Blutgräfin schrieb:Im Fund der Überreste sehe ich auch die einzige Chance, da noch weiterzukommen und der kann natürlich - wie es halt immer wieder mal der Fall ist - durchaus ganz zufällig passieren.
Und das ist ja eine wirklich spannende Frage. Hätte der Tatverdächtige die Leiche einfach nur bei nächster Gelegenheit irgendwo liegen lassen, wäre die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass sie schon aufgefunden worden wäre.
Die mutmaßliche Gegend der Verbringung ist zwar dünn besiedelt, enthält riesige menschenleere Waldgebiete und viele "lost places" aus DDR-Zeiten. Aber der Fall und die Suchorte der Polizei haben ja ein gewaltiges öffentliches Echo gefunden, so dass viele Menschen, die dort wohnen oder unterwegs sind, von dem Fall wissen. Es gibt Spaziergänger, Hundeführer, Reiter, Landwirte, Förster und Jäger, Waldarbeiter, Naturliebhaber, Nerds, Hobbydetektive usw. Wenn ich dort mal unterwegs bin, dann kommen mir an den unmöglichsten Stellen Menschen entgegen - oder man sieht deren Spuren (Müll, Reifen, Jägersitze, Forstarbeiten, Bienenstöcke...).
Die natürlich nichts finden, wenn die Leiche kunstgerecht vergraben worden ist. Da hätte man die Chance noch 2019 gehabt (Schleif- und Grabungsspuren), die heute überwachsen sind. Dann bedürfte es schon viel des Zufalls. Oder F. hatte einfach saumäßig Dussel.
Es müssten sich auch Zeitfenster bestimmen lassen, in denen F. Zeit hatte, als er am 18. und 19.02.2019 mit dem Twingo gen A12 unterwegs war. Und persönliche "Ankerpunkte" nördlich oder östlich von Storkow, also Orte, zu denen er z.B. familiäre Beziehungen hatte, die er gut kannte. Dabei gehe ich davon aus, dass sich der Tatverdächtige vor dem Morgen des des Verschwindens von R. noch keine Gedanken gemacht hat, wo man eine Leiche gut verstecken könnte. Erst als es soweit war, hatte er offenbar schnell eine Vorstellung davon, wie er sich verhalten müsste, um die Tat zu verschleiern.
Ggf. lief das über zwei Stationen, also eine "Zwischenablage" am 18. und eine endgültige Ablage am 19.02.2019. Was bietet sich da an? Und lässt der berühmte kolportierte Satz "Ohne Leiche könnt ihr mir gar nichts" darauf schließen, dass er sich seiner Sache sicher war? Wo man sich seiner Sache sicher sein könnte, lässt sich vom grünen Tisch aus nicht so leicht bestimmen. Das Problem haben auch die Ermittler. Weiß nicht, ob da "Profiler" gibt, Leute, die auf Grundlage von Empirie und dem konkreten Fall potentielle Orte einkreisen können.
Ja, die Leiche ist die Schlüsselstelle.
behind_eyes schrieb:Das Ding ist, ihr Handy gilt offiziell nicht als "verschwunden".
Sondern? Vermisst?