kuno7 schrieb:deshalb wird es auch immer ärmere und reichere Menschen geben, das is imho völlig ok.
Klar, solange man auf der Seite der "reicheren" Menschen steht, kann man das okay finden.
kuno7 schrieb:Wohlstand
Dieser Wohlstand hat ja Kosten. Wenn wir uns die kapitalistische Wertschöpfung der letzten 200 Jahre anschauen, dann müssen wir feststellen, dass diese Wertschöpfung für westliche Staaten, also die Privilegien, die wir als Bevölkerung in westlichen Demokratien haben, auf dem unsagbaren Leid der Ausbeutung kolonial eingenommener Staaten und Ressourcen beruht. Also, wir haben gebrandschatzt und gebrandwildert.
Wenn wir jetzt sagen: „Es geht einzig und alleine um das Ergebnis, ob es der einzelnen Person meiner Volksgruppe besser geht.", dann kann man natürlich sagen: „Der Kapitalismus hat viel geschafft oder wir sagen: „Gut, die Erfolge des einen sind die Misserfolge des anderen."
kuno7 schrieb:was ich mir wünsche is eine soziale Marktwirtschaft
Diese linksliberalen Ansätze des: "wir reformieren den Kapitalismus in ein Land in dem für immer Frühling ist" wird leider nicht funktionieren.
Liberale denken immer, dass eine sozialer Kapitalismus der Weg ist, aber sozialer Kapitalismus ist ein Oxymoron.
Das ist so wie verheirateter Junggeselle. Das gibt es nicht. Das kann es gar nicht geben. Einen sozialen Kapitalismus kann es nicht geben, denn Kapitalismus ist ein aggressives, degeneratives, zerstörerisches, krisenproduzierendes Scheißsystem. Das kann nicht sozial sein.
Übrigens: Soziale Marktwirtschaft heißt einfach: Okay, wir machen Kapitalismus und bauen da so ein paar Mechaniken ein, die dazu führen, dass erstens das revolutionäre Potenzial klein gehalten wird und zweitens die Arbeiter, die keine Lohnarbeit haben, am Leben gehalten werden und so ein Ersatzheer für das Kapital besteht. Das ist soziale Marktwirtschaft und die existiert in Deutschland bereits.
kuno7 schrieb:Das bezweifle ich so mal. Eine Vermögenssteuer landet ja nich 1:1 auf den Konten jedes Bürgers
Ich habe nichts von einer Vermögenssteuer geschrieben.
Gwyddion schrieb:Aber dieses Halsleiden ist nicht nur bei Kapitalisten als Symptom zu diagnostizieren.
Bei wem ist denn dieses Halsleiden noch zu diagnostizieren?
mitH2CO3 schrieb:Es ist weder dem Kommunismus noch dem Kapitalismus gelungen, die anhaltenden Probleme: Kriege, Armut, Umweltzerstörung oder terroristische Gewalt zu lösen. Beide Dominanzsysteme sind Ursachen der Probleme. Demnach
Kommunismus gab es noch nicht. Nirgendwo. Kommunismus bedeutet die Abwesenheit von Herrschaft, von Geld, keine Klassen, kein Eigentum. Kommunismus ist also herrschaftslos, staatenlos und geldlos. Im Kommunismus gibt es kein Geld, keine Herrschaft und auch keinen Staat. Ergo, Kommunismus gab es noch nie, außer in indigenen Stämmen, in ganz kleinen Gruppen, da gab es sowas wie Kommunismus.
Was Du meinst ist Sozialismus. Und wenn du dich ein bisschen damit beschäftigst, was Ländern passiert, die ein sozialistisches Projekt starten, dann wüsstest Du auch, warum das schief ging.
Spoiler. Das liegt nicht an den Ländern selber, warum das schief ging.
;)
mitH2CO3 schrieb:Bin an einem Wirtschaftssystem interessiert, dass Freiheit und Individualität ermöglicht,
Was bedeutet für dich Freiheit?
mitH2CO3 schrieb:Daher suche ich nach interessanten Möglichkeiten zur Transformation des jetzigen Kapitalismus ---> mega gerne hin zur Caring Economy, bei der die Wirtschaft und die Politik den Menschen dienen.
Klingt irgendwie nach Kommunismus oder Sozialismus.
mitH2CO3 schrieb:Erbschaftssteuerrefom
Eine Erbschaftsteuer ginge, also die wäre machbar.
mitH2CO3 schrieb:Wiedereinführung der Vermögenssteuer
Ich habe dir doch geschrieben, warum eine Einführung der Vermögenssteuer nicht geht. Nochmal:
Wenn man jetzt das Geld durch eine Vermögenssteuer und Umverteilung der besitzenden Klasse entzieht, dann werden Investitionen wegfallen, dann werden sie Arbeitsplätze streichen, dann werden sie möglicherweise auch an die Löhne gehen, dann werden sie vielleicht auch Unternehmen schließen - weil sie dann nicht mehr profitabel sind.
Wenn man das Unternehmen jetzt stärker besteuern würde, dann ist die Profitabilität logischerweise nicht mehr gegeben, wenn sie vorher gegeben war. Ist ja logisch. Dann machen vielleicht auch Unternehmen zu. Das führt zu Kapitalabflüssen, das führt zu Unternehmensschließungen, das führt zu Arbeitsplatzverlusten usw.
Ich habe mich auch lange gegen dieses Argument gewehrt und habe gesagt: „Meine Güte, die stärkere Besteuerung von Unternehmen würde doch zu Wirtschaftswachstum führen. Was reden die denn da?"
Ich konnte es aber nie richtig begründen. Und dann habe ich verstanden, dass das nicht so einfach ist.
Man kann in einem kapitalistischen System das Geld nicht einfach so wie Robin Hood den Armen geben. So läuft das nicht, weil ein kapitalistisches System dann nun mal in sich zusammenbricht.
Ein kapitalistisches System funktioniert unter bestimmten Logiken, und die kann man nicht brechen. Man kann das System nur abschaffen.
Zu glauben, man könne einfach Geld nehmen, das für das Wirtschaftswachstum des Standorts essenziell ist, und es dann armen Menschen geben, ohne dass das zu krassen Verwerfungen beim Wirtschaftswachstum, BIP usw. führt - ohne dass das im Kapitalismus zu starken Verwerfungen führt - ist naiv. Das funktioniert nicht.
mitH2CO3 schrieb:TAX THE RICH
Warum möchtest du keine Vergesellschaftung der Produktionsmittel oder die bestehenden Eigentumsverhältnisse abschaffen?