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ARD-Doku zu Hobbyermittlerinnen und Hobbyermittlern

485 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Doku, Nelli Graf, Ungelöster Mordfall ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

ARD-Doku zu Hobbyermittlerinnen und Hobbyermittlern

02.11.2026 um 22:40
Zitat von KieliusKielius schrieb am 26.10.2026:Herkunft und Hautfarbe von Tätern oder Tatverdächtigen wird vielleicht gelegentlich weggelassen. Das erlebe ich bei Meldungen über Straftaten immer wieder.
Einen Grund, die Hautfarbe eines Tatverdächtigen zu nennen, gibt es nur in der Fahndung: Um ihn leichter identifizieren zu können. Ansonsten gibt es keinen sachlichen Grund dafür.

Die Herkunft (was immer das ist - ein Bayer in Berlin?) bzw. die Staatsbürgerschaft hat man eine Zeit lang nicht genannt, um das zu verhindern, was heute wieder geschieht, seit seit einigen Jahren unter bestimmten Voraussetzungen von der Polizei wieder Angaben gemacht werden: Vorurteile, selektive Wahrnehmung, Vorverurteilungen bis hin zu Hass und Hetze gegen Ausländer und Migranten. Immerhin gibt es mittlerweile wissenschaftlich gut begründete Interpretationen der PKS, auch durch das BKA selbst (Statistik zur Kriminalität von Geflüchteten).

Erstaunlicherweise finde ich in den gängigen "True Crime"-Staffeln mit Mordfällen hauptsächlich sehr "deutsche" Täter und Opfer. Das mag daran liegen, dass viele Fälle in der Vergangenheit spielen, als der Zuwanderungsanteil noch nicht so hoch war. Oder daran, dass sich Journalisten schwer tun, sich in die migrantischen Milieus einzuarbeiten. Weil weniger gemordet wird dort sicherlich auch nicht.


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gestern um 07:45
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Oder daran, dass sich Journalisten schwer tun, sich in die migrantischen Milieus einzuarbeiten. Weil weniger gemordet wird dort sicherlich auch nicht.
Vielleicht aber auch, weil man das Zielpublikum im Blick hat. Ich persönlich denke mir, dass ein Teil der Faszination für True Crime auch darin liegt, dass man sich in gewisser Weise damit identifizieren kann. Also so nach dem Motto: "Puh, das hätte auch mir passieren können/ das Opfer könnte ja auch mein Nachbar sein!"

Und das fällt bei einem "Bio-Deutschen" (um diesen blöden Ausdruck zu gebrauchen weil mir kein besserer einfällt) dann weg, wenn es z. B. einen Fluchthintergrund gibt oder bei der Tat irgendwelche ethnischen/religiösen Konflikte aus der Herkunftsregion eine Rolle spielen von denen man als Europäer kaum etwas weiß.

Daneben könnte ich mir auch vorstellen, dass man die Finger von so etwas lässt um eben nicht als ausländerfeindlich angeprangert zu werden. Also damit es eben nicht heißt: "Ja, guck an, da werden wieder die Ausländer als Kriminelle dargestellt!"


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gestern um 13:51
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Erstaunlicherweise finde ich in den gängigen "True Crime"-Staffeln mit Mordfällen hauptsächlich sehr "deutsche" Täter und Opfer. Das mag daran liegen, dass viele Fälle in der Vergangenheit spielen, als der Zuwanderungsanteil noch nicht so hoch war. Oder daran, dass sich Journalisten schwer tun, sich in die migrantischen Milieus einzuarbeiten. Weil weniger gemordet wird dort sicherlich auch nicht.
Es kann auch einfach mit dem Zuschauerverhalten unter Migranten zu tun haben. So wie ich die Google KI interpretiere, werden Migranten höheren Alters Aktenzeichen xy nicht so sehr anschauen wie alteingesessene Menschen oder jüngere Menschen mit Migrationshintergrund.
• Unterrepräsentanz bei öffentlich-rechtlichen Sendern allgemein: Aus umfassenden Studien zur Migranten-Mediennutzung (z. B. der regelmäßigen ARD/ZDF-Massenkommunikation) geht hervor, dass Menschen mit Migrationshintergrund die klassischen Programme von ARD und ZDF insgesamt etwas seltener linear einschalten als Menschen ohne Migrationshintergrund. Sie weichen häufiger auf Streaming-Angebote, Privatsender oder Medien aus den jeweiligen Herkunftsländern aus.

• Erfolg beim jüngeren Publikum: Im Vergleich zu anderen ZDF-Formaten hat Aktenzeichen XY jedoch ein auffällig starkes Standing in der jüngeren Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Da der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in den jüngeren Altersgruppen in Deutschland deutlich höher ist als bei den über 60-Jährigen, erreicht die Sendung über diesen Alterseffekt auch überproportional viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte.
Quelle: Google KI

Es ist auch logisch demzufolge, dass neu hinzugekommene Menschen kaum Altfälle aus den 1980igern oder 1990igern kennen.



Andererseits erinnere ich mich an nicht wenige Fälle in Aktenzeichen xy, die Migranten betreffen. Wenn es insgesamt weniger Fälle sind, hängt das auch damit zusammen, dass es eben nur 25% Menschen mit Migrationshintergründen in Deutschland gibt.

Vielleicht hängt es auch mit der langfristigen Abspeicherung von Informationen von Usern zusammen, dass man diese Fälle bei Aktenzeichen xy nicht erinnert. Das türkische Mädchen, das nachts aus dem Bett verschwand und kurze Zeit später ermordet aufgefunden wurde, fällt mir spontan als Filmfall ein.


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gestern um 14:26
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Andererseits erinnere ich mich an nicht wenige Fälle in Aktenzeichen xy, die Migranten betreffen. Wenn es insgesamt weniger Fälle sind, hängt das auch damit zusammen, dass es eben nur 25% Menschen mit Migrationshintergründen in Deutschland gibt.
Es gibt ja noch die Fahndungsfälle, da sind die Bilder und Namen häufig osteuropäisch, türkisch oder arabisch.

Der Eindruck, den viele Menschen haben und der auch fleißig erweckt und geschürt wird (z.B. "migrantische" Randale am 31. Oktober) ist aber der einer überbordenden Kriminalität von Menschen mit Migrationshintergrund. Jedenfalls ist die gefühlte Kriminalität weitaus höher als die reale.


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um 08:09
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Jedenfalls ist die gefühlte Kriminalität weitaus höher als die reale.
Was ist denn die gefuehlte Kriminalitaet?
Wenn ich in Deutschland bin, rechne ich eher nicht damit, dass 'etwas passiert'.
Obwohl es natuerlich Situationen gibt, die ich vermeide. So ueberlege ich mir zB bei einem Aufenthalt in einer Stadt schon, welches Hotel in welcher Lage ich aussuche - unter dem Gesichtspunkt, ob ich mich abends auf dem Weg zurueck sicher fuehle.

Bei Besuchen im Ausland, gerade in Grossstaedten, raten mir Freunde durchaus, welche Situationen ich vermeiden soll, wo sich dubiose Leute aufhalten, welcher Weg der bessere ist....
Ich habe den Eindruck, dass es dort viel selbstverstaendlicher ist, anzusprechen, dass es unangenehme, beaengstigende oder gefaehrliche Situationen geben kann.
In Deutschland ist dies irgendwie verpoent, denn "es wird schon nichts passieren", "die Kriminalitaet wird viel zu hoch eingeschaetzt", "alles nur gefuehlt", "frueher war es gefawhrlicher, sagt die Statistik".
Zitat von GrillageGrillage schrieb am 24.10.2026:Meine Grundschullehrerin war entsetzt, weil ich im 2. Schuljahr angegen hatte, dass meine Lieblingssendung Aktenzeichen XY war.
Ich habe immer mit meiner Mutter und Oma geschaut. Schon als ich noch richtig klein war.
Und danach hatten wir alle Angst :-).
Eben weil es jeden treffen kann.
Und natuerlich hat mir meine Oma eingebleut, nicht mit fremden Maennern mitzugehen.
Und der Biolehrer in der Schule, dass Kinder gerne nein sagen duerfen (auch zum Schmatzer der Tante) und aufdringlichen Maennern feste dahintreten, wo es weh tut.

Es hilf ja nichts, Gefahren unter den Teppich zu kehren.


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um 10:24
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Was ist denn die gefuehlte Kriminalitaet?
Genau das, was Du hier demonstrierst: Die objektive Realität wird von der gefühlten Realität verdrängt.
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:In Deutschland ist dies irgendwie verpoent, denn "es wird schon nichts passieren", "die Kriminalitaet wird viel zu hoch eingeschaetzt", "alles nur gefuehlt", "frueher war es gefawhrlicher, sagt die Statistik".
Die Menschen fühlen sich a) subjektiv gefährdeter oder sind b) der Ansicht, es finde mehr Kriminalität statt, obwohl das empirisch keinen Niederschlag in der Statistik findet.

Dabei hängt viel davon ab, worauf sich das bezieht und welche Person die Gefährdung beurteilt:

- So fühlen sich Landbewohner, die die Großstadt besuchen, viel gefährdeter, als die Stadtbewohner, die das gewöhnt sind.
- Frauen fühlen sich z.B. gefährdeter, weil sie Opfer von Sexualstraftaten werden können. Dabei ist die Angst vor fremden Tätern und in sog. Angsträumen (Tiefgarage, dunkler Park, schlechtbeleuchtete Straße) viel größer, als vor Übergriffen aus dem Nahbereich, obwohl statistisch da die meisten Frauen das Opfer ihres Beziehungspartners werden (Stichwort "Femizide").
- Das Unbekannte, Fremdheit und Unsicherheit führen zu Angst vor Kriminalität. Stehen auf der U-Bahn-Station lauter junge Männer zusammen, die fremd aussehen und sich laut in einer fremden Sprache unterhalten, erweckt das Bedrohlichkeit.
- Ich lebe seit 20 Jahren in einer Großstadt, die der SPIEGEL kürzlich zur "Hauptstadt des Verbrechens" gekürt hat. Ich fühle mich dort nicht unsicherer, als in der Kleinstadt oder auf dem Land. Ich bin nicht vorsichtig, vermeide keine Straßen, Plätze, Ecken und Bahnstationen, auch wenn sie ein Kriminalitätsschwerpunkt sind. Ich halte mich natürlich auch nicht lange dort auf, sondern bin nur Durchreisender. Und habe doch noch nie Gewalt oder eine bedrohliche Situation erlebt.

Der Eindruck, es sei viel gefährlicher und krimineller, als es tatsächlich ist, wird schließlich auch extern gefördert:

- Die (Sozialen) Medien schaufeln jedes Gewaltdelikt aus allen Ecken der Republik auf die Bildschirme, so als ob es nebenan passiert wäre. Medial wird viel mehr Verbrechen vermittelt als früher, als es "Tatort", "xy" und den Lokalteil der Zeitungen gab. Alleine die große Zahl der "True-Crime"-Formate erweckt den Eindruck, als sei Deutschland ein vereinigtes Mörderland.
- So schätzen die meisten Menschen die Zahl der jährlichen Morde x-fach höher ein, als sie tatsächlich ist (rund 250). Daneben gibt es 10.000 Suizide und 10.000 Unfalltote pro Jahr. Die Wahrscheinlichkeit, ein Verbrechensopfer zu werden ist viel also viel niedriger, als im Auto oder auf dem Fahrrad oder im Haushalt zu verunglücken.
- Die Politik, v.a. rechtspopulistischer Parteien, schürt Angst vor Verbrechen, bauscht vermeintliche Bedrohungsszenarien auf ("migrantisches Milieu") und bietet sich dann als Lösung des Problems an, das sie erst übertrieben geschaffen haben. Dagegen sollen dann Abschiebungen oder die Aufrüstung der Sicherheitsbehörden dienen. Gerade erst in Reinkultur zum 31.10. zu beobachten.

International betrachtet ist Deutschland ein sehr sicheres Land. Dafür dass wir eine Mittellage mit vielen Außengrenzen und Transit haben und mit über 80 Mio. Einwohnern und einer gewissen Heterogenität zurecht kommen müssen, sind die Werte sehr gut. Im Einzelnen gibt es natürlich Entwicklungen, die Sorgen machen müssen, aber da ist die beste Kriminalpolitik eine gute Sozialpolitik.

Zugleich ist seit Jahrzehnten ein Unsicherheitsgefühl Thema, das in Wirklichkeit nicht der Kriminalität entspringt, sondern den sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen: Wiedervereinigung, Arbeitsplatzabbau, Finanzkrise, Corona, Ukraine-Krieg, Rentenreform usw. Alles Dinge, die existenzbedrohlich sind, aber furchtbar weit weg. Und da fokussieren sich die Menschen immer wieder auf eine Ersatzangst: Die vor dem bösen schwarzen Mann.


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um 11:39
Einer meiner Lieblingsbeiträge überhaupt:

Tödlicher Angriff auf dem Königsplatz in Augsburg (Seite 41) (Beitrag von JosephConrad)

1980 (nur alte BRD) verglichen mit 2018 (inklusive neue Bundesländer)


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um 11:41
Fall der Link nicht mehr funzen sollte: hier als PDF einsehbar

https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/pksJahrbuecherBis2011/pks1980.html


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um 12:11
@JestersTear Danke für die Zahlen!

Es wird gerne vergessen, dass die alte Bundesrepublik ganz schön gewalttätig war: Zu Hause wurde oft noch geschlagen und in der Schule wurde oft noch geschlagen (bis in die 1970er Jahre hinein). Und vor der Schule schlug man sich gegenseitig. Während da heute ganze Horden von Schulsozialarbeitern loshechten würde, um die vermeintliche Gewaltspirale zu bekämpfen, war das "normal".

Dann waren da Millionen von Männern, die die Front im zweiten Weltkrieg erlebt haben, mit allen Grausamkeiten, die nur vorstellbar sind. Und die Zivilisten wurden millionenfach vertrieben, vergewaltigt, waren dem Bombenterror ausgeliefert. Die Hälfte der Deutschen war also irgendwie durch Gewalterfahrungen in der Kriegs- und Nachkriegszeit traumatisiert und das wurde kollektiv verdrängt.

Unsere Gesellschaft ist demgegenüber viel weniger gewalttätig. Wir sind quasi verweichlicht, von Zivilisationskrankheiten und Überfluss matt und müde geworden. Wir reden stundenlang über Meinungsverschiedenheiten, anstatt die Fäuste sprechen zu lassen. Das ist gut so.

Gehen die Zahlen hoch (wie bei den Sexualstraftaten nach einer umfassenden Reform), dann ist das zumeist auf eine höhere Anzeigebereitschaft zurückzuführen. In Wirklichkeit dürfte aber heute die Dunkelziffer viel geringer sein.


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