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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

4.007 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Friedhof, 2018, Koblenz ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 16:24
Zitat von EossoeEossoe schrieb:ggf. auch für einen Bibliotheksausweis (obwohl ich hier nicht weiß, ob der für Bezieher von staatlicher Unterstützung nicht kostenlos ist). Zudem nahm er wohl Gelegenheitsjobs an.
In einigen Artikeln stand, dass Herr Straten Zeitung gelesen hat, das ist unten im Eingangsbereich der Bibliothek (meines Wissens) kostenlos möglich. Bin selbst oft in der ULB, habe auch einen Ausweis und das ist sogar alles kostenfrei (also auch die Ausleihe, falls er sich da mal Bücher betreffend Kunst oÄ ausgeliehen hat).
Zitat von EossoeEossoe schrieb:Wenn da berufliche Pläne da sind, dann schaue ich doch erstmal, dass ich ein dauerhaftes Dach über dem Kopf bekomme...mit staatlicher Hilfe ist das ja problemloser möglich, weil man dann auch noch Anrecht auf bspw. den Wohnungsberechtigungsschein hat, als wenn man jetzt ALG1 bezieht.
Ich glaube, dass er das vielleicht gar nicht wollte. Dass er dieses Leben, größtenteils auf der Straße und eben auch auf dem Friedhof bewusst so gewählt hat. Klar mag das für viele unverständlich sein, aber jeder ist da ja anders.
Vielleicht wollte er eben komplett unabhängig sein und einfach so für sich leben.


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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 16:32
Zitat von dolcevita21dolcevita21 schrieb:In einigen Artikeln stand, dass Herr Straten Zeitung gelesen hat, das ist unten im Eingangsbereich der Bibliothek (meines Wissens) kostenlos möglich. Bin selbst oft in der ULB, habe auch einen Ausweis und das ist sogar alles kostenfrei (also auch die Ausleihe, falls er sich da mal Bücher betreffend Kunst oÄ ausgeliehen hat).
Das finde ich ja einen tollen Service, dass man kostenlos einen Bibliotheksausweis bekommt. Gibt's bei uns nicht, wir haben geschmalzene Jahresbeiträge.
Gerade für Leute, wie Herrn Straten, ist dann so ein Angebot sicherlich willkommen. Finde ich wirklich eine tolle Sache.
Zitat von dolcevita21dolcevita21 schrieb:Ich glaube, dass er das vielleicht gar nicht wollte. Dass er dieses Leben, größtenteils auf der Straße und eben auch auf dem Friedhof bewusst so gewählt hat. Klar mag das für viele unverständlich sein, aber jeder ist da ja anders.
Vielleicht wollte er eben komplett unabhängig sein und einfach so für sich leben.
So kommt es mir auch vor. 20 Jahre Obdachlosigkeit, dazu aber staatliche Unterstützung, Nebenjobs und ein funktionierender Freundeskreis. Ein Zimmer oder eine Wohnung zu finden, dürfte vielleicht "schwierig" gewesen sein, aber sicherlich einfacher, als hätte er diese Zuwendungen nicht. Man hätte ihm eine Wohnung zugewiesen oder wenigstens irgendwo ein Zimmer.

Ist es eigentlich faktisch belegt, dass er beruflich neu starten wollte? Ich schätze Herrn Straten, nach den Berichten, als durchaus intelligent und logisch denkend ein, da müsste ihm ja bewusst gewesen sein, dass berufliche Pläne durchaus auch private Vorbereitung bedürfen, gerade im Bereich Dach über dem Kopf.
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Es sei denn, der/die Täter hat/haben danach doch kalte Füße bekommen und trauen sich nun nicht, ein Bekennerschreiben / Video zu veröffentlichen.
Naja, ich glaube nicht recht an einen ideologischen Hintergrund. Aber spekuliert man mal, dann könnte man sich ein Absehen von einem Bekennerschreiben oder ~video erklären, wenn die Täter davon ausgehen müssen, dass selbiges zu ihrer Identifikation führen kann.
An sonsten könnte es ihnen ja egal sein, wenn sie sicher gehen könnten, dass man nicht auf ihre Spur käme...


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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 16:40
Wie sollte denn eine Tat in dieser Form begründet sein außer durch irgendeine Ideologie im weitesten Sinne oder durch reine Mordlust? Eine ideologisch begründete Tat muss auch nicht als solche offenbart werden, es kann auch persönlicher Hass dahinterstehen ohne weitergehende Ambitionen.

Tatsache ist, dass eine Enthauptung für unsere derzeitige europäische Kultur absolut untypisch ist, für diverse andere aber nciht. Das ist ja nun kaum zu bestreiten. Dass es immer auch Ausnahmen geben kann, ist sicher so.


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08.03.2019 um 16:50
@ Hannes_F

Nun gut, nehmen wir einmal an, der IS würde dahinter stecken. Was hätte er davon, einfach mal jemanden umzubringen? Wenn ich (=IS) so etwas mache, dann will ich doch, dass die "Ungläubigen" so richtig Angst bekommen vor der Macht und Größe des IS. Also müssen die Ungläubigen doch erfahren, dass ich (=IS) dahinter stecke. Mithin also muss ich (=IS) ein Video veröffentlichen, auf dem zu sehen ist wie jemand die Tat begeht und dann erklärt wird, dass man den Ungläubigen umgebracht hat und dass man alle anderen Ungläubigen auch töten wird usw.

Ich erspare mir jetzt mal, das Spiel auch mit Neonazis durchzuspielen, aber der Mechanismus ist derselbe, nur die ideologische Begründung eine andere.

Nur alleine die Art der Begehung reicht als Botschaft nicht aus.

(Noch mal zur Klarstellung: Ich glaube weder das eine noch das andere, ich spiele es nur THEORETISCH einmal durch um meine Argumentation deutlich zu machen!)


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08.03.2019 um 16:54
Es kann natürlich gut sein das es jemand aus einem anderen Kulturkreis der Täter sein kann, aber ich denke nicht das es religiöse Absichten dahinter stecken, wenn dann ein vorrangegangener Streit oder ähnliches. Aber dafür gibt es überhaupt keine Indizien, das enthaupten alleine finde ich zu wenig...


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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 16:56
Es wird hier immer wieder berichtet, dass Herr Straten Zuwendungen in Form von "Sozialhilfe" bekommen haben soll. Dann würde das öftere Flaschensammeln in größerem Rahmen oder Arbeiten als Angestellter wenig Sinn machen. Denn offiziell darf man als Empfänger von Sozialhilfe nach SGB XII nicht mehr als 30 Euro pro Monat. behalten von dem was man zusätzlich dazu
verdient hat.
Das lässt daher natürlich Spekulationen zu, was seine Einkünfte betrifft. Einen Mord aus Habgier kann ich mir daher am besten von allen Motiven vorstellen oder einen Streit wegen eventuellem Schwarzgeldverdienst, der eskalierte.

Dass der Kopf abgetrennt war, mag zwar ungewöhnlich erscheinen, aber dass jemandem der Hals aufgeschlitzt wurde, ist nicht absolut ungewöhnlich, wenn auch extrem brutal. Mit genügend Kraft und scharfem Werkzeug kann der Kopf durchaus auch ungewollt ganz abgetrennt worden sein.


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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 17:03
Vor allem, was hätte irgendeine Ideologie vom Mord an einem Obdachlosen?
Ich meine, es ist bekannt, dass gerade Obdachlose eigentlich in unserer Gesellschaftsstruktur ganz weit unten stehen. Sieht man ja, wie schnell Meldungen über Übergriffe auf Obdachlose (die manchmal auch im Zuge dessen zu Tode kommen) wieder in der Versenkung verschwinden.

Würde ich wirklich einen Aufschrei durch die Gesellschaft jagen wollen, würde ich mir doch ein anderes Opfer suchen, eins, das in der Gesellschaft etabliert ist, ggf. sogar prominent ist oder mindestens stadtbekannt.
Wäre die Enthauptung nicht gewesen, hätte man Herrn Straten vermutlich nach ein-zwei Meldungen wieder vergessen.

Nur die reine Grausamkeit der Tat hält das gesellschaftliche Interesse am Leben, leider.

Ich würde Enthaupten jetzt auch nicht einer bestimmten Bevölkerungsgruppe zuschreiben. Es ist noch nicht allzulange her, als in unseren Gefängnissen Guillotinen standen und wir Scharfrichter hatten.
Zitat von masinemasine schrieb:Dann würde das öftere Flaschensammeln in größerem Rahmen oder Arbeiten als Angestellter wenig Sinn machen. Denn offiziell darf man als Empfänger von Sozialhilfe nach SGB XII nicht mehr als 30 Euro pro Monat. behalten von dem was man zusätzlich dazu
verdient hat.
Hier wäre ja dann die Frage, inwieweit das Amt über seine "Nebeneinkünfte", eben Flaschensammeln und Nebenjobs, Bescheid gewusst hat. Flaschensammeln kann ja keiner so recht nachprüfen. Das müsste ja dann jemand dem Amt gemeldet oder ihn vom Amt jemand gesehen haben.
Wenn ich das jetzt richtig nachgelesen habe, werden die Beiträge auch durchaus bar ausgezahlt...
Nebeneinkünfte könnte man dann ja nur nachprüfen, wenn es bspw. bei den Gelegenheitsjobs einen Vertrag gegeben hätte, bzw. Übeweisungen auf ein Konto. Hier ist aber nicht bekannt, ob Hr. Straten über ein Konto verfügte.


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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 17:03
@ Masine

Es wäre ja auch denkbar, dass jemand geglaubt hat, Herr Straten wäre in irgendeiner Weise doch wohlhabend. Ohne dass dieser "Reichtum" wirklich vorhanden war. Gerüchte über "Kunsthandel", "Arbeit als Dekorateur" oder so können ja durchaus die Runde gemacht und dafür gesorgt haben, dass jemand aus der "Obdachlosenszene" oder aus einer anderen Gruppe geglaubt hat, bei ihm wäre etwas zu holen. Aber auch das ist natürlich Spekulation und vermutlich nicht besonders wahrscheinlich.


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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 17:24
In einem kurzen Bericht des SWR zum neusten Ermittlungsstand der Polizei heißt es, "ein LKA-Beamter hat offenbar einige Parallelen zu einem Obdachlosenmord aus dem Jahr 1988 entdeckt."

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/Koblenzer-Mordfall-bei-Aktenzeichen-XY-Kann-der-Fall-Gerd-Michael-Straten-geloest-werden,aktenzeichen-xy-straten-100.html

Ich habe versucht mit diesen Angaben etwas zu recherchieren, konnte aber im Netz nichts konkretes finden.
Vielleicht hat hier jemand eine Idee oder kennt einen ähnlich gelagerten Fall ?

(Falls das schon besprochen wurde, Asche auf mein Haupt und einen frohen Frauentag an alle Berliner*innen ;) )


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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 17:28
Zitat von EossoeEossoe schrieb:Es ist noch nicht allzulange her, als in unseren Gefängnissen Guillotinen standen und wir Scharfrichter hatten.
Es ist immerhin etliche Jahrzehnte her, und eben: Es war die Guillotine und kein händisch geführtes Tötungswerkzeug. Also etwas ganz anderes.

Zweitens (@brigittsche): Ich glaube weder an den IS noch an eine sonstige Gruppierung. Sondern an einen Einzeltäter oder höchstens zwei. Das verlinkte Bild war nur zur Verdeutlichung, welche Art von Person in dem Fahndungsaufruf gemeint sein könnte. Was die Botschaft angeht: Ich schrieb von persönlichem (ideologisch begründetem) Hass. Da braucht es keine Botschaft.

Drittens (@all): Welches Motiv außerhalb irgendeines Fanatismus und außerhalb reiner Mordlust wäre denn denkbar, um so ein Szenario zu veranstalten? Mir fällt da absolut nichts ein, und alles, was mit Kunsthandel, Geld, Streit oder sonstigen "irdischen" Dingen zu tun hat, halte ich als Motiv einer Enthauptung für völlig abwegig.


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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 17:36
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Es wäre ja auch denkbar, dass jemand geglaubt hat, Herr Straten wäre in irgendeiner Weise doch wohlhabend. Ohne dass dieser "Reichtum" wirklich vorhanden war. Gerüchte über "Kunsthandel", "Arbeit als Dekorateur" oder so können ja durchaus die Runde gemacht und dafür gesorgt haben, dass jemand aus der "Obdachlosenszene" oder aus einer anderen Gruppe geglaubt hat, bei ihm wäre etwas zu holen. Aber auch das ist natürlich Spekulation und vermutlich nicht besonders wahrscheinlich.
Hr. Straten wird ja als gepflegt beschrieben, der seine Kleidung regelmäßig wusch und Sorge trug, dass man ihn nicht als Obdachlosen erkannte. Auszuschließen ist es nicht, dass Geschichten über möglichen Wohlstand umgingen. Zudem sicherlich auch regelmäßige Bibliotheksbesuche, Spielhallenbesuche, Treffen mit Freunden, doch auf wenigstens eine finanzielle Basis (die gar nicht groß sein muss) hindeuten.

Für mich, also nur für mein Empfinden, würde aber dann die Dekapitation gegen einen Raubmord sprechen. Ginge es wirklich um einen Raub, dann hätte es ja vermutlich schon genügt, sich zu vermummen, das Opfer k.o. zu schlagen/kampfunfähig zu machen, auszurauben und abzuhauen. Oder im Fall eines Mordes eine andere Art zu wählen, bspw. erschlagen oder erstechen. Kehle durchtrennen und/oder Enthauptung ist nochmal eine ganz andere Nummer, ich weiß nicht, ob man das als Art jemanden zu töten wählt, wenn man das Ziel hat, jemanden auszurauben.

Die Kehle durchzuschneiden ist ja das eine, aber Enthaupten, das erfordert doch Kraft und Nerven, Wirbel sind hier durchaus eine große Schwierigkeit, da braucht es Kraft. Würde man das wirklich im Zuge eines Raubes machen? Gerade wenn man ggf. selbst aus der Obdachlosenszene stammt...es tritt ja unheimlich viel Blut aus, das heißt, es ist davon auszugehen, dass der Täter durchaus sich mit dem Blut seines Opfers besudelt hat. Da müsste derjenige, sofern er aus der Obdachlosenszene stammt, irgendwie ja dann auch die Möglichkeit gehabt haben, 1. die Kleidung zu wechseln (die besudelte Kleidung unbemerkt für immer loszuwerden, bzw. sich auch erstmal unbemerkt damit im öffentlichen Raum bewegen) und 2. sich zu waschen. Nur schwarze Wäsche kann ich mir vorstellen, dass es da in der Dunkelheit der Nacht nicht weiter auffällt.

Die Obdachlosen, die ich kennengelernt haben, die also wirklich unter Brücken, an Straßenecken, in Hauseingängen und auf dem Friedhof leben, haben meistens keine großartige Auswahl an Wechselkleidung, manche haben nur das, was sie am Leib tragen.
Zitat von Theobald_TigerTheobald_Tiger schrieb:Ich habe versucht mit diesen Angaben etwas zu recherchieren, konnte aber im Netz nichts konkretes finden.
Vielleicht hat hier jemand eine Idee oder kennt einen ähnlich gelagerten Fall ?
Ich hab auch schon versucht, da etwas herauszufinden. Aber ebenfalls ohne Ergebnis. Nicht mal in Zeitungsarchiven...
Zitat von Hannes_FHannes_F schrieb:Welches Motiv außerhalb irgendeines Fanatismus und außerhalb reiner Mordlust wäre denn denkbar
Hass...aus persönlichen Motiven, was allerdings auch unter "Fanatismus" wertbar wäre.

Wie gesagt, welche Ideologie hätte etwas davon, eines der untersten und schwächsten Glieder der gesellschaftlichen Kette zu "eliminieren"? In sämtlichen Szenen, gerade IS & Co., würde man sich doch damit höchst lächerlich machen.
Meines Erachtens, wäre es ein ideologischer Übergriff, hätte man durchaus ein Zeichen hinterlassen, dass man an Herrn Straten ein Exempel statuierte.
Oberflächlich dafür würde meiner Meinung nach sprechen, dass er an einen so ablegegenen Ort angegriffen und ermordet wurde, also möglicherweise spontanes, aber durchaus planvolles Vorgehen dahintersteht.

Es gibt in Koblenz sicherlich mehr Ecken, an denen Obdachlose nächtigen...wieso schlägt sich ein Täter durch den halben Friedhof dorthin? Da kommt man ja nicht einfach mal so zufällig nachts vorbei.


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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 17:51
@ Hannes_F

Ja, das finde ich auch nachvollziehbarer, d. h. ein (oder zwei) Täter vielleicht mit einem gewissen persönlichen, ideologischen Hintergrund (welcher Art auch immer) aber ohne "offiziellen" Auftrag einer (wie auch immer gearteten) Gruppe. Dazu muss es auch keineswegs eine Verbindung zwischen der besagten Gruppe und dem Täter / den Tätern geben.

Wobei ich aber auch da eher mit einem "repräsentativen" Opfer rechnen würde, also jemandem, der "mehr hermacht" als ein unbekannter Obdachloser, es auch @Eosseo schrieb.


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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 17:56
Ich hole einfach meinen Beitrag von gestern hierher, darauf hat gestern niemand reagiert:

Mal noch ein anderer Gedanke, ich weiß nicht, ob das hier schon Diskussionsthema war (ich habe den Thread quergelesen, aber nicht bis ins kleinste Detail):

Es wurde ein paar mal erwähnt, dass sich die Polizei nie zu der Tatwaffe geäußert hat.

Wenn ich das Stichwort "enthauptet" lese, dann denke ich an mittelalterliche Scharfrichter und an scharfe Hieb- und Stichwaffen. Seien es Schwerter, Macheten oder meinetwegen auch das gute alte Richtbeil.
So oder so waren das früher schwere Waffen, die auch so beschaffen sein mussten, um den nötigen Schwung entwickeln zu können, den Kopf eines Delinquenten möglichst schnell vom Körper zu trennen.
Von einem Henker wurde erwartet, dass er bei dieser Hinrichtungsart schnell und effektiv arbeitete, er musste also mit seiner Waffe umgehen können - und um die Erwartungen an eine möglichst schnelle Enthauptung zu erfüllen, war eine gewisse Erfahrung und Routine im Umgang mit dem Richtwerkzeug nötig.

Jedenfalls sind das Bilder, die mir bei der Beschreibung, dass der Tote enthauptet wurde, in den Sinn kommen: Schwert oder vergleichbare, scharfe Tatwaffe, der Täter könnte ein Mittelalter-Fan sein, im Umgang mit Schwertern geübt.
Mittelalterfan würde vielleicht auch zu dem Stichwort "lost place" passen.

Aber ich tue mich schwer mit dem Gedanken daran, dass jemand abends mit so einer auffälligen Waffe durch die Stadt spaziert und niemandem fällt was auf. So jemand fällt ja nicht einfach so vom Himmel.

Andererseits, hätte jemand zu der Tat ein (unauffälligeres, da kleineres) Messer verwendet, hätte ich eher angenommen, dass er dem Opfer zunächst Stichverletzungen zugefügt hätte und dann den Kopf entfernt hätte.
Aber das ist etwas, was ich nicht mit "enthaupten" gleichsetze, ich würde eher die Formulierung "Kopf abgetrennt" oder so verwenden...


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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 17:59
@ Eossoe
Zum Friedhof als Schlafplatz und Tatort: So weit hergeholt finde ich das nicht, dass jemand darauf kommt, dort Obdachlose zu suchen.

Außer der Batterie Hübeling gibt es dort auch andere, abgeschiedene Ecken, wo man ggf. schlafen kann. Dabei ist das ganze Gelände aber doch recht leicht vom Hauptbahnhof aus zu Fuß zu erreichen. Und dabei aber eben so abgeschieden, dass man als Obdachloser nicht damit rechnen muss, dort von irgendwelchen Leuten angepöbelt oder angegriffen zu werden, wie es vielleicht in der Innenstadt, in einer Unterführung oder unter einer Brücke passieren kann. Vor allem z. B. in der Nähe der Altstadt, wo doch mehr Leute, auch betrunken, unterwegs sind als an dieser abgelegenen Ecke auf dem Friedhof.

Und wenn dann die Mitarbeiter des Friedhofsamtes vielleicht auch ein Auge zudrücken so lange man keinen Müll und Dreck hinterlässt, Leute anbettelt o. Ä., dann ist der Friedhof nicht der schlechteste Platz.


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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 18:10
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Zum Friedhof als Schlafplatz und Tatort: So weit hergeholt finde ich das nicht, dass jemand darauf kommt, dort Obdachlose zu suchen.
So war es von mir auch gemeint, wenn ich dich jetzt richtig interpretiere.
Für mich bedeutet es, dass sich der Täter (ich bleibe mal "der Täter") durchaus Gedanken gemacht haben muss, wo er unbemerkt zur Tat schreiten kann. Wo er Obdachlose antrifft, die eben nicht mitten in der Stadt bspw. in einem Hauseingang schlafen, und das Risiko für Zeugen hoch ist.

Er hat sich ja die Abgeschiedenheit und die Ruhe dort zu Nutze gemacht. Das spricht für mich eben dafür, dass er den Bereich entweder bereits gekannt hat, und somit wusste, dass dort Obdachlose nächtigen oder es irgendwoher erfahren hat.
Spontan nachts dort vorbeikommen und "Oh, da liegt ja jemand...das wird mein Opfer!", an das glaube ich eher weniger.

Allerdings, so denke ich, muss er, sofern es niemand aus der Szene war, sicher gewesen sein, dass keine weiteren Zeugen vorort sind. So ein Übergriff geht ja nicht lautlos von statten.

Angeblich hat es ja in der Nacht geregnet...da müsste man doch davon ausgehen, dass nicht nur ein Obdachloser in dem Gewölbe schläft und Schutz vor dem Wetter gesucht hat.


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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 18:15
@spiky73
Dass es sich bei der Mordwaffe vielleicht um eine Art Machete handeln könnte, war auch mein Gedanke.

Zu dieser Art Waffe findet man auch einen aktuellen Fall aus dem Jahr 2016: Ein 18- und 26-jähriger Mann töten einen Obdachlosen (58) in einem Obdachlosenheim mit einer Machete und filmen die Tat.

Obdachlosenmord – je 8 Jahre Haft für Angeklagte


Zum Motiv wird gesagt:
"Der 18-Jährige habe Macht demonstrieren, das Opfer für einen Streit bestrafen wollen, habe sich sozial überlegen gefühlt."

Sollte es eine Streitsituation im Laufe des Tages gegeben haben, könnte(n) der/die Täter eine Art "Vergeltung" oder "Bestrafung" im Nachgang auf dem Friedhof geübt haben.


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08.03.2019 um 18:21
@ Eossoe

Also, den Raum in der Batterie kann man schon überblicken, da sieht man, wenn man es kennt, beim Herantreten, ob dort eine Person oder mehrere schlafen. Natürlich ist nicht auszuschließen, dass irgendwo in der Nähe noch jemand schläft, aber einen gleich guten Platz wie den besagten Raum gibt es in unmittelbarer Nähe nicht.

Demnach ist es nicht unwahrscheinlich, dass zumindest in der Nacht, niemand herbeigerannt kommt weil er Schreie gehört hat. Man muss auch bedenken, dass das Gelände am Hang liegt, die einzelnen Gräberfelder liegen auch teilweise auf unterschiedlichen Höhen, dazwischen immer wieder Flächen mit Büschen und Bäumen. Ich war schon oft erstaunt, dass nur wenige Meter entfernt Leute waren, die man aber nicht reden gehört hat. Ob sich Schreie in der Nacht so leicht hören lassen, kann ich nicht sagen, würde aber nach den Erfahrungen am Tag nicht unbedingt denken, das selbst ein lauter Schrei über den ganzen Friedhof oder in den benachbarten Straßen zu hören ist.....


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08.03.2019 um 18:39
Eossoe, liest du nicht, was ich schreibe? Selbstverständlich war hier kein IS zugange!

Hier ein fiktives Beispiel, da ich mich scheinbar nicht verständlich gemacht habe: Ein Neonazi, dieser ist ja als Sündenbock und Beispiel für alles Böse immer geeignet, der Herr Neonazi also geht hin und tötet einen Ausländer. Dahinter steckt eine Ideologie (Ausländer müssen weg), er braucht aber keine Botschaft und kein Zeichen "wir waren's". Er tut es einfach zur persönlcihen Befriedigung (abreagieren und 'einer weniger'). Allenfalls heißt die Botschaft: Ihr seid hier nicht sicher (quasi als Nebeneffekt). Das könnte sie im Falle Straten für Obdachlose aber genauso heißen. Und vielleicht wird er sein Opfer im nachhinein noch entwürdigen (so wie im Falle Straten der Kopf irgendwo hin drapiert wurde).
Zitat von spiky73spiky73 schrieb:Aber das ist etwas, was ich nicht mit "enthaupten" gleichsetze, ich würde eher die Formulierung "Kopf abgetrennt" oder so verwenden...
Ja, das ist ein Punkt, den ich auch immer im Hinterkopf hatte. Enthauptet oder abgetrennt, das sind zwei ganz verschiedene Dinge. In der aktuellen XY-Ausstrahlung wurde es jedenfalls ebenso dargestellt wie in den bisherigen Presseberichten: "Der wurde enthauptet". Und dieser Hintergrund, nämlich der geübte Umgang mit einer entsprechenden Waffe, lässt mich eben an eine Person denken, die ich nicht dem europäischen Kulturkreis zuordnen würde.

Was den Fall von 2016 angeht, handelt es sich den Berichten zufolge nicht um eine Enthauptung. Der Täter scheint hier eher auf den Obdachlosen eingehauen zu haben. Woran dieser dann genau gestorben ist, scheint nicht bekannt.


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Gerd Michael Straten - Obdachloser auf Koblenzer Hauptfriedhof geköpft

08.03.2019 um 18:45
@Hannes_F

Mein Fehler, es ging mir nicht um eine Enthauptung sondern um die Tatwaffe und die Motivation der Täter im Zusammenhang mit diesem Fall.

Da auch nach dem "warum" gefragt wurde und es eine recht einfache Antwort darauf geben könnte.


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08.03.2019 um 18:45
Zitat von Hannes_FHannes_F schrieb:Eossoe, liest du nicht, was ich schreibe? Selbstverständlich war hier kein IS zugange!
Die Frage könnte ich dir auch stellen, dann hättest du gelesen, dass ich nicht nur den IS meinte, sondern mit "& Co" auch andere ideologische Gruppierungen angesprochen habe.

Oh, du machst dich durchaus sehr deutlich verständlich, dennoch muss man dem nicht zwingend folgen! Oder? Du hast dein Bild der Lage, ich eben ein anderes, wieder ein anderes Mitglied hier hat nochmal eine abweichende Meinung dazu.
Ich habe durchaus verstanden, was du meintest, auch wenn du mir unterschwellig wohl etwas anderes unterstellen möchtest.

Ich persönlich sehe keinen ideologischen Übergriff hinter dem Mord von Herrn Straten, weder aus persönlich ideologischen Motiven, zum "Abreagieren", noch um ein Exempel zu statuieren. Was nicht heißt, dass es nicht so gewesen ist. Es ist lediglich meine Meinung dazu, die sich aufgrund der aktuellen "Faktenlage" gebildet hat.


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