vx110 schrieb:Der Staat soll endlich aufhoeren, alle zu bevormunden.
Was du „Bevormundung“ nennst, ist für den Staat aber gar nicht optional, es ist sein Job bzw. sein Auftrag.
Du denkst wahrscheinlich, dass der Staat wie ein Lehrer ist, der sich einfach zu viel rausnimmt, aber das ist falsch.
Der Staat ist eher sowas wie 'n Türsteher, der dafür sorgt, dass 'ne ganz bestimmte Hausordnung eingehalten wird, in der man nur überleben kann, wenn man sein Geld damit verdient, für 'nen anderen zu arbeiten (Lohnarbeit) und in der einige wenigen die Fabriken und Firmen besitzen (Privateigentum).
Diese Hausordnung ist natürlich unfair und erzeugt automatisch Streit, Arbeitslosigkeit und Armut. Der Staat muss also ständig Regeln machen, Gesetze erlassen und notfalls mit der Polizei durchsetzen, dass diese manchmal sehr harte Ordnung nicht zusammenbricht...
Und wenn du sagst „Der Staat soll aufhören zu bevormunden!“, dann meinst du ja nicht wirklich, dass der Staat sich komplett auflöst und gar nichts mehr macht, du möchtest nur, dass er anders bevormundet, zum Beispiel bei dir weniger Steuern einzieht („das ist Bevormundung“), aber dafür bei den Arbeitslosen die Sozialhilfe kürzt (das fändest du dann wahrscheinlich okay). Du willst also 'ne andere Art von Regeln, nicht keine Regeln.
Mit deinem Wunsch „Der Staat soll aufhören zu bevormunden!“ forderst du ja nicht das Ende des Staates, sondern nur, dass er deine Interessen über die der anderen stellt. Das ist das ganz normale Spiel in der Demokratie. Du wirst nur nicht die "Herrschaft" los, sondern bekommst 'nen neuen "Chef", der hoffentlich etwas mehr nach deiner Pfeife tanzt...