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Unendlichkeit und Ewigkeit - können wir das überhaupt verstehen

224 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Universum, Zeit, Gehirn ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Unendlichkeit und Ewigkeit - können wir das überhaupt verstehen

gestern um 18:41
Der „Kreis“ ist seit jeher das Symbol für die „Unendlichkeit“ bzw. „Ewigkeit“.

So war ich auch von der Theorie des pulsierenden Universums (unendlich in der Zeit) überzeugt, die besagt, dass der Kosmos einem ewigen Kreislauf folgt.

1. Urknall (Big Bang): Das Universum entsteht und dehnt sich aus.
2. Stillstand: Die Schwerkraft bremst die Expansion irgendwann ab.
3. Großer Kollaps (Big Crunch): Das Universum zieht sich wieder zusammen, bis alles auf einen einzigen Punkt komprimiert ist.
4. Neuer Urknall (Big Bounce): Der Zyklus beginnt von vorn.

Nun ja, es scheint so, dass nach aktuellen Messungen (Stand 2026) die Theorie des pulsierenden Universums in ihrer klassischen Form nahezu widerlegt ist.

Die wohl gängigste Theorie ist „das unendliche Universum“ (Unendlich im Raum). Sie beschreibt, dass die „räumliche Unendlichkeit“, bzw. dass das Universum keinen Rand und keine Grenzen hat.

Ein unendliches Universum kollabiert nicht so einfach, da es keinen „Mittelpunkt“ gibt, zu dem hin alles kollabieren könnte. Die Schwerkraft zieht zwar lokale Galaxienhaufen zusammen, aber sie kann die unendliche Expansion des gesamten Raumes nicht stoppen.
Astronomen haben herausgefunden, dass sich das Universum nicht nur ausdehnt, sondern dass sich diese Ausdehnung durch die Dunkle Energie immer weiter beschleunigt. Wie es heißt, verhält sich das Universum nicht wie ein Gummihaufen, der irgendwann zurückfedert, sondern es fliegt immer schneller auseinander. Die Zukunft unseres Kosmos ist daher vermutlich kein neuer Kollaps, sondern das ewige Einfrieren (der „Big Freeze“) in einem unendlich groß werdenden Raum.

Das absolute Ende unseres Universums im Big Freeze (auch „Das Große Einfrieren“ oder der „Kältetod“) ist ein unvorstellbar langgezogener, düsterer Prozess. Weil die Dunkle Energie den Raum immer schneller auseinanderreißt, kühlt der Kosmos unaufhaltsam ab.

https://www.morgenpost.de/ratgeber-wissen/article410214604/universum-weltall-ausdehnung-kollaps-wissenschaft-forschung-big-crunch.html

Wikipedia: Big Freeze

Astronomen teilen dieses Ende in mehrere kosmische Zeitalter ein, die sich über Billionen von Jahren erstrecken.

Aber das wurde hier ja schon diskutiert.

Mit dieser Theorie kann ich mich nur sehr schwer anfreunden. Es widerspricht doch dem natürlichen, überall sichtbaren Kreislauf. Ich denke: Wie im Kleinen, so im Großen. Wir sind doch nichts anderes als Sternenstaub.

Nun gibt es moderne Abwandlungen in der Quantengravitation (wie den „Loop Quantum Bounce“), bei denen das Universum vor dem Urknall aus einem anderen Zustand hervorging.

Der „Loop Quantum Bounce“ („Quanten-Rückprall“) ist eine moderne Theorie aus der theoretischen Physik. Er löst das größte Problem der traditionellen Urknall-Theorie: die Singularität.

https://www.spektrum.de/lexikon/astronomie/loop-quantengravitation/274


Nach Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie war das Universum beim Urknall in einem einzigen Punkt mit unendlicher Dichte und unendlicher Temperatur konzentriert. Mathematisch bedeutet „unendlich“ hier jedoch, dass die Physik versagt.

Der Loop Quantum Bounce bietet eine Lösung, indem er die Schwerkraft mit den Gesetzen der Quantenmechanik vereint.
Um den Bounce zu verstehen, muss man wissen, worauf er basiert. Die Schleifenquantengravitation (Loop Quantum Gravity (LQG)) besagt, dass der Raum kein glatter, kontinuierlicher Hintergrund ist. Stattdessen besteht der Raum aus winzigen, unteilbaren „Atomen des Raumes“ (Quanten).

https://schneppat.de/schleifenquantengravitation/

• Es gibt eine minimale Größe für den Raum (die Planck-Länge).
• Es gibt ein minimales Volumen. Ein Raum kann nicht kleiner sein als dieses absolute Minimum.

Wenn man die Zeit bis zum Urknall zurückdreht, stürzt das Universum unter seiner eigenen Schwerkraft zusammen.

https://web.de/magazine/wissen/weltraum/universums-big-freeze-big-crunch-big-rip-41464890

Die extreme Kompression: Das Universum zieht sich immer weiter zusammen. Materie, Energie und der Raum selbst werden auf ein winziges Volumen zusammengedrückt.

Die kosmische Quanten-Barriere: Irgendwann erreicht das Universum die fundamentale Grenze der Schleifenquantengravitation. Mehr Raumgewicht lässt sich nicht auf diesem minimalen Raum komprimieren.

Schwerkraft wird zu Abstoßung: Bei dieser extremen Dichte (der Planck-Dichte) passiert etwas Erstaunliches: Die Schwerkraft kehrt ihre Wirkung um. Anstatt alles weiter anzuziehen, wird sie extrem abstoßend.


Der Loop Quantum Bounce verändert unser Bild vom Anfang der Welt radikal:

Es gab keinen echten „Anfang“: Vor dem Urknall gab es ein kollabierendes Universum. Der Urknall war kein Moment der Schöpfung aus dem Nichts, sondern ein Übergangspunkt.

Ein kosmisches Sandwich: Der Urknall ist die Brücke zwischen einem sterbenden Universum, das in sich zusammenstürzte, und unserem heutigen Universum, das sich ausdehnt.

Dieses Modell erlaubt theoretisch wieder ein pulsierendes Universum, allerdings auf einer völlig neuen, quantenphysikalischen Basis.


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Unendlichkeit und Ewigkeit - können wir das überhaupt verstehen

gestern um 19:02
Zitat von PStanisLovePStanisLove schrieb:Deshalb kann es doch keine Unendlichkeit geben.
Als Konzept schon. Es gibt soagar mehrere Unendlichkeiten.
Zitat von PStanisLovePStanisLove schrieb:Meiner Meinung nach ist Unendlich nur der Versuch eine extrem große Zahl oder einen extrem großen Zeitraum oder einen extrem großen Raum zu beschreiben.
In der Mathrmatik halt nicht, da hat eine echte Bedeutung.

Und da üassieren interessante Dinge:
f(n) := (1 + 1/n)^n, n natürliche Zahl
Für jedes endliche n ist f(n) eine rationale Zahl.
Aber beim Übergang n => inf hat f(n) als Wert eine transzendente Zahl.

Kleine Nebenbemerkung:
Der große Motor in Wissenschaft und Technik ist Analysis. Die heisst nicht zu Unrcehct 'Infinitesimalrechnung'.
Zitat von shakazulu2shakazulu2 schrieb am 14.04.2026:Das Wort "Anzahl" unterliegt dem Gültigkeitsbereich eines festgestellten Umfanges.
Richtig, aber man kann auch Zählen, in dem man zeigt, das zwei Mengen die selbe Anzahl an Elementen hat.
Es gibt so viele gerade Zajlen wie natürliche Zahlen.
Oder so viele Brüche wie natürliche Zahlen.

Grüße
Omega Minus


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Unendlichkeit und Ewigkeit - können wir das überhaupt verstehen

gestern um 19:25
Zitat von OmegaMinusOmegaMinus schrieb:Aber beim Übergang n => inf hat f(n) als Wert eine transzendente Zahl.
Jetzt ist nur noch die Frage ob es eine transzendente Zahl geben kann. Jede Zahl die man Aufschreibt existiert ja und ist damit nicht mehr unendlich. Und selbst bei einer echten Transzendenten zahl kann man immer noch eine 1 dazuadieren.


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Unendlichkeit und Ewigkeit - können wir das überhaupt verstehen

gestern um 19:30
Zitat von PStanisLovePStanisLove schrieb:Jetzt ist nur noch die Frage ob es eine transzendente Zahl geben kann. Jede Zahl die man Aufschreibt existiert ja und ist damit nicht mehr unendlich. Und selbst bei einer echten Transzendenten zahl kann man immer noch eine 1 dazuadieren.
Die Frage ist bersit geklärt, der berühmte Beweis dafür wird nächstes Jahr 150 Jahre alt:
Wikipedia: Cantors zweites Diagonalargument
Damit ist gezeigt, dass es mehr transzedente Zahlen gibt als abzählbar unendlich.

Der wenige berühmte Satz ist ein wenig älter:
Wikipedia: Cantors erster Überabzählbarkeitsbeweis

Grüße
Omega Minus


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