Streusel schrieb am 23.04.2026:Die Theorie, nach der K und L nicht wussten, dass sie sich auf der Rückseite des Berges befanden, wurde auch schon in diesem Thread diskutiert.
Es kann im Vorfeld zu Missverständnissen gekommen sein. "Derselbe Weg führt wieder runter" oder so ähnlich, so dass sie dachten ein Weiterlaufen würde sie wieder zum Ausgangspunkt bringen.
Ein Verlassen des Trails ist am ehesten bei den Paddocks vorstellbar. Da stehen Zäune und man hat nicht das Gefühl in einer menschenleeren Gegend zu sein. Wenn sie dachten, sie müssten nur ein Stück querfeldein gehen damit sie wieder da ankommen wo sie losgegangen sind, dann könnten sie das durchaus gemacht haben.
Es hat mich auch immer gewundert, daß davon ausgegangen wurde, es sei allgemein bekannt, daß der Trail am Mirador endet.
„Pianista Puzzle“ hat für mich nachvollziehbar rekonstruiert, welche mageren Infos es seinerzeit für Kris und Lisanne wohl gegeben hat und daß ein Weitergehen durchaus wahrscheinlich war und zwar in der Tat über die Paddocks hinaus.
Es ist wohl auch ein grundsätzliches Problem, sich die Situation Ende März/Anfang April 2014 vorzustellen, angesichts all der Informationen, die wir mittlerweile haben, die beiden Frauen aber eben nicht hatten. Dazu kommen noch die Verständigungsschwierigkeiten. Mit wem konnten sie sich problemlos austauschen, mit wem eher nicht?
Bislang waren sie in einer Touri Location, haben Badeurlaub gemacht, mit gleichaltrigen Holländern kommuniziert.
Nun sind sie in Boquete, da läuft alles anders.
Nur als Beispiel die Einladung zur Geburtstagsfeier durch die Nachbarin, die ja wohl auf Spanisch erfolgt ist.
„Was wollte die nette Frau von uns?“
„Weiß ich auch nicht genau….“
„Aber du hast doch si, si gesagt…“
„Ich wollte nicht unhöflich sein…“
Auch diese Art Trotzreaktion, von der im „Pianista Puzzle“ Video die Rede ist, kann ich mir gut vorstellen.
„Dann gehen wir jetzt eben wandern, wenn die uns nicht wollen!“
Da bekommt das „jetzt“ aus Kris‘ Nachricht an ihren Freund auch eine ganz andere Nuance…