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Doppelmord Babenhausen

22.750 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, 2009, Nachbar, Toll, Doppelmord Babenhausen, Schalldämpfer, Darsow

Doppelmord Babenhausen

03.11.2019 um 07:04
Es reicht ja schon, wenn man sich vor Augen führt, wie schnell ein Nachbarstreit aus dem Ruder laufen kann. Da wird dann eine Lappalie schon mal zum Vorwand für einen jahrelangen Nervenkrieg.

Eine tödliche Eskalation ist natürlich die absolute Ausnahme, aber komplett undenkbar ist sie nicht. Man muss ledlich "tödlicher Nachbarschaftsstreit" googeln und mand bekommt direkt etliche Treffer.


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Doppelmord Babenhausen

03.11.2019 um 09:47
Ich kann es nur immer wieder schreiben: Ich finde es merkwürdig warum immer auf dem Motiv rumgeritten wird.

Es gibt Leute die wegen einiger weniger Euros morden, es gibt Männer die ihre ganze Familie wegen eines Seitensprungs umbringen, Angestellte bringen ihren Chef um weil sie gefeuert wurden und und und. Alles schon gesehen.

Die meisten Menschen gehen glücklicherweise nicht so weit, aber solche Ausnahmen gibt es immer wieder, und es gibt für mich keinen Grund anzuzweifeln dass AD in seiner Verzweiflung diese Tat begangen hat.

Für mich ist das Urteil schlüssig und passt.


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03.11.2019 um 09:50
Mirelle schrieb:Es gibt Leute die wegen einiger weniger Euros morden, es gibt Männer die ihre ganze Familie wegen eines Seitensprungs umbringen, Angestellte bringen ihren Chef um weil sie gefeuert wurden und und und. Alles schon gesehen.
Und fast immer kann sich hinterher niemand aus dem Umfeld vorstellen, dass der Täter zu so etwas fähig war. Das ist ein alter Hut, der immer wieder auftaucht - hier in diesem Fall in der Variante: "D. kann die Tat nicht begangen haben, weil er damit ja seine Familie ruiniert hat". Der Denkfehler ist dabei, dass man den Ausgang der Tat mit dem gleichsetzt, was der Täter urpsrünglich damit beabsichtigte. Darsow wollte aber ziemlich genau das Gegenteil mit der Tat erreichen, nämlich seine Familienidylle retten. Es kam dann halt anders...


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03.11.2019 um 10:58
phoenix schrieb:In diesem Fall beispielsweise sehe ich die folgenden Knackpunkte bei den Urteilsgegnern:
- Der sorgende Familienvater Darsow will eine Familie - seine Nachbarn samt Tochter - auslöschen/erschießen?! Sowas kann man sich per se irgendwie schwer vorstellen.
Sorgender Familienvater zu sein, schließt nicht aus, dass gleichzeitig Verbrechen begangen werden können.
Sorgende Familienväter haben schon als Serienmörder ihr Unwesen getrieben, ihre Frauen, Kinder, Familien umgebracht, waren KZ-Wärter und Kriegsverbrecher, haben als Terroristen nichtsahnende Menschen umgebracht - enn sorgende Familienväter allesamt grundsätzlich gesetzestreue Bürger wären, sähe die Welt schon erheblich besser aus.
phoenix schrieb:- Die Probleme waren angeblich garnnicht mehr akut. Warum dann plötzlich die Tat?
Familie Toll wohnte immer noch nebenan und hatte ihren Lebensstil nicht geändert. Tochter Astrid war nicht plötzlich nicht mehr autistisch und deswegen leise. Mit anderen Worten: Die Probleme waren so akut wie eh und je . wie sie ja auch dem Gericht vorliegend von Herrn Darsow selbst immer und immer wieder schriftlich geschildert worden waren.
phoenix schrieb:- Die Fährtenhunde haben Darsow nicht gerochen und haben eine andere Fährte aufgenommen, weg vom Haus.
Im Urteil werden die Gründe dafür detailliert erklärt, unter anderem hatte der Hundeführer dazu ausgesagt.


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03.11.2019 um 12:59
phoenix schrieb:Dazu steht zwar viel im Urteil, aber dennoch wirkt es dermaßen irrational und verrückt, das man sich schwer tut es auf das Bild des Verurteilten zu projezieren.
Ich finde es auch schwer nachvollziehbar, dass jemand keine andere Lösung als Mord findet, zumal AD doch als sachlich, kühl und überlegt dargestellt wurde. Mir wäre zumindest noch die Lösung einer Dämmung der Innenwände zum Nachbarn eingefallen, wenn Hausverkauf und Umzug, wegen zu großer finanzieller Verluste nicht möglich war und letztlich hätte ich wohl auch die Verluste in Kauf genommen, wenn gar nichts anderes mehr ging. Ist schon Hammer, was in manchen Menschen schlummert.


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03.11.2019 um 14:30
@phoenix
@erstdenken
Die Gesellschaft funktioniert doch nur, wenn die überwiegende Mehrheit eben einigermaßen rational agiert und wenn sich Ärger, Wut und Hass eben nicht in Gewalt wandeln. Einzelfälle aber kommen vor und in vielen dieser Tötungsdelikte kann die Tat von außen nicht nachvollzogen werden. Hier hat allein der Täter eine umfassende Kenntnis über das Konglomerat an Kleinigkeiten, Worten, Dingen, die für ihn subjektiv so gravierend waren, dass er letztendlich diesen Weg gewählt hat. Selbst das direkte Umfeld ist dann oft überrascht und zweifelt nicht selten an der Schuld. Denn auch für Angehörige des Täters hat eine Tat immense Folgen. Die Auseinandersetzung damit fällt nicht leicht. Insofern ist das Festhalten an der Person des Täters nicht wunderlich.
Dennoch aber passieren Morde. Und in der überwiegenden Mehrheit der Fälle können wir uns nicht vorstellen, dass die bekanntgewordenen Motive für eine solche Tat ausreichen. Wenn ein Täter überhaupt mal das Schweigen bricht kann man oft nur mit dem Kopf schütteln.
Bekanntes Beispiel: ein Amoklauf einer Schülerin in des USA; Grund: „I don‘t like mondays„...

Das Nichtnachvollziehenkönnen ist also eher eine positive Charakterisierung von uns selbst als ein Argument für die Unschuld von Tätern.


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03.11.2019 um 15:24
Ich denke, jeder kann zum Mörder werden.

Aber ich denke nicht, dass Lärm nur den nächsten Nachbarn trifft.
Geräusche nehmen Wege und deshalb kann, muss aber nicht, Familie Darsow den meisten Lärm abbekommen haben.


Wobei ich mich schon frage, warum auch die Nachbarn den Lärm runterspielen.


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03.11.2019 um 15:55
Katinka1971 schrieb:Wobei ich mich schon frage, warum auch die Nachbarn den Lärm runterspielen.
Tun sie erst seit der Verurteilung. Während der Hauptverhandlung sagten sie etwas ganz anderes aus, wohl weil sie nicht einschätzen konnten, inwiefern das eine Rolle spielen sollte.


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03.11.2019 um 16:00
Katinka1971 schrieb:Wobei ich mich schon frage, warum auch die Nachbarn den Lärm runterspielen.
Tun sie ja gar nicht. Jedenfalls nicht die , welche man als Zeugen im Prozess geladen wurden .
Kann man im Urteil nachlesen.
Mehrere weiter weg wohnende Personen haben von einer erheblichen Lärmbelästigung gesprochen unter Wahrheitspflicht.
Die haben alle nicht Wand an Wand, mit den Tolls gewohnt und sprachen dennoch von unerträglichen Lärm zu jeglicher Tages und Nachtzeit.


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04.11.2019 um 00:15
jaska schrieb:Denn auch für Angehörige des Täters hat eine Tat immense Folgen. Die Auseinandersetzung damit fällt nicht leicht. Insofern ist das Festhalten an der Person des Täters nicht wunderlich.
Man weiss ja auch nicht, ob die Ehepartner sich gegenseitig hochgeschaukelt haben. Dann spielen Schuldgefühle sicher auch eine nicht unerhebliche Rolle.
Es ist auf jeden Fall eine sehr, sehr schwere Belastung für Frau und Kinder und dem weiteren familiären Umfeld. Ich würde Frau Darsow und den Kindern sehr wünschen, dass sie einen Weg für sich finden und nicht zwanzig (?) Jahre warten, um dann festzustellen, dass sie viel zu lange in unterschiedlichen Welten gelebt haben und gar nichts mehr passt.


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04.11.2019 um 01:02
jaska schrieb:Das Nichtnachvollziehenkönnen ist also eher eine positive Charakterisierung von uns selbst als ein Argument für die Unschuld von Tätern.
Prima, genau so ist es!

Und ich kann, leider aus eigenem Erleben mit Horrornachbarn, Darsows Tat sogar nachvollziehen.


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04.11.2019 um 07:38
phoenix schrieb am 31.10.2019:In diesem Fall beispielsweise sehe ich die folgenden Knackpunkte bei den Urteilsgegnern:
- Der sorgende Familienvater Darsow will eine Familie - seine Nachbarn samt Tochter - auslöschen/erschießen?! Sowas kann man sich per se irgendwie schwer vorstellen.
Für dein eingeschränktes Vorstellungsvermögen kann ja niemand was.

Ich kann mir das sehr gut vorstellen, zumal es nachweislich schon Familienväter gegeben hat, die schwere Straftaten (u.a. auch Morde) begangen haben.
- Die Probleme waren angeblich garnnicht mehr akut. Warum dann plötzlich die Tat?
Angeblich - du sagst es.

Das ist eine Behauptung der Familie Darsow und deren Unterstützern...in der Urteilsbegründung kannst du nachlesen, dass Zeugen bzgl. des Lärms gegenteiliges ausgesagt haben.
- Die Fährtenhunde haben Darsow nicht gerochen und haben eine andere Fährte aufgenommen, weg vom Haus.
Fährtenhunde haben mal gute und mal schlechte Tage, das ist nichts, worauf man sich 100% verlassen kann.


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04.11.2019 um 11:35
cassandra71 schrieb:Für dein eingeschränktes Vorstellungsvermögen kann ja niemand was.
Ach, Danke.

Im übrigen haben Sie meinen Post wohl irgendwie missverstanden. Es ging nicht darum das ICH das nicht verstehe, sondern das offenbar VIELE, die das Urteil kritisch sehen, das so sehen und empfinden könnten.


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04.11.2019 um 11:58
@phoenix
phoenix schrieb:Es ging nicht darum das ICH das nicht verstehe, sondern das offenbar VIELE, die das Urteil kritisch sehen, das so sehen und empfinden könnten.
Das macht das Argument doch nicht besser, oder? Die kennen ja nicht mal alle Details.


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04.11.2019 um 12:10
jaska schrieb:Das macht das Argument doch nicht besser, oder? Die kennen ja nicht mal alle Details.
Das war kein Argument, sondern eine Überlegung. Ich kann nachvollziehen das viele Menschen diese Tat als "unfassbar" und "unglaublich" vorkommt und sie deshalb lieber (beispielsweise) an eine Täterschaft eines Hells-Angels Typen glauben. Die Welt in der wir leben ist brutal und man will das nicht so nah an sich ranlassen das jeder Nachbar zum Mörder werden könnte. Ich finde das aus psychologischer Sicht sehr nachvollziehbar.


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05.11.2019 um 18:27
Rick_Blaine schrieb:Und ich kann, leider aus eigenem Erleben mit Horrornachbarn, Darsows Tat sogar nachvollziehen.
Die Tat und das Nachvollziehen können, streift dann aber schon das Pathologische....vielleicht kann jemand helfen?


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05.11.2019 um 22:17
Wann entscheidet eigentlich das OLG?
Gibt es da Vorgaben?


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06.11.2019 um 00:35
@achne
Das war eiskalt geplanter Mord , nachdem alle anderen Möglichkeiten ausgelotet wurden.
Da ist nichts pathologisches dabei.


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06.11.2019 um 04:47
Nightrider64 schrieb:Das war eiskalt geplanter Mord , nachdem alle anderen Möglichkeiten ausgelotet wurden.
So sehe ich das auch. Darsow hat keinen anderen Ausweg mehr aus einer von ihm als hoffnungslos und unerträglichen Situation gesehen. Meines Erachtens hat er keineswegs "Spass" daran gehabt oder skrupellos kaltblütig "mal gemordet," sondern für ihn, also aus seiner subjektiven Sicht, gab es keine andere Möglichkeit. Das zeigen die erfolglosen Versuche, anders aus der Sache herauszukommen, wie Einschalten der Polizei, des Vermieters, angedachter Verkauf und Umzug usw. Ich würde es "Verzweiflungstat" nennen, das hat natürlich einen tiefen psychologischen Grund, aber ich würde es nicht als "pathologisch" bezeichnen.

Ich bin weder Psychologe oder Psychiater noch habe ich Darsow jemals irgendwie "untersuchen" können, aber ich ordne das Geschehen in einen ähnlichen subjektiven Zusammenhang ein, wie wenn eine jahrelang von ihrem Ehemann misshandelte Frau eines Tages ihren Peiniger tötet. Objektiv vermutlich falsch in der Hinsicht, dass es nicht doch eine andere Lösungsmöglichkeit gab, und juristisch natürlich prima facie verwerflich, aber nachvollziehbar.


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06.11.2019 um 13:06
Katinka1971 schrieb:Wobei ich mich schon frage, warum auch die Nachbarn den Lärm runterspielen.
Nightrider64 schrieb:Tun sie ja gar nicht. Jedenfalls nicht die , welche man als Zeugen im Prozess geladen wurden .Kann man im Urteil nachlesen. Mehrere weiter weg wohnende Personen haben von einer erheblichen Lärmbelästigung gesprochen unter Wahrheitspflicht. Die haben alle nicht Wand an Wand, mit den Tolls gewohnt und sprachen dennoch von unerträglichen Lärm zu jeglicher Tages und Nachtzeit.
Ich weiß nur von den Nachbarn, die im Fernsehbericht den Lärm runtergespielt haben. Oder gab es sonst noch Aussagen?


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