Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

23.099 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, 2020, September ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

gestern um 15:35
Zitat von hpoirothpoirot schrieb:Sorry, aber wenn jemand erfolgreich untergetaucht ist und sich erfolgreich abgesetzt hat, taucht er/sie doch in keiner Statistik wieder auf?
Stimmt, genauso wie erfolgreich versteckte Ermordete ja nicht mehr auftauchen. Ich fragte mich, ob es eine Schätzung gibt, meinetwegen in dem Sinn, dass sich etwas nach 20-30 Jahren geklärt hat.

Der einzige Fall in Deutschland, der nicht einem kriminellen Hintergrund zuzurechnen war, den ich im Kopf hatte, war der hier: Stern Bericht Verschwundene Studentin

Die Frau war 31 Jahre lang untergetaucht. Pikanterweise hat sogar jemand den Mord an ihr gestanden.


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

gestern um 15:52
@megavolt

Schau mal: Diese vermisste Frau aus dem BL Brandenburg wurde 12 Jahre nach ihrem Verschwinden in, wie es hiess, offenbar guter körperlicher Verfassung in einem Waldstück bei Bern angetroffen. Dort hauste sie in einem selbstgebauten primitiven Unterschlupf. Bevor sie sich dort niedergelassen hatte, soll sie in Frankreich gewesen sein sowie angeblich etliche Jahre in Italien verbracht haben. Vor ihrem Verschwinden hatte sie psychische Auffälligkeiten gezeigt.

Vermisste Deutsche - Die Frau aus dem Wald - Panorama - SZ.de https://share.google/S1sJipElRPNOnyqQM


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

gestern um 16:26
Auch er - ein als zuverlässig geltender Wanderer - entschied sich, im Wald zu leben:

Vermisster Mann lebte vier Monate alleine im Wald https://share.google/PgJFa6JLcU0MNwOSp

Wie bei der Frau, die wohlauf bei Bern gefunden wurde, zeigte auch er vor seinem Verschwinden Verhaltensweisen, die nahelegen, er fühlte sich in seinem bisherigen Lebensumfeld fehl am Platz. Er beendete sein "Wald-Experiment" freiwillig wegen harten winterlichen Witterungsbedingungen.

Ich möchte damit nun keinesfalls andeuten, Scarlett würde als Einsiedlerin im Wald leben. Das glaube ich natürlich nicht. Erstaunlich an diesen und anderen Extremfällen ist einfach, wie leicht Menschen durch die sozialen Maschen schlüpfen können, wenn sie es darauf anlegen.


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

gestern um 18:32
@lemystere
Ja, danke für die Beispiele, das illustriert schon, dass man auch mal eine Zeitlang abtauchen kann. Theoretisch könnte man sich auch der Obdachlosenszene anschließen und erstmal über die Runden kommen. Für wirklich wahrscheinlich halte ich es auch nicht.


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

gestern um 20:21
Hier ein Fall, wo niemand für möglich gehalten hätte ...
Zitat von almeraalmera schrieb am 24.10.2013:Zwickau. Die seit mehr als drei Wochen vermisste Mitarbeiterin des Zwickauer SOS-Kinderdorfes ist nicht Opfer einer Gewalttat geworden. Die 52-Jährige habe vielmehr ihren Lebensmittelpunkt nach Berlin verlagert, meldete Radio Zwickau heute Abend unter Berufung auf einen Polizeisprecher.

Die Frau war Pflegemutter im SOS-Kinderdorf. Dort hatte sie zuletzt fünf Kinder zwischen elf und 14 Jahren umsorgt, ehe sie am 1. Oktober spurlos verschwand. Zu ihren Motiven machte die Polizei keine Angaben. (cge)

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TOP-THEMA/Vermisste-SOS-Kinderdorf-Mutti-aus-Zwickau-ist-in-Berlin-artikel8580126.php
Ja, es gibt solche Fälle. Meistens zeichnet sich aber schon im Alltag der Vermissten ab, ob sie einer problematischen Situation entkommen wollten, und man nur nicht weiss, wohin sie gegangen sein könnten. Oder ob eine Trennung bevorstand oä. Eine solche Situation sehe ich bei Scarlett nicht! Sie hätte auf normalem Weg alles tun können. Urlaub, Umzug, neuen Lebensmittelpunkt. Geld vom Automaten ziehen, solange vorhanden. Mit Fernreisen war es schwieriger. Aber das galt für Jedermann - zumal, ohne den Pass mitzunehmen. Und ja, die C-Massnahmen haben den Alltag nicht einfacher gemacht. Kann verstehen, wenn man dem Ganzen entfliehen wollte. Gleichzeitig wurde aber mehr und mehr überwacht (okay, je nach Bundesland und Landkreis andere Massnahmen mit unterschiedlichem Durchsetzungswille) Messen der Körpertemperatur, namentliche Reservierungen, Bewegungseinschränkungen (max. Nachbarlandkreis), Hotels geschlossen, Grenzkontrollen, Negativtest, Impfung ....
Nein, zu solchen Zeiten glaube ich nicht an ein freiwilliges Aussteigen. Nicht, ohne den Eltern etwas mitzuteilen.
Scarlett schätze ich so ein, dass sie sich ihrem Umfeld (Familie, Freundinnen) mitteilen wollen würde, wenn sie etwas Neues ausprobiert.
Die Sprachnachrichten, in denen sie über ihre Anreise /Mitfahrerinnen /Sylvester berichtet, klingen für mich so gar nicht nach Rückzug, Einsiedlerin und Schweigemönch! Spontan was anderes ausprobieren - JA. Aber gern auch davon erzählen.


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 01:39
Zitat von IgnatiusIgnatius schrieb:Scarlett könnte natürlich auch versucht haben, das Zen Buddhistische Zentrum Schwarzwald in Großherrischwand zu Fuß über das Ibacher Kreuz zu erreichen, wodurch sich die damit verbundene Hundespur erklären ließe.
Sie muss ja nicht zwingend am Auer Meditationszentrum vorbeigekommen sein
Der Philosophie des Buddhismus steht aber diametral entgegen, seinen Angehörigen, die einen lieben, Leid zuzufügen. So ein Abtauchen über Jahre und Unsicherheit und Angst und Schmerz damit zu verursachen, ist mit dem Buddhismus und schon zehn mal nicht mit dem Zen-Buddhismus vereinbar.


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 09:39
Das schweift mir alles zu sehr ab. Nachdem ich den Beginn dieses Threads nochmal überflogen habe, bleiben im Grunde zwei Hypothesen stehen:

1. Verunfallt abseits des eigentlichen Schluchtensteigs.
2. Verbrechen nach freiwilligem Zusteigen in ein Auto.


1x zitiertmelden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 10:25
Zitat von deim0sdeim0s schrieb:Das schweift mir alles zu sehr ab. Nachdem ich den Beginn dieses Threads nochmal überflogen habe, bleiben im Grunde zwei Hypothesen stehen:
Da bin ich ganz bei dir, da das Handy die Funkzelle nicht verlassen hat würde ich noch ergänzen:
3. Verbrechen (nach freiwilligem Aufsuchen) in einer Unterkunft/Haus/Wohnung in diesem Bereich.


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 10:46
Ich erlaube mir auch eine Möglichkeit zu ergänzen ;-):
4. Verunfallen, doch am Schluchtensteig, aber trotzdem nicht gefunden bisher.


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 11:48
5. freiwilliges Verschwinden


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 13:47
Ich versuche zusätzlich weiter, mehr über Anwerbesysteme südostasiatischer "Online-Betrugsfabriken" rauszufinden, ein Thema, das ich schon mal angesprochen hatte. Es ist wenig präsent in den News. Beschäftigt man sich mit dazu erschienenen Informationen, erschüttern einen diese. Keine Schauermärchen, sondern ganz reale Sklaverei im 21. Jahrhundert.

Standorte dieser riesigen Scam Factories, in denen bis zu 300.000 Menschen aus 66 Nationen unter sklavenähnlichen Bedingungen festgehalten werden, um Internetnutzer weltweit um ihr Geld zu bringen, sind insbesondere Myanmar(!), Kambodscha und Laos.
Die Cyber-Zwangsarbeiter werden (wie es heisst, sehr überzeugend) mit falschen Versprechen auf gutbezahlte Jobs in der Tourismusbranche, im IT-Bereich und Vertrieb angeworben.
Neu für mich: die Anwerbungen erfolgen häufig über WeChat.
Weil WeChat den strengen Gesetzen in China unterliegt, haben deutsche Ermittler tatsächlich schlechte Karten, an Nutzerdaten und Chatverläufe auf WeChat zu gelangen.
Die Möglichkeit, dass Scarlett noch mit anderen Personen ausser Joey über WeChat in Kontakt stand, wäre, ohne einen Beweis des Gegenteils, also durchaus gegeben. Eventuell vorhandene, nicht zu ermittelnde Kontakte können harmloser Art gewesen sein oder aber mit bösen Absichten verbunden.
Ich möchte gern mehr über die Anweisungen wissen, mit denen potenzielle Cyber-Zwangsarbeiter von kriminellen Anwerbern instruiert werden, vor allem, wie es aussieht, wenn es konkret wird: Werden Opfer unter Zeitdruck gesetzt ("du musst bis zum <Datum> aus deiner Heimat abreisen, sonst ist der Job in Südostasien weg"? Werden sie zur Verschwiegenheit verpflichtet (kein Wort zu Familie und Freunden)? Erhalten sie gefälschte Reisedokumente?
So lange man das nicht verneinen kann, sehe ich die sehr kleine Wahrscheinlichkeit, dass Scarlett von Job-Schwindlern ins Ausland gelockt worden sein könnte. Vielleicht finde ich Veröffentlichungen, die meine Fragen beantworten.


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 14:26
Ich meine das nicht böse und will niemanden angreifen, aber die Theorie, Scarlett könnte von klassischen „Job-Schwindlern“ oder Fake-Job-Angeboten ins Ausland gelockt worden sein, halte ich für ziemlich hanebüchen.
Warum ich das so sehe:

  • Scarlett war 26 Jahre alt und hatte in Deutschland gute bis sehr gute berufliche Perspektiven. Sie war nicht in einer verzweifelten finanziellen oder beruflichen Situation, in der Menschen üblicherweise auf dubiose Angebote aus dem Ausland hereinfallen.
  • Myanmar (damals Burma) war 201x kein typisches Zielland für junge Deutsche auf Jobsuche. Es gab weder eine boomende Wirtschaft noch eine große deutsche Community oder bekannte Arbeitgeber, die gezielt Europäer anwerben. Ein „tolles Jobangebot“ ausgerechnet dort wäre für eine realistisch denkende 26-Jährige extrem unglaubwürdig gewesen.
  • Es gibt keinerlei Hinweise, dass sie sich aktiv um Jobs im Ausland, Visa, Arbeitserlaubnisse oder ähnliches gekümmert hat. Wer ernsthaft ins Ausland arbeiten will, fängt normalerweise mit solchen Formalitäten an – das hat sie offenbar nicht getan.
  • Typische Job-Scam-Opfer sind meist entweder sehr jung/naiv, in akuter Not oder bereits vorher auffällig risikobereit (z. B. durch Kontakte in entsprechende Kreise). Bei Scarlett passt das Profil nicht.


Solche Scams funktionieren fast immer über finanzielle Vorleistungen („Zahl doch erstmal die Visagebühr/Flugkosten/Agenturgebühr“). Es gibt keine Berichte, dass Scarlett kurz vor ihrem Verschwinden größere Summen ins Ausland überwiesen hätte.
Wer per Fake-Job ins Ausland gelockt wird, landet meist in dubiosen Call-Centern, Sexting-Farmen oder wird zur Prostitution gezwungen – nicht in einer Situation, die so spurlos und mysteriös endet wie bei Scarlett.
Die meisten bekannten Fälle dieser Art passieren in Ländern wie Thailand, Dubai, Vietnam oder den Philippinen – Myanmar war dafür nie ein Hotspot.

Natürlich kann man nie 100 % ausschließen, dass irgendetwas völlig Unvorhersehbares passiert ist. Aber allein von der Wahrscheinlichkeit und dem bisher bekannten Persönlichkeits- und Lebensprofil her ist die „Job-Schwindler-These“ für mich eine der schwächsten Erklärungen.


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 16:04
@Silverwind

Ich kann verstehen, dass du die "Job-Schwindler-These" für hanebüchen hältst. Diese Variante erscheint wirklich obskur. Sie ist sehr wenig wahrscheinlich. Jedoch sehe ich manches, was dafür spricht, sie nicht kategorisch auszuschliessen.

Hier Beweisbeispiele für Myanmar als Hotspot von Cybercrime und moderner Sklaverei. Es ist gruselig, es zieht einem die Schuhe aus. Ich hätte selbst nicht für möglich gehalten, dass das existiert. Seitdem ich zufällig davon erfuhr, bin ich interessehalber, und weil mir die Schicksale der Opfer sehr nahegehen, an dem Thema drangeblieben.

Weltzeit · Scammer in Myanmar – Entführt und zum Online-Betrug gezwungen · Podcast in ARD Sounds https://share.google/eOZytF4VK3pn3bC4h

Befreit aus den Scam-Fabriken Myanmars | tagesschau.de https://share.google/2TTx780uwPPev71x0

Die Scam-Industrie boomt! Besonders schlimm ist es auch in Kambodscha.

- Wie Scarletts finanzielle und berufliche Zukunft sich gestaltet hätte, wäre sie in Deutschland geblieben, oder wie sie selbst diese einschätzte, wissen wir nicht.

- Dass sie sich nicht nach Job-Alternativen, auch im Ausland, umsah, steht evtl. nicht 100% fest.

- Sie suchte nach Möglichkeiten, wieder mit ihrem chinesischen Freund in Asien zusammenzusein. Inwieweit sie sich schon auf ein bestimmtes Land, eine bestimmte Location festgelegt hatte - oder ob sie da sehr flexibel gehandelt hätte -, ist mMn nicht punktgenau einzuschätzen.

- Scarlett hatte durch ihre Reise Bezug zu Myanmar. Sie lernte vermutlich ausschliesslich oder vor allem liebenswerte Seiten des Landes kennen, nicht seine Abgründe. Weil sie gemeinsame Zeit mit Joey dort verbrachte, dürfte Myanmar zusätzlich mit positiven Erinnerungen verbunden gewesen sein.

- Ob Cyber-Zwangsarbeiter in jedem Fall in finanzielle Vorleistung gehen müssen, versuche ich mit weiteren Recherchen rauszukriegen.

- Als Zielland/Arbeitsort kann Cyber-Zwangsarbeitern Thailand genannt werden, doch dann werden sie von Thailand illegal in Scam Factories in Nachbarländer (Myanmar, Kambodscha, Laos) gebracht. Sie werden in dem Fall über ihren Einsatzort getäuscht. So besagen es im Internet abrufbare Informationen (alle seriös).

- Die Pandemie-Situation mit ihren Unwägbarkeiten brachte Menschen weltweit dazu, Risiken einzugehen, die sie normalerweise nicht eingegangen wären, so dass viele den Job-Schwindlern auf den Leim gingen.


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 16:26
Die Bearbeitungszeit war schon um.

Du @Silverwind schätzt Scarlett als "realistisch denkend" ein.
Dazu gehen hier die Meinungen auseinander.
Wie realistisch ist es, eine Zukunft in China anzupeilen, wenn man dieses Land nie zuvor aus eigener Anschauung kennenlernte?
Wie realistisch ist es, wenn man sich, als freiheitsliebender Mensch, für den Auswanderungsplan ausgerechnet einen der härtesten Überwachungsstaaten der Welt aussucht?
Wie realistisch ist es, als Nicht-Muttersprachler Englisch unterrichten und in einer der am schwersten zu lernenden Sprachen, Chinesisch, kommunizieren zu wollen?
Ich finde das alles von ihr schon naiv gedacht. Vielleicht hatte sie verschiedene B-Pläne in der Hinterhand oder wäre wirklich so spontan und flexibel gewesen, statt nach China in ein südostasiatisches Land zu gehen, für irgendeinen anderen Job.
Das alles machte sie in meinen Augen angreifbar für Betrüger, die auf diesem Gebiet unterwegs sind.


2x zitiertmelden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 17:19
Zitat von lemysterelemystere schrieb:ch finde das alles von ihr schon naiv gedacht
Ich nicht, gibt genug Europäer die dort arbeiten.

Es gibt keinen einzigen Hinweis in ihrer Kommunikation, ihrem Handy, dass sie mit sowas in Kontakt kam. Keine Google Suche. Nichts.
Zudem verschwand sie ohne Geld, Papiere, ließ ihre Katzen zurück, will garnicht alle Argumente jetzt anführen, denn die Idee halte ich für lebensfremd.

Gibt keinen Grund eine junge Frau, die echt selbstständig und kompetent unterwegs war, hier als naiv darzustellen.


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 17:21
@lemystere
Die angesprochenen Scam-Fabriken waren mir nur sehr grob bekannt, bin schon über die Dimensionen erstaunt bzw. schockiert.
Halte es auch nicht für ausgeschlossen, dass man Kontakt zu solchen Anwerbern gewinnen kann.
Nur:
- der Scam würde doch nicht funktionieren, wenn die Opfer nicht zuerst denken würden, sie hätten einen Top-Job an Land gezogen. Warum sollte Scarlett davon niemandem etwas erzählen, nicht einmal ihrem chinesischen Freund?
- während man ja aus den Nachbarstaaten irgendwie nach z.B. Kambodscha kommt, notfalls zu Fuß, vielleicht eher mit dem Bus, muss man aus Mitteleuropa schon größere Anstrengungen unternehmen. Wie soll Scarlett an ein Flugticket gekommen sein? Wie soll sie ohne ihren Reisepaß und ohne Visum nach z.B. Kambodscha gekommen sein? Selbst eine Fälschung hätte man ihr irgendwie zuschicken müssen.

Deine Eindrücke zur Realisierbarkeit dieser Ideen teile ich dagegen schon. Aber da sind die Leute eben sehr unterschiedlich. Für mich wärs nie eine Option gewesen. Aber ich kannte jemanden, der etwas sehr ähnliches gemacht hat und eine Zeitlang nach China gegangen ist, um dem Freund in die Heimat zu folgen, noch jemanden gleiches Spiel in Malaysia, mehr oder weniger von heute auf morgen. Was soll passieren? Schlimmstenfalls fliegt die Beziehung auseinander und man zieht erstmal wieder bei den Eltern ein. Auch die Tatsache, dass man in einem eher undemokratischen Staat mit öffentlichen Hinrichtungen etc. leben will, scheint ja junge Leute z.T. nicht zu stören. Einige Dinge kann man für die Liebe gut ausblenden. Manche wollen sich persönlich entwickeln, aber nicht vor Ort für irgendetwas Politisches engagieren. Dann würde ich China noch als recht sicheren Staat für Ausländer einschätzen. Da kann man in anderen Berufen und Gegenden mehr Pech haben (bei Ärzte bzw. Pfleger ohne Grenzen irgendwo in einem bürgerkriegsgebeutelten Land).


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 17:58
Sehr gute Überlegungen @megavolt !

Zum Thema Flugticket findet sich einiges, wie hier, und andere Artikel, aus denen geht hervor, dass diese Mafia ihre falschen Job-Angebote mit kostenlosen Flugtickets attraktiv macht:

Indien: Cyber-Betrüger reisen in andere Länder und werden versklavt https://share.google/4RoPsck6BTkYWaCKs

Das Reisepass/Visum-Problem: Da bin ich dran. Ich könnte mir vorstellen, diese Kriminellen setzen in Übersee Mittelsmänner ein, die gefälschte Reisedokumente an Jobinteressenten übergeben.
Jede Verunglimpfung Chinas und chinesischer Menschen liegt mir natürlich fern, Fakt ist aber auch, dass China inoffizielle Polizeistationen in Deutschland und anderen Staaten unterhält, um Landsleute auszuspionieren:
Chinesische Polizeistationen in Deutschland sind weiter aktiv
https://share.google/EnAWUkpoZnRW2f3rK
Ich vermute, auch der Arm der chinesischen Mafia reicht weit, mit wieder anderen Absichten. Die südostasiatischen Scam Factories, der Menschenhandel und alles, was dort Schreckliches passiert, werden ja von chinesischen Mafia-Organisationen geführt.

Ja, die Beispiele aus deinem Bekanntenkreis zeigen gut, wie unterschiedlich die Menschen drauf sind, wenn's ums Auswandern oder Nicht-Auswandern geht. Das mit dem Ausblenden politischer Realitäten der Gastländer sieht man auch an den "Influencern" in den Golfstaaten. Da hast du recht, die persönliche Sicherheit wäre in China wesentlich besser gegeben als in vielen anderen Regionen der Welt.


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 17:59
@lemystere

Verstehe deine Post überhaupt nicht. Und glaube auch nicht, dass sie in den Fängen von Job-Schwindlern oder ähnlich dubiosen Geschäften jemals in Kontakt kam. Zumal Scarlett offensichtlich wegen der Corona problemlos ausreisen konnte.
Zitat von lemysterelemystere schrieb:Wie realistisch ist es, wenn man sich, als freiheitsliebender Mensch, für den Auswanderungsplan ausgerechnet einen der härtesten Überwachungsstaaten der Welt aussucht?
Von dieser Überwachung wird sie gar nicht viel gemerkt haben. Wenn überhaupt. Abgesehen davon, bist du auch in Europa sehr gut überwacht.
Zitat von lemysterelemystere schrieb:Wie realistisch ist es, als Nicht-Muttersprachler Englisch unterrichten und in einer der am schwersten zu lernenden Sprachen, Chinesisch, kommunizieren zu wollen?
Da gebe ich dir Recht. Das war wohl mehr Wunsch als Realität.


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 18:13
@schluesselbund

Man merkt als ausländischer Besucher/Migrant in China die rigorose Überwachung evtl. spätestens dann, wenn man sich, als Beispiel, öffentlich sehr für Tibet und die Rechte der Tibeter interessiert und unverhofft von der Polizei vorgeladen wird:

Eine unheimliche App wird für China-Touristen zur Falle - Business Insider https://share.google/y2ELLSoJf6gxHmXHe


melden

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 19:01
Prinzipiell glaube ich auch, dass man als junger Mensch in vielen Dingen noch sehr blauäugig und im Großen und Ganzen auch risikofreudiger ist. So waren meine Eltern auch in ihren frühen 20er Jahren und später ändert sich das dann, wenn man entweder selbst die ersten schlechten Erfahrungen macht oder Nahestehenden etwas passiert oder dann, wenn man Kinder hat und die hormonellen Veränderungen das Gehirn in den Modus "ab jetzt besser vorsichtiger" umschalten.
Besonders gefährdet sind für mein Gefühl eher kontakfreudige, extrovertierte, vielleicht auch impulsive junge Menschen, die bisher unter behüteten Bedingungen aufwachsen konnten und das Schlechte im Menschen noch nicht mitbekommen haben. Man hat ein Gefühl der Omnipotenz, die Welt steht mir offen und die Mitmenschen freuen sich auf mich und wollen mir nix Böses. Und wenn, dann wehre ich mich halt und schreie um Hilfe.
Dass es bei den Trampermorden eher jüngere Leute getroffen hat, liegt ja nicht nur daran, dass Täter lieber junge Menschen als Opfer haben als die Oma, der sie erst den Rollator ins Auto heben müssen. Sondern daran, dass man aus z.B. finanziellen Gründen eher ein Risiko eingehen muss anstatt sich ein Taxi zu holen, man es auch spannend findet, auf die Weise neue Menschen kennenzulernen und man den Eltern gerne beweisen möchte, wie ängstlich-spießig ihre Warnungen vor so etwas sind. Die Pubertät ist eigentlich erst mit ca. 25 so wirklich zu Ende und bei solchen Themen grenzt man sich gerne von der Elterngenerationen ab mit ihren überholten Ansichten.
Küchenpsychologie, ich weiß. Was ich nicht weiß, wie Scarlett da so reinpassen würde.

Aber ich halte es nicht für unmöglich, dass sie auch auf so einen Scam, wie Du @lemystere
ihn beschreibst, reingefallen sein könnte. Für mich persönlich gibts da aber zu viele Unklarheiten. Auch das Handy, was sich im Todtmooser Funkbereich verabschiedet hat, passt da irgendwie nicht rein.
Da halte ich die Theorie, dass sie entweder verunfallt ist oder solch einem Typen hier über den Weg gelaufen ist, für wahrscheinlicher.
Kein neuer Link, die Begegnung ist ja schon öfter hier zitiert worden. Presseportal Polizeimeldung 2021 sexueller Übergriff. Mann nimmt Frau mit, weil sie Bus verpasst hat, steuert dann Waldweg an, Frau entkommt. Da gehen alle Alarmglocken. Auch weil man sich fragt, ob das die erste Gelegenheit für diesen Menschen war. Was hat er auf dem Waldweg vorgehabt? Ebenfalls unter der Woche. Schwarzer Wagen könnte eher auf Leasing- oder Firmenfahrzeug hinweisen, evtl. jemand, der öfter in dieser Region unterwegs ist und der Arbeitgeber zählt die Kilometer nicht nach. Wie leicht kommt man aus einem Auto, wenn man auf dem Beifahrersitzt sitzt und hat den 65 l Rucksack nicht in den Kofferraum getan, sondern auf dem Schoss oder zwischen die Beine geklemmt. Das frage ich mich.


melden

Ähnliche Diskussionen
Themen
Beiträge
Letzte Antwort
Kriminalfälle: Christine Schwarz aus Linz vermisst (2017)
Kriminalfälle, 89 Beiträge, am 31.05.2026 von Mickelangelo
laikaaaaa am 17.05.2020, Seite: 1 2 3 4 5
89
am 31.05.2026 »
Kriminalfälle: Aktuelle Vermisstenmeldungen
Kriminalfälle, 6.895 Beiträge, gestern um 10:34 von Turmfalke23
alealy am 14.04.2011, Seite: 1 2 3 4 ... 356 357 358 359
6.895
gestern um 10:34 »
Kriminalfälle: Wo ist Helga W. und was ist mit ihr passiert?
Kriminalfälle, 35 Beiträge, am 23.06.2026 von LillyLego
apfelkucheeen am 07.08.2025, Seite: 1 2 3
35
am 23.06.2026 »
Kriminalfälle: Der mysteriöse Fall Delphine Jubillar
Kriminalfälle, 678 Beiträge, am 20.01.2026 von jeandArc
JamesRockford am 21.02.2022, Seite: 1 2 3 4 ... 31 32 33 34
678
am 20.01.2026 »
Kriminalfälle: Vermisst im Mühlviertel: Maximilian B. und Andreas L. tot aufgefunden
Kriminalfälle, 6.460 Beiträge, am 09.02.2026 von schluesselbund
suffy am 14.03.2016, Seite: 1 2 3 4 ... 326 327 328 329
6.460
am 09.02.2026 »