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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

20.210 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 15:59
@mitH2CO3
Du hast paar Varianten dargestellt - ich habe zu jeder geantwortet.

Die Kernaussage bleibt: dieses "sie nehmen Kredit mit Aktien als Sicherheit um Steuern zu sparen" ist in Deutschland ein Märchen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 16:11
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:ch habe zu jeder geantwortet.
Gar nix hast Du widerlegt. Du springst von Einwand zu Einwand.
Erst "geht nicht", dann "GmbH darf nicht bürgen", jetzt "alles ein Märchen". Und § 1274 BGB und § 15 GmbHG sind deutsches Recht, kein US-Import - erlauben genau das Hinterlgegen von Aktien als Sicherheit. Dass es hier keine öffentlichen Namen wie bei Musk gibt, liegt nur daran, dass deutsche Firmen das nicht offenlegen müssen - nicht daran, dass es nicht passiert. Genau diese Intransparenz ist Teil des Problems, kein Beweis für Märchen. Man kann die von mir benannten Beispiele von Musk oder die Infos von ProPublica schon auch auf hiesige kapitalistische Verhältnisse übertragen.
https://www.propublica.org/series/the-secret-irs-files


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 16:25
Trotzdem funktioniert der Trick in Deutschland nicht:
Ja. Das in den USA oft als **„Buy, Borrow, Die“** bezeichnete Prinzip funktioniert **in Teilen auch in Deutschland** – aber der letzte Teil und damit der große steuerliche Vorteil unterscheidet sich erheblich.

Das Grundprinzip funktioniert: Du besitzt beispielsweise Aktien mit hohen Buchgewinnen. Statt Aktien für deinen Lebensunterhalt zu verkaufen, beleihst du das Depot und nimmst einen Kredit auf. **Die Kreditaufnahme selbst ist kein steuerpflichtiger Kapitalertrag.** Solange du die Aktien nicht verkaufst, wird auch der darin enthaltene Kursgewinn grundsätzlich nicht realisiert. Bei einem Verkauf wären Gewinne dagegen grundsätzlich Kapitalerträge und unterlägen regelmäßig 25 % Kapitalertragsteuer zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer. ([Bundesministerium der Finanzen][1])

Beispiel: Du hast Aktien für **1 Mio. € gekauft**, heute sind sie **5 Mio. € wert**. Verkaufst du Aktien im Wert von 500.000 €, realisierst du anteilig erhebliche Gewinne und darauf fällt Steuer an. Beleihst du stattdessen das Depot und nimmst **500.000 € Kredit** auf, hast du 500.000 € Liquidität, ohne durch diesen Vorgang den Aktiengewinn zu realisieren. Solche Wertpapierkredite gibt es auch für deutsche Privatkunden; Banken bestimmen den Kreditrahmen anhand Bonität und Beleihungswert der Wertpapiere. ([Consorsbank][2])

Wichtig ist allerdings die konkrete Gestaltung der Sicherheit. Eine normale Verpfändung des Depots ist etwas anderes als eine Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums. Der BFH hat 2025 ausdrücklich entschieden, dass bei einer Sicherungsübertragung Aktien steuerlich dem Sicherungsnehmer zugerechnet werden können, wenn dieser tatsächlich die wesentlichen Rechte wie Veräußerung und Stimmrechte unabhängig ausüben kann. ([Bundesfinanzhof][3])

### Wo Deutschland sich von den USA unterscheidet

Der berühmte US-Trick lebt wesentlich vom **„Die“**: Nach US-Recht kann beim Tod unter bestimmten Voraussetzungen ein „step-up in basis“ stattfinden. Die bis dahin entstandenen Kursgewinne verschwinden dadurch einkommensteuerlich weitgehend.

**Genau diesen allgemeinen Step-up gibt es in Deutschland nicht.**

Vererbst du beispielsweise Aktien:

**Kaufpreis 1 Mio. € → Wert beim Tod 10 Mio. €**

dann übernimmt der Erbe grundsätzlich die steuerliche Historie des Erblassers. Verkauft der Erbe später für 10 Mio. €, können die alten stillen Gewinne weiterhin steuerlich relevant sein. Zusätzlich kommt gegebenenfalls Erbschaftsteuer hinzu.

Deshalb ist das deutsche Modell eher:

**Buy → Borrow → Borrow → irgendwann verkaufen/vererben → Steuerproblem besteht weiter.**

Es kann also eine **Steuerstundung** über Jahrzehnte ermöglichen, aber nicht ohne Weiteres eine endgültige Steuervermeidung.

### Gibt es Zahlen für Deutschland?

Hier wird es interessant: **Gute öffentliche Zahlen darüber, wie stark vermögende Privatpersonen diese Strategie in Deutschland einsetzen, finde ich nicht.** Wertpapierkredite sind definitiv ein etabliertes Bankprodukt, und auch die Deutsche Kreditwirtschaft hat gegenüber dem Gesetzgeber ausdrücklich auf Kredite hingewiesen, die durch Aktien besichert werden. ([Bundesministerium der Finanzen][4])

Eine Statistik nach dem Muster

> „Deutsche Multimillionäre haben 2025 insgesamt 37 Mrd. € Aktien beliehen, um Aktienverkäufe und damit Kapitalertragsteuer zu vermeiden“

scheint öffentlich nicht verfügbar zu sein. Bankstatistiken unterscheiden normalerweise nicht danach, **warum** jemand einen besicherten Kredit aufgenommen hat.

Der entscheidende Punkt wäre deshalb eine **Modellrechnung**. Bei z. B. **10 Mio. € Aktiendepot, 1 Mio. € Anschaffungskosten und 200.000 € jährlichem Liquiditätsbedarf** kann man ziemlich genau ausrechnen, ab welchem Kreditzins sich „Aktien verkaufen und Steuer zahlen“ gegenüber „Aktien behalten und beleihen“ lohnt – einschließlich Beleihungsquote, Zinseszins und Crashrisiko. Das zeigt sehr gut, warum diese Strategie bei sehr großen Vermögen funktionieren kann und wann sie kippt.

[1]: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Video-Textfassungen/Finanzisch/textfassung-kapitalertragsteuer.html?utm_source=chatgpt.com "Bundesfinanzministerium - #Finanzisch: Was ist die Kapitalertragsteuer?"
[2]: https://redirect.bnpparibas.de/web/Finanzieren/Wertpapierkredit?utm_source=chatgpt.com "Wertpapierkredit: Mehr Spielraum für Investments | Consorsbank"
[3]: https://www.bundesfinanzhof.de/de/presse/pressemeldungen/detail/wirtschaftliches-eigentum-an-zur-sicherheit-uebereigneten-aktien/?utm_source=chatgpt.com "Detail | Bundesfinanzhof"
[4]: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Gesetzesvorhaben/Abteilungen/Abteilung_IV/18_Legislaturperiode/Gesetze_Verordnungen/2016-07-26-Investmentsteuerreformgesetz/Stellungnahme-14-Die-Deutsche-Kreditwirtschaft.pdf?__blob=publicationFile&v=1&utm_source=chatgpt.com "Die Deutsche"
Quelle: chatGPT


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 16:52
Zitat von abbacbbcabbacbbc schrieb:Trotzdem funktioniert der Trick in Deutschland nicht:
Dein Satz passt nicht zum Rest, den Du zitierst. Da steht doch klar drin, dass das Grundprinzip auch bei uns funktioniert, nur der Erbfall-Teil (Step-up) nicht. Hast Du das vor dem Posten gelesen?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 16:59
Zitat von abbacbbcabbacbbc schrieb:Trotzdem funktioniert der Trick in Deutschland nicht:
Abgesehen davon dass es keine "Tricks" gibt, sondern nur legal und illegal...ich weiss nicht ob dein Post was bringt...aber Danke dafür.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Die Kernaussage bleibt: dieses "sie nehmen Kredit mit Aktien als Sicherheit um Steuern zu sparen" ist in Deutschland ein Märchen.



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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 16:59
Klar... Weil damit heißt es ja es funktioniert nicht unendlich ist also keine dauerhafte Stersparmöglichkeit


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