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Schluss mit der Hetze gegen den ISLAM!

6.638 Beiträge, Schlüsselwörter: Islam, Christentum, Frieden, Koran

Schluss mit der Hetze gegen den ISLAM!

26.02.2015 um 15:38
@nananaBatman
@aseria23
nananaBatman schrieb:In dem Graph steht nichts zu christlichem Terrorismus. Und er bezieht sich auch nur auf die USA.
@nananaBatman lieferte im Grunde bereits das gleiche Argument, mit welchem ich jetzt um die Ecke gekommen wäre. Man kann es nicht einmal in einen Vergleich setzen. Höchstens aber sagen, es gäbe auch noch anderen Terrorismus, als den islamischen. Das wäre aber dann auch schon alles.


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kusamak
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Schluss mit der Hetze gegen den ISLAM!

27.02.2015 um 10:12
@Draiiipunkt0
Draiiipunkt0 schrieb:PS: Ist ja auch paradox, da diese Religionen überhaupt erst die Verfolgung von Homosexuellen losgetreten haben.
Das ist do relativ schnell zu entzaubern, weshalb die Religionen gegen Homosexuelle feindlich eingestellt sind.

Schwule produzieren keine willfährigen Untertanen.


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27.02.2015 um 12:09
@Krepitation
Krepitation schrieb:Höchstens aber sagen, es gäbe auch noch anderen Terrorismus, als den islamischen. Das wäre aber dann auch schon alles.
Nicht so bescheiden.
Gerade diese Feststellung zeigt doch, dass es Terrorismus auch unter dem Mäntelchen anderer Ideologien gibt.
Wenn die LRA ganze Landstriche entvölkert um einen Gottesstaat auf Basisi der 10 Gebote zu errichten, dann hat das Christentum nichts damit zu tun?
Wenn der IS ganze Landstriche entvölkert um einen Gottesstaat auf Basis des Koran zu entrichten, dann ist natürlich der Islam schuld?
Wenn Mustafa sich in die Luft sprengt und Unschuldige mitreisst, dann ist der Islam schuld, wenn Sean der Katholik den protestantischen William abknallt (Nordirlankonflikt) dann ist das Christentum natürlich wieder unschuldig?
Wenn die korsiche Befreiungsfront Ferienanlagen in die Luft sprengt, ist das dann Terrorismus?
Macht es einen Unterschied ob der "Sprengmeister" katholischen, protestantischen oder islamischen Glaubens ist?
Ist ein Terroranschlag im Baskenland weniger Terror als einer in Syrien?
Oder sind am Ende garnicht die Ideologien die die Schuld haben, sondern der Mensch, der sie missbraucht?
Fragen über Fragen.


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27.02.2015 um 12:20
@Zyklotrop
Zyklotrop schrieb:Oder sind am Ende garnicht die Ideologien die die Schuld haben, sondern der Mensch, der sie missbraucht?
Es hängt von der Lehre ab was gelehrt wird, alles andere ist Verfehlung , Missbrauch gehört wieder zur eine anderen Kategorie.


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kusamak
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27.02.2015 um 15:21
@Threadkiller2
Threadkiller2 schrieb:Es hängt von der Lehre ab was gelehrt wird, alles andere ist Verfehlung , Missbrauch gehört wieder zur eine anderen Kategorie.
Was für eine Lehre?
Wann wird denn endlich mal akzeptiert, dass die individuelle Befindlichkeit gegen die eine oder andere Religion oder Ethnie genauso den selben Ursprung hat wie eine kriminelle Handlung zu begehen.

ES ist der freie Wille des Menschen, der ihn zum Rassisten, Antisemiten, Islamhasser oder zum Massenmöder werden lässt.

Dafür den Rest der Menschheit verantwortlich machen, z.b.wenn Verbrecher mit moslemischen Glauben Morde verüben zuvor oder dabei Allah sei groß grölen,
oder ein Breivik die Kinder der sozialistischen Jugend stillschweigend abknallt , oder , oder , die Liste ist lang.

Der Grund ist ganz einfach, es ist dreckiger Abschaum unserer menschlichen Art, der wo immer er angetroffen wird auszugrenzen ist und weggesperrt gehört.


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27.02.2015 um 21:09
@Zyklotrop
Zyklotrop schrieb:Wenn die LRA ganze Landstriche entvölkert um einen Gottesstaat auf Basisi der 10 Gebote zu errichten, dann hat das Christentum nichts damit zu tun?
Wer sagt(e) das? - Ich meine hier, innerhalb der Diskussion?
Zyklotrop schrieb:Wenn der IS ganze Landstriche entvölkert um einen Gottesstaat auf Basis des Koran zu entrichten, dann ist natürlich der Islam schuld?
Ja. Er ist zumindest nicht unschuldig daran.
Zyklotrop schrieb:Wenn Mustafa sich in die Luft sprengt und Unschuldige mitreisst, dann ist der Islam schuld, wenn Sean der Katholik den protestantischen William abknallt (Nordirlankonflikt) dann ist das Christentum natürlich wieder unschuldig?
Wer sagte das so, innerhalb dieser Diskussion? Wie kommst du auf diesen Vergleich? Bezug bitte. Ansonsten: Unsachlich, unsachlich.
Zyklotrop schrieb:Macht es einen Unterschied ob der "Sprengmeister" katholischen, protestantischen oder islamischen Glaubens ist?
Zyklotrop schrieb:Ist ein Terroranschlag im Baskenland weniger Terror als einer in Syrien?
Nein. Worauf willst du hinaus?
Zyklotrop schrieb:Oder sind am Ende garnicht die Ideologien die die Schuld haben, sondern der Mensch, der sie missbraucht?
Fragen über Fragen.
Lese ich am Schluss tatsächlich sogar so etwas wie Polemik bei dir heraus? Dabei ist doch doch gar nicht notwendig.^^


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Schluss mit der Hetze gegen den ISLAM!

27.02.2015 um 21:12
@Krepitation
Warum hast du die anderen Fragen nicht beantwortet, vielleicht wäre es dann für dich etwas klarer geworden?


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27.02.2015 um 21:22
@Zyklotrop

Das brauche ich doch nicht, weil sich die Fragen doch für mich gar nicht stellten. Diese standen niemals zur Diskussion, weil alles was mit Terrorismus, Gewalt, Fanatismus und Fundamentalismus etc. zu tun hat, nicht richtig ist. Du wirst von meiner Seite an keiner Stelle etwas anderes zu lesen bekommen, wenn es konkret zu solchen Fragen kommt.

Auch hinterließ ich zu keiner Zeit einen Hinweis auf solche Behauptungen, das eine wäre besser, schlechter, der oder das ist unschuldiger usw. usf.
Du bist es, der das jetzt gerade versucht zu suggerieren. Nicht etwa ich.


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27.02.2015 um 21:26
@Krepitation
Wenn es Terroristen unter dem Mäntelchen jeglicher Ideologie gibt, was liegt dann näher:
a) jegliche Ideologie begünstigt den Terrorismus
b) Menschen sind in der Lage jegliche Ideologie für ihre Zwecke zu missbrauchen


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27.02.2015 um 21:28
@Zyklotrop

Selbstverständlich b).

Fühlst du dich jetzt besser?


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27.02.2015 um 21:29
@Krepitation
Dank dir werd ich heute Nacht ganz ruhig schlaen können.
Danke dafür.


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27.02.2015 um 21:29
@Zyklotrop

GUT! :D


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10.03.2015 um 16:43
Raed Saleh, SPD Politiker in Berlin, will wohl seine Politkarriere beerdigen.
"Kirchensteuer für Muslime einführen" - Vorschlag von Berliner SPD-Politiker

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus, Saleh, fordert eine neue Steuer für deutsche Muslime. Man müsse darüber nachdenken, ob man eine Art Religionssteuer nach dem Vorbild der Kirchensteuer einführe, sagte Saleh dem ARD-Fernsehen. Auf diese Weise könnten hier lebende Muslime ihre Gemeinde mitfinanzieren. Zugleich sprach sich der Sozialdemokrat gegen eine Unterstützung durch ausländische Geldgeber aus. Wenn Geld aus dem Ausland an muslimische Gemeinden hierzulande fließe, dann bedeute dies immer auch eine Einflussnahme aus dem Ausland. Das könne man nicht wollen, betonte Saleh.
http://www.deutschlandfunk.de/kirchensteuer-fuer-muslime-einfuehren-vorschlag-von.353.de.html?drn%3Anews_id=460696

Legt sich eiskalt mit der Ditib/Erdogan/AKP? Anhängern an.


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10.03.2015 um 17:49
@kofi
in unseren neuen islamgesetz wurde auch die finanzierung aus dem ausland untersagt.


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10.03.2015 um 18:03
@interrobang

Okay. Ich weiß nicht wie die Zusammensetzung des österreichischen Parlamentes aussieht bzw. wie die einzelnen Bevölkerungsgruppen in den Parteien organisiert sind.

"Finanzierung aus dem Ausland" behaupte ich mal spontan, betrifft gerade die türkischstämmigen Moscheegemeinden in Deutschland. Aber zahlreiche ihrer Mitglieder sind Mitglieder von SPD und Grünen, als auch CDU/CSU oder FDP.

Und ein neues Gesetz ist ja jetzt was, was innerhalb der Regierungskoalition bzw. innerhalb der Parteien besprochen und ausgehandelt werden muss. Oder zumindest Mehrheiten finden muss.

Das wäre natürlich das allerbeste Zeichen, wirklich krass vorbildlich, würde gerade die oder ein Teil der türkischen communities innerhalb der Parteien solch ein Gesetz mittragen. Und die türkischstämmige Wählerschaft außen davon überzeugen, mitzumachen.

Aber ich rechne stark mit einem Veto. Gerade von jenen, die es nunmal auch gibt, die der Erdogan AKP nahe stehen.


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interrobang
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Schluss mit der Hetze gegen den ISLAM!

10.03.2015 um 18:51
@kofi
Kanzler und Präsident sind Rote. Allerdings sind die mit der ÖVP in einer Koalition. Und der was das Gesetz gemacht hat war glaub ich unser Minister Für Äuseres und Integration und der gehört zu den schwarzen.

Hier was zum Gesetz:
http://derstandard.at/2000006059855/Islamgesetz-mit-deutschem-Koran-Recht-auf-Seelsorge-und-Speisevorschriften

Und Erdogan schiesst natürlich :D
http://www.krone.at/Oesterreich/Erdogan_kritisiert_oesterreichisches_Islamgesetz-Widerspricht_EU-Story-441491


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Schluss mit der Hetze gegen den ISLAM!

14.03.2015 um 16:57
@interrobang

Okay. Die Tage beschäftigen Deutschland ja ganz andere Dinge. Eine Herzensangelegenheit der Muslime ist ja nach wie vor das Kopftuch im Öffentlichen Dienst. Ob als Polizistin, Soldatin oder eben Lehrerin. Oder wenn auch nur als Sachbearbeiterin beim Ordnungsamt oder im Rathaus.

Der Streit geht in die eine als auch in die andere Richtung. Lale Akgün, Muslimin und SPD Politikern hat dazu ein paar Worte verloren.
Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts gegen ein pauschales Kopftuchverbot für Lehrerinnen bezeichnete Lale Akgün als "leider kein weises Urteil". "Eine Lehrerin mit Kopftuch ist für mich nicht mehr religionsneutral", sagte die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete im DLF. Solch ein Gesetz werde die Gesellschaft weiter polarisieren.

"Ich fürchte, die Richter haben ein Urteil gefällt, weil sie meinen, sie müssten nun auch auf den Zug aufspringen, dass der Islam zu Deutschland gehöre", sagte Lale Akgün. Das Kopftuch sei einst vom politischen Islam bewusst als Zeichen des Islam konstruiert worden, erklärte die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete, die selbst dem muslimischen Glauben angehört. "Es war nie das Symbol einer normalen gläubigen Frau." Die deutsche Gesellschaft habe sich aber daran gewöhnt, nur die Frauen mit Kopftuch als Muslimas zu erkennen. Das Schema "ohne Kopftuch kein Islam" bezeichnete Akgün als weit verbreiteten Denkfehler.

Das Kopftuch werde in erster Linie nicht getragen, um sich als Muslimin erkennen zu geben, sondern - zurückzuführen auf den Koran - um sich vor den Blicken der Männer zu schützen. Insofern gehe es bei dem Kopftuch "immer darum, die Frau aus der Gesellschaft irgendwie auszuschließen."

Eine mit Kopftuch unterrichtende Lehrerin bezeichnete Akgün als "nicht mehr religionsneutral".

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Das Interview in voller Länge:

Thielko Grieß: Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat sich gestern korrigiert. Bundesländern ist es künftig nicht mehr erlaubt, ihren Lehrerinnen pauschal zu untersagen, ein Kopftuch zu tragen. Das sei ein unzulässiger Eingriff in die Glaubensfreiheit der Beamtinnen. Das Bundesverfassungsgericht hatte vor zwölf Jahren noch anders geurteilt und es den Bundesländern freigestellt, so ein Verbot auszusprechen.

Nun aber sollen pauschale Verbote nur noch dann zulässig sein, wenn der Schulfrieden konkret gefährdet werde. Ebenso, meinen die Richter in Karlsruhe, ist es künftig unzulässig, christliche Symbole in irgendeiner Weise zu bevorzugen.

Am Telefon begrüße ich jetzt Lale Akgün, ehemalige Bundestagsabgeordnete der SPD, einstige Islambeauftragte ihrer Fraktion und heute in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalens für internationale Angelegenheiten zuständig. Frau Akgün, schönen guten Morgen!

Lale Akgün: Guten Morgen!

Grieß: Als die Richter in Karlsruhe gestern zum Urteilsspruch ihre eigene rote Kopfbedeckung abgesetzt hatten, haben Sie danach aus ihren Mündern ein weises Urteil gehört?

Akgün: Leider nein. Ich habe nur gehört, dass der politische Islam seine vor 40 Jahren kreierte Konstruktion von diesem Kopftuch, was kein bisschen Haar sehen lässt, endlich auch in Deutschland in die Amtsstuben reinbekommen haben.

"Eine Lehrerin ist eine besondere Person"

Grieß: Folgen die Richter hier einem vermeintlichen politischen Zeitgeist der politischen Korrektheit?

Akgün: Ich fürchte, ja. Ich fürchte, die Richter haben ein Urteil gefällt, weil sie meinen, sie müssten jetzt auch auf den Zug aufspringen, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Aber die Frage ist doch, welcher Islam gehört zu Deutschland, und gehört das Kopftuch so zu Deutschland. Ich verstehe auch die ganzen Jubelschreie nicht über die Freude, dass endlich, endlich Lehrerinnen mit Kopftuch junge Mädchen, Jungen unterrichten dürfen. Eine Lehrerin ist eine besondere Person, ist eine Lehrperson. Was für ein Signal geht von einer Lehrerin aus, die vor der Klasse verhüllt, Hals, Kopf, alle Haare zu, unterrichtet?

Grieß: Also wenn ich Sie richtig verstehe, dann gehört der sogenannte, ich nenne ihn jetzt mal so, Kopftuch-Islam nach Ihrer Lesart nicht zu Deutschland, wohl aber der Islam Lale Akgüns?

Akgün: Wenn Sie den liberalen Islam, der mit der Zeit gehen will und der bereit ist, auch sich den Gegebenheiten einer modernen Gesellschaft anzupassen, als Lale-Akgün-Islam bezeichnen, dann gehört dieser Islam zu Deutschland.

"Das Kopftuch war nie ein Symbol des normalen, gläubigen Menschen"

Grieß: Die beiden Klägerinnen haben zu erkennen gegeben, dass sie ihr Kopftuch gänzlich freiwillig tragen und sie das allenfalls als Kennzeichen ihrer Religion verstehen, das habe aber wohl nichts mit Unterdrückung zu tun.

Akgün: Was sie verstehen und was Wirklichkeit ist, sind zwei paar Schuhe. Ich weiß nicht, wer hinter den beiden Lehrerinnen steckt, wer sich bis zum Bundesverfassungsgericht durchgeklagt hat, aber eins weiß ich genau. Das Kopftuch ist von der Politik, vom politischen Islam zum Zeichen des Islam auserkoren worden. Das Kopftuch war nie ein Symbol des normalen, gläubigen Menschen oder einer gläubigen Frau. Und da setzt der Denkfehler auch ein in Deutschland. Der Denkfehler, zu denken, ohne Kopftuch kein Islam - wir müssen doch den Leuten ihre Religionsfreiheit zugestehen.

Grieß: Wollen Sie nicht einbeziehen, dass sich die Bedeutung eines solchen Symbols auch wandeln kann?

Akgün: Nein, das ist ja bewusst konstruiert worden. Ich erinnere mich an Demonstrationen in Köln von islamischen, politischen Verbänden, die noch vor 20 Jahren herumgebrüllt haben, das Kopftuch ist unsere Fahne, das Kopftuch ist unsere Ehre, das Kopftuch ist unser Symbol. Meinen Sie, diese Einstellung hat sich geändert? Ich meine, nein. Ich meine, diese Einstellung hat sich durchgesetzt. Das Problem ist, wir haben uns dran gewöhnt, nur noch die Frauen mit Kopftuch als Muslime zu erkennen oder zu identifizieren, und denken, Kopftuch gleich Islam.

"Es geht immer darum, die Frau aus der Gesellschaft irgendwie auszuschließen"

Grieß: Was raten Sie jungen Musliminnen, die sich zu erkennen geben wollen als Muslimin. Was sollen sie tragen?

Akgün: Ich frage mich, ob man seine Religion immer zu erkennen geben muss. Auch das ist ein Vorstellung –

Grieß: Muss vielleicht nicht, aber darf man es nicht müssen können?

Akgün: Wieso dann nur die Frauen? Woran erkennen Sie denn einen muslimischen Mann auf der Straße?

Grieß: Über die reden wir gleich noch.

Akgün: Oder erwarten Sie, dass ein muslimischer Mann sich unbedingt zu erkennen geben muss, dass das wichtig ist? Ich glaube, Sie machen da an der Stelle folgende Logik, die gern hier in der Mehrheitsgesellschaft verbreitet wird. Das Kopftuch wird ja nicht getragen, um sich als Muslimin zu erkennen zu geben in der Gesellschaft – Achtung, hier kommt eine Muslimin. Das Kopftuch wird getragen, um sich vor den Blicken der Männer zu schützen. Das ist doch das, was eigentlich immer wieder propagiert wird. Schützt euch vor den Blicken der Männer. Es wird auf bestimmte Koranstellen hingewiesen, aus diesen Koranstellen lesen die Fundamentalisten heraus, die Frau muss sich bedecken. Und ich sage Ihnen, erst war ein Kopftuch nicht mehr genug. Dann kommen weitere Verhüllungen. Es geht immer darum, die Frau aus der Gesellschaft irgendwie auszuschließen.

"Der Staat ist neutral durch diejenigen, die den Staat repräsentieren"

Grieß: Aber noch einmal, Frau Akgün. Wenn wir eine Parallele ziehen zum Beispiel zum Tragen des christlichen Kreuzes - auch da gibt es immer wieder Wandlungen. Wenn ich jemanden sehe, der ein Kreuz um den Hals hängen hat, dann kann das unterschiedliche Bedeutungen haben. Ich kann es hier mit einem klerikalen Fundamentalisten zu tun haben oder mit jemandem, der ein Evangelium lebt, das liberal ist.

Akgün: Das ist richtig. Ich unterstelle auch, dass einige junge Mädchen experimentieren mit dem Kopftuch, Reaktionen austesten in der Gesellschaft, wieder das Kopftuch abnehmen. Aber wir reden hier von einer Beamtin. Wir reden hier von einem jungen Mädchen auf der Straße, wir reden von einer Beamtin mit einem appellativen Kopftuch vor der Klasse. Und wir reden davon, dass der Staat eigentlich religionsneutral sein muss. Der Staat ist aber ein abstraktes Gebilde. Der Staat ist neutral durch diejenigen, die den Staat repräsentieren. Und eine Lehrerin mit einem Kopftuch ist für mich nicht mehr neutral.

Grieß: Der Staat ist aber in Deutschland ohnehin nicht ganz religionsneutral. Wir alle kennen die Verwebungen zwischen Staat und Kirchen, zwischen Staat und Religionsgemeinschaften. Es gibt Religionsunterricht in der Schule. Ist das nicht auch ein Zeichen dafür und ein Sinn oder eine Begründung dafür, dass Religion in Schulen thematisiert werden sollte, auch vielleicht anhand von Kleidung?

Akgün: Dass in Deutschland der Staat nicht - oder religionsfreundlich ist, das ist sicherlich richtig. Aber ich komme noch mal zurück auf die Lehrerin. Die Lehrerin steht vor einer Klasse. Wir haben in Deutschland Schulpflicht, das heißt, jeder Mensch ist gezwungen, seine Kinder in die Schule zu schicken. Im Gegenzug garantiert der Staat Religionsneutralität den Familien gegenüber. Und auch - eine Lehrerin mit Kopftuch ist aber nicht mehr religionsneutral. Und sie wird nicht nur im Religionsunterricht vor der Klasse stehen, sondern, so wie ich es verstanden habe, in Zukunft auch Deutsch, Mathematik, Englisch unterrichten. Was macht eigentlich eine Kopftuch-Lehrerin, die ja ihre Reize verhüllen will, die sich anders geben will als das, was eigentlich für unser Verständnis von der Gleichheit von Mann und Frau ist, wenn sie im Deutschunterricht eine Liebesszene mit den Kindern durchgehen möchte? Was ist, wenn sie über sexuelle Beziehungen von Mann und Frau reden möchte? Was macht eine Biologielehrerin mit Kopftuch?

"Diesen Widerspruch müssen wir eigentlich sehen und thematisieren"

Grieß: Dann behält sie ihr Kopftuch auf dem Kopf und beruft sich auf den liberalen Islam nach Ihrer Lesart, Lala Akgün, und geht genau das durch, den Sexualunterricht.

Akgün: Ja, aber das ist mit dem Frauenbild eigentlich, was sie da schriftlich vermittelt - also, sie unterrichtet was anderes, als was sie selbst appellativ nach vorne trägt. Diesen Widerspruch müssen wir eigentlich sehen und thematisieren. Wie müssen vieles thematisieren. Ich meine, jetzt ist das so entschieden, und wer weiß, was in zehn Jahren sein wird, welche Entscheidungen dann kommen. Aber ich finde es wichtig, auch diese Dinge zu sehen. Wir müssen auch sehen, dass leider so ein Gesetz eigentlich noch mehr die Gesellschaft polarisieren wird. Es werden ja die Eltern nicht klagen, die werden ihre Kinder einfach aus Schulen herausnehmen und woanders anmelden. Das wird noch einmal eine Veränderung in den Zusammensetzungen der Schulen nach sich ziehen. Ich sehe auch nicht das Problem in bestimmten Stadtteilen, wo Eltern auch nicht dem Einfluss bestimmter orthodoxer, politischer islamischer Richtungen unterworfen sind. Ich sehe das Problem vor allem in den Stadtteilen, wo eh Moscheevereine versuchen, Einfluss auf Eltern zu nehmen. Und jetzt ist sozusagen, die Schule wird zu einer Verbündeten dieser Moscheevereine.

Grieß: Sagt Lale Akgün von der SPD, früher Islambeauftragte ihrer Fraktion im Deutschen Bundestag, heute in der Staatskanzlei in Nordrhein-Westfalen. Sie hält das Urteil aus Karlsruhe zum Kopftuchtragen von Lehrerinnen von gestern für ein Fehlurteil. Danke für das Gespräch, Frau Akgün!

Akgün: Gerne!

Grieß: Ein schönes Wochenende wünschen wir.

Akgün: Danke!
http://www.deutschlandfunk.de/kopftuch-urteil-ich-verstehe-auch-die-ganzen-jubelschreie.694.de.html?dram%3Aarticle_id=31...


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kusamak
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15.03.2015 um 09:31
@kofi
Da bin ich anderer Meinung als Akgün. Wenn eine Muslima sich mit einem Kopftuch in der Öffentlichkeit sicherer fühlt, weshalb sollte man ihr das verbieten? Sie macht es ja freiwillig, keiner zwingt sie dazu. Ich rede jetzt hier von Bildungsbürgern, die eine selbstbestimmte bewusste Entscheidung trafen.
kofi schrieb:Eine mit Kopftuch unterrichtende Lehrerin bezeichnete Akgün als "nicht mehr religionsneutral".
Eine Lehrerin mit einem Kreuz als Anhänger einer Halskette ist genauso wenig religionsneutral.

Wenn die Diskussion schon geführt werden soll, dann bitte konsequent zuende gedacht.


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15.03.2015 um 11:09
@kusamak
@kofi
kusamak schrieb:Eine Lehrerin mit einem Kreuz als Anhänger einer Halskette ist genauso wenig religionsneutral.
Als ob du selbst nicht weißt, wie sehr der Vergleich hinkt?
Ein kleiner, unscheinbarer, in 99,9% der Fälle unter der Kleidung versteckter Anhänger - oder ein Kopftuch?? Am besten noch eine Burka..

Ich schließe mich Akgün voll an, ein gutes Interview. Akgün beschreibt die Rolle des Kopftuchs auch absolut korrekt.
Der politische Islam hat es geschafft die Frau so sehr in ihre Schranken zu weisen, dass die Betroffenen selbst dieses Werkzeug als Teil ihrer Selbstbestimmung ansehen und der Westen es sowieso als Religionsfreiheit abfeiert.

Jahrhunderte, gar Jahrtausende, hat es gebraucht und noch mehr Blut, bis sich Europa endlich von den Ketten des Christentums lösen konnte...
Und jetzt lässt man hier unter dem Deckmantel der unendlichen Toleranz das nächste fliegende Spaghettimonster gewähren..


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15.03.2015 um 12:11
@kusamak
kusamak schrieb:Eine Lehrerin mit einem Kreuz als Anhänger einer Halskette ist genauso wenig religionsneutral.
wir sind hier in D.
und da tragen einige das kreuz.
(manche auch ein schweres, wenn du das verstehst)

kopftücher sind eben nicht so ganz "in"...

;-)


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