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Reden Ärzte Klartext?

49 Beiträge, Schlüsselwörter: Krebs, Krankenhaus, Arzt, Ärzte

Reden Ärzte Klartext?

09.05.2019 um 15:05
@Goldfuss

Du erlebst da gerade ja einen absoluten Alptraum! Offenbar bekommen dein Freund und du nicht gerade die Hilfe und Unterstützung, die ihr jetzt so dringend benötigt.

Wenn sich deine Schwiegermutter für maximale Therapie entschieden hat, dann ist das nun mal so ihr Wunsch und sie lebt nun mit den Konsequenzen. Von außen ist auch überhaupt nicht einzuschätzen, wie die ganzen Symptome zu bewerten sind, die du beschreibst. Sie können Nebenwirkungen der Immuntherarie oder der Symptombehandlung sein. Oder zu den Grunderkrankungen gehören.

War denn schon einmal im Gespräch, deine Schwiegermutter auf eine Palliativstation zu verlegen? Oder ist zumindest das Palliativteam des Krankenhauses eingeschalten? Damit wäre zumindest erst einmal dafür gesorgt, dass sie die optimale Symptomkontrolle erhällt. Das kann durchaus parallel zur Immuntherapie laufen. Ich würde den Ärzten da ja mal sowas von auf die Pelle rücken, dass die in die Pötte kommen!

Zum Thema Hospitz: Tolle Idee, die meisten Hospitze haben aber ellenlange Wartelisten und es gelten bestimmte Aufnahmebedingungen, z. B. darf keine medikamentöse, kurative Therapie mehr am laufen sein. Hospitze begleiten den letzten Weg. Mach dich mal im Netz schlau. Du wirst da super beraten.

Darf ich mal fragen wie alt du, deinen Freund und deine Schwiegermutter sind?


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09.05.2019 um 16:18
off-peak schrieb:Und das eigentliche Problem wäre ...?
Meiner Meinung nach ihre Angst vor dem Sterben...
off-peak schrieb:Bist Du sicher, dass nicht Du das eigentliche Problem hast?
Nein bin ich nicht. Ich weiß dass ich damit irgendwie komisch umgehe, deshalb versuche ich mit der KH Seelsorgerin erstmal einen Termin für mich, danach für meinen Freund und seine Mutter (wenn es beide wollen) auszumachen
off-peak schrieb:Du hilfst ihr am besten, indem Du sie so leben (und sterben) lässt, wie sie es möchte, nicht, wie Du meinst, dass es gut für Dich wäre.
Ich finde gut wie hart du das formulierst... Du hast natürlich Recht. Ich bin wohl einfach sehr egoistisch grade...weil ich denke dass ich es besser weiß was gut für sie ist...
MauraIsles schrieb:Keiner, der jemals in der Lage war, kann das nachvollziehen, was in einem vorgeht! Und niemandem steht das zu, seine Befindlichkeiten, diese Situation betreffend, über die des eigentlichen Patienten zu stellen.Klar leidet das Umfeld, hat Umstände..das ist mit Sicherheit auch deiner Schwiegermutter bewusst, und das macht für sie alles noch schlimmer. Wenn sie doch noch Therapie will, und das sogar ausdrücklich in der Patientenverfügung bei vollem Bewusstsein so gewünscht hat, dann gebt ihr doch einfach das Gefühl, dass ihr sie nicht aufgebt. Unterstützt sie, auch wenn ihr wisst, dass die Zeit begrenzt ist. Oder grade weil ihr das wisst.
Das versuchen wir auch. Es ist nur sehr schwer. Wir versuchen mit ihr zu lachen, ihr Dinge zu erzählen. Aber sie ist total abwesend. Weist du wie genau wir am Besten für sie da sein können?
Ich hoffe dir geht es wieder gut. Und bestimmt wird so eine Situation niemand verstehen können der sie nicht selbst erlebt hat. Ich will meine Bedürfnisse auch nicht über ihre stellen, ich versuche nur irgendwie mit der Situation umzugehen...
Siboah schrieb:War denn schon einmal im Gespräch, deine Schwiegermutter auf eine Palliativstation zu verlegen? Oder ist zumindest das Palliativteam des Krankenhauses eingeschalten?
Noch nicht. Sie soll in ein paar Tagen in Kurzzeitpflege und dann in ein Pflegeheim...
Siboah schrieb:Zum Thema Hospitz: Tolle Idee, die meisten Hospitze haben aber ellenlange Wartelisten und es gelten bestimmte Aufnahmebedingungen, z. B. darf keine medikamentöse, kurative Therapie mehr am laufen sein. Hospitze begleiten den letzten Weg. Mach dich mal im Netz schlau. Du wirst da super beraten.
Dann dürfte man diese Therapie wohl gar nicht anfangen und ihr nur noch Schmerzmittel und Flüssignahrung geben oder? Dann hat sich das mit dem Hospiz erstmal auch erledigt und jetzt verstehe ich wieso sie in ein Pflegeheim und nicht in ein Hospiz kommen soll.
Siboah schrieb:Darf ich mal fragen wie alt du, deinen Freund und deine Schwiegermutter sind?
Ich bin 20, mein Freund 31 und seine mutter müsste 58 oder so sein, um die 60


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Reden Ärzte Klartext?

09.05.2019 um 16:49
@Goldfuss
Das Problem ist, du meinst zu wissen, was das beste für deine Schwiegermutter ist. Da sie noch selbst entscheiden darf, ist es alleine ihre Sache, was sie will, oder nicht.
Seid für sie da, auch wenn sie abwesend wirkt, erwartet nicht, dass sie sich so und so verhält oder diese und jene Entscheidung für euch nicht nachvollziehbar trifft. Seid da und erfüllt ihr die wünsche, die sie hat. Du sagst, es sei dein Egoismus.... Steck mal zurück. Ihr leidet unter der Situation, denk mal, ihr gehts auch nicht so pralle gerade. Ein bisschen weniger an euch denken, vielleicht ist es dann auch für euch leichter. Ich wünsche deiner Schwiegermutter, dass sie wenn es Zeit wird, friedlich gehen kann.


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10.05.2019 um 06:47
@Goldfuss
Danke, mir geht es wieder gut. Es ist heute ja wirklich schon sehr vieles möglich, und zurückblickend hat mir das Vertrauen in die Ärzte sehr viel geholfen. Alles infragezustellen hätte mich wohl eher verunsichert. Weil, was bringen einem Laien verschiedene Expertenmeinungen??

Also, wie @Mrs.Rollins sagt, seid für die Schwiegermutter da, gebt ihr das Gefühl, dass ihr sie in ihren Wünschen unterstützt, was sie am wenigsten brauchen kann, ist Unsicherheit und schlechtes Gewissen wegen ihrer Entscheidung.

Was du von den Besuchen bei ihr beschreibst, hört sich doch gut an! Macht das weiter so, ich bin sicher, damit helft ihr am allerbesten.


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10.05.2019 um 06:49
Erfahrungen hab ich viele gemacht mit Ärzten. Wenn man sie nach ihrer ehrlichen Prognose fragt, dann geben sie die auch ohne Umschweife


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10.05.2019 um 13:40
Goldfuss schrieb:Der Nachteil sind unzählige Nebenwirkungen: Ihre MS kann ausbrechen
Ach Gottachgott... Lass die erst mal "ausbrechen" (Du meinst wohl ein Rezidiv, einen Schub). Das ist ein Kinkerlitzchen im Vergleich zu dem, was der Krebs mit ihr macht. Also, das schärfste Geschütz auf den stärksten Feind richten.

Das ist der Krebs, nicht die MS. Hernach kommt die Epilepsie (und immer noch nicht die MS). Falls die Dame den Krebs besiegen kann, wird ihr eine paretische Hand schnurzegal sein, und zwar zu Recht.

Entmutigt sie doch nicht!
Goldfuss schrieb:Als ich den Arzt gefragt habe ob diese Therapie noch Sinn macht sagte er: "Ob es Sinn macht ist egal, die Patientin wollte es so." Wow...
Ich komme mir irgendwie total verarscht vor und glaube einfach, dass meine Schwiegermutter schon gar nicht mehr in der Lage ist zu verstehen was diese Therapie an zusätzlichen Qualen bedeutet und dass sie alles nur rauszögert. Wieso wird so was, so schwerkranken Patienten überhaupt noch angeboten? Keiner glaubt mehr an eine Wunderheilung.
[...]
Wir haben zwar schon gebucht, es wäre für mich aber kein Problem den Urlaub ausfallen zu lassen. Noch dazu bin ich ab Mitte Juli nur noch an Wochenenden zuhause weil ich bei der Polizei anfange. Was ist wenn sie genau dann verstirbt?
Ach herrje, sei bitte vorsichtig mit solchen Äußerungen! Sie kommen ganz komisch rüber, zumal wenn "Argumente" angeführt werden wie "Urlaubsplanung" und "Jobbeginn". Tut mir leid es so zu sagen, aber für mich hört es sich so an, als sei Dir ein Ende mit Schrecken deutlich lieber als ein Schrecken mit ungewissem Ende, das terminlich unpassend sein könnte. Stirb bitte jetzt, später wird es mit den geeigneten Terminen schwierig...
Goldfuss schrieb:Mir geht es mit der Situation nämlich auch nicht gut, weil ich das Gefühl habe, es nicht alleine stämmen zu können, mich dafür aber verantwortlich fühle. [... ]Ich bin wohl einfach sehr egoistisch grade...weil ich denke dass ich es besser weiß was gut für sie ist...
Jeder stirbt nur einmal. Man sollte den Leuten nicht hineinreden, weder was die Beurteilung ihres Zustands anbelangt noch hinsichtlich ihrer Wünsche. Als MS-Patientin hat sie zu kämpfen gelernt. Solche Leute werfen nicht einfach die Flinte ins Korn und sterben am Wunschtermin.


Außerdem kann kein Arzt prognostizieren und erst recht kein Laie beurteilen, wie sich so eine komplexe Polymorbidität entwickelt. Ich habe gerade einen Patienten in der Familie, der sich bei einem Treppensturz mehrere Halswirbel sowie fünffach Schädel/Schädelbasis gebrochen und die spektakulärsten Hirnblutungen zugezogen hat - epi- und subdural beidseitig (coup und contre-coup), subarachnoidal und ICB mit anschließendem Hirnödem und Koma. Der Patient ist Mitte 60. Begreiflicherweise waren die Ärzte ÄUßERST vorsichtig in ihren Äußerungen mit spürbarer Tendenz hin zu "machen Sie sich auf das Schlimmste gefasst". Elf (!!!) Wochen später ist der Verunfallte praktisch wieder arbeitsfähig ohne den Hauch eines Überbleibsels.

In der Medizin gibt es nichts was es nicht gibt.

Alles Gute für Deine Schwiemu. Drück ihr lieber alle Daumen und versuch, ihr Mut zu machen. SIE will leben. DU jedoch scheinst mit der Situation überfordert zu sein.


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10.05.2019 um 18:18
Natürlich, ich versteh es nur nicht :D


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10.05.2019 um 22:46
Goldfuss schrieb am 06.05.2019:Nun mein Problem: Die Ärzte versuchen das alles immer noch hinzubiegen. Klar das müssen sie auch, aber auf die Frage wie es um sie steht, bekommt man immer nur die Antwort, dass es ihr gut geht. Gut sieht für mich allerdings anders aus. Ich wünsche mir einfach dass die Ärzte mal Klartext reden, aber wieso wird das nicht gemacht?
Ist Dir vielleicht schon mal der Gedanke gekommen das die Ärzte Euch und gerade Dir keine Auskunft geben dürfen? Man nennt es Ärztliche Schweigepflicht. Der Arzt darf nur mit Euch reden wenn Deine Schwiegermutter es erlaubt oder nicht mehr in der Lage ist selber zu entscheiden und auch dann eigentlich nur wenn ihr als diejenigen angegeben seid die Entscheidungen treffen dürfen. Ansonsten macht sich der Arzt soweit mir bekannt ist strafbar. Seit dem Datenschutzirsinn aus dem letzten Jahr sind da viele auch besonders vorsichtig geworden.


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Reden Ärzte Klartext?

11.05.2019 um 17:55
Ein Arzt ist kein Hellseher ... Ich hatte eine total liebe Freundin, Mutter von vier Kindern, die an metastasierendem Darmkrebs erkrankte und eines Tages "austherapiert" war - sie hatte Knochenmetastasen, Lungenmetastasen ... Sie kam nach Hause um zu sterben und hatte, auf die Bitte nach einer ehrlichen Prognose gesagt bekommen "Tage, mit Glück Wochen, eventuell auch noch wenige Monate). Sie wollte noch möglichst viel Zeit mit den Kindern zu verbringen und - der Krebs stoppte für ein Jahr. Völlig abrupt. Ohne rationale Erklärung. Ohne Therapie. Die Werte verschlechterten sich nicht mehr. Die Metastasen wuchsen viel langsamer. Gerade, als alle hofften, dass hier ein Wunder passiert sein könnte war es so, wie wenn er in einer riesigen Welle wiederkam und sie in wenigen Tagen dahinraffte.

Krebs ist nichts lineares. Bei solchen Sachen schwingt sehr oft mit, wie man selbst denkt, dass man handeln würde.


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