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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

20.575 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 15:59
@mitH2CO3
Du hast paar Varianten dargestellt - ich habe zu jeder geantwortet.

Die Kernaussage bleibt: dieses "sie nehmen Kredit mit Aktien als Sicherheit um Steuern zu sparen" ist in Deutschland ein Märchen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 16:11
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:ch habe zu jeder geantwortet.
Gar nix hast Du widerlegt. Du springst von Einwand zu Einwand.
Erst "geht nicht", dann "GmbH darf nicht bürgen", jetzt "alles ein Märchen". Und § 1274 BGB und § 15 GmbHG sind deutsches Recht, kein US-Import - erlauben genau das Hinterlgegen von Aktien als Sicherheit. Dass es hier keine öffentlichen Namen wie bei Musk gibt, liegt nur daran, dass deutsche Firmen das nicht offenlegen müssen - nicht daran, dass es nicht passiert. Genau diese Intransparenz ist Teil des Problems, kein Beweis für Märchen. Man kann die von mir benannten Beispiele von Musk oder die Infos von ProPublica schon auch auf hiesige kapitalistische Verhältnisse übertragen.
https://www.propublica.org/series/the-secret-irs-files


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 16:25
Trotzdem funktioniert der Trick in Deutschland nicht:
Ja. Das in den USA oft als **„Buy, Borrow, Die“** bezeichnete Prinzip funktioniert **in Teilen auch in Deutschland** – aber der letzte Teil und damit der große steuerliche Vorteil unterscheidet sich erheblich.

Das Grundprinzip funktioniert: Du besitzt beispielsweise Aktien mit hohen Buchgewinnen. Statt Aktien für deinen Lebensunterhalt zu verkaufen, beleihst du das Depot und nimmst einen Kredit auf. **Die Kreditaufnahme selbst ist kein steuerpflichtiger Kapitalertrag.** Solange du die Aktien nicht verkaufst, wird auch der darin enthaltene Kursgewinn grundsätzlich nicht realisiert. Bei einem Verkauf wären Gewinne dagegen grundsätzlich Kapitalerträge und unterlägen regelmäßig 25 % Kapitalertragsteuer zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer. ([Bundesministerium der Finanzen][1])

Beispiel: Du hast Aktien für **1 Mio. € gekauft**, heute sind sie **5 Mio. € wert**. Verkaufst du Aktien im Wert von 500.000 €, realisierst du anteilig erhebliche Gewinne und darauf fällt Steuer an. Beleihst du stattdessen das Depot und nimmst **500.000 € Kredit** auf, hast du 500.000 € Liquidität, ohne durch diesen Vorgang den Aktiengewinn zu realisieren. Solche Wertpapierkredite gibt es auch für deutsche Privatkunden; Banken bestimmen den Kreditrahmen anhand Bonität und Beleihungswert der Wertpapiere. ([Consorsbank][2])

Wichtig ist allerdings die konkrete Gestaltung der Sicherheit. Eine normale Verpfändung des Depots ist etwas anderes als eine Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums. Der BFH hat 2025 ausdrücklich entschieden, dass bei einer Sicherungsübertragung Aktien steuerlich dem Sicherungsnehmer zugerechnet werden können, wenn dieser tatsächlich die wesentlichen Rechte wie Veräußerung und Stimmrechte unabhängig ausüben kann. ([Bundesfinanzhof][3])

### Wo Deutschland sich von den USA unterscheidet

Der berühmte US-Trick lebt wesentlich vom **„Die“**: Nach US-Recht kann beim Tod unter bestimmten Voraussetzungen ein „step-up in basis“ stattfinden. Die bis dahin entstandenen Kursgewinne verschwinden dadurch einkommensteuerlich weitgehend.

**Genau diesen allgemeinen Step-up gibt es in Deutschland nicht.**

Vererbst du beispielsweise Aktien:

**Kaufpreis 1 Mio. € → Wert beim Tod 10 Mio. €**

dann übernimmt der Erbe grundsätzlich die steuerliche Historie des Erblassers. Verkauft der Erbe später für 10 Mio. €, können die alten stillen Gewinne weiterhin steuerlich relevant sein. Zusätzlich kommt gegebenenfalls Erbschaftsteuer hinzu.

Deshalb ist das deutsche Modell eher:

**Buy → Borrow → Borrow → irgendwann verkaufen/vererben → Steuerproblem besteht weiter.**

Es kann also eine **Steuerstundung** über Jahrzehnte ermöglichen, aber nicht ohne Weiteres eine endgültige Steuervermeidung.

### Gibt es Zahlen für Deutschland?

Hier wird es interessant: **Gute öffentliche Zahlen darüber, wie stark vermögende Privatpersonen diese Strategie in Deutschland einsetzen, finde ich nicht.** Wertpapierkredite sind definitiv ein etabliertes Bankprodukt, und auch die Deutsche Kreditwirtschaft hat gegenüber dem Gesetzgeber ausdrücklich auf Kredite hingewiesen, die durch Aktien besichert werden. ([Bundesministerium der Finanzen][4])

Eine Statistik nach dem Muster

> „Deutsche Multimillionäre haben 2025 insgesamt 37 Mrd. € Aktien beliehen, um Aktienverkäufe und damit Kapitalertragsteuer zu vermeiden“

scheint öffentlich nicht verfügbar zu sein. Bankstatistiken unterscheiden normalerweise nicht danach, **warum** jemand einen besicherten Kredit aufgenommen hat.

Der entscheidende Punkt wäre deshalb eine **Modellrechnung**. Bei z. B. **10 Mio. € Aktiendepot, 1 Mio. € Anschaffungskosten und 200.000 € jährlichem Liquiditätsbedarf** kann man ziemlich genau ausrechnen, ab welchem Kreditzins sich „Aktien verkaufen und Steuer zahlen“ gegenüber „Aktien behalten und beleihen“ lohnt – einschließlich Beleihungsquote, Zinseszins und Crashrisiko. Das zeigt sehr gut, warum diese Strategie bei sehr großen Vermögen funktionieren kann und wann sie kippt.

[1]: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Video-Textfassungen/Finanzisch/textfassung-kapitalertragsteuer.html?utm_source=chatgpt.com "Bundesfinanzministerium - #Finanzisch: Was ist die Kapitalertragsteuer?"
[2]: https://redirect.bnpparibas.de/web/Finanzieren/Wertpapierkredit?utm_source=chatgpt.com "Wertpapierkredit: Mehr Spielraum für Investments | Consorsbank"
[3]: https://www.bundesfinanzhof.de/de/presse/pressemeldungen/detail/wirtschaftliches-eigentum-an-zur-sicherheit-uebereigneten-aktien/?utm_source=chatgpt.com "Detail | Bundesfinanzhof"
[4]: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Gesetzesvorhaben/Abteilungen/Abteilung_IV/18_Legislaturperiode/Gesetze_Verordnungen/2016-07-26-Investmentsteuerreformgesetz/Stellungnahme-14-Die-Deutsche-Kreditwirtschaft.pdf?__blob=publicationFile&v=1&utm_source=chatgpt.com "Die Deutsche"
Quelle: chatGPT


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 16:52
Zitat von abbacbbcabbacbbc schrieb:Trotzdem funktioniert der Trick in Deutschland nicht:
Dein Satz passt nicht zum Rest, den Du zitierst. Da steht doch klar drin, dass das Grundprinzip auch bei uns funktioniert, nur der Erbfall-Teil (Step-up) nicht. Hast Du das vor dem Posten gelesen?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 16:59
Zitat von abbacbbcabbacbbc schrieb:Trotzdem funktioniert der Trick in Deutschland nicht:
Abgesehen davon dass es keine "Tricks" gibt, sondern nur legal und illegal...ich weiss nicht ob dein Post was bringt...aber Danke dafür.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Die Kernaussage bleibt: dieses "sie nehmen Kredit mit Aktien als Sicherheit um Steuern zu sparen" ist in Deutschland ein Märchen.



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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 16:59
Klar... Weil damit heißt es ja es funktioniert nicht unendlich ist also keine dauerhafte Stersparmöglichkeit


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 17:05
@abbacbbc
Buy, Borrow, Die - funktioniert in Deutschland nicht, das Problem ist (sic!) die Erbschaftsteuer...die unbedingt reformiert gehört, weil sie nicht funktioniert :D


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 17:06
@ApexOne
Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Klar ist doch, dass der deutsche Staat sich vor allem durch Steuern auf Einkommen und Konsum finanziert.
Steuern auf Konsum belastet die Armen, Steuern auf Einkommen die Leistungsträger. Im Vergleich zahlen diejenigen die vor allem von ihrem Vermögen leben - egal woher das nun stammt - deutlich weniger Steuern.
Das ist in Sachen Lastenverteilung nicht fair, ließe sich aber über verschiedene Wege lösen. Oder siehst du auch das anders?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 17:14
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ich verstehe die ganze Diskussion nicht.
Ist easy, es wird unterstellt das eine Methode aus der USA hier auch funktionieren würde.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Klar ist doch, dass der deutsche Staat sich vor allem durch Steuern auf Einkommen und Konsum finanziert.
Ja, betrifft alle Einkommensgruppen, alle zahlen diese Steuern.
Zitat von paxitopaxito schrieb:m Vergleich zahlen diejenigen die vor allem von ihrem Vermögen leben - egal woher das nun stammt - deutlich weniger Steuern.
Das ist halt die Frage - Deutschland hat sich entschieden Einkommen stärker zu versteuern, da ist die Kontrolle einfacher und Vermögen halt nicht zu besteuern. Man muss halt in einem Mix für eine faire angemessene Besteuerung sorgen, wenn man jetzt beginnt Vermögen stärker zu besteuern müsste man Einkommen und Konsum steuern senken - es gibt eine gesunde Gesamtbelastung, alles darüber hinaus rutsch in Substanzsteuern, Wirtschaftsfeindlichkeit, Schwarzarbeit und so weiter das ganze negative Programm.

Und was mir gegen Kecks geht, es wird wegen ca. 250 Milliardäre so einen Aufstand gemacht, so eine blöde Stimmung mit sachlich falschen Argumente...und ich weiss es wie es endet: es wird eine Steuer eingeführt die die Mittelschicht ausbaden muss.

Wenn man für Gerechtigkeit© sorgen will, gibt es aktuell nur eine Lösung: die Steuern für die Mittelschicht senken.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 17:45
Zitat von paxitopaxito schrieb:Klar ist doch, dass der deutsche Staat sich vor allem durch Steuern auf Einkommen und Konsum finanziert.
Kapitaleinkommen (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne) wird bei uns pauschal mit nur 25% Abgeltungsteuer besteuert, egal wie hoch. Erwerbseinkommen dagegen progressiv bis 45% plus Soli. Ein Spitzenverdiener mit Gehalt zahlt also prozentual mehr als jemand mit gleich hohem Kapitaleinkommen, eine echte Schieflage.

Na ja, von wegen Vermögensteuer ist wirtschaftsfeindlich: die Schweiz hat eine Vermögensteuer, und die Wirtschaft brummt trotzdem. Die Steuerquote bei Vermögenden liegt dort sogar höher als bei uns. Das "dann rutscht alles ins Negative" ist also keine zwangsläufige Folge, sondern nur eine Behauptung.

Laut DIW könnten allein die Vermögen der deutschen Überreichen jährlich rund 100 Milliarden Euro zur Haushaltsllücke beitragen. Keine Kleinigkeit.

Die Steuern für die Mittelschicht senken beantwortet auch nicht, woher das Geld dann kommen soll, wenn gleichzeitig Vermögende nicht mehr zahlen sollen.

Na ja, und von wegen legal/illegal. Sklaverei war auch mal legal. Das ist eben nicht das Thema. Es geht für viele nicht in den Schädel, dass entgangene Steuern weniger Geld für die Gesellschaft bedeuten. Welche Gesellschaft kann sich sowas schon dauerhaft leisten.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 17:52
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Kapitaleinkommen (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne) wird bei uns pauschal mit nur 25% Abgeltungsteuer besteuert, egal wie hoch. Erwerbseinkommen dagegen progressiv bis 45% plus Soli. E
Auf Kapitalerträge fällt ebenfalls Soli an.

kuno


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 17:57
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Auf Kapitalerträge fällt ebenfalls Soli an.
Stimmt, danke! Soli fällt auch auf Kapitalerträge an, macht effektiv rund 26,375% statt 25%. Bleibt trotzdem deutlich unter den bis zu 45%+Soli bei Spitzenverdienern beim Erwerbseinkommen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 18:25
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Bleibt trotzdem deutlich unter den bis zu 45%+Soli bei Spitzenverdienern beim Erwerbseinkommen.
Man könnte jetz noch einwenden, dass auf Dividenden bereits im Unternehmen Steuern angefallen sind und die 45% ja erst auf sehr hohe Einkommen (in der Regel über 300k€) anfallen. Dennoch hast du hier natürlich Recht, Einkommen aus Arbeit werden in Deutschland höher besteuert als Kapitalerträge, umso höher die Einkommen, desto ungleicher hin zu Kapitalerträgen.
Das ließe sich ja relativ einfach ändern, Abgeltungssteuer abschaffen, fertig.

kuno


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 18:57
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Dennoch hast du hier natürlich Recht, Einkommen aus Arbeit werden in Deutschland höher besteuert als Kapitalerträge
Bei der Aussage muss man aber auch noch berücksichtigen, dass man dafür den Durchschnittssteuersatz auf Einkommen mit der Abgeltungssteuer vergleichen muss, nicht den Grenzsteuersatz; um einen Durchschnittssteuersatz von 25% zu erreichen, muss man ein zu versteuerndes Einkommen von ca. 65.000€ erreichen, was heißt, dass für einen Single-Alleinverdiener ein Bruttoeinkommen von ca. 75-80€ erzielt werden muss, das trifft auf ca. 10-12% der Vollzeit-Erwerbstätigen zu; oder anders ausgedrückt: für gute 90% der Vollzeit-Erwerbstätigen werden Einkommen aus Arbeit niedriger besteuert als Kapitalerträge.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 20:05
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Bei der Aussage muss man aber auch noch berücksichtigen, dass man dafür den Durchschnittssteuersatz auf Einkommen mit der Abgeltungssteuer vergleichen muss, nicht den Grenzsteuersatz; um einen Durchschnittssteuersatz von 25% zu erreichen, muss man ein zu versteuerndes Einkommen von ca. 65.000€ erreichen
Wobei bei nem persönlichen Steuersatz unter 25% die "Günstiger Prüfung" greift und man dann auch wieder weniger als die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge zahlt. Mehr auf Arbeit geht also schon, weniger eigentlich nich, mal vorausgesetzt, man macht ne Steuererklärung und setzt den Haken bei der Günstiger Prüfung für Kapitalerträge.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Wenn man für Gerechtigkeit© sorgen will, gibt es aktuell nur eine Lösung: die Steuern für die Mittelschicht senken.
Gestern hatte ich vorgeschlagen, die Abgeltungssteuer abzuschaffen und gleichzeitig die Freibeträge zu erhöhen. Das würde die Mittelschicht entlasten, fandste aber nich so dolle.

Vor einiger Zeit hatte ich mal eingeworfen, die Ausnahmen bei der Erbschaftssteuer abzuschaffen und als Ausgleich die Mehrwertsteuer zu senken bzw. abzuschaffen. Auch das würde die Mittelschicht entlasten und auch das fand nich dein Wohlwollen.

Flunkerst du uns hier was vor oder haste die Mittelschicht Definition vom Merz übernommen? :D

kuno


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 21:25
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Gestern hatte ich vorgeschlagen, die Abgeltungssteuer abzuschaffen und gleichzeitig die Freibeträge zu erhöhen. Das würde die Mittelschicht entlasten, fandste aber nich so dolle.
Weil Du noch eine Bedingung hinzugefügt hast, die Du heute wieder vergessen hast. So kann man Dir nicht helfen.
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Flunkerst du uns hier was vor oder haste die Mittelschicht Definition vom Merz übernommen? :D
In deinem Zwang Dich blöd zu stellen wirst Du immer besser.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 21:45
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Das ist halt die Frage - Deutschland hat sich entschieden Einkommen stärker zu versteuern, da ist die Kontrolle einfacher und Vermögen halt nicht zu besteuern. Man muss halt in einem Mix für eine faire angemessene Besteuerung sorgen, wenn man jetzt beginnt Vermögen stärker zu besteuern müsste man Einkommen und Konsum steuern senken - es gibt eine gesunde Gesamtbelastung, alles darüber hinaus rutsch in Substanzsteuern, Wirtschaftsfeindlichkeit, Schwarzarbeit und so weiter das ganze negative Programm.
Da stimme ich völlig zu. Ich würde sogar sagen, dass wir sowohl den Konsum, als auch das Vermögen stärker besteuern müssten um das Einkommen zu entlasten. Denn dort - beim Einkommen - sitzen ja die produktiven Kräfte.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Und was mir gegen Kecks geht, es wird wegen ca. 250 Milliardäre so einen Aufstand gemacht
Es ist eben eine Frage ob man es noch rechtfertigen kann, ob jemand der in einen Sessel furzt qua Kapitalerträgen in dem Moment mehr verdient als jemand der einen Monat knuffen geht. Deine Milliardäre verdienen im Schnitt so 1000€ pro Minute. Im Schlaf, aufm Klo, egal was sie tun oder nicht tun. Dafür müssen andere durchaus was leisten. Und das triggert bei den meisten Menschen das Gerechtigkeitsempfinden, wenn dann noch oben drauf kommt das der Milliardär prozentual weniger auf die 1000 Euro an Steuern usw zahlen muss als der Typ der dafür nen Monat ackern muss.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 22:26
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Weil Du noch eine Bedingung hinzugefügt hast, die Du heute wieder vergessen hast.
Ich hatte das hier geschrieben:
Man kann ja die Abgeltungssteuer abschaffen, Kapitalerträge wieder mit dem persönlichen Eikommenssteuersatz besteuern und gleichzeitig die Freibeträge deutlich erhöhen.
Dann hat der Kleinsparer sogar mehr von der ETF Anlage und die Multimillionäre müsste etwas mehr abdrücken. Deal?
Ein solches Vorgehen würde die Mittelschicht entlasten, also genau das was du zwar oben forderst, gestern aber abgelehnt hast. Klingt halt irgendwie unglaubhaft.

kuno


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.09.2026 um 22:43
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ich würde sogar sagen, dass wir sowohl den Konsum, als auch das Vermögen stärker besteuern müssten um das Einkommen zu entlasten.
Konsum stärker besteuern trifft aber die Ärmsten am härtesten, da diese quasi ihr gesamtes Einkommen verkonsumieren müssen, um ihr Leben bewältigen zu können.
Dann müsste man die Einkommen auch nich entlasten, da die Ausgabenseite deutlich sinkt und auch die Wirtschaft würde profitieren, weil mehr konsumiert würde.

mfg
kuno


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.09.2026 um 10:40
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Gestern hatte ich vorgeschlagen, die Abgeltungssteuer abzuschaffen und gleichzeitig die Freibeträge zu erhöhen.
So wie ich das wahrnehme -> Aspekte, welche für die Abschaffung der Abgeltungssteuer sprechen:
- Kapitalerträge würden progressiv besteuert wie Arbeitseinkommen. Das schließt die Gerechtigkeitslücke, um die es hier die ganze Zeit geht.
- mehr Einnahmen von sehr Vermögenden, könnten z.B. kleine/mittlere Einkommen entlasten
- weniger Fehlanreiz: aktuell lohnt sich Geld in Zinsen stecken steuerlich mehr als in Unternehmensinvestitionen

Aspekte dagegen:
- mehr Bürokratie, aktuell zieht die Bank die Steuer automatisch ein, das würde wohl wegfallen
- Sorge vor Kapitalabwanderung ins Ausland (empirisch jedoch umstritten)
- bei Dividenden gibt's schon eine Vorbelastung durch Unternehmenssteuer -> mögliche Doppelbesteuerung
- kleinere Sparer mit hohen Kapitalerträgen (z.B. aus Erbschaft) könnten stärker belastet werden. Das ließe sich aber mit höheren Freibeträgen abfedern (wie Du schon sagtest)

Wie könnte man die Doppelbesteuerung vermeiden? Das wäre für mich ein Punkt, den man ggf. noch lösen sollte, oder?


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