Wie ist eure Meinung zum Buckelwal Timmy?
um 10:57
Meine Gedanken: Nach wie vor halte ich den Versuch, den Wal zu retten, für richtig. Mir sind die Gegenargumente bekannt und ich nehme sie durchaus sehr ernst. Aber wenn man sich ein bisschen einliest, kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass wir über (Buckel-)Wale sehr wenig wissen, über ihr Verhalten, ihre Sprache und ihre "Gesundheit". Selbst das Geschlecht und damit auch die Lautgebung kann der Mensch nicht sicher bestimmen.
Hope folgt vermutlich einem Fischschwarm.Er war auch in einem Netz gefangen. Das wiederum ist unsere Verantwortung. Von Müll und Lärm ganz zu schweigen. In diesem Zusammenhang von "Lauf der Natur" zu sprechen, halte ich nach wie vor für höhnisch und für ein Nichtanerkennen menschlicher Verantwortung.
Glaubt man Experten, wird es künftig immer häufiger zu Strandungen kommen, und ich halte es nicht für akzeptabel, das einfach zu ignorieren. Vorbeugen ist natürlich besser, aber wenn es passiert, können wir nicht jedes Mal wegsehen.
Insofern finde ich den Versuch richtig.
Neben der mangelhaften Öffentlichkeitsarbeit und Transparenz halte ich es jedoch für einen großen Fehler, dass keine Blutabnahme durchgeführt wurde. Ich weiß, das war schwierig, zeigt aber auch wieder, wie schlecht wir bei diesem Thema aufgestellt sind. Diese Untersuchung hätte ich für extrem wichtig gehalten.
Für mich ist das Projekt mit der Barge gescheitert. Ich glaube, das Team hat in bester Absicht gehandelt. Irgendwann sind sie aber unter dem Zeitdruck eingeknickt. Das Zeitfenster für Hope wurde immer enger, dazu kam vermutlich die Angst, dass das Ministerium erneut umschwenkt.
Man wollte ihn möglichst schnell dort wegbringen.
Die Barge war nicht gut genug gesichert. Entgegen dem ursprünglichen Plan wurde der Wal vorwärts hineingebracht. Man sah die Bilder vom Wellengang, der nicht einmal übermäßig stark war, und wie Hope trotzdem stark gegen die Wände stieß. Und wir haben kaum etwas zu sehen bekommen, wer weiß, was noch passiert ist.
Dann kam der Freitag, an dem durchaus Mitglieder des Teams vor Ort waren, unter anderem Jeff. Ich glaube, ihnen dämmerte, dass sie Hope nicht einfach drehen konnten ,geschweige denn, dass er sich selbst hätte drehen können.
Was wäre eigentlich passiert, wenn Hope in Panik geraten wäre? Es hieß, er hätte jederzeit schnell freigelassen werden können.
Man versuchte dennoch, ihn zu drehen. Meine Befürchtung ist: Bereits dort lief etwas schief, vielleicht sogar unter Jeffs Beteiligung. Und vielleicht war zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass etwas wirklich Schlimmes passiert war. Vielleicht musste Hope deshalb möglichst schnell aus der Barge, denn weder Team noch Finanzierer noch Crew wollten das Bild eines toten Wals in der Barge. Dass alle aus dem Team davon wussten, glaube ich allerdings nicht.
Neben dem wirklich traurigen Schicksal von Hope macht mich auch traurig, dass ich glaube, dass diese Aktion nie wirklich aufgearbeitet wird. Weder die Umstände auf der Barge noch der Rettungsversuch als Ganzes. Was war definitiv gut (z. B. die Tücher)? Wo haben wir große Wissenslücken (kein Mensch weiß, wie man Blut abnimmt)? Und was lief klar schief (die Barge war so definitiv keine Option)?
Was mir ein bisschen Frieden gibt: Hope leidet nicht mehr. Unerträglich wäre für mich die Vorstellung gewesen, dass er lebend dort erneut gestrandet wäre und nun wieder tagelang oder wochenlang dort gelegen hätte,bis der Tod ihn endlich erlöst.
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Wie ist eure Meinung zum Buckelwal Timmy?
um 11:32
Eine Obduktion wäre schon sehr wichtig, das sagt auch der Herr Fabian Ritter. Ich meine, es wäre doch wirklich entscheidend zu wissen, ob timmy zum Beispiel wirklich ein großes Netz im Bauch hatte und somit im Grunde unrettbar war. Oder stellt euch vor, man würde feststellen, dass er Knochenbrüche o.ä. an den Flossen oder Wirbelsäule hat. Oder es käme raus, dass er ein schweres grundsätzliches gesundheitliches Problem gehabt hatte, ein chronisches Organleiden oder so. Das wäre doch die letzte Chance, evtl noch ein paar Fragen zu beantworten. Allerdings frage ich mich, wie man so einen Kadaver überhaupt obduzieren kann, wenn Explosionsgefahr besteht. Einfach aufschneiden, ginge das denn überhaupt? Man müsste den Wal vielleicht direkt am Strand "zerlegen". Klingt makaber, aber so machen es Walfänger letztlich auch.
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