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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.194 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 07:20
Zitat von VenomVenom schrieb:Gut möglich, dass das in anderem Kontext war als hier.
Ne, sie sagt es nunmal genau im Kontext mit der Wegzugsbesteuerung. Die soll - nach meinem Verständnis- ja auch primär Betriebsvermögen treffen, welches fast gänzlich im Besitz der ÜBER-Reichen ist (zu etwas über 86% in Deutschland).

Youtube: Die Reichen hauen ab, wenn sie besteuert werden? Martyna Linartas sagt: Das ist Quatsch.
Die Reichen hauen ab, wenn sie besteuert werden? Martyna Linartas sagt: Das ist Quatsch.
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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 07:30
Zitat von parabolparabol schrieb:Menschen sollen zu Aktienbesitzern gemacht werden, so wie in den USA,
wo deshalb die Regulierung des Aktienmarktes ein Tabu ist.
Was total sinnvoll wäre damit die Leute auch Kapitaleinkünfte haben,

Aber wie haben lächerliche Freibeträge,

Aber es ist gar nicht erwünscht das Leute mehr haben, so der eindruck.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 07:33
Zitat von vx110vx110 schrieb:Es gibt so viele Angebote und Sachen, man muss nur mal ranklotzen und auch mal die Kauleiste zusammenbeissen.
... weil ja jeder "seines Glückes Schmied" ist? Nein, so einfach ist es leider nicht. Das ist auch nur ein Mythos. Es kommt sehr darauf an, in welche Familie du geboren wirst (bildungsnah/bildungsfern, arm/reich), es kommt auf die Gesundheit an, es kommt darauf an, ob man ein stärkendes oder schwächendes Umfeld erfährt, auf die eigenen Fähigkeiten. Und ja ... schlußendlich kommt es auch auf Glück an. Womit ich nicht sagen möchte, dass erfolgreiche Menschen "nur" Glück hatten. Nein, es ist die Mischung, die es ausmacht, um erfolgreich sein zu können. Diese Melange erfährt halt nicht jeder, so stehen wir alle unterschiedlich da, und das ist auch total ok so.
Zitat von vx110vx110 schrieb:Der Staat braucht mir nicht unter die Arme zu greifen. Mir hilft der Staat genug, wenn der seine Finger aus meiner Brieftasche nimmt.
Super, dass du stark bist, und die Gesellschaft dich nicht stützen muss! Dennoch bist auch du (so du hier in Deutschland lebst) Teil dieser sozialen Gesellschaft. Du als Starker stützt die Schwächeren. Das nennt man Solidarität. Und das ist der Deal in einem Sozialstaat.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 08:04
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Ne, sie sagt es nunmal genau im Kontext mit der Wegzugsbesteuerung.
Schreckliches Video - danke für das erneute Posten.

These: wenn die Steuern steigen bzw. neu eingeführt werden, ziehen die Reichen weg.

Antithese der forschenden Doktor Frau: nein, das ist Quatsch. Sie ziehen nicht weg weil sie dann mittels Wegzugsteuer besteuert werden. Außerdem sind sie Menschen und ortsbezogen.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:. Die soll - nach meinem Verständnis- ja auch primär Betriebsvermögen treffen, welches fast gänzlich im Besitz der ÜBER-Reichen ist (zu etwas über 86% in Deutschland).
Die Steuer betrifft nicht das Betriebsvermögen, das wird an sich nicht angetastet, sondern das Betriebsvermögen ist die Bemessungsgrundlage für die Wegzugsteuer an dem Eigentümer.

Angenommen X gründet eine GmbH, Startkapital 25k. Die Firma entwickelt sich und ist 10 Mio Wert - sollte der Eigentümer auswandern wollen = Steuerpflicht in einem anderen Land, wird es so behandelt als hätte er die Firma verkauft und muss Steuern auf den Gewinn zahlen -> 10 Mio - 25k = 9,975Mio Gewinn -> Besteuerung als wäre es Einkommen, somit-> ca. 2,6 bis 2,9 Mio Steuern.
Die Wegsteuer wird aktiv ab 1% Anteile, mittlerweile auch für ETF Fonds ab 500k Wert.

Einzelunternehmer und bzw. Selbständige "1 Man Show" werden mit der Entstrickungssteuer beglückt (noch komplizierter).

-----

Als ich in Davos mit meinen Freunden gesprochen habe, waren wir der Meinung dass die Wegzugsteuer nicht mit EU Recht zu vereinbaren ist, im Züge der Freizügigkeit kann es nicht sein dass auch anderen Ländern die Firmen oder ihre Eigentümer einfach wegziehen können, aber aus Deutschland nicht.
Alle EU Bürger sind gleich zu behandeln, die Freizügigkeit und Niederlassungsrecht sind garantiert, es darf keine Hürden geben bzw. eine einheitliche Regelung. Die Wegzugsteuer ist auch eine Konkurrenzbenachteiligung, ein einseitiger Eingriff in den Markt von der deutschen Seite aus.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 11:11
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Schreckliches Video - danke für das erneute Posten.
Sehr gerne :) Ja, der Inhalt mag Geldschefflern etwas weh tun. Und ob' Dir gefällt oder nicht, ob du's ignorierst oder nicht: eine breite Studienlage für Deutschland, Spanien, Norwegen, USA macht deutlich, dass die ÜBER-Reichen nicht wegziehen, wenn sie höher oder mehr besteuert werden. Das ist es, was Doktor Frau u.A. Herrn Apex mitteilen möchte: es handelt sich um einen Mythos. Mythos, Mythos, Mythos.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Die Steuer betrifft nicht das Betriebsvermögen, das wird an sich nicht angetastet, sondern das Betriebsvermögen ist die Bemessungsgrundlage für die Wegzugsteuer an dem Eigentümer.
Danke für den Hinweis.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:waren wir der Meinung dass die Wegzugsteuer nicht mit EU Recht zu vereinbaren ist, im Züge der Freizügigkeit kann es nicht sein dass auch anderen Ländern die Firmen oder ihre Eigentümer einfach wegziehen können, aber aus Deutschland nicht.
Alle EU Bürger sind gleich zu behandeln, die Freizügigkeit und Niederlassungsrecht sind garantiert, es darf keine Hürden geben bzw. eine einheitliche Regelung. Die Wegzugsteuer ist auch eine Konkurrenzbenachteiligung, ein einseitiger Eingriff in den Markt von der deutschen Seite aus.
Schön, dass ihr ne Meinung habt. Die scheint nur niemanden in Brüssel zu interessieren :shrug: Btw. die Wegzugsteuer gibt es bereits seit 1972 :)
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Als ich in Davos mit meinen Freunden gesprochen habe
Als ich mit meinen Freunden in Entenhausen geprochen hab', waren sie alle dafür, die ausgesetzte Vermögenssteuer wiedereinzuführen, um dem alten Kapitalisten Dagobert ein paar seiner Lieblingstaler für Infrastruktur, Forschung und Soziales abzunehmen. Ich hörte Dagobert zwar laut weinen, gehe dennoch davon aus, dass die Mehrheit sich für die Steuer durchsetzen wird. Und schlußendlich war Dagobert bisher ja auch immer einsichtig :) Dödel Schwarz & Friends werden das auch iwann sein :Y:


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 11:16
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Btw. die Wegzugsteuer gibt es bereits seit 1972 :)
Das ist falsch, die gibt es seit 1918, 1931 von den Nazis umbennant und gegen Juden mißbraucht.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Als ich mit meinen Freunden in Entenhausen geprochen hab', waren sie alle dafür, die ausgesetzte Vermögenssteuer wiedereinzuführen, um dem alten Kapitalisten Dagobert ein paar seiner Lieblingstaler für Infrastruktur, Forschung und Soziales abzunehmen.
Stimmt, FES, Netzwerk für Steuerabzocke, das überflüssige Surplus haben ihre Sitze dort...verbreiten die aber die zusammen die gleichen Lügen.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Ich hörte Dagobert zwar laut weinen
Schon mal probiert in einem Goldmünzenspeicher zu schwimmen? Das ist anstrengend.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 11:22
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Das ist falsch, die gibt es seit 1918, 1931 von den Nazis umbennant und gegen Juden mißbraucht.
Und? Wurde - in der dann noch längeren Zeit - seitens der EU über die Wegzugsteuer gemeckert? Nö.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Stimmt, FES, Netzwerk für Steuerabzocke, das überflüssige Surplus haben ihre Sitze dort...verbreiten die aber die zusammen die gleichen Lügen.
So. Jetzt beleg' dann mal

1. dass der Sitz von FES, Netzwerk für Steuerabzocke, das überflüssige Surplus Entenhausen ist
2. dass dort gelogen wird
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Das ist anstrengend.
... nicht anstrengender als auf ne lahme Ente einzureden.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 12:51
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Ne, sie sagt es nunmal genau im Kontext mit der Wegzugsbesteuerung. Die soll - nach meinem Verständnis- ja auch primär Betriebsvermögen treffen, welches fast gänzlich im Besitz der ÜBER-Reichen ist (zu etwas über 86% in Deutschland).
Sie sagt das viel viel zu verallgemeinert. Du kannst da nicht einfach kontextlos behaupten die Superreichen werden niemals aus Deutschland abhauen, weil Wegzugsbesteuerung und im Falle dieser Frau hier auch noch die Menschlichkeit dieser Superreichen erwähnt bzw. unter anderem die Verbindung zum Heimatland etc.

Sie erwähnt gar nicht mal, dass es Schlupflöcher gibt bzgl. Wegzugssteuer und neben dieser linken Platform wo sich diese Frau aus deinem Link bewegt gibt es genauso auch (eher) rechte und anders eingestellte wirtschaftliche Platformen die dieser Frau zumindest teilweise groß widersprechen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 13:06
Außerdem du kannst selbst auch nicht einfach behaupten die Superreichen würden nicht abhauen "nur" weil sie höher besteuert werden. Die Details hier sind entscheidend. Klar wird es keinen jucken wenn die oder der Superreiche um 0,00001% mehr belastet wird. Das gilt auch schon als höhere Besteuerung in welcher Form auch immer. Wenn du aber mit Radikalreformen daherkommen solltest mit Vermögenssteuer und Erbschaftssteuer (am besten noch besonders harte Besteuerung) UND progressiver Besteuerung von Kapitalerträgen UND womöglich auch noch Zuwachsbesteuerung in Form von Besteuerung von unrealisierten Gewinnen auf Aktien zb UND vll sogar noch extra drauf eine Milliardärssteuer (falls wir sie von den gerade genannten Dingen trennen wollen) und dann trotzdem noch dran glaubst die Superreichen werden schon nicht wegziehen und sich eine derartige Politik gefallen lassen und das, weil die Wegzugsbesteuerung sie angeblich daran hindern würde wegzuziehen - dann bist du sehr, sehr naiv.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 13:40
Zitat von VenomVenom schrieb:Sie erwähnt gar nicht mal, dass es Schlupflöcher gibt bzgl. Wegzugssteuer und neben dieser linken Platform wo sich diese Frau aus deinem Link bewegt gibt es genauso auch (eher) rechte und anders eingestellte wirtschaftliche Platformen die dieser Frau zumindest teilweise groß widersprechen.
Sie hat in dem Clip ja kein Referat über die Wegzugsteuer als solches gehalten. Es ging nach meinem Dafürhalten um diesen Myhtos. Und wenn sie als Wissenschaftlerin auf entsprechende Studien verweisen kann, aus denen sie ihre Aussage schlussfolgert, dann gehe ich davon aus, dass es inhaltlich korrekt ist, was Dr. Linartas diesbezüglich sagt … ganz egal ob links oder rechts.
Zitat von VenomVenom schrieb:Außerdem du kannst selbst auch nicht einfach behaupten die Superreichen würden nicht abhauen "nur" weil sie höher besteuert werden.
Es geht primär um die Reform der Erbschaftssteuer, die Wiedereinsetzung der Vermögenssteuer und eine int. Milliardärssteuer. Die hatten sie jahrelang nicht zu zahlen, ausser einer nicht mal erwähnenswerten Erbschaftssteuer. Sowas erzeugt Ungleichheit. Darum gehts. Sonst wäre mir das auch echt egal, ob jemand in Talern badet oder nicht.

Was davon passiert denn bisher in der Realität? Was wird, wenn überhaupt - bei der eifrigen Lobbyarbeit der Familien-Konzern-Unternehmer - umgesetzt werden? Beruhige dich also.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 14:35
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Und wenn sie als Wissenschaftlerin auf entsprechende Studien verweisen kann, aus denen sie ihre Aussage schlussfolgert, dann gehe ich davon aus, dass es inhaltlich korrekt ist, was Dr. Linartas diesbezüglich sagt … ganz egal ob links oder rechts.
Nur sie gibt hier ein massiv einseitiges und vereinfachtes Bild ab welches sehr irreführend ist. Dass Superreiche automatisch auswandern sobald auch nur ein Hauch an höherer Belastung an sie zukommt als im Status quo ist natürlich ein Quatsch und das wird kaum jemand behaupten. Dass die Superreichen bei utopischen Spielerien abhauen wo sie mit Radikalreformen und drastisch höheren Belastungen und Forderungen bombardiert werden - davon kannst du aber sehr wohl ausgehen oder als großes Risiko annehmen. Sie hat gar keine Studien vorgezeigt, sie hat gar nicht erwähnt, dass Norwegen hunderte von Multimillionären und Milliardären verlor wegen ihrer Steuerreform wo sie die Vermögenssteuer und die Steuern auf Dividenden und Kapitallgewinne erhöhte. Kurzfristig brachte das dem Staat Norwegen sogar ein Plus in der Kassa ein, langfristig sieht die Sache dann aber nicht mehr geil aus laut mehreren renommierten Wirtschaftswissenschaftlern, Unternehmern und wirtschaftsliberalen Forschungsinstituten – sowohl in Norwegen selbst als auch international.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Es geht primär um die Reform der Erbschaftssteuer, die Wiedereinsetzung der Vermögenssteuer und eine int. Milliardärssteuer. Die hatten sie jahrelang nicht zu zahlen, ausser einer nicht mal erwähnenswerten Erbschaftssteuer. Sowas erzeugt Ungleichheit. Darum gehts. Sonst wäre mir das auch echt egal, ob jemand in Talern badet oder nicht.
Ja, und wenn du alle drei haben willst dann frage ich mich was dich denn genau denken lässt die Superreichen werden garantiert nicht abhauen? Das ist keine kleine Forderung bzw. Idee und auch nicht etwas was die Superreichen nicht kümmern würde, es ist eine massive Belastung obendrauf. Wenn man noch deine Forderung nach Einführung von progressiver Besteuerung auf passives Einkommen mit einberechnet hätte Deutschland das mit Abstand härteste Steuermodell der westlichen Welt. Norwegen wo hunderte Superreiche das Land verlassen wäre noch harmlos dagegen - was glaubst du was in Deutschland wäre wenn du mit derartig radikaler Politik daherkommen würdest? Und bedenke auch, dass Deutschland anders funktioniert als Norwegen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 16:45
Zitat von VenomVenom schrieb:Sie hat gar keine Studien vorgezeigt,
Sie hat auch neben ihrer Dissertationsmonographie nichts Wissenschaftliches publiziert, einige Beiträge in populärwissenschaftlichen Sachbüchern gehen auf sie zurück, was tatsächliche Fachbeiträge angeht ist da komplett Ebbe. Man findet noch nicht mal eine offizielle Publikationsliste (wie das bei Wissenschaftlern eigentlich üblich ist) auf Lehrstuhl- oder Institutswebsiten, sondern muss sich mit den entsprechenden Katalogen behelfen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 16:58
Die Diskussion erinnert mich an paar Cocktailesprächen auf dem Boao Forum - wir waren uns einig dass eine Wegzugsteuer eigentlich scheissegal -> entscheidend ist die Gesamtbesteuerung bis zum Investitionsende...und wenn sich ein Umzug loht, zB. Wegzusteuer + Steuern im neuen Land geringer als Gesamtbesteuerung in Deutschland, dann zieht man weg.
Deutschland ist ein so tolles Land, das wird es finenziell nicht merken, tolle Infrastruktur, Digitalisierung, keine Bürokratie und Co.
Danach haben wir gelacht ;)


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 18:50
Zitat von parabolparabol schrieb:Wenn man sich die letzten Jahre anguckt, dann sind die großen Vermögen deutlich gestiegen, je größer desto mehr.
Is ja auch kein Wunder, Spitzensteuer gesenkt, Abgeltungssteuer eingeführt und die Vermögenssteuer abgeschafft. Gestiegen is dagegen die Mehrwertsteuer, die relativ besonders die kleinen Einkommen trifft.
Große Vermögen werden immer stärker bevorteilt.
Zitat von parabolparabol schrieb:Das ist offensichtlich auch das fiese Ziel, möglichst viele Menschen sollen zu Aktienbesitzern gemacht werden, so wie in den USA,
wo deshalb die Regulierung des Aktienmarktes ein Tabu ist.
Naja, so fies is Aktienbesitz nu nich, im Vergleich zu den in Deutschland weit verbreiteten Alternativen wie Sparbuch/Tagesgeld, Lebensversicherungen, Bausparverträgen oder noch schlimmer Giro Konto oder Bargeld "unterm Kopfkissen".
Der Aktienmarkt is ja reguliert, die Gewinne aus Kapitalerträgen könnten aber durchaus stärker besteuert werden.

mfg
kuno


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 19:30
Zitat von VenomVenom schrieb:Nur sie gibt hier ein massiv einseitiges und vereinfachtes Bild ab welches sehr irreführend ist.
Keine Ahnung wo dein Problem liegt. M. Linartas stellt komplexe Inhalte vereinfacht dar, so dass sie jeder - auch ohne BWL oder VWL Studium - zumindest in der Kernaussage nachvollziehen kann.

Na ja, und wenn hier ein
Sie wurde 2023 bei Marianne Braig und Philipp Lepenies mit summa cum laude promoviert.
nicht langt oder
Sie lehrt an der FU Berlin sowie an der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz.[9
dann halt nicht :D Dr. Martyna Linartas forscht und lehrt zum Thema Ungleichheit (z.Zt. ist sie in Elternzeit).

So viele gibt's davon derzeit nicht. An der LMU München wurde 2024 ein Forschungszentrum zum Thema soziale Ungleichheit gegründet
Das Munich International Stone Center for Inequality Research wird außerdem ein internationales und interdisziplinäres Forschungsnetzwerk aufbauen. „Die soziale Ungleichheit, insbesondere im Vermögen, ist eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Momentan scheint der Reichtum weniger keine Grenzen zu kennen. Wenn es darum geht, Lösungen für sozio-ökonomische Ungleichheit und extreme Vermögensungleichheit zu entwickeln, muss die Forschung international ausgerichtet sein und neue gesellschaftliche Modelle und politische Maßnahmen in den Blick nehmen“, sagt Fabian Pfeffer, Inhaber des Lehrstuhls Soziale Ungleichheit und Soziale Strukturen an der LMU und Gründungsdirektor des ISI.

Von der Dynamik sozialer Ungleichheit

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der LMU am ISI werden mit verschiedenen empirischen Daten – wie etwa Steuerdaten – arbeiten, um die Situation von Vermögen und Einkommen sowie deren Entwicklung auf individueller Ebene zu erfassen und zu vergleichen. Zudem werden Institutionen und politische Ansätze weltweit untersucht, die Ungleichheit reduzieren und Demokratie stärken können. Ziel ist es, auch die Dynamik von Vermögensungleichheit über Generationen hinweg zu erforschen und Ansätze für ein gerechteres Miteinander zu entwickeln.
Das ISI ist Teil einer Reihe von Forschungszentren weltweit, die von der Stone Foundation unterstützt werden und sich der Erforschung sozioökonomischer Ungleichheit widmen. „Wir freuen uns, das ISI bei der wichtigen Aufgabe zu unterstützen, die internationale Ungleichheitsforschung voranzutreiben. Der Aufbau einer globalen Gemeinschaft von Forschenden zum Thema Ungleichheit wird dabei helfen, unsere Welt zu verbessern“, sagt Jim Stone.
https://www.lmu.de/de/newsroom/newsuebersicht/news/lmu-gruendet-forschungszentrum-zu-sozialer-ungleichheit-067e5545.html

Spannend.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 19:37
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Keine Ahnung wo dein Problem liegt. M. Linartas stellt komplexe Inhalte vereinfacht dar, so dass sie jeder - auch ohne BWL oder VWL Studium - zumindest in der Kernaussage nachvollziehen kann.
Ich habe dir gesagt wo mein Problem da liegt, du bist leider auf all die Dinge nicht eingegangen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 20:03
Zitat von VenomVenom schrieb:Ich habe dir gesagt wo mein Problem da liegt, du bist leider auf all die Dinge nicht eingegangen.
Ich kann schlecht für Dr. Linartas antworten. Du hattest Norwegen angesprochen. Gehe also an der Stelle selbst auf den Punkt ein:
Zitat von VenomVenom schrieb:sie hat gar nicht erwähnt, dass Norwegen hunderte von Multimillionären und Milliardären verlor wegen ihrer Steuerreform wo sie die Vermögenssteuer und die Steuern auf Dividenden und Kapitallgewinne erhöhte. Kurzfristig brachte das dem Staat Norwegen sogar ein Plus in der Kassa ein, langfristig sieht die Sache dann aber nicht mehr geil aus laut mehreren renommierten Wirtschaftswissenschaftlern, Unternehmern und wirtschaftsliberalen Forschungsinstituten – sowohl in Norwegen selbst als auch international.
Weshalb sollte man denn was zu Norwegen sagen. Es läuft dort prima mit der Vermögenssteuer. Erwartungsgemäß sind ein paar Nasen umgezogen - steht doch jedem frei - (kann man ja wohl kaum als Kapitalflucht bezeichnen), und seit der Erhöhung der Vermögenssteuer läufts doch viel besser als zuvor im Staate Norwegen 🇳🇴
Wie kommt es zur falschen Behauptung?

Die Berechnung des Guardian beruhen auf falschen Zahlen. Tatsächlich sind einige Milliardär:innen begleitet von viel Öffentlichkeitsarbeit aus Norwegen nach der Erhöhung weggezogen. Das haben Forscher:innen und Befürworter:innen der Steuer aber auch vorher erwartet. Denn in Prognosen über Steuern auf bewegliche Werte wird in der Regel ein gewisser Teil an Steuerverweigerung einberechnet.

Doch der Guardian hat zur Einschätzung über das weggeschaffte Vermögen einen norwegischen Juristen und Professor für Steuerrecht befragt. Er hatte das betroffene Vermögen auf 600 Milliarden Kronen geschätzt. Wie sich herausstellte, war das um ein Vielfaches zu hoch – am Ende waren es weniger als 50 Milliarden Kronen. Der Guardian hat seine Zahlen übernommen. Ein Fehler mit schwerwiegenden Konsequenzen.

Die verbliebenen Überreichen in Norwegen sind übrigens auch nach der Steuererhöhung immer noch überreich. Aber sie tragen wenigstens ein bisschen mehr zum Allgemeinwesen bei. Und auch für die, die ihren gerechten Beitrag verweigern, hat sich Norwegen 2024 etwas überlegt: Eine verbesserte „Exit-Steuer“ wird künftig dafür sorgen, dass auch sie sich mit der Auswanderung nicht so leicht um ihre Steuerschuld drücken können.
https://www.netzwerk-steuergerechtigkeit.de/hoehere-vermoegenssteuer-in-norwegen-weniger-einnahmen-ein-weit-verbreiteter-und-falscher-mythos/

Und Schlupflöcher für die Steuern (ob's nun Wegzugsteuer oder die Erbschaftssteuer) gibt's für die ÜBER-Reichen doch zur freien Auswahl. Ist doch bekannt. Demnach: wo liegt denn dein Problem?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 21:05
Denn in Prognosen über Steuern auf bewegliche Werte wird in der Regel ein gewisser Teil an Steuerverweigerung einberechnet.
Wie sich herausstellte, war das um ein Vielfaches zu hoch – am Ende waren es weniger als 50 Milliarden Kronen.
Quelle: siehe oben

Ähnlich ungenau wird mit Sicherheit die Steuerhinterziehung geschätzt.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 21:37
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Ich kann schlecht für Dr. Linartas antworten. Du hattest Norwegen angesprochen. Gehe also an der Stelle selbst auf den Punkt ein:
Es geht ja auch nicht nur um sie eigentlich, sondern auch um dich. Denn im Grunde haben wir ursprünglich ohne sie diskutiert und du hast sie später "dazugebracht". Wir können sie aber auch weglassen. Die Superreichen ziehen nicht automatisch weg für jede kleine höhere Steuerbelastung, ABER Forderungen wie deine sind vor allem im Gesamtpaket eine ganz andere Nummer und da ist das Risiko auf ganz anderem Level um es harmlos zu formulieren - UND Wegzugsbesteuerung ist gar nicht mal so effektiv gegen die Superreichen, vor allem wenn sie sich weiterhin innerhalb der EU aufhalten.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Weshalb sollte man denn was zu Norwegen sagen. Es läuft dort prima mit der Vermögenssteuer. Erwartungsgemäß sind ein paar Nasen umgezogen - steht doch jedem frei - (kann man ja wohl kaum als Kapitalflucht bezeichnen), und seit der Erhöhung der Vermögenssteuer läufts doch viel besser als zuvor im Staate Norwegen 🇳🇴
Es ist ein kurzfristiges Erfolg, langfristig gibt es wie ich dir schon gesagt habe Bedenken seitens mehrerer Wirtschaftswissenschaftler, Unternehmer und wirtschaftsliberaler Forschungsinstituten. Außerdem ist Norwegen nicht Deutschland oder Österreich zum Beispiel. Das sind unterschiedliche Staaten die unterschiedlich ticken und von unterschiedlichen Sachen abhängig sind. Was für Norwegen (vorerst) funktioniert ist für Deutschland ein Desaster. Nicht jeder hat staatliche Pensionsfonds wie Norwegen.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Und Schlupflöcher für die Steuern (ob's nun Wegzugsteuer oder die Erbschaftssteuer) gibt's für die ÜBER-Reichen doch zur freien Auswahl. Ist doch bekannt. Demnach: wo liegt denn dein Problem?
Ich war nicht derjenige der damit ankam, dass Wegzugsbesteuerung den Exodus der Superreichen verhindern würde und, dass die Auswanderung der Superreichen aufgrund der Besteuerung ein Mythos wäre.


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um 05:30
Man sollte die Mathematik nicht ausser acht lassen, nehmen wir Beispiel Norwegen:
Vermögenssteuer erhöht
Paar ausgewandert
V Steuereinnahmen doch höher

Bedeutet:
- die die geblieben sind zahlen mehr als mehrere früher
- die Höhe ist nicht da als wären alle da geblieben
- Nebeneffekte wie Arbeitsplatzumzuge oder Firmenschliessungen werden nicht einberechnet, so etwas hinterlässt Arbeitslose

Ich glaube nicht dass alles so rosig ist wie dargestellt.


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