Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung

Mordfall Charlotte Böhringer

22.965 Beiträge, Schlüsselwörter: Benedikt, Böhringer, Bence, Parkautomat, Parkgarage
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Charlotte Böhringer

Mordfall Charlotte Böhringer

04.06.2020 um 13:46
Coconut19
schrieb:
Und wenn der Hühnerdieb, der vielleicht bei einer Verurteilung eine Geldstrafe zu erwarten hat, schon letztendlich drei Instanzen plus ggf Wiederaufnahmeantrag bekommt,
Wobei die dritte Instanz beim Hühnerdieb auch keine Tatsacheninstanz mehr ist, sondern Revisionsinstanz. Und wobei beim Hühnerdieb der Wiederaufmahmeantrag kein längerer oder stärkerer "Strohhalm" ist als bei einer Verurteilung wegen eines Kapitalverbrechens.

Man könnte ja überlegen, ob bei allen Straftaten, egal ob Ladendiebstahl oder Mord, die Sache beim Amtsgericht (Einzelrichter oder max. Erweitertetes Schöffengericht, also 1 Berufsrichter, 2 Schöffen) anfangen soll, dann Berufung beim Landgericht (bei Berufung gegen Urteile des Einzelrichters in der Berufungsinstanz Kleine Strafkammer mit 1 Berufsrichter, 2 Schöffen; bei Berufung gegen Urteile des Erweiterten Schöffengerichts des Amtsgerichts in der Berufungsinstanz 2 Berufsrichter, 2 Schöffen) erfolgen und zuletzt Revision beim Oberlandesgericht möglich sein soll. Den Bundesgerichtshof könnten man dann abschaffen. Oder ihn im Gegenteil als 2. Revisionsinstanz vorsehen und das Bundesverfassungsgericht dann als "Superrevisionsinstanz", wobei man die Anzahl der Senate des Bundesverfassungsgerichts ganz erheblich aufstocken müsste.

Dasselbe in Zivilsachen: Egal, ob es um 90 Cent geht oder Millionen Euro, um Schadensersatz wegen einer Schramme am Auto oder wegen eines ärztlichen Kunstfehlers, der zu bleibenden Körperschäden geführt hat, oder wegen des Dieselskandals: Für alles der gleiche Aufwand, der gleiche Instanzenzug.

Wird alles damit automatisch "gerechter", insbesondere wenn, worauf die Vorredner schon hingewiesen haben, ein Verfahren mit vielen Instanzen dann 20 Jahre und länger dauert, bis Kläger und Beklagte im Zivilverfahren und StA und Angeklagter im Strafverfahren eine rechtskräftige Entscheidung haben (wenn sie nicht inzwischen über die Sache hinweggestorben sind, heißt das)?


melden

Mordfall Charlotte Böhringer

04.06.2020 um 13:54
PS: Viele (Tatsachen-)Instanzen müssen sich übrigens für einen Angeklagten nicht stets günstig auswirken, da ja auch die StA beim Rechtsmittel immer wieder nachlegen und neue Tatsachen präsentieren kann, bis es endlich für die rechtskräftige Verurteilung reicht. Schneller Feispruch, weil die Tat nicht nachgewiesen werden konnte, ist dann nicht mehr ohne weiteres.

Es ist also durchaus eine zweischneidige Sache, wenn man viele Instanzen fordert.


melden

Bleib auf dem Laufenden und erhalte neue Beiträge in dieser Diskussion per E-Mail.


Oder lad dir die Allmystery App um in Echtzeit zu neuen Beiträgen benachrichtigt zu werden:

Ähnliche Diskussionen
Diskussionen
Beiträge
Letzte Antwort
331 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt