Siegelschild schrieb:Das Wort bedeutet anscheinend dass irgendwo ein Risiko entstanden ist, z.B. für Anleger, und man dem begegnet indem man zusätzliche Finanzmittel als Absicherung zur Verfügung stellt, die man auf ~irgendeine Weise von wo anders beschafft oder abzieht.
Das ist Fachchinesisch.
Ich habe nichts gegen Fachchinesisch, manchmal müssen Fachwörter her, aber bevorzuge die einfache Erklärung wo immer möglich:
Angenommen Du hast, sagen wir mal Aktien im Wert von 100 000 Euro über einen Broker gekauft.
Nun sind sehr viele Broker (eigentlich alle) so kulant und sagen zu Dir: Dein Depot hat einen
Beleihungswert von sagen wir mal 50 000 Euro.
D.h. für die 100 000 Euro an Aktien in unserem für Dich bereitgestellten Depot, sind wir bereit Dir 50 000 Euro zu leihen. Also genau die Hälfte der angelegten Summe.
Was machen nun viele Anleger?
Sie kaufen für 50 000 Euro weitere Aktien, was weniger dramatisch ist, wenn die Kurse steigen, dann steigt auch automatisch der Beleihungswert.
Fallen aber die Kurse so hast Du ein Problem, denn dann ist Dein Aktiendepot ohne geliehenem Geld weniger wert, aber die Summe des geliehenen Wertes bleibt gleich: 50 000 Euro. D.h der Beleihungswert ist gesunken und fällt unter 50 000.
Da ist der Broker dann Knallhart und es geht ein sogenannter Margin-Call raus: Erhöhe Dein angelegtes Geld, damit der Beleihungswert wieder passt, oder wir schließen automatisch eine Aktien-Position, damit es wieder passt.
Entsprechend wird dann der Anleger das verkaufen was als Reserve gilt: Gold und Anleihen. Mit dem Erlös dann wird nachgekauft, damit wieder der Beleihungswert stimmt. Sinkt nun der Wert der Aktien weiter, so muss der Anleger das wiederholen, bis der Wert wieder steigt, oder er Bankrott geht.
Mittlerweile machen das Algorithmen automatisch.