Politik
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

20.835 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Hartz IV, Sanktionen, BGE ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.10.2014 um 19:37
Nunja, Auswanderer haben sowieso keinen Anspruch mehr auf Hartz IV; unangemeldeter Urlaub führt auch zur Sperre ;)

Also dürften die ISIS-Touristen sowieso nichts mehr bekommen ...


1x zitiertmelden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.10.2014 um 19:48
Zitat von IssomadIssomad schrieb:; unangemeldeter Urlaub führt auch zur Sperre ;)
Nein, im schlimmsten Fall zur Sanktion erstmal.
Sicher nicht zur kompletten Sperre des Leistungsbezuges.

Aber das greift ja eben nur für Menschen die Anspruch auf Hartz4 haben.


melden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.10.2014 um 23:18
@thanks
@insideman
Eure Argumente kann ich akzeptieren.

Jedoch DAZU fehlen mir noch Antworten - besonders zum Fetten:
Bei langzeitarbeitslosen ist es zB erstmal wichtig, das die lernen wieder jeden Tag 6 Uhr aufzustehen.

-->
Werden mit dieser Denkweise Langzeitarbeitslose nicht ein bisschen als unselbstständig, unbedarft oder gar wie Kinder dargestellt, die an die Hand genommen werden müssen?
Finde eigentlich gar keinen richtigen Ausdruck, wie das auf mich wirkt, jedenfalls nicht, als werden diese Menschen als gleichwertige Erwachsene gesehen.

Sicher mag es ein paar Leute geben, welche man auf diese Weise bevormunden muss ....
Aber warum soll darunter die breite Masse welche nicht SO ist, leiden ...
Was ich gemeint hatte:
Nach meinen Erfahrungen ist es NICHT die Masse, welche man "an die Hand nehmen" muss, es sind mehr Vereinzelte, vor allem Jugendliche.
Dennoch werden ALLE Arbeitslosen "in einen Sack gesteckt" bzw. in Maßnahmen gesteckt, welche sie ganz und gar nicht nötig hätten, weil sie verantwortungsbewusst und willig genug sind.
Es werden also mehr nach dem Gießkannenprinzip diese Maßnahmen verteilt - so nach dem Motto: der oder der hatte lange nichts mehr, jetzt ist er wieder mal dran - ohne Anschauen der Person und ohne Differenzierung wie er ist... (da wo ich wohne läuft es zumindest so).


1x zitiertmelden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 08:48
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Dennoch werden ALLE Arbeitslosen "in einen Sack gesteckt" bzw. in Maßnahmen gesteckt, welche sie ganz und gar nicht nötig hätten, weil sie verantwortungsbewusst und willig genug sind. 
Es werden also mehr nach dem Gießkannenprinzip diese Maßnahmen verteilt - so nach dem Motto: der oder der hatte lange nichts mehr, jetzt ist er wieder mal dran - ohne Anschauen der Person und ohne Differenzierung wie er ist... (da wo ich wohne läuft es zumindest so).
und genau das ist eben nicht der Fall. Maßnahmen und Weiterbildungen werden nicht wahllos den Arbeitslosen vor die Füße geworfen.
Die Mittel des Jobcenters sind da besonders begrenzt. Nicht jedem steht eine Maßnahme zu.
Wer in der Lage ist mittels einer guten Bewerbung und einem 1a Lebenslauf, innerhalb ein paar Monaten Arbeit zu finden, den wird man garantiert nicht aus dem laufenden Bewerberverfahren ziehen und ihn mit einer Maßnahme aufhalten.
Diese bekommen eben nur Menschen die es BRAUCHEN!
Das liegt im Ermessen des Mitarbeiters das zu entscheiden.

Warum fühlt man sich durch eine beginnende Maßnahme nur so bestraft?
Was wäre die Alternative? Zu Hause rumsitzen und warten das neue Arbeitgeber an der Tür klingeln?
Ich rate jedem so eine Maßnahme wenigstens zu nutzen um neue Kontakte zu knüpfen.


1x zitiertmelden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 09:02
@thanks
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Das liegt im Ermessen des Mitarbeiters das zu entscheiden.
Das wird wohl der Knackpunkt sein. Die einen können gut differenzieren und ihre "Pappenheimer" rausfiltern und Andere anscheinend nicht.
Jedenfalls ist so meine Erfahrung aus Gesprächen mit einigen Arbeitslosen, welche ich persönlich sehr gut kenne.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Warum fühlt man sich durch eine beginnende Maßnahme nur so bestraft?
Weil die wenigsten Menschen gerne etwas tun, was ihnen sinnnlos und unnötig erscheint.
Ist so bisschen, als steht man an einer roten Ampel, wo weit und breit kein Auto kommt. Man muss aber trotzdem sinnloserweise warten, weil die Regel es nun mal so verlangt.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Was wäre die Alternative? Zu Hause rumsitzen und warten das neue Arbeitgeber an der Tür klingeln?
Davon hat niemand gesprochen. :)
Aber ist es wirklich die einzige Alternative, dass ein Arbeitsloser "am Händchen geführt wird"?
traut man ihm nicht zu, dass er mit seiner kostbaren Zeit schon selbst weiß, was er damit sinnausfüllend machen könnte?
Außer sich um Arbeitsstelle zu kümmern, könnte er sich z.B. um einsame Leute in seiner Nachbarschaft kümmern, welche Redebedarf haben, kann sich mit ihnen unterhalten, für sie die Einkäufe erledigen - natürlich alles unentgeltlich - rein aus Nächstenliebe.
Das tut sogar in meiner Nachbarschaft der Eine oder Andere. Was ich traurig finde: Dazu haben heutzutage viel zu wenig Menschen Zeit.

Wenn dies MEHR täten, könnte sich so mancher Ältere ein Pflegeheim ersparen.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Ich rate jedem so eine Maßnahme wenigstens zu nutzen um neue Kontakte zu knüpfen.
Kontakte kann man auch anderweitig knüpfen und wenn man in einen Verein geht. Auch da hat der eine oder andere mal einen Tipp wo eine Stelle frei wird.
In einer Maßnahme - wo ALLE auf der Suche sind - hatte ich jedoch noch nie erlebt, dass man einen Tipp bekam. Und die Maßnahmen selbst führen nur in den seltensten Fällen zum Erfolg.

Wollte Deine Ansicht nicht um jeden Preis madig reden, vielleicht ist es ja in anderen Gegenden so wie Du es beschreibst, kann nur immer wieder sagen - aus eigener Erfahrung (durch mich und Andere) - wo ich wohne ist es so wie ich schrieb.


1x zitiertmelden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 09:09
Außer sich um Arbeitsstelle zu kümmern, könnte er sich z.B. um einsame Leute in seiner Nachbarschaft kümmern, welche Redebedarf haben, kann sich mit ihnen unterhalten, für sie die Einkäufe erledigen - natürlich alles unentgeltlich - rein aus Nächstenliebe.



Kontakte kann man auch anderweitig knüpfen und wenn man in einen Verein geht. Auch da hat der eine oder andere mal einen Tipp wo eine Stelle frei wird.
Ja, das wäre toll, wenn das so funktionieren würde. Aber wie du gerade gesagt hast: "Weil die wenigsten Menschen gerne etwas tun, was ihnen sinnnlos und unnötig erscheint."

Macht eben keiner mehr. Langzeitarbeitslose sind es ja gewohnt, dass Geld kommt, ohne, dass sie etwas dafür tun müssen. Und genau da liegt der Knackpunkt, man ist es nicht mehr gewohnt, regelmäßig etwas zu tun, auf das man auch mal keine Lust hat. Konsequenzen gibt es ja kaum welche. Das Grundmodell der Niederlande finde ich fantastisch. Man könnte das ja noch umändern, dass diejenigen, die arbeiten wollen aber schon seit Jahren aus diesem Rhythmus raus sind, in Kantinen Essen ausgeben oder sowas. Auf alte Leute oder Kinder würde ich die aber nicht ansetzen. Wenn da jemand keinen Bock hat, geht der auch miesepeterig mit den Senioren um, und das muss man denen wirklich nicht antun.
Wenn man dann aber regelmäßig irgendwo unbezahlt arbeiten muss, kommt man doch ganz schnell selbst auf die Idee, sich einzubringen und sich einen eigenen Job zu suchen, wo sogar Geld rumkommt.
Schade nur, dass man das in Deutschland so nicht umsetzen werden kann, dazu sind alle viel zu gefangen in dem jetzigen System. Da wird dann gleich wieder gebrüllt, dass die Menschenwürde verletzt werde und so. Sieht man ja auch oft genug in diesem Thread.


2x zitiertmelden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 09:33
@löm
Zitat von coronerswifecoronerswife schrieb:die wenigsten Menschen gerne etwas tun, was ihnen sinnnlos und unnötig erscheint."

Macht eben keiner mehr. Langzeitarbeitslose sind es ja gewohnt, dass Geld kommt, ohne, dass sie etwas dafür tun müssen. Und genau da liegt der Knackpunkt, man ist es nicht mehr gewohnt, regelmäßig etwas zu tun, auf das man auch mal keine Lust hat
Ja wie gesagt, da kann ich wieder nur für meine Gegend sprechen, da ist die Masse der Arbeitslosen willig und bereit, etwas zu tun.

Sollten hier die Menschen wirklich so viel anders sein als woanders?
Oder wird den Arbeitslosen (vielleicht durch die Medien) auch z.T. zu Unrecht etwas nachgesagt oder pauschaliert?
... nach dem Prinzip, alle möglichst gegeneinander aufhetzen ... "teile und herrsche"?

Ich weißt es nicht, sehe jedoch oftmals, wie im Fernsehen zuweilen Einzelbeispiele von wirklich Faulen hochgepusht und verallgemeinert werden.
Zitat von coronerswifecoronerswife schrieb:schade nur, dass man das in Deutschland so nicht umsetzen werden kann, dazu sind alle viel zu gefangen in dem jetzigen System.
Nein, ich denke eher, dazu gibt es viel zu wenig Stellen, welche so bezahlt werden, dass ein Mensch auch davon leben kann, ohne nach seiner 40-Stunden-Woche noch zum Amt rennen zu müssen.
Kann da natürlich auch wieder nur von meiner Gegend sprechen, vielleicht ist das ja auch alles im Westen nicht so, dann kann ich nur sagen: da habt Ihr Glück. Aber nun bitte nicht sagen, es sollen ALLE umziehen (vor allem nicht von den über 50-Jährigen verlangen ;) ).


1x zitiertmelden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 09:37
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Nein, ich denke eher, dazu gibt es viel zu wenig Stellen, welche so bezahlt werden, dass ein Mensch auch davon leben kann, ohne nach seiner 40-Stunden-Woche noch zum Amt rennen zu müssen.
Das liegt dann doch aber auch an fehlenden Ausbildungen. Unausgebildete finden eben nur Stellen, bei denen man eine ganze Ecke weniger verdient.


melden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 10:12
Mein Nachbar ist Langzeitarbeitslos, bezieht aber kein Geld vom Staat, weil er gut von einer Erbschaft leben kann.

Nun ist er vor 3 Wochen zum Arbeitsamt gegangen, da er arbeiten möchte - nicht um Leistungen zu beantragen. Was macht das Amt? Steckt ihn erstmal in eine Maßnahme, in der er Bewerbung schreiben lernen soll und so sowas. Nachdem ersten Tag bei dieser Maßnahme hat er den Leiter erstmal ausgelacht und ist nach Hause gegangen, natürlich nicht ohne die Androhung des Leiters, er würde dafür sorgen, das mein Nachbar die Leistungen gekürzt bekommt. Geiler Verein.


1x zitiertmelden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 10:15
@cejar
da schicken sie alle hin wenn sie Hartz oder ALG 2 bekommen .
Oder besser gesagt alle die sich Arbeitssuchend melden und kein ALG 1 bekommen


melden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 11:11
Zitat von cejarcejar schrieb:Mein Nachbar ist Langzeitarbeitslos, bezieht aber kein Geld vom Staat, weil er gut von einer Erbschaft leben kann.

Nun ist er vor 3 Wochen zum Arbeitsamt gegangen, da er arbeiten möchte - nicht um Leistungen zu beantragen. Was macht das Amt? Steckt ihn erstmal in eine Maßnahme, in der er Bewerbung schreiben lernen soll und so sowas. Nachdem ersten Tag bei dieser Maßnahme hat er den Leiter erstmal ausgelacht und ist nach Hause gegangen, natürlich nicht ohne die Androhung des Leiters, er würde dafür sorgen, das mein Nachbar die Leistungen gekürzt bekommt. Geiler Verein.
Nun, für die Mitarbeiter der Maßnahme können die Mitarbeiter des Jobcenters nichts.
Das Jobcenter ist auf Erfahrungsberichten von den Leistungsbeziehern bezüglich der Maßnahme angewiesen. Der Bearbeiter fragt nach der Maßnahme eigentlich immer wie es war, was man speziell dort erlernt hat und bei nichtgefallen wird auch gefragt warum es einem nicht gefallen hat.
Natürlich werden die Antworten genau überprüft und eingeschätzt - und wenn sich rausstellt das der "Verein" keine gute Arbeit geleistet hat, sonder die Leute nur ihre Zeit hat absitzen lassen, so werden dann Konsequenzen gezogen.
Ich will nun nicht zu tief eingreifen, aber wenn mehrere Maßnahmenteilnehmer äußern wie schlimm es dort war, dann kann man davon ausgehen das dieser Betrieb im Folgejahr keine weitere Genehmigung bekommt vom Jobcenter aus gewissen Maßnahmen durchzuführen. Da werden dann andere Betriebe für die Zusammenarbeit gesucht.

Im Grunde war es von dem Mitarbeiter also sogar SEHR nett einem Arbeitslosen ein Bewerbungstraining zu organisieren, obwohl der garkein Leistungsempfänger ist !!!
@Optimist

Das Jobcenter hat nichts davon Menschen in Maßnahmen zu stecken, mit der Aussicht, das diese nur irgendwo untergebracht werden sollen.
Jeder Mitarbeiter ist seinem Vorarbeiter/Teamleiter nunmal auch in gewisser Weise Rechenschaft schuldig warum Leistungsbezieher XY nach 3 Maßnahmen immernoch nicht in Arbeit ist.
Warum ist das so? Die Mittel der Finanzierungen für Maßnahmen sind begrenzt !
Kein Chef der Welt sagt zu seinen Angestellten :
"Hier Leute, hier habt ihr 3 Mio Euro, geht raus und verbratet es sinnlos - wir brauchen eine schöne Statistik"
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Weil die wenigsten Menschen gerne etwas tun, was ihnen sinnnlos und unnötig erscheint.
Ist so bisschen, als steht man an einer roten Ampel, wo weit und breit kein Auto kommt. Man muss aber trotzdem sinnloserweise warten, weil die Regel es nun mal so verlangt
Nochmal für dich, diese Maßnahmen sind nichts sinnloses !
Es gibt sie in verschiedenen Variationen : Bewerbungstraining, speziell auf den erlernten Beruf ausgelegte, allgemeine sozialumfeld schaffede...!
Du wirst als fast Rentner zB äußerst selten in ein Bewerbungstraining gesteckt, weil dieses eher sinnlos ist. Für dich - sowie fürs Jobcenter. Wo sie dich aber vermutich noch versuchen würden unter zu bringen wären die anderen 2 Varianten. Wenn du nun 25 Jahre Deutschlehrer warst, arbeitslos geworden bist - dann wird man dich nicht zwingen einen Deutschkurs zu machen.
Sowas geschieht in SELTENEN fällen, weil ein Mitarbeiter mal Bockmist gebaut hat.
Passiert !Ist auch nur ein Mensch ! Aber dieses eine Missgeschick landet wieder in der Presse weil Betroffener (Leistungsbezieher) den Mist ausschlachten will.

Selbstverständlich passieren Fehler... wo nicht? Zeig mir nur einen Menschem der unfehlbar ist.


Diese Maßnahmen sind als Hilfestellung gegeben worden, nicht als Strafe !
Wer sich zusätzlich lieber mit Nachbarn unterhalten will, kann dies doch unabhängig davon tun?
Das schaffen Arbeitnehmer auch. Sie gehen arbeiten, betätigen sich Ehrenamtlich, haben Freunde/Familie - soziales Umfeld usw.
Warum müssen das Hartz4 Empfänger immer von einander trennen? Entweder Maßnahme oder Freundschaften. Es geht doch beides?


Man manche von uns haben 3-4 Jobs und studieren zusätzlich noch.
DIE dürfen jammern in meinen Augen! Studenten haben Arschkarte hoch 10.
Und ich finde da sollte der Gedankengang mal ansetzen.
Und nicht dabei ob eine Maßnahme eine Zumutung für einen Arbeitslosen ist !
Ist sie zu 100% nicht !!!


1x zitiertmelden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 11:20
Zitat von coronerswifecoronerswife schrieb:Macht eben keiner mehr. Langzeitarbeitslose sind es ja gewohnt, dass Geld kommt, ohne, dass sie etwas dafür tun müssen. Und genau da liegt der Knackpunkt, man ist es nicht mehr gewohnt, regelmäßig etwas zu tun, auf das man auch mal keine Lust hat. Konsequenzen gibt es ja kaum welche. Das Grundmodell der Niederlande finde ich fantastisch. Man könnte das ja noch umändern, dass diejenigen, die arbeiten wollen aber schon seit Jahren aus diesem Rhythmus raus sind, in Kantinen Essen ausgeben oder sowas. Auf alte Leute oder Kinder würde ich die aber nicht ansetzen. Wenn da jemand keinen Bock hat, geht der auch miesepeterig mit den Senioren um, und das muss man denen wirklich nicht antun.
Wenn man dann aber regelmäßig irgendwo unbezahlt arbeiten muss, kommt man doch ganz schnell selbst auf die Idee, sich einzubringen und sich einen eigenen Job zu suchen, wo sogar Geld rumkommt.
Schade nur, dass man das in Deutschland so nicht umsetzen werden kann, dazu sind alle viel zu gefangen in dem jetzigen System. Da wird dann gleich wieder gebrüllt, dass die Menschenwürde verletzt werde und so. Sieht man ja auch oft genug in diesem Thread.
Sehe ich absolut genauso !
Gerade die Menschenwürde wird mittlerweile so ausgeschlachtet.
An allem findet man etwas, was einem nicht schmeckt- alles geht immer gleich an die Würde.
Finde aber das genau die falschen darüber jammern. Denn die, die wirklich hart am Limit leben und hart schufften um das zu ändern - kneifen oft wortlos den Arsch zusammen und ackern was das Zeug hält um bessere Zeiten zu erleben.


melden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 11:21
@thanks

mein Nachbar wollte kein Bewerbungstraining, er war beim Arbeitsamt weil er dachte er könne dort Arbeit bekommen, zumal es ihm nicht um den Verdienst ging, noch ist er sich für irgendeine Arbeit zu schade.

Aber einem Mann von 40 Jahren, der 15 Jahre höchsterfolgreich als Kaufmann bei verschiedenen Unternehmen gearbeitet hat, sollte man doch zutrauen, das er Bewerbungen schreiben kann.

Es geht hier auch nicht darum, das die Maßnahmen Zumutungen aufgrund der verplemperten Zeit sind, sondern das vieles einfach sinnlos ist. Bewerbungstraining pauschal aufzusacken kann doch nicht sein...


1x zitiertmelden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 11:23
@cejar
Was hinderte ihn daran, dann auf eigene Faust zu suchen?
Zitat von cejarcejar schrieb:Aber einem Mann von 40 Jahren, der 15 Jahre höchsterfolgreich als Kaufmann bei verschiedenen Unternehmen gearbeitet hat, sollte man doch zutrauen, das er Bewerbungen schreiben kann.
Das heißt also, er hat seit mindestens 15 Jahren keine mehr geschrieben bzw. noch länger nicht, da er ja arbeitslos war. Die Bewerbungen haben sich sehr verändert im Vergleich zu früher. Da war das durchaus sinnvoll. Aber wenn dein Nachbar den Maßnahmenleiter so wenig ernstnimmt, hab ich da so meine Bedenken, ob er überhaupt in der Lage ist, sich einem Arbeitgeber unterzuordnen. Klingt sehr nach einer hochgestelzten Ansicht von sich selbst, die er da hat.


melden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 11:31
@cejar

Nun, ihm stand es frei diese Maßnahme abzulehen?
Er bezog kein Hartz4 hast du gesagt, welches "Druckmittel" gab es also diese anzutreten?

Und das Bewerbungstraining geht nie länger als 5 Wochen. (und die sind schon für extrem Fälle angesetzt, die 5 Wochen)


Und wenn er so erfolgreich war, warum sucht er denn nicht auf der Inetseite vom Jobcenter?
Da stehen quasi die gleichen Stellen drin. Der Bearbeiter sucht meistens im selben System.
Nur einige Arbeitsgeber geben ihre Bewerbungsaddresse "verdeckt" ans Jobcenter wo nur der Bearbeiter drauf zugreifen kann. Und das sind Arbeitgeber auf die das Jobcenter angewiesen ist.
Da wird nicht jeder Horst hin vermittelt, bei dem klar wäre das der eh nicht zum Vorstellungsgespräch geht (weil der schon oft negativ aufgefallen ist damit).

Weisst du wie oft Mitarbeiter anrufe von Betrieben bekommen mit Aussagen wie "Was haben sie mir denn da geschickt? Danke für die Zeitverschwenung !! Der war nur 3 mal da"
Oder von 10 geschickten Bewerbern zum Vorstellungsgespräch erscheinen nur 2... von denen is einer Rotzevoll wie 10 Kanister und einer lehnt ab - hatte nur Angst das er Sanktioniert wird wenn er nicht geht.


Versucht doch nur eeeeeinmal hinter die Kulissen zu schauen.


Der Mitarbeiter kannte deinen Bekannten schlichtweg noch nicht, vllt war er sich nicht sicher ob dein Bekannter sich gut bewerben kann.
Und die Bewerbung wird er vorher mitgebracht haben müssen... das ist Pflicht bei JEDEM termin.
Wird also Gründe gehabt haben warum er zum Bewerbungstraining sollte.


melden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 12:27
@löm


wie ich erwähnt habe, waren dies verschiedene Unternehmen, wie Du also darauf kommst, das er 15 Jahren keine Bewerbungen geschrieben hat, ist mir schleierhaft.

Aber auch ich bin mittlerweile 10 Jahre im selben Unternehmen, und weiß dennoch ganz genau wie eine Bewerbung auszusehen hat, das ist doch Mumpitz - und selbst wenn nicht, würden mir ein bis zwei Tage komplett reichen um mich aufzufrischen. Aber 3 Wochen? Ehrlich?


melden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 12:29
Was ist so schlimm an den 3 Wochen?


1x zitiertmelden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 13:25
@löm
Zitat von coronerswifecoronerswife schrieb:Was ist so schlimm an den 3 Wochen?
Steuergeldverschwendung, bei welchen, wo 3 Tage ausreichen würden, weil sie eine gute Auffassungsgabe haben? ;)


@thanks

Vorweg, mit vielen Äußerungen hast Du sicher recht, Du scheinst auch vom Fach zu sein. Deshalb gehe ich im Folgenden nur speziell darauf ein, wo ich - aus meinen Erfahrungen heraus - nicht mitgehen kann.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb: wenn mehrere Maßnahmenteilnehmer äußern wie schlimm es dort war, dann kann man davon ausgehen das dieser Betrieb im Folgejahr keine weitere Genehmigung bekommt vom Jobcenter aus gewissen Maßnahmen durchzuführen.
Zum einen gewinne ich oftmals den Eindruck, dass es keinen Mitarbeiter wirklich interessiert, was da so abläuft.

Zum Anderen weiß ich aus Äußerungen von Arbeitslosen, dass in den meisten Fällen nicht über die Bildungsträger gemeckert wird, selbst wenn es berechtigterweise etwas auszusetzen gibt.

Hab ich selbst erlebt: den ganzen Tag wurde nur PRIVAT im Internet gelesen - hatte keinen Mitarbeiter interessiert, hauptsache die Zeit wurde abgesessen...
Aber glaubst Du, es war von den Arbeitslosen jemand bereit, DAS seinem Vermittlier zu erzählen.
Und auch anderweitig gab es Dinge, die beanstandungswürdig waren.
Es haben alle mehr oder weniger Angst, dass ihnen aufgrund von Kritik an den Bildungseinrichtungen negative Konsequenzen erwachsen können, deshalb halten sie lieber alle den Mund und denken sich ihren Teil.


1x zitiertmelden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 13:35
@Optimist
Mich wollte das Amt damals auch in sowas stecken, ich war hier: http://www.faa-nord.de/unser-angebot.html (Archiv-Version vom 15.12.2014)
Am ersten Tag lasen wir alle den Vertrag zusammen durch, das dauerte so 2 Stunden, weil die meisten dort kein Wort verstanden. Wie in einer Therapiegruppe für plem-plem-Kinder, überspitzt ausgedrückt. Danach gabs eine Schnitzeljagd durchs Haus, um das Gebäude kennenzulernen. Zum Schluss sollte man Auskünfte über seine familiären Beziehungen und seine Psyche geben. Da wurde es mir dann zu blöd, die drohten mir, mich rauzuschmeißen, wenn ich da nichts zu sage :D. In die Abteiling, in die ich damals wollte, kam ich nicht mehr rein (Malern und Gestaltung) und hatte die Wahl zwischen Wirtschaft (bin ich mies drin) und Hauswirtschaft (kochen kann ich -.-). Das hätte mir also nichtmal was gebracht, weil ich damals in den Bereich der Mediengestaltung wollte. Letztendlich zwangen sie einen nur, da zu sein und halfen, Bewerbungen zu schreiben. Ich war nach einer halben Stunde fertig und saß dann 3 Stunden rum und durfte nichts anderes machen.
Nennt es voreilig, aber am 2. Tag hab ich dann gekündigt und mir selbst Arbeit gesucht, klappte auch viel besser :D. Das Amt verstand das damals nicht, von wegen zu niedriges Niveau für mich, ich solle mich nicht so anstellen, weil ich später bei der Arbeit ja auch jede soziale Schicht um mich herum hätte, die unterschiedlich leistungsstark sind (was für eine Begründung!).
Der ganze Spaß hätte ein Jahr gedauert, aber da ich ja nie Leistungen vom Amt bezogen hab und eigentlich nur wissen wollte, was ich nach dem abgebrochenen Abitur nun tun könnte, war mir das recht egal. Dennoch ist die Einrichtung super, weil da alle, die sonst ihre ganzen Chancen im Leben weggeworfen haben, noch ihren Hauptschulabschluss machen können. Es war nur einfach absolut nicht für mich.
Aber wenn das eine Voraussetzung ist, weiter Geld vom Amt zu kriegen, wenn die einen dahinschicken, bis man selbst eine Arbeit hat (denn wer geht dann dahin, wenn er es auch aus eigener Kraft schaffen würde?), dann sollte man das doch durchziehen. Oftmals läuft sowas nur so blöd, weil alle, die da sitzen, keinen Bock haben, auch nur einen Finger zu rühren. Wären alle motiviert und lernbereit, dauert sowas keine 3 Wochen. Da sollte man ansetzen. Wären wir wieder beim niederländischen Modell.


1x zitiertmelden

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

14.10.2014 um 13:50
@löm
Zitat von coronerswifecoronerswife schrieb:Dennoch ist die Einrichtung super, weil da alle, die sonst ihre ganzen Chancen im Leben weggeworfen haben, noch ihren Hauptschulabschluss machen können. Es war nur einfach absolut nicht für mich.
Das ist es eben. Die müssten viel mehr differenzieren, was sie aber in den meisten Fällen leider nicht tun.
Manchmal kommt es mir vor, als sagen die Bildungsträger: habt ihr mal noch paar Leute für uns, unser Kurs ist noch nicht voll... und dann wird seitens der Jobcenters der PC durchgegangen und die erstbesten die man findet, werden noch schnell mit dazu genommen.
Zitat von coronerswifecoronerswife schrieb:Aber wenn das eine Voraussetzung ist, weiter Geld vom Amt zu kriegen, wenn die einen dahinschicken, bis man selbst eine Arbeit hat (denn wer geht dann dahin, wenn er es auch aus eigener Kraft schaffen würde?)
Wohin meinst Du, zum Jobcenter? Da gehen doch die meisten nur hin, um Geld für den Lebensunterhalt zu bekommen.
Das Anbieten einer wirklich brauchbaren Arbeisstelle kann man sich dort nicht erhoffen. ;)
Zitat von coronerswifecoronerswife schrieb:Oftmals läuft sowas nur so blöd, weil alle, die da sitzen, keinen Bock haben, auch nur einen Finger zu rühren.
Das mag zum Teil so sein. Aber warum haben die meisten keinen Bock? Weil es oft so läuft, wie Du es weiter oben beschrieben hattest. Das deckte sich völlig mit meiner Erfahrung.
Zitat von coronerswifecoronerswife schrieb:Wären alle motiviert und lernbereit, dauert sowas keine 3 Wochen.
Bin mir sicher, die würden solche Kurse trotzdem viel länger ansetzen, denn die Bildungseinrichtungen sind ja im Grunde auch nur Wirtschaftsunternehmen, welche Gewinn machen wollen... die brauchen ihre Daseinsberechtigung... :)

Könnte mir vorstellen, dass seitens der Politik gedacht wird: Wendn so eine Bildungseinrichtung pleite gehen würde, säßen wieder ein paar Menschen (deren Mitarbeiter) auf der Straße. So läuft das alles meiner Meinung nach - eine Hand wäscht die andere.
Natürlich haben die Jobccenter-Mitarbeiter sicher ehrbare Motive, wenn sie jemanden in eine Bildunngseinrichtung vermitteln. Die wissen vielleicht z.T auch gar nicht so richtig, welche Mechanismen da alle so laufen (z.T. vielleicht von "ganz oben" gewollt).
Und ich habe allen Respekt vor den Mitarbeitern, die haben es sicher nicht leicht und was sie sich bestimmt immer anhören müssen.
Aber kann mir eben gut vorstellen, dass sie das "Große Ganze" (dieses System bzw. "gesellschaftliche Getriebe") auch nicht immer ganuz überblicken können, sind doch auch nur Menschen und können ja mehr oder weniger alles auch nur aus IHERER Sicht warhnehmen.


1x zitiertmelden