MrGordo schrieb:So ist das. Zur Glaubwürdigkeit des Zeugen gehören auch solche Aspekte.
Nein, das ist falsch
Es wird die Glaubwürdigkeit bestimmter Aussagen bewertet. Und die hat dann entsprechendes Gewicht. Eine Aussage darüber, was an diesem Abend bei der Suche am Tümpel passiert ist, wird in Hinblick auf Konsitenz, mögliche Widersprüche etc bewertet und die Einschätzung der Glaubwürdigkeit dieser Aussage ist nicht abhängig davon, ob der Zeuge vielleicht in einer anderen Angelegenheit gelogen hat.
Für die Aufklärung dieses Verbrechens ist es vollkommen irrelevant, ob die treffen zwischen dem Jäger und Gina mit oder ohne sexuelle Handlung stattgefunden haben und ob er diese einräumt, wenn sie denn stattgefunden haben.
Die Diskussion darüber ist eine nervige überhebliche Moraldiskussion. Die einzigen, die das etwas angeht, sind der Jäger und seine Frau.
MrGordo schrieb:Kann sein, dass der Richter kein Familiendrama herbeiführen will und deshalb nur sehr diskrete Nachfragen stellt.
Was für ein Blödsinn.
Wie kommt man auf sowas? Die Aufgabe des Richters ist sich ein Bild zu machen, wie dieses Verbrechen geschehen ist und wer dafür verantwortlich ist und am Ende ein rechtstaatlich korrektes Urteil zu fällen.
Ob dabei Partnerschaften Schaden nehmen oder nicht, ist überhaupt nicht handlungsleitend
MissM.16.50 schrieb:Aber ich verstehe die Brisanz darin eher nicht, denn es ist doch ein Unterschied, ob ich mit meinem Hund in den Wald gehe oder ob ich in den Wald gehe, um ein vermisstes Kind zu suchen. Da wäre ich auch nicht gerne allein. Vor allem abends.
Ich sehe die Brisanz vor allem darin, dass es überhaupt nicht notwendig war, dort nachts noch einmal den zu stiefeln.
Sie hätte ohne Not dort direkt am Tage suchen können. Zeit hatte sie ja offenbar genug. Und grundsätzliche Ängste allein dort, in der vielleicht etwas einsamen Gegend unterwegs zu sein bestanden eben offenbar nicht.
Die Verabredung dort abends noch einmal hinzugehen, war absolut konstruiert und diente eben nur den Zweck einen erzeugen dabei zu haben, wenn sie "zufällig" die Leiche des Kindes findet.
Nach meinem Eindruck ist es das, was der Richter dort heraus arbeiten wollte