soOma schrieb:Der Wille zur Mitarbeit schließt das für meine Begriffe ein. Hier würden sich sicher noch zwei den Platz teilen, um überhaupt an Hilfe zu kommen. Das ist eben das, was einen bei so einem Lebenslauf packt: ein Gefühl der Ungerechtigkeit. "Echte" psychiatrische Hilfe ist das da bei der AWO allerdings ja nicht, eher "Lebenshilfe", "unterstützende Begleitung" oder so.
Es ging bei meinem Kommentar nicht um die AWO-Beratung, sondern um die psychotherapeutische Behandlung durch ihren Therapeuten, den sie seit 2021 wohl etwa alle 6 Wochen aufgesucht hat. Wenn sich das Kontingent zwei Personen teilen würden, bekäme jeder also 4 x im Jahr eine Sitzung...
Natürlich empfindet man es als Ungerechtigkeit und ich sehe es durchaus so, dass die Angeklagte einen parasitären Lebensstil hatte - und zwar auf ganzer Linie, sowohl was die staatliche Unterstützung anbelangt, als auch im privaten Bereich, wo sie andere für sich hat arbeiten und zahlen lassen.
Und ich sehe schon, dass dies auch ein wesentlicher Aspekt ist, den man hier diskutieren kann, weil genau dieser Lebensstil bzw. der Wille, diesen aufrecht zu erhalten, ein wesentlicher Bestandteil des Motivs ist.
Trotzdem kann man ihr wohl kaum vorwerfen, dass die psychiatrische Therapie bei ihr keinen Erfolg hatte und man ihren Therapieplatz doch lieber anderen hätte geben sollen. Dass sie erhebliche psychische Probleme hatte, steht doch wohl außer Frage.
wobel schrieb:Man denkt unwillkürlich "irgendwas muß ich falsch machen wenn ich meinen ganzen Scheiß selbst an der Backe hab"...
Ich sage ja, dass Du Dich da irgendwie festbeißt. Was hat denn der Lebensstil der Angeklagten damit zu tun was Du für einen "Scheiß an der Backe hast"? Wir diskutieren hier doch den Fall und den Prozess, da muss doch nicht jeder seinen persönlichen Frust mit dem Sozial- und Krankenversicherungssystemen in diesem Thread abladen, nur weil die Angeklagte diese offenbar ausgenutzt hat.