FrokenLisbeth schrieb:Was für ein Totschlagargument ...
Das ist kein Totschlagsargument. Das ist Empirie.
FrokenLisbeth schrieb:st es nicht vielmehr so, dass ein Teil der User es ablehnt, dem Vater eine Mitschuld an der Entfühung zu geben und darauf hinweist, dass er in diesem Prozess Opfer und nicht Angeklagter ist. Und einfordert, das ihm vorgeworfene Fehlverhalten und die angeblichen Entfremdungsbestrebungen konkret zu belegen und zu benennen?
Und als weiteren schwerwiegenden Punkt: dass den Kindern im Gegensatz zu den dänischen Behörden, Astrid, Hensel und der dänischen Polizei nicht geglaubt wird.
Der schwerwiegende Punkt für mich: Es wird von diesem Teil der User - wie auch Dir - alles in einen Topf geworfen. Auch wenn ich sehr differenziert und nur punktuell Zweifel äußere, lande ich in dieser Schublade. Dann hagelt es Vorwürfe und Verkürzungen, ich würde den Kindern oder der Astrid nicht glauben, oder den dänischen Behörden, oder die Gewalt ignorieren, die dem Vater oder den Kindern angetan worden sei. Dann folgt geballte Empörung. Und das ist nicht sachlich und auch nicht fair.
Kritik am Verhalten des Vaters wird als "Mitschuld an der Entführung" gebrandmarkt und dann abgeblockt, weil er Opfer einer Straftat geworden sei. Das sei Täter-Opfer-Umkehr. Dabei gibt es jedenfalls für mich ein großes persönliches Interesse zu den Ursachen, zur Entwicklung, zur menschlichen Tragik, die über die Anklageschrift hinausreicht. Und da sehe ich zwei Akteure, nicht nur eine Akteurin. Und ich sehe kein Verbot, jenseits der Straftatbestände Fragen zu stellen, wie und warum sich dieses Familiendrama entwickelt hat. Und es tut mir leid: Herr Hensel ist mir auch nicht sympathisch und ich finde nicht alles richtig, was er getan oder gesagt hat, weil er Opfer einer Gewalttat ist.
Und nur am Rande: Ob man Herrn Hensel oder seiner Lebensgefährtin mit dem, was sie vor Gericht oder in den Medien äußern, glaubt oder nicht und wenn ja wie weit, ist absolut legitim. Oder muss man glauben, weil er Opfer ist? Das wäre für mich Fundamentalismus. Gleiches gilt Frau Block, David B. oder meinetwegen Jens Söring. Das sind keine unumstößlichen Wahrheiten, sondern Wahrnehmungen, Eindrücke, Meinungen. Ich fühle mich nicht verpflichtet, alles zu glauben, was Personen äußern, die ein hohes Eigeninteresse dabei haben, wie sie sich darstellen. Das gilt natürlich umso mehr für die Angeklagte(n), aber nicht nur.