nortsyd schrieb:Auch muss man sagen, dass das System nur die LAC und nicht die Funkzelle festhält, als den Bereich wo das Handy zuletzt eingebucht war Eine LAC kann aber viel größer als eine Funkzelle sein, bzw ist das quasi immer. Die LAC kann z.B. 50 Funkzellen umfassen. D.h. die Info dass es zuletzt in der LAC von Todtmoos war ist ganz schwach aussagekräftig. Wobei man an der Stelle genau das mal rausfinden müsste, welche Funk-Zellen alles zu der LAC gehören zu der auch die Todtmoos-Funkzelle von O2 gehört.
JosephConrad schrieb:Und: das Obige stimmt MMn. nicht, man kannt theoretisch sogar auch mit nur einer Funkzelle die Entfernung und grobe Richtung zum Standort des Handys beim letzten Position-Update errechnen:
Die Funkzelle wird bei einem "Location-Update" gar nicht übermittelt und sie wird auch nicht in den beiden Registern, in denen der letztbekannte Aufenthalt eines Handys/Endgeräts notiert/getrackt wird gespeichert. Sie spielt bei dieser Prozedur überraschenderweise keine Rolle. Man erkennt das u.a. daran, dass der Name dieser Routine ist "Location Area Update" (kurz LAU) ist und nicht etwa "Cell Update". Aber das ist ja nur ein vager Hinweis.
Konkret kannst du das hier nachlesen:
Wikipedia: Location Area#Ortung im MobilfunknetzAuszüge daraus:
Solange sich ein GSM-Mobiltelefon im „idle mode“ befindet, also keine Verbindung aktiv ist, ist die Location Area die einzige standortbezogene Information, die dem Netz bekannt ist.
Wechselt das Mobiltelefon in eine Funkzelle, die einer anderen Location Area angehört, so findet ein Location Update statt, sprich das Netz wird darüber informiert, dass man sich nun in einem anderen Aufenthaltsbereich befindet. Wird in eine andere Zelle innerhalb derselben Location Area gewechselt, so findet kein Location Update statt. Damit ist die LA die kleinste adressierbare Einheit, in der ein Mobiltelefon mittels Paging gerufen werden kann.
Der genaue Aufenthaltsort des Mobiltelefons in einem GSM-Mobilfunknetz über die CID wird dem Netz erst mit dem Aufbau einer Verbindung, etwa durch einen Anruf oder dem Versand oder Empfang einer Kurznachricht, bekannt.
Damit sollte alles klar sein, sollte es nicht?
Deine Ausführungen zu TA und Triangulation als Technik einer präzisen Lokalisierung sind zwar in sich zutreffend, aber sie spielen halt bei dem Prozess der Aktualisierung des Aufenthaltsgebiets alias "LAU" keine Rolle und dieser TA-Wert wird dabei weder erfasst noch ausgewertet. Sorry ist nicht persönlich gemeint. Das ganze Thema ist ja quasi unendlich und es wird gerne viel durcheinander geworfen.
Dass in Kriminalfall-Diskussionen immer von Funkzellen gesprochen wird und extrem selten von Location Areas, liegt wohl schlicht daran, dass die meisten User eine Vorstellung davon haben, was eine Funkzelle ungefähr ist, aber der Begriff "Location Area" weitgehend unbekannt ist.
deim0s schrieb:Soweit ich informiert bin, konnte man durch die Nachricht um 17:00 Uhr rum eindeutig festhalten, dass das Handy in Todtmoos eingebucht war.
Und zwar wer soll das festgehalten haben und wie?
Seitens der den Fall bearbeitenden Kriminalbehörde wurde nie eine Angabe zum Logout oder generell zur Dauer des Verbleibs im Funknetz gemacht. Ebensowenig zu dieser 17-01-Nachricht.
Dass das Handy bis zu Abend im Bereich Todtmoos eingeloggt gewesen sei, stammt aus einer Regionalzeitung "Schwarzwälder Bote" vom 17.09.2020, da war die Formulierung aber:
Am Donnerstagabend war ihr Handy zuletzt bei Todtmoos eingeloggt. Ab da verliert sich ihre Spur.
Quelle:
https://web.archive.org/web/20201012112748/https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schwarzwald-polizei-stellt-suche-nach-wanderin-ein.25b37633-7f13-489c-922c-c8d69bc57fa2.html Dass damit die konkret Funkzelle gemeint sie, wurde eben angenommen ohne das das gesagt wurde, und hat sich als Gewissheit verselbständigt. Meines Wissens hat BfS sogar einmal beiläufig darauf hingewiesen dass bei der Logoutinfo nur das Gebiet aber nicht die Funkzelle bekannt sei (was ja nur normal ist weil GSM eben so arbeitet,a ber halt unbefriedigend). Die Info dass der Zeitraum des Abmeldens zwischen 17:45 und 18:45 läge, stammt mW indirekt vom Vater, der hier so zitiert wurde. Aber auch das ist inoffiziell. Will das nicht infragestellen, nur Rückschau halten, woher die Infos kommen und welche Präzision sie haben.
Zu der 17-01-Nachricht hat die Polizei ebenso nie etwas gesagt. Die Infos stammen auch alle von v.a. von der Freundin und dem Vater, ggf., auch BfS. Es wurde auch en détail belegt, dass die Nachricht wirklich um 17:01 einging. Allerdings haben private Menschen nicht die Möglichkeit herauszubekommen zu welcher Funkzelle das Handy zu diesem Zeitpunkt Kontakt hatte (sofern es kein WLAN-Datenstrom war, ohne jeglichen Funknetzkontakt).
Weil diese Daten zu Funkzelle/LAC stehen nicht in den Google-Aktivitäten - oder weiß du oder jemand sonst da mehr? Und welche Quellen hätten BfS und Familie darüber hinaus? Die Funknetz-Infos kennen, wenn dann nur die offiziellen Ermittler der Polizei über die eingeforderten Providerdaten.