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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

96 Beiträge, Schlüsselwörter: Tod, Tote, Gutes, Über Die Toten
Dr.Precht
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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

19.04.2012 um 02:18
@tic
Deine Meinung zur Frage im Titel ist, dass wir nur gut über die Toten sprechen aus Respekt. Gleichwohl sieht das realiter anders aus. Den Toten wird wahrlich Respekt gezollt, den Lebenden jedoch weniger und seltener. Aus deinem Beitrag ließe sich also das Fazit schließen, dass der Respekt dem Todsein gilt, nicht den Menschen - denn die Menschen werden schließlich unterschiedlich respektvoll behandelt, je nachdem, ob sie tot sind oder nicht.


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tic
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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

19.04.2012 um 02:28
@Dr.Precht
Naja, wenn einer tot is und es wird nur schlecht von ihm geredet kann er sich ja nich wehren ....
genau so als wenn man über Freunde schlecht redet die grad woanders sind,
ich binn kein Mensch der einfach über jeden herzieht ! egal ob tot oder nich ... meine Aussage gillt den Menschen und dem Respekt vor ihnen einfach nicht schlecht von ihnen zu reden wenn sie nicht anwehsend sind oder halt tot ...


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Dr.Precht
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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

19.04.2012 um 02:43
@tic
Das Recht sich zu einem Sachverhalt zu äußern, der einen selbst negativ betrifft, sprichst du also jedem Menschen zu? Finde ich lobenswert wenngleich es nicht die Regel ist, dass die Leute das tun.

Empfindest du es im Gegenzug nicht wichtig, dass wir über andere Menschen meckern, meckern können?


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tic
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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

19.04.2012 um 02:53
@Dr.Precht
Jeder Mensch meckert über seine Mitmenschen, das is ja nur natürlich.
Aber, wenn ich über jemanden anfang zu meckern tu ich es so als wenn die Person anwesend wäre, das ist Fakt !

Ich halte es für durchaus wichtig weil so manch einer seine Fehler nicht aufgezeigt bekäme aber es muss seine grenzen haben, ich würd "meckern" durch "reden" ersetzen und nur im aller schlimmsten Fall meckern.


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Dr.Precht
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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

19.04.2012 um 02:57
@tic
Ich meinte auch viel mehr, ob es für die meckernden Personen wichtig ist, dass sie die Möglichkeit zum Meckern haben. Um sich dadurch gut zu fühlen, besser zu fühlen als andere Menschen.

Die Annahme beruht unter anderem hierrauf:
Wikipedia: Theorie_des_sozialen_Vergleichs


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tic
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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

19.04.2012 um 03:13
@Dr.Precht
bin zu müde um Wiki zu Lesen ....
Ich denke schon das es für sie sehr wichtig ist. Wenn man etwas darstellt im Leben ist es für solche doch auch ein Riesen Spass inner gruppe zu stehen und über eine einzelne Persohn herzuziehen, das stärkt ja auch den Gruppen zusammenhalt... (allein sind sie ganz ganz klein)
In meinen Augen macht sie das aber alles andere als besser so wie sie selbst über sich meinen! was feigeres gibt es für mich nicht ! Ich persöhnlich hasse solche Menschen und breche den kontackt zu solchen immer ab.


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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

19.04.2012 um 03:48
wenn ich mal tot bin,kann man über mich erzählen was man will,denn dann wird das wohl mein kleinstes problem sein.
aber mit dem tod eines menschen sind auch alle seine eigenschaften,sein wirken und seine weltanschauungen gestorben.es macht also auch keinen sinn sich das maul darüber zu zerreissen,weil....wen kümmerts noch?


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solitär
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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

19.04.2012 um 12:44
Dr.Precht schrieb:Bei Hitler bleibt das nicht aus, ihn verwendet man um die Nachwelt vor einer Wiederholung der einst durch ihn in Gang gesetzten Ereignisse zu bewahren.
Das ist so nicht ganz korrekt.
Die Person Hitler wird nicht verwendet, sie steht nur für das was sie verbrochen hat.
Und seine Taten sprechen für sich, da braucht man ihn nicht zu verwenden, der bleibt einfach ein Arschloch.

Jeder kulturell aufgeschlossene Mensch sollte einsehen, dass diese beispiellose Menschenverachtung und der Größenwahn seinerseits keiner Verwendung zur Abschreckung bedarf, sondern einfach überhaupt nicht menschlich und moralisch richtig sind.

Neo-Nazis beten den Deppen zwar noch immer an und würden wahrscheinlich nicht über ihn lästern, aber Menschen die von dieser falschen Gesinnung so sehr verblendet sind, dass sie die Verbrechen die hinter dem Nationalsozialismus stehen nicht erkennen können, sind wohl keine Beispiele für kulturell aufgeschlossene Menschen.


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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

19.04.2012 um 13:47
De mortuis nil nisi bene?Immer wieder hört man das lateinische Zitat „de mortuis nil nisi bene...“ – und dieser meist völlig falsch verstandene klassische Satz des Chilon von Sparta wird gerne so übersetzt, als ob man von Verstorbenen nur Gutes erwähnen dürfe: „von Toten (soll man) nur Gutes (reden)“.
Eine solche Wiedergabe im Deutschen ist jedoch völlig sinnentstellend, sie läuft nämlich der eigentlichen und gemeinten Bedeutung zuwider, wie gleich anhand einiger grammatikalischer Hinweise erläutert werden wird. Jene falsche, aber durchaus übliche deutsche Übersetzung „von Toten (soll man) nur Gutes (reden)“ käme im übrigen auch noch einer heuchlerischen, verlogenenen Geschichtsfälschung einerseits und einer Verhöhnung der eventuell Geschädigten andererseits gleich. Sie wäre folglich schlicht unmoralisch.

Wir brauchen nicht erst an die großen Verbrecher der Weltgeschichte (Hitler, Stalin, Pol Pot, Saddam Hussein) zu denken, um zu wissen, daß dieses klassische Zitat offenbar seine innere Grenze hat, (philo-)logisch grammatikalisch wie auch inhaltlich moralisch. Wir brauchen uns nicht erst all die kleineren Verbrecher unserer Tage ins Gedächtnis zu rufen wie den Schüler Tim Kretschmer, jenen Massenmörder von Winnenden, oder wie den Rentner Hans Pytlinski, jenen vierfachen Mörder von Schwalmtal, um zu wissen, daß es falsch sein kann, über Tote gut zu sprechen. wenn solche Unmenschen einmal tot sind, wird man von ihnen (nur) schlecht sprechen, zu recht.

Richtig übersetzt bedeutet der Satz „de mortuis nil nisi bene...“ in Wahrheit nämlich folgendes: „von den Toten nichts außer auf gute Weise“, das lateinische bene ist ein Adverb und kennzeichnet die Art des Sprechens als gut im Sinne von moralisch richtig, was philologisch zunächst folgende Interpretationen zuläßt:

Wenn man über einen Toten nichts Gutes zu berichten weiß, sollte man schweigen, oder
man darf zwar auch Verstorbene kritisieren, doch dies auf eine faire, gerechte Weise (da sie sich nicht mehr verteidigen können).
Gemeint ist also: in einer wohlwollenden Weise gerecht. Man soll nicht voller Haß von Toten sprechen – dann eben sollte man lieber schweigen – und vor allem soll man berücksichtigen, daß sie nicht mehr Stellung nehmen, korrigieren und sich verteidigen können. Daß man nichts Unwahres von Toten spricht, das setzte Chilon von Sparta – als vorsokratischer Philosoph – ohnehin als selbstverständlich voraus.

Diese Überlegungen sind recht eindeutig durch die Grammatik gestützt, denn die Wörter „nil“ (= „nihil“, nichts) sowie „bene“ (Adverb zu „bonus“ = gut) sind hier nicht Objekt der Rede, sondern bezeichnen die Art der Rede, die Sprechweise. Würde man die übliche deutsche (falsche) Übersetzung nämlich zurück ins Lateinische übersetzen, dann würde der Satz ganz anders lauten müssen: „de mortuis nullum nisi bonum...“, das deutsche Wort „nichts“ und das deutsche Wort „Gutes“ wären dann Objekte und Inhalte des Sprechens. Dann erst würde man sagen können: „Sprich über Tote nichts außer Gutem“ (wörtlich: „nichts wenn nicht Gutes“). – Man sieht sofort, daß Chilon es so gar nicht gesagt und folglich auch nicht gemeint hat. Das Griechische und das Lateinische sind hier wesentlich präziser in der Grammatik als wir es heute in der deutschen oder gar der englischen Sprache gewohnt sind. Chilon unterschied noch klar zwischen Form und Inhalt, und er sprach hier ganz eindeutig von der Form:

„de mortuis nil nisi bene...“
und nicht

„de mortuis nullum nisi bonum...“
Haben die Toten Böses getan, darf, soll und muß man vom Bösen sprechen, darf die Bosheit ihrer Taten weder vergeben noch vergessen. Das schuldet man den Opfern ihrer bösen Taten...

Dies gilt also vor allem für solche Unmenschen wie den hundertfachen Kinderschänder Gerold Ummo Becker, den ehemaligen Lehrer(!) und Leiter(!) der Odenwaldschule in Heppenheim-Oberhambach. Den Triebtäter und Massenmörder, der unzählige Seelen zerstört und ermordet hat. – Nein, über diesen Menschen ist nicht gut zu sprechen, auch dann nicht, wenn er nun verstorben ist. Er hatte zu Lebzeiten ausreichend Gelegenheit, zu bekennen, zu bereuen, oder auch klarzustellen und sich zu äußern... – all dies hat er nicht gemacht. Man kann ihm also gar nicht unrecht tun. Er hatte seine Chance und er hat sie vertan. Er hat sie ebenso vertan wie sein schmieriges, von niedrigsten Trieben und Instinkten, von Gewalt gegenüber Schutzbefohlenen, von einer ganz primitiven animalischen Form egozentrischer Fixierung gesteuertes Leben auch.


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blutfeder
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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

07.11.2012 um 13:08
http://www.shortnews.de/id/993127/Zynische-Spruche-zu-Todestagen-Anzeige-gegen-Kalender-von-Hamburger-Studenten

was haltet ihr davon?


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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

07.11.2012 um 13:19
Weil sie sonst einen in der Hölle verprügeln.
Hatten schon mehr Zeit eine Gang zu gründen.


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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

07.11.2012 um 14:30
"Mit seinem Tod schafft Hanns Martin Schleyer die Voraussetzung für die nach ihm benannte Mehrzweckhalle in Stuttgart"

Der SS-Untersturmführer S. war ab April 1943 im „Zentralverband der Industrie für Böhmen und Mähren“ u.a. für die „Arisierung“ der tschechischen Wirtschaft und die Beschaffung von Zwangsarbeitern für das Deutsche Reich zuständig - aber das habt ihr mal wieder glatt vergessen, liebe Studenten.


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Sile-
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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

07.11.2012 um 14:42
Der Tot beendet eine Existenz samt Erfahrungen dieser, daher ist der Tote an sich ein Unschuldiger, abgesehen davon hat der Tod die andauernde Reihe seiner Missetaten beendet, eine Diskussion über diese fortzuführen ist daher sinnlos. Seine guten Taten zu erwähnen lässt ihn im Gegensatz dazu als eine freundliche Persönlichkeit in unseren Gedanken weiterleben wodurch wir ein Ich dieser Person erschaffen welches nur gut ist.

Obwohl es Ausnahmen gibt, niemand scheut sich über Hitler o. Stalin zu sprechen und andauernd die schlechten Taten zu erwähnen, daher erscheint auch die Regel - über die Toten nur Gutes - lächerlich.


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myrna
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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

07.11.2012 um 17:17
Ich könnte mir vorstellen, dass das Phänomen, dass man über Tote nichts Schlechtes sagt, seinen Ursprung in alten Zeiten und damals üblichen (Aber)glauben hat. Man glaubte z.B. an sogenannte Wiedergänger, also an Tote, die ihr Grab verlassen und die Lebenden "besuchen". Da war es besser, wenn man sie nicht erzürnt, indem man schlecht über sie spricht. Wie schon gesagt, ich weiß es nicht sicher, aber es wäre vorstellbar, dass das von da herkommt.

Dass man sozusagen am offenen Grab nicht schlecht über Verstorbene spricht hat einfach etwas mit Pietät und Rücksichtnahme den Trauernden gegenüber zu tun. Aber andererseits finde ich, darf man die Wahrheit getrost sagen. Ich war mal auf einer Beerdigung, da wurde in der Grabrede des Pfarrers aus dem Verstorbenen ein Heiliger gemacht. Bei manchen Aussagen hätte ich am liebsten laut aufgelacht. Der Mann war nämlich nicht wirklich ein guter Mensch und ich weiß, dass seine Frau und sein Sohn sehr unter seinem tyranischen Wesen gelitten haben. Wenn ich heute mit dem Sohn und der Schwiegertochter spreche, dann wird er nicht gelobt, sondern da wird ganz sachlich darüber gesprochen, eben auch darüber, dass sein Sohn heute noch nicht alles verarbeitet hat, was sein Vater ihm angetan hat. Da muss man doch am Grab nicht das Blaue vom Himel runterlügen, das ist einfach lächerlich. Klar lästert man bei der Beerdigung nicht über den Verstorbenen ab, aber sowas brauchts auch nicht. Ich denke, da gäbe es wirklich einen guten Weg, ohne Lüge und Heuchelei.


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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

07.11.2012 um 18:53
Ich gehe mal davon aus, dass es mir total egal ist, was die Leute nach meinem Tod über mich sagen. Das ist mir ja schon als Lebender ziemlich wurst.


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blutfeder
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"Über die Toten nur Gutes", wieso?

08.11.2012 um 08:05
@myrna
da geb ich dir recht, man sollte wirklich nicht hingehen und alle möglichen gerüchte über den toten rausposaunen/erfinden aber das man einen heiligen aus ihm macht, ist noch schlimmer:
"Wer im Leben ein arschloch war ist im Tod immernoch eins"


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