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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

11.201 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wald, Entführung, Radio ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 12:20
Gegen tote wird bekanntlich nicht ermittelt.
Zur Zeit des Prozesses war W. bereits verstorben und KP auch.

Haette man den Komplex W. neu aufgerollt wie bei WM wenn W. noch gelebt haette oder waere es so oder so ähnlich verlaufen wie es verlief?

Und meine Frage wurde immer noch nicht beantwortet. Warum wurden die Ermittlungen gegen W. eingestellt obwohl es offenbar - ich beziehe mich hier ausdrücklich auf die Informationen dieses Threads/Presse - eine fast fertige Indizenkette gab.

Anschliessend landete der Fall wohl beim LKA? (In den Achzigern?)

Was passierte eigentlich in dem Zeitraum bevor die Ermittlungen gegen WM (offenbar wegen drohender Verhaehrung) wieder aufgenommen wurden?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 12:50
Zitat von AndanteAndante schrieb:Was meinst du mit „ausgesetzt“? Meinst du damit „eingestellt“ oder „vorläufig eingestellt“? Also so eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen einen Tatverdächtige ist normal, wenn sich der Verdacht gegen diesen Beschuldigten nicht erhärten lässt.

Willst du andeuten, dass hier eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen einen bestimmten Verdächtigen „auf Druck von oben“ erfolgte, obwohl der zuständige Staatsanwalt weiterhin von einem fortbestehenden Tatverdacht gegen den Betreffenden ausging? Gibt es konkrete Hinweise auf so etwas, oder ist das eine bloße Vermutung?
ich beziehe mich auf die Andeutungen durch die Medien.
Ehling listete eine lange Reihe von Indizien auf, die auf W. als Ursula Herrmanns Entführer hinwiesen: Sein Auto wurde am Tatabend in der Nähe des Tatorts beobachtet; bei einer Begehung habe W., als man sich dem Vergrabungsort der Kiste näherte, Schweißausbrüche bekommen und sich entfernt; in der Kiste wurde das Haar eines Hundes von der Rasse gefunden, wie W. einen abrichtete, und das Haar eines Schafes, das zu einem Pelz in W.s Auto passte. W. konnte eine Werkstatt nutzen, in der sich Kunststoffrohre der gleichen Art befanden, wie sie beim Bau der Kiste verwendet wurden, und in einem abgehörten Telefongespräch hatte W. einen Bekannten als den "Kistenbauer" bezeichnet. Unklar blieb, warum nie Anklage gegen den mittlerweile gestorbenen W. erhoben wurde.
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/bayern/herrmann-prozess-verpatzte-ermittlungen-1.386950

Youtube: Ich war es nicht! Zwei Urteile und viele Zweifel (37 Grad ZDF 26.04.2016)
Ich war es nicht! Zwei Urteile und viele Zweifel (37 Grad ZDF 26.04.2016)


Ab 19.49
Zitat von FaktenfinderFaktenfinder schrieb:Gegen tote wird bekanntlich nicht ermittelt.
Zur Zeit des Prozesses war W. bereits verstorben und KP auch.

Haette man den Komplex W. neu aufgerollt wie bei WM wenn W. noch gelebt haette oder waere es so oder so ähnlich verlaufen wie es verlief?

Und meine Frage wurde immer noch nicht beantwortet. Warum wurden die Ermittlungen gegen W. eingestellt obwohl es offenbar - ich beziehe mich hier ausdrücklich auf die Informationen dieses Threads/Presse - eine fast fertige Indizenkette gab.
Deine Frage nach der Einstellung betrifft eindeutig die Lebzeiten des M.

Was die Gründe für die Einstellungen waren wird man wohl nie erfahren. Mazurek selber redet von einer Wiederaufnahme gegen M. (wenn ich das richtig verstehe), der aber dann alle Spuren schon beseitigt haben konnte.
Zitat von AndanteAndante schrieb:Ich kenne leider die Einzelheiten, was da ermittelt und wahrgenommen wurde, nicht und kann mich daher dazu nicht äußern. Und war es nur dieser eine Kripobeamte, der den Ex-Kollegen verdächtigte, oder waren es mehrere?
Zitat von AndanteAndante schrieb:as meinst du mit „ausgesetzt“? Meinst du damit „eingestellt“ oder „vorläufig eingestellt“? Also so eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen einen Tatverdächtige ist normal, wenn sich der Verdacht gegen diesen Beschuldigten nicht erhärten lässt.

Willst du andeuten, dass hier eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen einen bestimmten Verdächtigen „auf Druck von oben“ erfolgte, obwohl der zuständige Staatsanwalt weiterhin von einem fortbestehenden Tatverdacht gegen den Betreffenden ausging? Gibt es konkrete Hinweise auf so etwas, oder ist das eine bloße Vermutung?
@Andante, sorry aber Verallgemeinerungen zu Verfahrensweisen ohne spezifische Fallkenntnis der Aktenlage helfen natürlich am wenigsten
Zitat von monstramonstra schrieb:Das Gericht nicht. Aber die Ermittlungsbehörden. Der Verkäufer konnte nicht ermittelt werden. Ist auch im Urteil Thema. Das Gericht meint, es habe ihn nicht gegeben.
Natürlich die Ermittlungsbehörden. Ich lese aber nichts von einem Herrn Haaf, mit dem Generator. Und nichts wirklich konkretes zu dem Vorbestraften XY
aus Detmold und dem Verwandten des Verdächtigten in dem Sinne von Aussagen etc.

Vgl.: https://www.radonmaster.de/werner-mazurek/erklaerungen_werner-mazureks/mazurek_zum_tonbandgeraet.pdf

Aber so etwas.
Zitat von JagBlackJagBlack schrieb:Der Verkäufer musste sich gar nicht melden, weil Mazurek ihn gemeldet hatte, sogar mit Namen, ethischer Herkunft(Sinti) und seinem Wohnort und um ihn dann vor Gericht als „den“ Verkäufer zu identifizieren. Mazurek hat nichts unversucht gelassen, auch andere Personen zu diskreditieren, um vom eigentlichen langen Besitz des TK248 abzulenken. Und dass Mazurek die Örtlichkeiten des Flohmarktes gut beschreiben konnte lag daran, dass er tatsächlich dort war und den „Aha“-Einfall hatte, den angeblichen Kauf des TK248 der Kammer und allen anderen Beteiligten unter die Nase zu reiben. War ein netter Versuch, der in die Hosen ging.
Komischerweise sind alle Personen, die WM deiner Meinung nach diskreditiert, juristisch keine unbeschriebenen Blätter oder Weißwestenträger
- KP
- TB Verkäufer
- Verwandter
- Expolizist M. (v.gl. Youtubebeitrag oben)


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 13:01
Zitat von julina32julina32 schrieb:Das Gericht hat anerkannt, dass Mazurek zu der beschriebenen Zeit auf diesem Flohmarkt war. Es hat nicht geglaubt, dass er bei diesem Termin das Tonband gekauft hat, obwohl WM in unwissentlichen Abhöraktionen diesen Sachverhalt weiterhin teilt.
Das ist eine interessante Sache, die das Gericht zwar zitiert (S. 217 f.), aber in seiner Bewertung (S. 238) nicht mehr erwähnt. M. erwähnt zwei Mal (10.11.2007 und 21.02.2008) gegenüber einem Bekannten den Kauf des Tonbandgeräts, während er von der Polizei abgehört wurde. Nun könnte man sagen, das hat er, weil er wusste, dass er abgehört wird.

Dann fragt man sich aber, warum bei gleichen Gespräch, am 10.11.2007 auch erörtert worden ist, warum und wieso der ursprüngliche Vorwurf des Mordes fallen gelassen worden sei und welche Verjährungsfristen für den nunmehr erhobenen Vorwurf der räuberischen Erpressung mit Todesfolge einschlägig seien (S. 257 ff.), was für das Gericht nun den Schluss nahe legte, dass sie mit dem Entführungsfall zu tun haben könnten (was vielleicht eine etwas schlichte Interpretation dieser Gespräche von Verdächtigen ist).

Akribisch arbeitet das Gericht jedenfall jede noch so kleine Abweichung in M. eigenen Aussagen wie zu den Aussagen seiner Frau auf. Zum Teil sind diese Widersprüche (Kaufpreis 15 oder 20 Euro, angaben zum Verkäufer) meiner Ansicht nach nicht ungewöhnlich für so einen zum damaligen Zeitpunkt ziemlich unbedeutenden Kauf, wenn man annimmt, M.s Geschichte stimmt im Groben:

Ich weiß nicht, ob da eine Erinnerung in dem einen oder anderen Detail besser oder schlechter wird, wenn man über Monate in einer Vernehmungssituation steckt und versucht, sich zu verteidigen. Und ob sich da nicht jeder in Widersprüche verwickelt. Ich könnte jedenfalls nicht den Karstadt-Verkäufer beschreiben, bei dem ich in der ersten Dezemberhälfte 2020, einige Tage vor dem Lockdown, eine Bettdecke erworben habe. Für 79 oder 89 Euro - ich weiß es nicht mehr.
Zitat von julina32julina32 schrieb:@Andante, sorry aber Verallgemeinerungen zu Verfahrensweisen ohne spezifische Fallkenntnis der Aktenlage helfen natürlich am wenigsten
Sorry @julina32 , das ist umgekehrt. Wer behauptet, der belegt. Am Besten anhand des Urteils mit Seitenangabe, denn das ist die Primärquelle, die wir hier haben.

Wenn Du Dich auf Ermittlungsakten oder Hörensagen beziehst, die wir hier nicht kennen (müssen), dann hilft das nicht weiter. Während allgemeine und sachkundige Hinweise auf Verfahrensweisen sehr wohl geeignet sind, die Diskussion zu systematisieren und zu versachlichen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 13:08
Zitat von monstramonstra schrieb:Wenn Du Dich auf Ermittlungsakten oder Hörensagen beziehst, die wir hier nicht kennen (müssen), dann hilft das nicht weiter. Während allgemeine und sachkundige Hinweise auf Verfahrensweisen sehr wohl geeignet sind, die Diskussion zu systematisieren und zu versachlichen.
Zitat von julina32julina32 schrieb:ich beziehe mich auf die Andeutungen durch die Medien.
Ich glaube du hast da etwas missverstanden. Schaue mal in die Quellen. Und dann siehst du meine Behauptung:
Zitat von julina32julina32 schrieb:Was die Gründe für die Einstellungen waren, wird man wohl nie erfahren. Mazurek selber redet von einer Wiederaufnahme gegen M. (wenn ich das richtig verstehe), der aber dann alle Spuren schon beseitigt haben konnte.



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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 13:42
Zitat von julina32julina32 schrieb:Ich glaube du hast da etwas missverstanden.
Hast Du vielleicht "M." mit "W." verwechselt?
Zitat von julina32julina32 schrieb:Deine Frage nach der Einstellung betrifft eindeutig die Lebzeiten des M.
Was die Gründe für die Einstellungen waren wird man wohl nie erfahren. Mazurek selber redet von einer Wiederaufnahme gegen M. (wenn ich das richtig verstehe), der aber dann alle Spuren schon beseitigt haben konnte.
Deiner Darstellung zu folgen ist nicht immer einfach.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 13:45
Zitat von PalioPalio schrieb am 23.12.2020:Weißt du evtl. auch, wo KPs frühere Wohnung in Schondorf war?
Paffingers alte Wohnung in Schondorf befand sich übrigens in der Auenstrasse (Oberschondorf). Falls er dort sein Moped abgestellt hatte, musste er mit dem Spaten mindestens quer durch Oberschondorf laufen. Rückzu in verdreckter Kleidung, da es an einigen Tagen wohl auch geregnet hatte. Auffälliger geht es dann nicht.

Screenshot 20201229-132806 MapsOriginal anzeigen (0,9 MB)


Screenshot 20201229-132901 MapsOriginal anzeigen (1,0 MB)


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 14:04
W. verstarb 1995 laut Pressemeldung.

https://www.google.de/amp/s/www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Polizisten-weinten-beim-Anblick-der-toten-Ursula-Herrmann-id5090646-amp.html

Das Verfahren gegen W. war zuvor schon lange eingestellt worden.

Wurde jemals die DNA von W. mit den gesicherten DNA Spuren im Fall Herrmann abgeglichen?

Vielleicht auch erst nach seinem Tode? DNA Analyse wurde seit 1990 genutzt oder schon früher?

Das haette die Verteidigung doch im Verfahren gegen WM bei Gericht beantragen koennen oder?

Ich frag mal Dich @Andante, da du Dich mit prozessualen Rechtsfragen offenbar sehr gut auskennst. Mir fehlt da wirklich das Hintergrundwissen in diesem speziellen Bereich. Hätte das die StPO oder das PAG damals hergegeben (in den Neunzigern sowie im Verfahren WM).

Und könnte man nicht heute sämtliche Spuren präventiv!! checken auch wenn es hier (nachfolgender Link) kritisiert wird?

https://www.dr-datenschutz.de/bayerische-polizei-nutzt-dna-analyse-schlupfloch-datenschutz-ja-mei/


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 14:56
@julina32

Laut Urteil, das sich mit dem damaligen Verdacht, speziell auch dieses einen Kripobeamten namens offenbar Ehling, gegen den Ex-Polizisten W. iim einzelnen auseinandersetzt, wurden in der Kiste Eichhörnchenhaare, Schafhaare und Hundehaare gefunden. Ursula hatte Kontakte zu Schafen, das wurde ebenfalls festgestellt, dazu der Umstand, dass nach Öffnen der Kiste viele Personen zu dieser Zugang hatten. Dass die Hundehaare zu einem Hund gehörten, wie ggf. W. ihn genau zur Tatzeit hielt, wurde nicht festgestellt. Der Schweißausbruch wurde auf den gewohnheitsmäßigen Alkoholkonsum des W. in Verbindung mit seiner im Dienst erlittenen Bauchdeckenverletzung, die zu seiner Pensionierung geführt hatte, in Verbindung mit einer bestimmte Erklärung Ws zurückgeführt.

Die Einstellungsverfügung der StA Augsburg betreffend das Ermittlungsverfahren gegen W. datiert laut Urteil übrigens vom 2. Februar 1989. Begonnen hatten die Ermittlungen im Mai 1984. Sie dauerten also fast 5 Jahre, viel länger als das erste Ermittlungsverfahren gegen WM.

Anscheinend hat man in den fast 5 Jahren gegen W. aber nicht so viel gefunden, dass es aus Sicht der StA für eine Anklage gegen W. reichte. Die für eine Anklage zuständige StA sah die Sache also anscheinend etwas anders als der von dir erwähnte Beamte Ehling.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 15:23
Zitat von FaktenfinderFaktenfinder schrieb:Wurde jemals die DNA von W. mit den gesicherten DNA Spuren im Fall Herrmann abgeglichen?

Vielleicht auch erst nach seinem Tode? DNA Analyse wurde seit 1990 genutzt oder schon früher?
DNA-Analysen sind möglich seit 1984 und wurden in D erstmals 1988 als Beweis vor Gericht anerkannt.

Wikipedia: Genetischer Fingerabdruck
Zitat von FaktenfinderFaktenfinder schrieb:Das haette die Verteidigung doch im Verfahren gegen WM bei Gericht beantragen koennen oder?
Der Prozess war ja erst ab 2009. Klar hätte in diesem Prozess Mazureks Verteidigung eine DNA-Untersuchung anregen bzw. einen entsprechenden Beweisantrag stellen können. Ich weiß nicht, was die Verteidigung in diesem Prozess gemacht hat. Anscheinend soviel wie nichts. Vielleicht wurde aber auch aus gutem Grund auf so einen Antrag verzichtet.

Ob bei so einer Untersuchung noch etwas herausgekommen wäre, sofern die Asservate überhaupt noch vorhanden gewesen wären? Die Kiste war ja nach der Tat mit vielen Leuten in Berührung gekommen (siehe die vielbeschworene Böhringer-Spur), da war sicher wegen Kontamination nichts mehr zu machen, wahrscheinlich bei etwaigen anderen noch vorhandenen Asservaten aus diesem Grund auch nichts mehr.
Zitat von skupinskupin schrieb:Paffingers alte Wohnung in Schondorf befand sich übrigens in der Auenstrasse (Oberschondorf). Falls er dort sein Moped abgestellt hatte, musste er mit dem Spaten mindestens quer durch Oberschondorf laufen. Rückzu in verdreckter Kleidung, da es an einigen Tagen wohl auch geregnet hatte. Auffälliger geht es dann nicht.
Auffällig war es wohl, sonst hätten diverse Zeugen die Spatenfahrten nicht bestätigen können ;-)


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 15:28
Zitat von monstramonstra schrieb:Hast Du vielleicht "M." mit "W." verwechselt?
Exakt. Danke
Zitat von monstramonstra schrieb:Julina32 schrieb:
Deine Frage nach der Einstellung betrifft eindeutig die Lebzeiten des M.
Der EX-Expolizist hiess HW...Sorry für den Dreher
Zitat von AndanteAndante schrieb:Anscheinend hat man in den fast 5 Jahren gegen W. aber nicht so viel gefunden, dass es aus Sicht der StA für eine Anklage gegen W. reichte. Die für eine Anklage zuständige StA sah die Sache also anscheinend etwas anders als der von dir erwähnte Beamte Ehling.
Mich stört dieses "anscheinend", kann dem faktentechnisch aber nichts entgegensetzen. Ein Journalist der Süddeutschen wird sich nicht umsonst wundern, warum gegen W keine Anklage erhoben wurde. Eine Werkstatt mit denselben PVC Rohren und einem abgehörten "Kistenbauer" führte zu.....?

Vgl. Punkt HW unter

https://www.radonmaster.de/werner-mazurek/erklaerungen_werner-mazureks/mazureks_erwiderung_zur_anklageschrift.pdf


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 15:36
Zitat von julina32julina32 schrieb:Mich stört dieses "anscheinend", kann dem faktentechnisch aber nichts entgegensetzen
Ich gebrauche „anscheinend“ (das meinen andere, wenn sie „scheinbar“ sagen, was aber ein Unterschied ist), um zum Ausdruck zu bringen, dass das eine Vermutung von mir ist. Keine Vermutung ist, dass Staatsanwälte Ermittlungsverfahren einstellen MÜSSEN, wenn sie nichts Hinreichendes für eine Anklage finden.

Es gibt einige Fälle im Krimithread, etwa Peggy Knobloch, wo regelmäßig auf andere Verdächtige verwiesen wird, gegen die die Ermittlungen eingestellt wurden, und da wird immer mal wieder irgendetwas zitiert, wonach diese Einstellung nicht hätte geschehen müssen//dürfen/können/sollen.
Zitat von julina32julina32 schrieb:Ein Journalist der Süddeutschen wird sich nicht umsonst wundern, warum gegen W keine Anklage erhoben wurde.
Ja, das meine ich. Nun ist die Verwunderung eines Journalisten, der keine Akten kennt, erst mal für mich nicht per se überzeugender als die Prüfung durch die StA.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 16:29
Zitat von AndanteAndante schrieb:Ja, das meine ich. Nun ist die Verwunderung eines Journalisten, der keine Akten kennt, erst mal für mich nicht per se überzeugender als die Prüfung durch die StA.
Sicherlich, nur hier schließt sich der Kreis. Ich denke nicht, dass in Mazureks 30.000 Aktenblättern der detaillierte Verlauf und Ausgang der Ermittlungen gegen HW aufgeführt sind. Angenommen HW war der Täter, so könnte WM an seiner Situation nichts ändern. Wo wir doch wieder an dem Punkt sind, dass es WM auch Deiner Meinung obliegt, alternative Täter aufzuzeigen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 16:51
Zitat von FaktenfinderFaktenfinder schrieb:Wurde jemals die DNA von W. mit den gesicherten DNA Spuren im Fall Herrmann abgeglichen?
Ja, wurde sie wohl:
Zitat von 2r2n2r2n schrieb am 26.02.2018:Natürlich wurde die DNA abgeglichen. Soweit ich mich erinnere, brauchte es dafür keine Exhumierung, sondern das ging über den Bruder des Verdächtigen. Auch das Umfeld wurde akribisch untersucht und am Ende gab es massive Unterstellungen, die aus der jeweiligen Sichtweise (Ermittler oder Verdächtigte) plausibel erscheinen. Aber als dann 1985 das LKA übernommen hat, verlief die Spur im Sand und wurde Ende der 80er fallen gelassen. Mir liegt sogar die Unterschrift von Edmund Stoiber vor, dass hier keine Strafverfolgung mehr zu befürchten ist.
Das bezieht sich auf die DNA-Spur an der Schraube. Das meintest du ja, oder?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 17:16
@julina32

Ich weiß nicht, was WM an Unterlagen über HW vorlag. Allerdings ist im Urteil die Einstellungsverfügung der StA vom 2.2.89 betreffend das Ermittlungsverfahren gegen HW erwähnt. Wenn also dem Gericht Unterlagen über HW, insbesondere die Einstellungsverfügung, vorgelegen haben, wären ja WM bzw. sein Verteidiger berechtigt gewesen, diese Schriftstücke einzusehen, wie sich aus § 147 StPO ergibt. Inwieweit da was passiert ist, weiß ich natürlich nicht.
Zitat von julina32julina32 schrieb:Wo wir doch wieder an dem Punkt sind, dass es WM auch Deiner Meinung obliegt, alternative Täter aufzuzeigen.
Es geht ja darum, dass es einem Beschuldigten oder Angeklagten unbenommen ist, ihn entlastende Dinge vorzubringen, von denen nur er weiß. Natürlich müssen die Ermittlungsbehörden und das Gericht von Amts wegen auch entlastende Dinge ermitteln. Das kann allerdings nur soweit gehen, wie sie von solchen Dingen wissen können. Die Behauptung von WM, das bei ihm gefundene Tonbandgerät dann und dann da und da erworben zu haben, ist so eine entlastende Behauptung, die die Ermittler oder das Gericht, da sie keine Hellseher sind, von sich aus nicht wissen konnten. Aber sobald der Beschuldigte oder der Angeklagte so etwas vorbringt, hat man dies natürlich zu prüfen, wie es im Prozess ja auch geschehen ist.

Prinzipiell ist das genau so beim Komplex HW. Wenn anscheinend die Ermittler gegen diesen nicht genug gefunden haben, um ihn anzuklagen, blieb es WM im Prozess damals unbenommen, gegen HW weiteres belastendes Material in Bezug auf die Täterschaft von HW anzubringen, um sich selbst zu entlasten.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 17:30
PS: Wie sich aus dem Urteil ergibt, hat man ja ausdrücklich in der Hauptverhandlung eine Alternativtäterschaft von HW geprüft und die Beweisaufnahme auch darauf erstreckt. Ob und wie sich Mazureks merkwürdig blasse Verteidigung da (kritisch) eingeschaltet hat, können nur die sagen, die beim Prozess dabei waren.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 17:58
Zitat von laikaaaaalaikaaaaa schrieb:Das bezieht sich auf die DNA-Spur an der Schraube. Das meintest du ja, oder?
Man hat bestimmt alle offenen Spuren verglichen. Die an der Schraube war die schlechteste, da diese vermutlich eine Trugspur aus 2006 war. Da war Harald W. schon 11 Jahre tot.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 18:04
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Man hat bestimmt alle offenen Spuren verglichen. Die an der Schraube war die schlechteste, da diese vermutlich eine Trugspur aus 2006 war. Da war Harald W. schon 11 Jahre tot.
Ja, mit Sicherheit hat man alles überprüft. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es bei dem Beitrag, den ich verlinkt habe, speziell um diese Spur ging. Im Endeffekt ist es aber auch egal, da ja wohl nichts dabei rumkam (bzgl. HW).


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29.12.2020 um 18:08
Zitat von julina32julina32 schrieb:Mich stört dieses "anscheinend", kann dem faktentechnisch aber nichts entgegensetzen. Ein Journalist der Süddeutschen wird sich nicht umsonst wundern, warum gegen W keine Anklage erhoben wurde. Eine Werkstatt mit denselben PVC Rohren und einem abgehörten "Kistenbauer" führte zu.....?
Das wurde schon einmal diskutiert:
Zitat von roberndrobernd schrieb am 21.01.2018:Inzwischen bin ich etwas schlauer. Harald W. wurde mehrfach und intensiv von mehreren Ermittlungsbeamten befragt, warum es ihm entgangen sei, dass in dem Wald gegraben worden sei. Darauf hat es immer nur ausweichende Antworten gegeben. Harald W. ist übrigens sehr häufig in der Nähe der Grabungsstelle gewesen.
Zitat von roberndrobernd schrieb am 09.03.2018:...Trotzdem habe ich einige Einzelheiten mitbekommen:

- Harald W. war jagdberechtigt.
- Er hatte Schlüssel zu allen Schranken.
- Er benutzte einen Hochsitz nahe der Vergrabungsstelle.
- Er hätte von dort Aktivitäten anderer Leute bemerken müssen.
- Mehrfach danach befragt, hat er immer ausweichend geantwortet.
- Er hatte einen passenden Transporter.
- Der Transporter wurde zur Tatzeit an der Zufahrt zum Wald gesehen. Auf der Westseite, also dem Ammersee abgewandt.
- Als Ex-Polizist kannte er die Arbeitsweise der Polizei.
- Er war in Kriminalfälle verwickelt, und wurde aus höherer Warte geschützt.
- Er hat einen Fernmeldelehrgang der Polizei absolviert, bei dem genau die für den Klingeldraht verwendeten Drahtverbindungen unterrichtet wurden. Diese Art ist ungewöhnlich und war zumindest mir völlig unbekannt.
- Er wurde von der Polizei zur Vergrabungsstelle geführt. Dort brach er schwitzend fast zusammen und wollte von dem Ort so schnell wie möglich wieder weg.
- Die Ermittler haben an der Indizienkette gegen Harald W. gearbeitet, als die Einstellung der Ermittlungen angeordnet wurde.
Zitat von roberndrobernd schrieb am 05.10.2018:Gegen Harald W. gab es eine ganze Reihe Indizien (Verdrillung des Klingeldrahts. Schafhaare an der Kiste, wie sie am Schaffell in Ws Auto vorkamen. Eichhörnchenhaare an der Kiste, W. hatte Eichhörnchen geschossen und zur Ausbildung seines Hundes benutzt. Hundehaare an der Kiste die zu einem ehemaligen Hund von W. passen würden (tot Ende 1981 vor einem möglichen Vergleich). In Ws Umfeld wurden Abwasserrohre der gleichen Art gefunden wie sie an der Kiste verbaut wurden. Das im Notdurft-Kübel in der Kiste gefundene Wasser wies Spuren von Wildfutter auf.)
Ich kenne die Version, dass die Ermittlungen auf höhere Anweisung eingestellt wurden, als die Indizienkette gegen Harald W. einigermaßen komplett war.
Zitat von roberndrobernd schrieb am 31.05.2019:Er war nie aus den Ermittlungen raus. Für Harald W. gab es kein offensichtliches Tatmotiv. Er hatte zumindest keine Schulden. Er beschwerte sich bei der Bayerischen Staatsregierung über die Beschuldigung. Als die Kriminalpolizei noch an einer Indizienkette gegen W. gebasteltet hat, wurden die Ermittlungen auf Kommando "von oben" eingestellt.

Bevor die Ermittlungen in den 2000er Jahren wieder aufgenommen wurden, war W. verstorben. Das Strafgericht hat sich in 15 Seiten Urteilstext darüber ausgelassen, dass er nicht der Täter war.
Zitat von roberndrobernd schrieb am 10.06.2019:Es gibt aber bemerkenswerte Zufälle:
- Bruder von Harald W. (Ex-Polizist) beschwert sich bei der Bayerischen Staatsregierung.
- Einstellung der Ermittlungen bevor eine Indizienkette gegen Harald W. stand.
- Kaum Ermittlungen im Landerziehungsheim.
- Übernahme der Tonband-Begutachtung auf Initiative des LKA. Üblicherweise geben die Ermittlungsbeamten einen Begutachtungsauftrag.
- Begutachtung durch eine fachfremde Kraft.
- Ignorieren von wichtigen Fakten, die zugunsten von Werner M. sprechen konnten (Sicherungslack am Magnetkopf).
- Großer Lauschangriff auf M. (Verwanzung von Wohnung und Auto). Soweit ich weiß, nur zur Gefahrenabwehr und bei Bandenverbrechen zulässig bzw. üblich.
- Ermittlung in Norddeutschland durch bayerische Beamte. Ich will nicht ausschließen, dass so etwas üblich ist, aber es verwundert.
- Gerichtliche Genehmigung von zwei zusätzlichen Verdeckten Ermittlern, nachdem bereits der erste genehmigt war. Vorliegender Bericht nur vom ersten.



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29.12.2020 um 18:37
Nun ja, auch gegen ihn spricht einiges. Aber es schließt sich ja nicht aus, dass sowohl Mazurek als auch HW, zusammen mit Pfaffinger an der Tat beteiligt waren. Auch das Urteil räumt ja ein, dass es noch mindestens einen unbekannten Mittäter gibt, der nie ermittelt werden konnte.

Interessant aber, dass HW angeblich diverse Tierhaare in der Kiste verloren hat, aber keinerlei Spuren, die auf ihn persönlich hindeuten, gesetzt haben soll. Nicht unmöglich, aber schon eher unwahrscheinlich.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

29.12.2020 um 19:00
@Andante
Danke für Deine Erläuterungen
@laikaaaaa
Ich meinte alle Spuren. Aber schon oben geklärt.
@JosephConrad
Danke für die alten Posts
Zitat von roberndrobernd schrieb am 09.03.2018:Er war in Kriminalfälle verwickelt, und wurde aus höherer Warte geschützt
Woraus resultierten diese Informationen?


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