martenot schrieb:Ich kann es nach wie vor nicht fassen, dass etwa ein Viertel aller Wähler in Deutschland anscheinend dermaßen irrational denkt und ggf. uns alle damit einer destruktiven Form von "Hauptsache was anderes" zuführen wird. Genauso wenig kann ich es verstehen, dass die restlichen ca. 3/4 der Wähler dem Treiben so gleichgültig zuzuschauen scheint.
@martenot Es war sicherlich anders, als wir noch eine glaubwürdige Aufstiwgserzählung hatten: Wenn wir uns anstrengen, wird alles besser, spätestens für unsere Kinder.
Wer glaubt das heute noch? Eben.
Stattdessen erleben wir, dass alles schlechter wird: ÖPNV, Steuern und Sozialabgaben, Bildung, Weihnachtsmärkte wie Hochsicherheitstrakte, einstürzende Brücken, Stadtbilder im Sinne von geschlossenen Geschäften oder Billigrotz statt echter Innenstadt, Sicherheit...
Wer kann das ändern?
Die Parteien, die seit 70 Jahren durchregieren haben da ein erhebliches Glaubwürdigkeitsproblem.
Das ist in anderen Ländern nicht viel anders.
Eine SPD oder CDU kann man nur wählen, wenn man möchte, dass due Entwicklung der letzten 20 Jahre genau so weitergeht.
Danach kam der Grünen Hype. Die haben sich aber in weniger als einer Legislatur völlig entzaubert. Wider Erwarten lösen Gendersternchen und Lastenräder keine Probleme.
Neue Parteien in der Mitte? Gibt es hier halt nicht mit Aussicht auf Wirkung.
Wann hatten wir zuletzt eine Politik, die nicht 'irgendwie links' war? Das war Helmut Kohl. Lange her.
Linke Verteilungsversprechen sind halt einfach auserzählt. Da liegt es für Viele nahe, in die andere Richtung zu schauen.