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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle
um 13:05Den Robert Habeck vermisse ich schon in der Politik. Seiner Kapitalismus-Kritik kann ich folgen:
„Sosehr uns der Kapitalismus unfassbare Erfolge beschert hat, Wohlstand, Bildung, Gesundheit, Nahrung in Mengen, so sehr drohen uns gerade die Bedingungen für seinen Erfolg über den Kopf zu wachsen“, sagt der Grünen-Parteichef.
Kern des Kapitalismus sei die permanente Notwendigkeit zu wachsen, und daran hat Habeck einiges auszusetzen.
Ein Wirtschaftssystem, das auf Wachstum ausgerichtet ist, befriedige nicht nur Bedürfnisse, es schaffe stets neue.
„Wir wussten nicht, dass wir Handys brauchten, bis sie da waren“, sagt Habeck. „Kaum jemand wollte Urlaub in Thailand oder Australien machen, bis es möglich war. Niemand dachte daran, für 30 Euro nach Lissabon zu fliegen, bis das Angebot geschaffen war. Und die meisten Menschen essen nicht so viel Fleisch, weil sie es brauchen, um ihren Eiweißbedarf zu decken, sondern weil es da ist und billig angeboten wird.“
Habeck sieht im Kapitalismus Gutes wie Schlechtes: Die Arbeitsbedingungen hätten sich verbessert, es entstanden Freiheiten und Wohlstand – aber auch Ausbeutung und Ungerechtigkeit. Märkte tendierten zu Monopolen und damit zur Zerstörung der Marktmechanismen, die sie hervorgebracht hätten.
Konkurrenzdruck führe zu Lohndruck und damit immer wieder zu einer Entkoppelung von Produktivität und Kaufkraft, was wiederum zu künstlicher Stimulation und zu Spekulation führe, die dann in Börsencrashs endeten. „Und schließlich führt immerwährendes Wachstum zur rücksichtslosen Ausbeutung der Erde, denn es braucht immer mehr Rohstoffe, um den Energiebedarf zu befriedigen.“
Habeck wendet sich ausdrücklich nicht gegen einen „Geist des Kapitalismus“. Es sei aber jetzt an der Zeit, die soziale Marktwirtschaft zu einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft zu entwickeln. „Wir, die heutige Generation und vor allem wir in den reichen Ländern der nordwestlichen Hemisphäre, verbrauchen mehr, als wir haben“, so Habeck.
Die ökologischen Kosten unserer Wirtschaftsweise seien längst nicht mehr tragbar. „Sie funktioniert nur noch, weil wir uns über die Konsequenzen selbst täuschen, weil wir nicht hinsehen und verdrängen.“
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/max-weber-preis-was-gruenen-chef-robert-habeck-am-kapitalismus-auszusetzen-hat/26969604.html