Origines schrieb:Ich glaube, solche Interpretationen sind sehr stark von der eigenen Persönlichkeit und der eigenen Empathiefähigkeit geprägt:
1. "Was wäre sinnvoll gewesen, rational, nachvollziehbar?" Und:
2. "Wie hätte ich mich verhalten, was hätte ich getan?"
Ich finde es rational und nachvollziehbar, dass man verschiedene Dinge versucht, um gefunden / gerettet zu werden und hätte selbst auch einiges versucht. Schwierig wirds, wenn eine Gruppendynamik dazukommt. Wenn zB die Eine allerlei Ideen hat, die andere aber psychisch oder physisch nicht dazu in der Lage ist. Und man sich nicht (rechtzeitig) entschliessen kann, letztere allein zurückzulassen, um Hilfe zu holen.
Wo ich die Widersprüche sehe (und deshalb an FP glaube), ist
1. Dass nach Bild 508 keine Tagfotos mehr gemacht wurden, keine Handyvideos, nix. Keine Wegmarken, keine Portraits, keine Verletzungsfotos, kein "SOS-Foto" bei Tageslicht. Und gleichzeitig soll
2. Eine oder beide in der Lage gewesen sein, Stöcke und Zweige zu sammeln, Tüten festzubinden und Schnipsel auszulegen.
Da wird gesprungen zwischen Mobilität und Tatendrang und dann eingeschränkte Mobilität und Verzweiflung/Delirium/Erschöpfung.
Was ist dazwischen passiert?
Mein Kind hätte ich wahrscheinlich auch nicht allein gelassen, wenn der Fuss zwischen grossen Steinen klemmt und Hochwasser kommt (sorry). Und ob man am Ende doch sein eigenes Leben rettet, kann man nur in der Situation entscheiden! Aber wenn es so aussichtslos wäre und ich noch etwas mit der Kamera aufzeichnen könnte ... hätte ich nicht 100x in den Himmel geknipst. Vor meiner Totalerschöpfung hätte ich versucht, eine Erklärung zu hinterlassen, wenn ein technisches Gerät funktioniert.
Mehr noch wundert mich, dass sie nicht schon früher an Unterkühlung litten!