Das rätselhafte Verschwinden von Kris Kremers & Lisanne Froon
um 16:56Ich muss da doch trotzdem nochmal einhaken und gebe hier gern zur Diskussion:Anthurium schrieb:Praktisch, falls man sich verirrt. Wer sich verirrt, weiß, dass man den Trail in Richtung Asphalt und Restaurant folgen muss, nicht nach Norden oder nach Osten, in Richtung Finca von Serracin. Mit ihren nackten Beinen.
Es war 2014 im Dschungel schlicht unmöglich gps-mäßig zu navigieren.
Warum?
Weil das Samsung S3 mini u.a. "A-GPS" nutzen musste (wie auch heute noch Standard) um "schnell" zu sein.
Was aber nicht ohne Mobilfunk bzw. Internet funktionierte.
Zur Positionsbestimmung verbleibt dann "nur" die direkte Kommunikation mit den Satelliten: A-GPS liefert dem GPS-Chipsatz die nötigen Informationen welcher Satellit zu welcher Zeit über dem "Suchgebiet" überhaupt zur Verfügung steht. Ohne diese Information muss das Smartphone bzw. exakt der entsprechende Chip die Frequenzbänder aller GPS- Satelliten abscannen. Das dauert. Und reduziert die Akkuladung sehr zügig.
Und: die Datenübertragungsrate mit dem Satelliten selbst ist relativ niedrig - auch wenn prinzipiell keine großen Datenmengen ausgetauscht werden.
Da die Informationen von vier Satelliten benötigt wurden kann man davon ausgehen dass das am ehesten auf den Paddocks möglich war:
Aber auch nur zuverlässig wenn kein Nebel bzw. Wolken vorhanden waren. Denn Wassertröpfchen dämpfen das Signal entsprechend.
Wie auch das Blätterdach im Dschungel.
Denn das ist die Voraussetzung an sich:
Ohne "Sichtkontakt" zum Satelliten kein Signal. Wenn also auch "Lücken" im Blätterdach vorhanden waren musste ein Satellit dann genau dort genügend lange erscheinen. (Es sollte klar sein dass die Satelliten nicht senkrecht über dem Standort stehen und sicher ein Blatt nicht ausreicht um hinreichend genug zu dämpfen.)
Hinzu kommt die Topografie:
Sichtkontakt zu einem der Satelliten kann auch durch Berge und in Schluchten verhindert werden, nicht nur durch Blätter, Büsche, Bäume, Nebel, Wolken.
Die gleiche Situation in 2026: Satelliten- u. Empfänger, Akku- technik um ein Vielfaches verbessert - faktisch nicht zu vergleichen.
Quelle A-GPS S3 mini: https://www.devicespecifications.com/de/model-cpu/94e2283f
Quellen GPS-Probleme für S3 mini:
https://groups.google.com/g/de.alt.comm.android/c/Um6R2_8Bbj4
(dort Einträge 10.05.2013)
und
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6472772/
(Bericht PMC6472772 auf PubMed Central )
Speziell die dortige, umfassende wissenschaftliche Studie „Comparative analysis of positioning accuracy of Samsung Galaxy smartphones“, eine vergleichende Analyse der Positionsgenauigkeit von (sechs) Samsung Galaxy Smartphones bis 2019, geht auf das S3 mini ein.
Im Kapitel "Measurements" bzw. Abbildung 3 ist dokumentiert, dass (mehrere) der älteren Geräte, explizit auch das S3 mini, massive Software-Instabilitäten beim GPS-Tracking zeigten, insbesondere nach 2..3 Stunden, :„[...] approximately 2–3 hours after the measurements started the applications in Samsung Galaxy S3 Mini and Y smartphones were suddenly shutting down.“
Deshalb musste sogar der gesamte Versuchsaufbau angepasst werden - das wird explizit so beschrieben um das S3 Mini mit in die Versuchsreihe aufnehmen zu können.
Ursache waren vermutlich ein RAM (Arbeitsspeicher) - Überlauf oder Überhitzung ( ... mit nachfolgendem Abschalten ressourcenfressender Apps) und kein spezieller technischer Fehler des einen Teestgerätes, Abstürze traten bei mehreren Geräten auf:
vereinfacht gesagt wurden während des Testes extreme GPS-Bedingungen (Abfragen mit intensiver Rechenkapazität) ) generiert - ähnlich den Bedingungen wenn kein kontinuierlicher GPS-Empfang und zusätzlich kein A-GPS zur Verfügung steht.



