GrafOskar schrieb:Hier ist die Grundlage, das kleine ABC der Kriminologen.
Wikipedia: Ockhams Rasiermesser
Ja Ockham's Razor ist in der Tat etwas, das nicht nur in der Kriminologie von nutzen sein kann, sondern ganz generell im Leben. Sich auf das naheliegendste besinnen, das Einfache, das ohne viele Annahmen auskommt. 1 und 1 zusammenzählen eben.
Auf den Fall von Inga bezogen machst du aber einen Denkfehler: Deine präferierte Theorie eines Verlaufens inkl. Unfall im Wald war vor 11 Jahren die absolut naheliegendste oder eben sparsamste Theorie. Da gebe ich dir 100% Recht! Heute, 11 Jahre später, braucht es dafür aber eine Vielzahl von Annahmen. Zum Beispiel:
- sehr untypisches Laufverhalten von Inga (das sie für ein 5-jähriges Kind weit über den normalen Suchradius hinaus gebracht hat)
- Kleidung per Zufall vom Wind oder Tieren in geschützte Höhlen oder dergleichen getrieben (siehe Schuhe im Fuchsbau
;)- sterbliche Überreste von Tieren an Dutzenden von unzugänglichen Orten verscharrt/versteckt etc.
- umgefallener Baum, der Inga komplett unter sich begraben hat und von Förstern bis heute nicht weggebracht wurde
und viele weitere...
Je mehr Zeit verstreicht, desto weniger sparsam (bezüglich Annahmen) wird die Theorie des im Walde Verlaufens und desto mehr rücken eben alternative Theorien in den Vordergrund bzw. werden wahrscheinlicher. Was aber nicht heisst, dass deine Theorie unmöglich ist. Auch die EB schliessen dies nicht aus, es wird halt einfach mit jedem Jahr das verstreicht weniger wahrscheinlich.