environment_and_sexual_orientation


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09.06.2019 um 13:59
Carole60 schrieb:Nach der Bibel sollen sie nicht körperlich Gleichgeschlechtliche lieben.
Ich lese in der Bibel in diesem Zusammenhang immer nur etwas von Männern... Bei deiner wortwörtlichen Auslegung der Bibel ist also Homosexualität bei Frauen okay? Oder doch nicht? Interpretierst du ggf. genau das rein, was du lesen willst?

Eigentlich solltest du es dann aber auch tolerabel finden, wenn Männer sich Frauen als Leineigene nehmen. Lev 19,20:
Wenn ein Mann bei einer Frau liegt, die eine leibeigne Magd ist und einem Mann zur Ehe bestimmt, doch nicht losgekauft oder freigelassen ist, so soll Ersatz geleistet werden. Aber sie sollen nicht sterben, denn sie war noch nicht freigelassen.
Immerhin hat die leibeigene Magd keine Todesstrafe zu erwarten...

Oder findest du Leibeigene ggf. generell nicht mehr zeitgemäß?! Oder am Ende doch keine wortwörtliche Auslegung der Bibel, sondern doch eigene Meinung/„Rosinen“-pickerei?

(Sorry, falls das schon angesprochen wurde...)


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09.06.2019 um 14:07
Arrakai schrieb:Leibeigene
hatten wir kürzlich:
Beitrag von Kybela, Seite 926
Arrakai schrieb:Lev 19,20:
mit altem Bund brauchst du den meisten Christen gar nicht kommen.

Das NT verbietet aber Sklaverei nicht: Ein christlicher Sklave ergibt sich seinem Schicksal. Ist der Herr auch christlich, soll er umso eifriger sein.


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09.06.2019 um 14:14
Arrakai schrieb:Oder findest du Leibeigene ggf. generell nicht mehr zeitgemäß?! Oder am Ende doch keine wortwörtliche Auslegung der Bibel, sondern doch eigene Meinung/„Rosinen“-pickerei?
Für mich gilt das Neue Testament, Jesus hat die Frau nicht als Leibeigene gesehen


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09.06.2019 um 14:15
Arrakai schrieb:Ich lese in der Bibel in diesem Zusammenhang immer nur etwas von Männern... Bei deiner wortwörtlichen Auslegung der Bibel ist also Homosexualität bei Frauen okay? Oder doch nicht? Interpretierst du ggf. genau das rein, was du lesen willst?
Das sollen betroffene Frauen selber für sich mit Gott klären.


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09.06.2019 um 16:32
Kybela schrieb:mit altem Bund brauchst du den meisten Christen gar nicht kommen.
Ehrlich? Den meisten? Hast du dazu eine aussagekräftige Statistik, die du hier zitieren/verlinken kannst?

In meinem persönlichen Umfeld habe ich die gegenteilige Erfahrung gemacht, auch in meinem eigenen Konfirmations- und Religionsunterricht. Gerade Levitikus wird immer wieder gerne zitiert, um jeden möglichen Unsinn zu rechtfertigen.

Und du willst damit sicher nicht sagen, dass ich den meisten Christen nicht mit den 10 Geboten zu kommen brauche? Mit ihnen begründet Gott immerhin den "alten Bund". Und sie haben nach meiner Erinnerung und auch laut Wikipedia immerhin im "Christentum [einen] zentralen Rang für die theologische Ethik".

Das ist es, was ich mit "Rosinenpickerei" meine. Mit der ich persönlich ja kein Problem habe, ich bin für eine zeitgemäße Auslegung der Bibel. Diejenigen, die in Diskussionen eifrig wortwörtliche Auslegungen der Bibel einfordern, sollten sich diesen Luxus aber nicht leisten.
Kybela schrieb:Das NT verbietet aber Sklaverei nicht: Ein christlicher Sklave ergibt sich seinem Schicksal. Ist der Herr auch christlich, soll er umso eifriger sein.
Ob du solchen Unsinn mit dem AT oder dem NT rechtfertigst, bleibt letztendlich egal. Wobei ich nicht annehme, dass du dir diese Auffassung zu eigen machst? Zum neuen Bund mit Jesus Christus passt es m.E. jedenfalls nicht.
Carole60 schrieb:Das sollen betroffene Frauen selber für sich mit Gott klären.
Weshalb? Musst du auch dein Frühstück mit Gott klären? Es gibt hier nichts zu klären, gegen gleichgeschlechtliche Liebe unter Frauen spricht laut Bibel nichts, selbst bei wortwörtlicher Auslegung.

Es gibt nach meinem Wissen höchstens einen Grenzfall, Röm 1,26:
Deshalb überließ Gott sie ihren schändlichen Leidenschaften. Die Frauen wandten sich vom natürlichen Geschlechtsverkehr ab und suchten die sexuelle Beziehung zueinander.
Allerdings wird hier nicht näher darauf eingegangen, welche Handlungen der Frauen "widernatürlich" sein sollen. Im Zweifelsfall müsste man einen älteren Text lesen, um das besser zu beurteilen... (Theologen machen sowas ja.)

Die anderen Textstellen, die ich bei einer kurzen Webrecherche finden konnte, beziehen sich wiederum eindeutig nur auf Männer:
Männer trieben Schändliches mit anderen Männern und erlitten an sich selbst die Strafe, die sie verdienten
(Röm 1,27)
Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben noch Knabenschänder
(1.Kor 6,9)
den Unzüchtigen, den Knabenschändern, den Menschenhändlern, den Lügnern, den Meineidigen und wenn noch etwas anderes der heilsamen Lehre entgegensteht
(1.Tim 1,10)

Aber auch hier erkenne ich kein generelles Verbot von homosexuellen Beziehungen zwischen Männern. Denn im Kontext ist immer auch die Rede vom "Schänden". Sexuelle Übergriffe sind natürlich abzulehnen, aber gerade das passiert in einer einvernehmlichen, gleichgeschlechtlichen Beziehung ja nicht (oder zumindest nicht häufig, als bei heterosexuelln Paaren).


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09.06.2019 um 17:25
Arrakai schrieb:Wobei ich nicht annehme, dass du dir diese Auffassung zu eigen machst?
ich bin agnostischer Atheist. Und manchmal Apatheist.
Arrakai schrieb:Und sie haben nach meiner Erinnerung und auch laut Wikipedia immerhin im "Christentum [einen] zentralen Rang für die theologische Ethik".
weil Jesus sie in seiner Bergpredigt wiederholt bzw neu formuliert.

Vergleich 10 Gebote des AT mit Bergpredigt:
Wikipedia: Bergpredigt#Die_sogenannten_Antithesen
Arrakai schrieb:Zum neuen Bund mit Jesus Christus passt es m.E. jedenfalls nicht.
siehe:
Kybela schrieb am 03.04.2019:Alle, die Sklaven unter dem Joch sind, sollen ihre eigenen Herren aller Ehre für würdig halten, damit nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde.

Die aber, die gläubige Herren haben, sollen sie nicht gering achten, weil sie Brüder sind, sondern ihnen noch besser dienen, weil sie Gläubige und Geliebte sind, die sich des Wohltuns befleißigen.

https://www.bibleserver.com/text/ELB/1.Timotheus6%2C1-2
Arrakai schrieb:mit altem Bund brauchst du den meisten Christen gar nicht kommen.

Ehrlich? Den meisten?
ja. den Schuh zieht sich fast niemand an.

Siehe:
Damit hat jedoch für die Christen der eine Wille Gottes, den bereits das „Alte“ Testament offenbart, einen anderen, neuen Stellenwert erhalten:
Von nun an gilt dieser Wille nur noch in der Auslegung, die Jesus Christus ihm durch seine Lehre, seinen Tod und seine Auferweckung gegeben hat. Demnach sind alle Einzelgebote in dem einen Gebot Jesu Christi, nämlich dem Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe, „aufgehoben“, diesem untergeordnet (Mk 12,30–31
Wikipedia: Altes_Testament#Rolle_im_Neuen_Testament

was nicht explizit im NT steht, ist den meisten Christen egal.
ZB:
dass sie sich enthalten von den Verunreinigungen der Götzen und von der Unzucht und vom Erstickten und vom Blut.
https://www.bibleserver.com/text/ELB/Apostelgeschichte15%2C20


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09.06.2019 um 17:50
Kybela schrieb:ich bin agnostischer Atheist. Und manchmal Apatheist.
Und das hat etwas damit zu tun, ob du Sklaverei befürwortest oder nicht?!
Kybela schrieb:weil Jesus sie in seiner Bergpredigt wiederholt bzw neu formuliert.
Ich gehe davon aus, dass Theologen sich all jener Unterschiede sehr bewusst sind. Ich kann nur für mein Umfeld und das, was ich persönlich erlebt habe sprechen. Da wird nicht die Bergpredigt zitiert, sondern der Dekalog im wortwörtlichen Sinne. Das war im Übrigen auch sehr beliebt bei Kriegsdienstverweigerern. Die Neuformulierungen und teilweise sogar strengeren Auslegungen von Jesus spielen dabei gefühlt keine Rolle.

Die Apostel wiederholen übrigens auch ziemlich viele weitere Apsekte des alten Bundes, s. z.B. auch meine Zitate zur Homsexualität. Es ist schwer, das ganz genau zu diffenzieren. Das haben Theologen sicher sehr genau getan. Was davon beim durchschnittlichen Gläubigen angekommen ist, sei dahingestellt...
Kybela schrieb:ja. den Schuh zieht sich fast niemand an.
Was noch immer nicht meine Frage beantwortet, aus welcher belastbaren Quelle du diese Information ziehst. Es geht mir nicht um die (sicher sehr wichtige) theologische Sicht, sondern eben um die Menschen (die "meisten Christen" ist nicht identisch mit der theologischen Sicht einer Kirche).


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09.06.2019 um 18:13
Arrakai schrieb:ob du Sklaverei befürwortest
wo liest du das heraus?
Kybela schrieb:Das NT verbietet aber Sklaverei nicht: Ein christlicher Sklave ergibt sich seinem Schicksal. Ist der Herr auch christlich, soll er umso eifriger sein.
Arrakai schrieb:Da wird nicht die Bergpredigt zitiert, sondern der Dekalog im wortwörtlichen Sinne.
darf man doch. Im Lichte des NT.
Arrakai schrieb:Es geht mir nicht um die (sicher sehr wichtige) theologische Sicht, sondern eben um die Menschen
auf allmy wirst du immer diese Antwort erhalten:
Für mich gilt das Neue Testament
und das ist nicht ungewöhnlich:
Viele Christen schlagen bei ihrer Bibel automatisch die hintere Hälfte auf – das Alte Testament erscheint oft eher schwierig zu verstehen und das Neue Testament ist scheinbar einfacher auf das persönliche Leben anzuwenden.
https://www.jesus.ch/themen/glaube/bibel/322141-warum_es_so_wichtig_ist_und_wie_es_uns_heute_helfen_kann.html


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09.06.2019 um 18:23
Kybela schrieb:wo liest du das heraus?
Das ist eine Frage, ich lese eigentlich nichzs heraus... Und zwar aufgrund deiner Antwort auf meine ursprüngliche Frage: Ich frage dich, ob du dir die Auffassung zu eigen machst, dass ein christlicher Sklave sich seinem Schicksal ergeben soll und unter einem christlichen Herrn umso eifriger arbeiten soll. Du antwortest, dass du agnostischer Atheist bist. Ich gehe mal von einem Missverständnis aus...
Kybela schrieb:darf man doch. Im Lichte des NT.
Darf man schon, mir kam es auf die Intention an. Also ob derjenige, der dies tut, tatsächlich die Bergpredigt im Sinn hat oder doch nur an das AT denkst. Nach meiner Erfahrung ist es meist die zweite Alterntative...
Kybela schrieb:auf allmy wirst du immer diese Antwort erhalten:
Das mag sein...


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09.06.2019 um 18:24
Arrakai schrieb:Es gibt nach meinem Wissen höchstens einen Grenzfall, Röm 1,26
Arrakai schrieb:Die anderen Textstellen, die ich bei einer kurzen Webrecherche finden konnte, beziehen sich wiederum eindeutig nur auf Männer
...

*sigh*

Beitrag von perttivalkonen, Seite 930

Und dann:
Arrakai schrieb:Das ist es, was ich mit "Rosinenpickerei" meine.
Es mag die anderen geben, aber für viele Christen ist die ganze Bibel Wort Gottes und relevant. Jedoch eben als christliche Heilige Schrift. Nicht im Sinne, daß das AT für uns der Tanakh wäre. Kann man auch "die Schrift von Christus her und auf Christus hin lesen" nennen. In dem Sinne ist der Dekalog von immenser ethischer Bedeutsamkeit, die Thora aber keine Pflichtauflage. Das ist nicht Cherrypicking.
Kybela schrieb:weil Jesus sie in seiner Bergpredigt wiederholt bzw neu formuliert.
Jesus radikalisiert die Gebote. Und zwar so sehr, daß sie praktisch uneinhaltbar werden. Und in der Bergpredigt geht Jesus weder alle zehn Gebote durch (Sabbat, falsch Zeugnis, stehlen...), noch beschränkt er sich auf Gebote des Dekalogs (Auge um Auge). Im Gegenteil predigt Jesus da ausdrücklich über die gesamte Thora (nicht ein Jota fällt, nicht das geringste Gebot entfällt).

Und nebenbei. Das Sabbatgebot halten die Christen nicht, obwohl es im Dekalog vorkommt (mitlesende Adventisten natürlich ausgenommen ;) ).
Kybela schrieb:ja. den Schuh zieht sich fast niemand an
Und schon widerlegst Du Dein vorgebliches Agnostikersein. Du behauptest hier Sachen als Tatsache, über die Du kein hinreichendes Wissen haben kannst, allenfalls anekdotische Empirie. Jene, die das AT für irrelevant halten, haben es nicht gelesen - und das NT gleich ebenfalls nicht (allenfalls in Auszügen, evtl. im Konfirmandenunterricht).
Kybela schrieb:was nicht explizit im NT steht, ist den meisten Christen egal.
ZB:

dass sie sich enthalten von den Verunreinigungen der Götzen und von der Unzucht und vom Erstickten und vom Blut.

https://www.bibleserver.com/text/ELB/Apostelgeschichte15%2C20
Ähm, das steht explizit im NT. Ist aber den meisten Christen egal.
Arrakai schrieb:Ich kann nur für mein Umfeld und das, was ich persönlich erlebt habe sprechen. Da wird nicht die Bergpredigt zitiert, sondern der Dekalog im wortwörtlichen Sinne. Das war im Übrigen auch sehr beliebt bei Kriegsdienstverweigerern. Die Neuformulierungen und teilweise sogar strengeren Auslegungen von Jesus spielen dabei gefühlt keine Rolle.
Korrekt. Der Dekalog ist für viele Christen verbindlich, und das nicht von der Bergpredigt her. Es dürfte vielen nicht mal bewußt sein, daß da mehrere Dekaloggesetze aufgegriffen wurden.
Kybela schrieb:auf allmy wirst du immer diese Antwort erhalten:

Für mich gilt das Neue Testament
Immer? Whow! Selbst hier im Thread, selbst in jüngster Zeit, kamen Leutz daher, die mit alttestamentlichen Sexualitätsvorschriften wedelten.


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09.06.2019 um 18:44
perttivalkonen schrieb:*sigh*Beitrag von perttivalkonen, Seite 930
Ok ja, da hätte ich alles nachlesen können, wenn ich es registriert hätte. Sehr erhellend, vielen Dank. Abgesehen davon, dass du das sehr gut ausgeführt hast und ich nur einige laienhafte Anmerkungen und Zitate in den Raum gestellt habe - inhaltlich liegen wir nicht wirklich auseinander, oder?
perttivalkonen schrieb:Es mag die anderen geben, aber für viele Christen ist die ganze Bibel Wort Gottes und relevant. Jedoch eben als christliche Heilige Schrift. Nicht im Sinne, daß das AT für uns der Tanakh wäre. Kann man auch "die Schrift von Christus her und auf Christus hin lesen" nennen. In dem Sinne ist der Dekalog von immenser ethischer Bedeutsamkeit, die Thora aber keine Pflichtauflage. Das ist nicht Cherrypicking.
Wenn ich dich recht verstehe: Die "Schrift von Christus her und auf Christus hin lesen" heißt sozusagen, die ganze heilige Schrift, auch die schwierigen Teile, anzunehmen und im Sinne Christi zu interpretieren. Das wäre ja das genaue Gegenteil von "Cherrypicking". Da gebe ich dir vollkommen recht.

Cherrypicking ist es dann, wenn man einzelne Zitate herausnimmt und andere ohne weitere Begründung ablehnt. Das ist es eben, was ich oft erlebe. Damit wurde mir sogar einmal begründet, weshalb es legitim ist, Flüchtlingsschiffe direkt zu versenken. (Ok, der hat gar nichts verstanden.)
perttivalkonen schrieb:Jene, die das AT für irrelevant halten, haben es nicht gelesen - und das NT gleich ebenfalls nicht (allenfalls in Auszügen, evtl. im Konfirmandenunterricht).
Zugegen, das gilt auch für mich. Also einmal "überflogen" habe ich beides schon, und punktuell in Schule und Konfirmandenunterricht gelesen, aber eben nicht komplett und intensiv gelesen. Den Konfirmandenunterricht empfinde ich jetzt zwar nicht direkt als schlechte Quelle, aber aufgrund des Alters der Teilnehmer ist er natürlich sehr oberflächlich.

Was mich zum Umdenken gebracht hat, bzw. meine Motivation erhöht hat: Ein Kollege bei meinem ehem. Arbeitgeber hat jede Woche eine Stunde gemeinsam mit anderen Kollegen (unter anderem mir) verbracht, um über die Bibel zu sprechen. Dabei waren Katholiken, Protestanten (auch meine Wenigkeit), ein Muslim und eine Buddhistin. Die intensiven Gespräche über die einzelnen Textstellen haben mich sehr beeindruckt. (Hört sich fast kitschig an, wenn ich es jetzt so lese...) Leider arbeite ich dort nicht mehr, der Austausch fehlt jetzt einfach. Ein Ansprechpartner, der sich auskennt und sich Zeit nimmt, das ist sehr wertvoll bei der Suche nach dem eigenen Glauben.


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09.06.2019 um 18:50
perttivalkonen schrieb:Ähm, das steht explizit im NT.
war ja auch als Beispiel gedacht.
perttivalkonen schrieb:allenfalls anekdotische Empirie.
ja. und bei Carol60 lag ich auch richtig.

aber du hast recht. Meine Formulierung ist nicht korrekt.
ich hätte schreiben müssen: "den meisten Christen, die ich kenne, ist das AT egal".
perttivalkonen schrieb:Immer? Whow!
I stand corrected.


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09.06.2019 um 18:58
@perttivalkonen

Welche Bibelausgabe ist eigentlich empfehlenswert aus deiner Sicht? In der Examensarbeit, aus der ich zitiert hatte, wurde immer die Elberfelder Bibel zitiert (oder gleich eine eigene Übersetzung genutzt...). Die Zugänglichkeit dieser Übersetzung ist für mich aber nicht sehr hoch... Wiederum andere Ausgaben, die modernisiert sind (Gute Nachricht, Hoffnung für alle), kann man besser lesen. Aber treffen die noch den Kern? (Sorry, falls es dazu auf den letzten 900+ Seiten schon einen Beitrag gegeben haben sollte...)

Im Internet kann man das natürlich recherchieren, aber irgendwie machen ja alle "Werbung" für sich...


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09.06.2019 um 19:25
Arrakai schrieb:Die intensiven Gespräche über die einzelnen Textstellen haben mich sehr beeindruckt.
Ist kein Hauskreis in deiner Nähe?
Arrakai schrieb:Elberfelder
gilt als relativ wortgetreu
Arrakai schrieb:Wiederum andere Ausgaben, die modernisiert sind
Die Schlachter übersetzt aus dem Textus Receptus, einer älteren Zusammenstellung des griechischen Urtexts. Alle anderen bekannten deutschen Bibeln übersetzen aus Nestle Aland.
Arrakai schrieb:Aber treffen die noch den Kern?
tja

https://www.bibleserver.com/text/SLT/1.Korinther6,9

vergleich hier mit anderen Übersetzungen (rechts oben im dropdown-Menü) und achte auf das Wort "Weichling" (Malakia)

Wikipedia: Malakia#Bible_translations


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09.06.2019 um 19:28
Kybela schrieb:Ist kein Hauskreis in deiner Nähe?
Es ist sogar eine freikirchliche Gemeinde in meiner Nähe, die dir anbietet, dich in allen Aspekten deines täglichen Lebens zu begleiten, damit du immer alles richtig machst... ;)

Ich weiß nicht, Hauskreis... Mit meinen Kollegen war ich befreundet... Die wohnen jetzt halt knapp 200 km weit weg...
Kybela schrieb:tja
Werde ich mir anschauen, danke.


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