Fedaykin schrieb:Genau deshalb hat man im dem Sektor viel mehr Freiheiten eingeführt an liberalen Ideen und Methoden wegen der Katastrophen der zentralen Vorgaben.
Ich hab dir aufgezählt wie massiv der Staat in China die Nahrungsmittelproduktion und -Verteilung steuert. Wenn da „viel mehr“ liberale Ideen und Freiheiten siehst als bei Mao, dann ist das dein Bier. Ich sehe da ein hochgradig gelenktes System wo Boden und Firmen dem Staat gehören, Preise reguliert sind, der Anbau staatlich gelenkt ist usw.
Fedaykin schrieb:Genau und seit 200 Jahren hat sie Welt einen unglaublichen Wandel gemacht, nicht alles zum guten aber doch na vorne.
Nach „vorne“? Wandel ja sicher, aber was hier „nach vorne“ noch heißen soll, wenn eben nicht „gut/besser“ ist mir ein Rätsel.
Fedaykin schrieb:Kannst du machen, allein du hast keineb Haufen. Der besser ist...
Wie gesagt, hatte ich schon öfter geschildert wie ich das organisieren würde, wenn ich denn die Möglichkeit dazu hätte. Aber sicher wird sich das anders gestalten, als meine persönlichen Vorlieben. Sicher ist, der K. stößt an vielen Stellen an Grenzen, zum Teil an solche die er selbst erzeugt hat. So oder so muss es da einen grundlegenden Wandel geben, so wie es denn auch zum K. gab.
kuno7 schrieb:Nur wenn du daraus folgern willst, es sei unmöglich, weil es das noch nie gab, dann is das schlicht ein Fehlschluss.
Hab ich nie. Ich frag dich wie das gehen soll, wie das real sein soll, wie das mehr sein soll als Fantasie.
Aber gut du zwingst mich ja regelrecht dazu dir aufzuzeigen warum es unter den gegebenen Umständen nicht möglich ist.
Meine Meinung dazu:
1. eine staatliche Umverteilung die so groß ausfällt, dass sie die Ungleichheit des K. stoppt oder umgekehrt, würde die Möglichkeit Profit zu machen aufheben. Das funktioniert nicht in einem globalen Wirtschaftssystem genau darauf ausgelegt ist, bzw. führt es zwangsläufig zum wirtschaftlichen Zusammenbruch.
2. Du baust hier auf die Macht der Nationalstaaten. Die sind im globalen K. Aber im Grunde machtlos. Ein einziger Staat der durch Unternehmen oder Superreiche kontrolliert wird und deine ganzen Fantasien zu Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer usw. werden ad absurdum geführt, weil es einfach dorthin transferiert wird. Alle Versuche derartiges global einzuführen sind gescheitert und selbst die Körperschaftssteuer bei der sich 140 Staaten auf ein Minimum geeignet haben wird konsequent unterwandert, ausgehöhlt, ignoriert.
Kapitalakkumulation ist nicht nur die Ansammlung eines „Tauschmittels“ sondern die Konzentration von realer politischer Macht.
3. Du kannst mit staatlichen Mitteln das Wachstum der Ungleichheit lokal verlangsamen. Das ändert aber global nichts, diese Verlangsamung wird erkauft mit noch schneller wachsender Ungleichheit anderswo. Du überträgst Möglichkeiten eines reichen, europäischen Staates auf ein globales Niveau. Dabei setzt das einen Wohlstand voraus der unmöglich überall erreicht werden kann, der ganz fundamental auf der Ausbeutung anderer Staaten und Weltgegenden beruht. Um überhaupt in die Lage zu kommen funktionierende Vermögenssteuern einzuziehen (daran scheitern schon europäische Staaten), benötigst Wohlstand, funktionierende Institutionen, einer minimierte Korruption usw. usf. - du glaubst naiv dass das für alle Staaten möglich wäre, das ist aber nicht der Fall.
kuno7 schrieb:Und ich hab dir deine Fehlschlüsse aufgezeigt, die du aber bislang konsequent ignorierst. Warum eigentlich?
Weil es keine sind und ich mich eigentlich nicht in der Rolle des Erklärbären sehe. Vielleicht hast du ja tatsächlich ne gute Idee wie eine globale Vermögenssteuer aussehen und funktionieren könnte. Ich hab keine. Darum ist das für mich erstmal nix anderes als wenn du sagst das der Osterhase das Problem der Ungleichheit schon lösen wird und von mir nun verlangst die Nichtexistenz des Osterhasen aufzuzeigen.
kuno7 schrieb:Finde ich nich! Die unterschiedliche Besteuerung in einzelnen Staaten is auch ein Grund dafür, dass die Ungleichheit nich überall gleich gleich hoch is. Von daher is die Wirkung deutlich über Null.
Global: 0. Und darum geht es doch. Nicht um Sonnenscheinphasen die zeitlich und räumlich begrenzt sind. Die gibt es, streitet keiner ab. Sie bieten aber keinen Lösungsansatz auf globaler Ebene.