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Demonstrationen in Chemnitz und Köthen nach tödlichen Zusammenstößen

3.092 Beiträge, Schlüsselwörter: Politik, Gewalt, Hass, Demo, Gegen-demo

Demonstrationen in Chemnitz und Köthen nach tödlichen Zusammenstößen

30.08.2018 um 15:51
Kältezeit schrieb:Alle die sich vom AfD-Rattenfängerzug einfangen lassen.
Da sind aber eh nicht alle rechtsradikal oder rechtsextrem. Gibts auch sogenannte Protestwähler und Rechte die aber nicht in die radikale Richtung gehen. Rechtsliberale zb. Da mag ich es wie gesagt nicht wenn jemand kompromisslos "alles Faschisten" schreit. Bei Höcke tummeln sich in der Tat die meisten der rechtsextremen Anhänger rum. Aber bei den großen Nazischreiern merkt man, dass es sich aus meiner Sicht oft selber um Radikale handelt, kompromissloses Denken eben.

Bei Rechtsradikalen und Rechtsextremen tue ich mich aber selber schwer. Ich habe wie gesagt Schwierigkeiten damit professionell mit Rechtsradikalen und Rechtsextremen umzugehen, insbesondere wenn sie sich sehr aggressiv ausdrücken und verhalten.


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Elektrofisch
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Demonstrationen in Chemnitz und Köthen nach tödlichen Zusammenstößen

30.08.2018 um 15:53
@Nerok
Ich habe nie in der Öffentlichkeit Aktionen gesehen, die sich gegen Migrantengewalt richten. Immer nur dieses Geblubber von wegen "gegen rechts", "gegen rechte gewalt"


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wichtelprinz
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Demonstrationen in Chemnitz und Köthen nach tödlichen Zusammenstößen

30.08.2018 um 15:54
@Kältezeit
War jetzt eher eine dürftige Erklärung worin sich Sachsen zu den anderen unterscheiden sich politisch nicht abgeholt zu fühlen. Oder es war eine Bestätigung meiner Vermutung, dass es gar nicht daran liegt sondern schon an der Grundeinstellung und das mit der Pokitik einfach ne faule Ausrede ist um sein braunes Gedankengut zu begründen.


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Demonstrationen in Chemnitz und Köthen nach tödlichen Zusammenstößen

30.08.2018 um 15:54
@eckhart
Ich fürchte leider, dass die Eigendynamik, die in Sachsen entstanden ist, kaum noch aufzuhalten ist. Aber vielleicht wird sie anderen Bundesländern eine Lehre sein?

Vielleicht sehe ich auch einfach nur zu schwarz, aber mir machen die neuesten Ereignisse wirklich Angst. Ich würde momentan nicht nach Sachsen reisen, obwohl ich viele schöne Kindheitserinnerungen habe.

@Venom
Ich weiss, ich habe die Tage mit einigen "gemäßigten" AfDSympathisanten gesprochen und bleibe dabei: die holt man nicht ab, indem man polemisch wird.


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30.08.2018 um 15:56
wichtelprinz schrieb:sondern schon an der Grundeinstellung und das mit der Pokitik einfach ne faule Ausrede ist um sein braunes Gedankengut zu begründen.
Und warum unterscheidet sich die Grundeinstellung der Sachsen dermaßen? Na?
Ist ja nicht so, dass irgendwann mal ein Rechter die vielen anderen Rechten da plötzlich hingeschissen hat.


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wichtelprinz
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30.08.2018 um 15:58
Kältezeit schrieb:Und warum unterscheidet sich die Grundeinstellung der Sachsen dermaßen? Na?
Ja frag ich Dich, Du sagst sie seien schon immer braun gewesen. Na also, Papastaat holt mich nicht ab ist somit eine Ausrede.


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30.08.2018 um 15:59
Kältezeit schrieb:Ich fürchte leider, dass die Eigendynamik, die in Sachsen entstanden ist, kaum noch aufzuhalten ist.
Das bestätigt meinen Verdacht, dass die so genannten Vorwürfe an die Politik, nur vorgeschobene Argumente für rechtsextremistische Absichten sind.
Man gibt vor, Angst zu haben, währenddessen man Angst erzeugt.
Doppelt Angst soll den "Volkswillen" darstellen?


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Demonstrationen in Chemnitz und Köthen nach tödlichen Zusammenstößen

30.08.2018 um 15:59
@wichtelprinz
Nicht schon immer. Nach der Wende. Arbeitslosigkeit, entstanden durch eine marode Industrie, etc.

Aber ist nicht meine Aufgabe, dir jetzt ein bißchen Geschichtswissen beizubringen. :D


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wichtelprinz
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30.08.2018 um 16:01
Kältezeit schrieb:Dass Sachsen schon seit Jahren braun ist, ist nichts Neues - das war schon vor der Flüchtlingswelle, in meiner Kindheit, kurz nach der Wende so.
Ja Du erzählst ja Geschichte so wies gerade passt, kann ich gern darauf verzichten, danke.


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30.08.2018 um 16:02
eckhart schrieb:Das bestätigt meinen Verdacht, dass die so genannten Vorwürfe an die Politik, nur vorgeschobene Argumente für rechtsextremistische Absichten sind.
Von den Initiatoren, ja, natürlich. Gauland springt auf den Zug ja auf.

Die Ängste der Menschen, die sich einfangen lassen, sind aber real, werden jedoch durch diese elendige Hetze noch verstärkt. Und irgendwann entsteht daraus eine gewisse Eigendynamik.

@wichtelprinz

Nein, ich erzähle Geschichte, so wie sie war.

http://m.bpb.de/geschichte/deutsche-einheit/lange-wege-der-deutschen-einheit/47133/zusammenbruch?p=all


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Elektrofisch
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30.08.2018 um 16:02
Also ich persönlich meine, dass Merkel eine Mitschuld an den Demonstrationen und Ausschreitungen trägt. Sie ließ JEDEN rein und nicht wenige derer, die reingekommen sind, haben sich nicht benommen. Und wenn Merkel nicht auf die Stimmen aus dem Volke hört, dann wird es Demos und Ausschreitungen geben. Gut ist es nicht, doch ich kann es nachvollziehen (nachvollziehen, nicht verstehen). Niemand wird als Nazi, Rassist oder Rechtsextremer geboren.


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30.08.2018 um 16:04
Elektrofisch schrieb:Niemand wird als Nazi, Rassist oder Rechtsextremer geboren.
Stimmt, jeder hat selbst die Wahl ein Arschloch zu sein. Dummerweise ist die Arschlochdichte in gewissen Regionen signifikant höher wie im Bundesschnitt.


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30.08.2018 um 16:05
Kältezeit schrieb:Die Ängste der Menschen, die sich einfangen lassen,
sind schon längst eingefangen.
Die Ägste, die nicht, verursachen selbst Angst!


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30.08.2018 um 16:06
Kältezeit schrieb:Und warum unterscheidet sich die Grundeinstellung der Sachsen dermaßen? Na?
Ist ja nicht so, dass irgendwann mal ein Rechter die vielen anderen Rechten da plötzlich hingeschissen hat.
Unmittelbar nach der Wende richteten rechtsextreme Kammeradschaften und die NPD, FAP und Konsorten ihre Nester hauptsächlich in Saachsen ein. Vor der Szene und derer Umtriebe wurde von Beginn an gewarnt. Dies wurde jedoch von Sachsens MPs von Beiginn an (Biedenkopf: "Sachsen sind immun gegen Rechtsextremismus") klein geredet und es wurde kaum was dagegen unternommen, hingegen die jenigen, die über die Szene informierten und aufklärten, wurden ständig diskreditiert, während der Nährboden für Fremdenfeindlichkeit weiter wuchs und gedeihte.

eine Dokumentation von 2016:
"Staatsversagen? Warum Rechtsextremismus in Sachsen besonders gedeiht"
https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/rechtsextremismus-in-sachsen-102.html
Aus dem Inhalt:
Michael Kraske, Rechtsextremismus-Experte: „Das hat damit zu tun, das in der sächsischen Politik, die von der CDU maßgeblich bestimmt ist, der Feind ganz offensichtlich immer noch links gesehen wird, und die gesamte rechtsextremistische Ideologie und der Hass, der dem vorangeht. Also das völkische Denken, der Rassismus, die Ausländerfeindlichkeit, die Parolen, die nationalen Sozialismus fordern in den Städten, um die hat sich diese CDU-Regierung über Jahre nie gekümmert.“

Und das schon seit Jahrzehnten. Erst sprach der Landesübervater Biedenkopf die Sachsen von rechten Tendenzen frei. Sie hätten sich

Zitat Kurt Biedenkopf, (CDU), ehem. Ministerpräsident Sachsen „… völlig immun erwiesen gegenüber den rechtsradikalen Versuchungen.“ (2000)

Jahre später behauptete Ministerpräsident Stanislaw Tillich:

Zitat Stanislav Tillich: (CDU), Ministerpräsident Sachsen: „Sachsen hat kein signifikantes Problem mit Rechtsradikalismus.“ (2011)


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Demonstrationen in Chemnitz und Köthen nach tödlichen Zusammenstößen

30.08.2018 um 16:07
eckhart schrieb:sind schon längst eingefangen.
Kann man aber wieder zurückholen, wenn man ihnen diese Ängste nimmt. Und zwar nicht die Vorgeschobenen, sondern die tatsächlich Existenten.


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30.08.2018 um 16:07
Kältezeit schrieb:Und warum unterscheidet sich die Grundeinstellung der Sachsen dermaßen? Na?
Ist ja nicht so, dass irgendwann mal ein Rechter die vielen anderen Rechten da plötzlich hingeschissen hat.
Ein paar Auszüge aus einem Interview mit sehr validen Argumenten und Ansichten, die nicht Pauschalisieren und einen Ausgangspunkt für differenzierte Betrachtung bieten. Ich finde über diese Aussagen sollte und muß man diskutieren.

„Es werden Menschen diskriminiert, die nichts tun, als zu demonstrieren“

WELT: In Chemnitz gab es Menschen, die den Hitlergruß gezeigt haben. Muss man da nicht von Rechtsextremismus sprechen?

Maaz: Ja, das ist natürlich furchtbar. Das kann man nicht dulden. Da gibt es entsprechende Gesetze und derjenige muss bestraft werden – das ist gar keine Frage. Aber am Sonntag sollen 800 Demonstranten in Chemnitz gewesen sein, die Polizei hat gesagt, dass 50 davon gewaltbereit waren. Daraus aber zu machen, da würden die Rechten aufmarschieren – das halte ich für einen großen Fehler. Meine Meinung ist, dass man das als Protest begreifen sollte, der natürlich auch politische Orientierung hat oder der für eine politische Orientierung instrumentalisiert wird.

WELT: Welche Fehler haben Sie denn im Zusammenhang mit Chemnitz in den vergangenen Tagen beobachtet?

Maaz: Ich würde die Reaktion der Chemnitzer Oberbürgermeisterin und vor allen Dingen unserer Regierung beanstanden. Wenn Herr Seibert als Sprecher der Kanzlerin davon spricht, dass es „Zusammenrottungen“ und „Hetzjagden“ gab und „Hass auf die Straße“ getragen wurde. Wenn er das in den Mittelpunkt stellt – dann schürt er das Problem.

WELT: Warum sehen wir Protest, Unzufriedenheit und politische Gewalt eigentlich immer besonders in Sachsen?


Maaz: Meine Sicht auf Sachsen ist sehr positiv, ich bin dort ja auch aufgewachsen. Der Sachse ist für mich ein Offener, Unverstellter, ein helles Köpfchen. Und der Sachse ist mutig, wenn es um offene Kritik geht. Wenn ich es verallgemeinere, sind die Menschen im Osten, besonders in Sachsen, kritisch dem Westen gegenüber. Kritischer gegenüber Kapitalismus, gegenüber Machtpolitik und Obrigkeit. Das ist eine Folge der DDR-Verhältnisse. Dieses Misstrauen und diese Vorsicht gegenüber dem, was Obrigkeit verbreitet, hat sich gehalten und ist verstärkt worden.

WELT: Das heißt aus Ihrer Sicht sind die Sachsen einfach nur mutiger und machen deswegen den Mund auf?

Maaz: Hinzu kommt die Unzufriedenheit: mit der Vereinigungspolitik, mit der Vorherrschaft des Westens, mit den Enttäuschungen nach der Wende. Und Fragen wie die Euro- oder Migrationspolitik. Zusammen mit dieser misstrauischen, vorsichtigen, kritischen und letztlich auch mutigen Haltung, kommen viele Ostdeutsche zur Erkenntnis: Da läuft eine Menge schief in Deutschland. Dann wird aber über Proteste wie Pegida sofort die Nase gerümpft und gesagt „das sind die Doofen, die Dummen, die Zurückgebliebenen“. Die sind auch dabei, aber die Mehrheit ist anders. Es gibt einen Protest und dieser Protest wird nicht gehört. Und was ist die Folge? Man ärgert sich, man wird trotzig und man wählt die AfD. Weil der berechtigte Protest, die Nachdenklichkeit, nicht ernst genommen wird.

WELT: Oft wird ja auch das Argument angeführt, dass der Osten wirtschaftlich schwächer ist. In Sachsen ist die Arbeitslosigkeit aber geringer als in Nordrhein-Westfalen.

Maaz: Es ist schwierig, eine Analyse zu erstellen, die auf alle zutrifft. Es ist immer ein Bündel von sehr persönlichen Motiven. Von sozialen Motiven, von Kränkungen und natürlich die Angst vor der Veränderung. Das trifft jetzt auch für Ostdeutsche allgemein zu. Man hat sich ja mit der Wende grundsätzlich neu aufstellen und orientieren müssen – im westlichen Leben. Das ist erst ein paar Jahre her. Jetzt steht schon wieder eine grundlegende Veränderung an. Die Kritik an der Gesellschaftsveränderung ist im Osten heftiger und tiefgehender, weil viele Menschen erst so eine Veränderung durchmachen mussten. Deswegen ist der Osten empfindlicher, kritischer und protestiert mehr.

WELT: Wie könnte man die Spaltung der Gesellschaft und die Konflikte, die wir erleben, beheben?

Maaz: Von den Medien würde ich erwarten, dass sie nicht den Fehler machen und ein rechtsextremes Problem in den Fokus stellen. Genau das passiert aber. Im Moment verstärken die meisten Medien das Problem in unserer Gesellschaft. Ich würde wagen zu behaupten, dass der bisherige Stand der medialen Berichterstattung über Chemnitz der AfD in Sachsen ein bis zwei Prozentpunkte bringt. Wir müssen die Proteste der Bevölkerung endlich ernst nehmen. Wir müssen mit denen reden, aber das heißt nicht so lange mit ihnen reden, bis sie der eigenen Meinung sind. Der Protest muss inhaltlich analysiert werden. Und – darf man das sagen, ohne diskriminiert zu werden? – man muss natürlich auch mit der AfD reden.

WELT: Sie haben schon einmal davon gesprochen, dass es eine öffentliche Zensur in Deutschland gibt. Was meinen Sie damit?

Maaz: Ich hätte es mir nicht mehr vorstellen können, dass unter demokratischen Verhältnissen bestimmte Gruppen, die politisch nicht korrekt sind, ausgegrenzt werden. Aber in den letzten Jahren gab es diese gesellschaftliche Atmosphäre. Diese Diktatur von Political Correctness macht mir Angst, weil ich das aus DDR-Zeiten kenne. Ich habe mich damals gesehnt nach Demokratie. Dass man zuhört, wenn jemand eine andere Meinung hat. Die kann man ja auch blöd finden, aber wenn man zuhört, ist man daran zu verstehen, warum dieser Mensch so denkt. Das habe ich mir unter demokratischen Verhältnissen vorgestellt und das hat es auch gegeben. Aber das wurde in den letzten Jahren immer schlechter, DDR Nummer zwei kann man fast sagen.

WELT: Was machen wir mit denjenigen, die dem Rest der Gesellschaft nicht mehr trauen? Kann man die zurückgewinnen?

Maaz: Ja natürlich. Muss man sogar. Das ist vordergründigste politische Aufgabe. Nicht bei Demonstrationen, sondern man kann das erst mal vorbereiten, medial oder in politischen Verlautbarungen. Meine Forderung an die Politik ist: Hört auf zu diffamieren, hört auf mit Etiketten und mit diesem „mit denen reden wir nicht“. Sie sollten sich besser fragen, warum verhalten sich die Menschen so, und es versuchen zu verstehen. Die Medien könnten Menschen, die konservativ denken, die Möglichkeit geben, ihre Position zu erklären und zu begründen. Dann hätten wir eine neue Kultur des Diskurses.

https://www.welt.de/politik/deutschland/plus181357196/Hans-Joachim-Maaz-In-Chemnitz-hat-sich-ein-Gefuehlsstau-gesellscha...


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Elektrofisch
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30.08.2018 um 16:09
WELT: Warum sehen wir Protest, Unzufriedenheit und politische Gewalt eigentlich immer besonders in Sachsen?


Maaz: Meine Sicht auf Sachsen ist sehr positiv, ich bin dort ja auch aufgewachsen. Der Sachse ist für mich ein Offener, Unverstellter, ein helles Köpfchen. Und der Sachse ist mutig, wenn es um offene Kritik geht. Wenn ich es verallgemeinere, sind die Menschen im Osten, besonders in Sachsen, kritisch dem Westen gegenüber. Kritischer gegenüber Kapitalismus, gegenüber Machtpolitik und Obrigkeit. Das ist eine Folge der DDR-Verhältnisse. Dieses Misstrauen und diese Vorsicht gegenüber dem, was Obrigkeit verbreitet, hat sich gehalten und ist verstärkt worden.
Ein Beispiel für einen hellen Kopf aus Sachsen, der offen und unverstellt ist, ist René Adler, seines Zeichens Fußballtorhüter. Geboren und aufgewachsen ist er in Leipzig.


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Demonstrationen in Chemnitz und Köthen nach tödlichen Zusammenstößen

30.08.2018 um 16:09
Elektrofisch schrieb:Es wird genug gegen Rechtsextremismus getan
Offensichtlich ja nicht, wenn man sich die letzten Vorkommnisse anschaut...
Elektrofisch schrieb:doch gegen Migrantengewalt wird nie was gemacht
Naja. Schlimm genug, aber das ist eine verschwindend kleine Anzahl in der Menge aller Straftaten. Warum wird nichts gegen alkoholisierte Autofahrer getan, die andere Leute töten? Warum wird nichts gegen Krankenpfleger getan, die hunderte Leute töten? Warum zahle ich Steuern? Warum schreibe ich im Internet? Wo sind die blühenden Landschaften? Wo bleibt die Intelligenz, Dinge zu hinterfragen?

Es wird etwas getan, aber es ist nicht immer für alle Dumpfdödel so offensichtlich wie das posten eines Haftbefehls...


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Elektrofisch
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Demonstrationen in Chemnitz und Köthen nach tödlichen Zusammenstößen

30.08.2018 um 16:11
@Kurzschluss
Na klar, aber kann nicht bei jedem fruchten und es sind nicht alle, die bei der demo mitmachen, auch rechtsextrem. und dass die deutschenhassenden migranten eine verschwindend kleine anzahl sein sollen, muss wohl ein witz sein.


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30.08.2018 um 16:11
Kältezeit schrieb:Kann man aber wieder zurückholen, wenn man ihnen diese Ängste nimmt. Und zwar nicht die Vorgeschobenen, sondern die tatsächlich Existenten.
Vergiss es, die holst Du nicht zurück. Die sind zum größten Teil in der Filterblase.
Man lehnt die „ alten Medien“ rundum ab, nur um den „alternativen Medien“ jeden Scheiss bedingungslos zu glauben. Und in diesen „alternativen Medien“ wird sehr viel Angst verbreitet. Angst vor dem (sozialen) Absturz, Angst vor dem Bürgerkrieg gegen „die da oben“, Angst vor dem normalen Leben.
Es ist sehr schwer aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen.


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