sooma schrieb am 29.01.2026:Vielleicht kennst Du den ja schon? Leider geschlossen, war aber eine interessante Diskussion:
Danke für den Hinweis, ja, sehr spannende Diskussion. Habe es noch nicht ganz fertig gelesen.
emz schrieb am 28.01.2026:Er wohnte in Schlangen, sie in Detmold. Er hatte nächtens seine Gespielinnen im Bett, die aber wieder weg zu sein hatten, wenn sie morgens bei ihm eintraf. Man lebte in der Zeit nicht zu dritt in der Wohnung. Was man aber nicht außer Acht lassen sollte, es ging immer auch um finanzielle Forderungen an diese Frauen. Bei Frauke war nichts zu holen und ihre Eltern wurden diesbezüglich auch nicht angesprochen.
Wie ich schon sagte: Im Focus stand ja weitgehend eher ihr Tatmuster, das sie zu dem Zeitpunkt, als sie "aufflogen" entwickelt hatten. Und ich habe ja auch schon gesagt, dass sich eine Tatbegehungsweise über die Jahre ändern kann. Will sagen, das "Beuteschema" Frau mit unterentwickeltem Selbstbewusstsein, die noch finanziell ausgebeutet wird, kann sich über die Jahre entwickelt haben. 10 Jahre vorher kann das noch ganz anders ausgesehen haben, zumal Wilfried W. schon wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung gegenüber seiner ersten Ex-Frau verurteilt worden ist, bevor er Angelika W. überhaupt kannte. Da war eine andere Partnerin Komplizin.
Wenn Frauke tatsächlich Wilfried und Angelika W. in die Fänge geraten sein sollte, müsste auch noch etwas weiteres bedacht werden: Sie wäre dann ca. 1 Woche dort gewesen. Opfer, die die Tortur überlebt haben, beschreiben, dass in den ersten Wochen alles noch in Ordnung gewesen sei.
Alles ist Spekulation zum Thema Frauke, aber wenn die beiden tatsächlich etwas mit der Tat zu tun haben sollten, dann muss man das anders denken als aus den Schilderungen dieser Torturen. Gerade weil Frauke eine Person war, die mutmaßlich über deutlich mehr Selbstbewusstsein verfügte, als die Opfer, von denen wir wissen. Wer sagt denn nicht, dass ihr nicht genau das am Ende zum Verhängnis wurde? Sie hatten Frauke am Ende doch nicht so unter Kontrolle wie sie vielleicht wollten, Frauke war ihnen psychisch gewachsen und entlockte ihnen, dass sie telefonieren durfte? Und Wilfried W. ist genau wegen dieses "Kontrollverlusts" ausgerastet?
Die Wohnung in Schlangen ist sicher nie polizeilich durchsucht worden, dazu hätte es von 2006 bis 2016 ja gar keine Veranlassung gegeben. Danach stand sie sicher auch nicht im Focus.
Was Frauke angeht: Dieser Wilfried war ja wohl von seiner geistigen Reife etwas zurück geblieben. Und sie schien sich ja vielleicht um solche Art von Typen gern gekümmert zu haben. Und irgendwie kam der Typ ja schon in Kontakt mit Damen. Und beide waren in Onlineforen wohl unterwegs.
Ich kann es weder greifen noch belegen. Damals wurde am Anfang viel berichtet. Die Polizei suchte 2016 im Haus von Höxter(!) nach Fraukes Handy, aber Östermann wirkt auch hier irgendwie unstrukturiert und aktionistisch. Klar, dass man danach gesucht hat. Aber ob und was in dem Haus in Schlangen je untersucht worden ist, darüber habe ich nirgendwo etwas gelesen.
Ob die Polizei Angelika W verhört hat, nachdem sie den Brief an Fraukes Mutter geschrieben hat, wurde auch nie gesagt. Kann ermittlungstaktisch gewesen sein oder es wurde von Anfang als nicht glaubhaft gesehen, was ich bedauernswert gefunden hätte. Dass Wilfried W., wenn er etwas mit Fraukes Verschwinden/Tod zu tun hatte, eine Komplizin gehabt haben könnte, die nicht Angelika W gewesen wäre, ist auch nicht außerhalb jeder Vorstellungskraft.
Für mich sind bei dieser Spur noch einige Fragen offen. Und ich wiederhole mich ungern: Aber man muss eben anders denken. Nicht an ein mehrmonatiges Martyrium in Höxter, worauf der Focus in den Medien immer lag, sondern einen Aufenthalt von ca. 1 Woche näher an Paderborn.