sacredheart schrieb:Lügenfritz nennt, dann ist er mit großer Wahrscheinlichkeit kein CDU Wähler (mehr). Das ist bei anderen Parteien genau so.
Nee, kann wie beim Fußball sein, da findet man zuweilen den Trainer auch nicht so knorke, mancher beleidigt ihn gar, man hält dem Verein aber trotzdem die Treue. In Foren wird sowas auch gerne mal deutlich ausgedrückt.
Ist nicht immer ganz so schwarz und weiß.
ApexOne schrieb:Von mir stufe es Du so ein.
Wie stufst du das denn ein?
Groucho schrieb:Das hat nichts mit "stufe ich so ein"zu tun, das ist ein Fakt
Klassischer Fall von "Wasser predigen aber Wein saufen"
So ist es.
Aber da ja kommt:
sacredheart schrieb:Ob man diesen Mikrokosmos gleich auf den ganzen Bund übertragen kann?
Mal ein paar Beispiele aus dem Bund.
Wasser predigen:
[…]
Noch im März hatte sich auch deren Fraktionsgeschäftsführer Bernd Baumann, der nun auch von der internen Zulagenerhöhung profitiert, im "Merkur" gegen eine allgemeine Diätenerhöhung ausgesprochen: "Während Arbeitnehmer für Gehaltserhöhungen kämpfen müssen, greifen die Abgeordneten bedenkenlos auf öffentliche Mittel zu. Diese Praxis muss umgehend beendet werden." Baumann betonte seinerzeit, dass im Zuge des Stellenabbaus vieler Betriebe eine Erhöhung der eigenen Bezüge für die AfD nicht infrage kommt.
Ohnehin ist die AfD ja gerne sehr laut gegen Diätenerhöhungen und Co.
Wein saufen:
Per Fraktionsbeschluss haben sich die AfD-Fraktionschefs Alice Weidel und Tino Chrupalla die eigenen Bezüge deutlich von monatlich 6.000 auf 12.000 Euro mit sofortiger Wirkung erhöht. Diese Summe erhalten sie zusätzlich zu ihrer üblichen Abgeordnetendiät, die zum 1. Juli auf rund 12.000 Euro angestiegen ist.Zu den dann 24.000 Euro kommt noch die steuerfreie monatliche Pauschale von gut 5.300 Euro für Kosten zur Ausübung des Mandats hinzu, etwa für Hotels und Taxifahrten, die jedem Abgeordneten zusteht. Damit verfügen Weidel und Chrupalla in ihrer Funktion über knapp 30.000 Euro monatlich.
[…]
Mehr Geld auch für Stellvertreter
Begründet wurde die AfD-interne üppige Zulagenerhöhung für ihre Spitzenfunktionäre in der Fraktion mit der Mehrarbeit durch die neue Fraktionsgröße, aber auch als Entschädigung für durch ihre Tätigkeit entstehende Anfeindungen im privaten Bereich.Mehr Geld gibt es auch für die Stellvertreter und die Parlamentarischen Geschäftsführer - das sind ab jetzt etwa 6.000 Euro monatliche Zulage. Für Leiter von Arbeitskreisen beträgt die Zulage etwa 1.200 Euro, also für Abgeordnete, die sich um einen bestimmten Fachbereich kümmern. Grob überschlagen zahlt die AfD-Fraktion ihren Funktionären damit um die 1,4 Millionen Euro Zulagen jährlich.
[…]
Quelle:
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-zulagen-bundestag-100.htmlOder:
In Sachen Familienförderung macht der AfD gerade offenbar niemand etwas vor: Erst die Verwandtschaft, dann das Vaterland.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Vetternwirtschaftsvorwürfe liest sich das AfD-Regierungsprogramm für Sachsen-Anhalt stellenweise wie Satire. Man unterstütze, „dass die Bürger sich in der Familie selbst helfen”, heißt es dort. Und man wolle es „Angehörigen erleichtern, Aufgaben für Verwandte zu übernehmen“.
Die innerparteiliche Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert so: AfD-Politiker beschäftigen Angehörige anderer AfD-Politiker. Steuerfinanziert. Sachsen-Anhalts Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sieht das nicht so eng. „Auf die kann man sich verlassen“, sagt er. „Dann sind sie halt mit jemandem verwandt.“
Exakt. Zum Beispiel mit ihm.
Siegmunds Vater verdient einige Tausend Euro im Monat als Mitarbeiter eines MdB. Auch sollen drei Geschwister eines Landesfunktionärs bei einer anderen Bundestagsabgeordneten angestellt sein. Deren Tochter wiederum ist bei der AfD-Landtagsfraktion in Magdeburg tätig.
Die Personalliste des AfD Family Office wird seit Anfang des Monats länger und länger. Der Politologe Benjamin Höhne von der TU Chemnitz spricht in der „Zeit“ von einem „flächendeckenden Muster“ familiärer Personalrekrutierung in den Fraktionsstäben und Abgeordnetenbüros. Die AfD-Spitze, so sein Befund, scheine „gar nicht durchzublicken, wo es überall ähnliche Fälle gibt.“
[…]
Der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Kay Gottschalk betont: „Ich habe wirklich nichts dagegen, wenn Familienmitglieder angestellt werden, das muss aber in Zukunft transparenter gehandhabt werden, damit wir keine Angriffsfläche bieten.“
Viel Glück dabei. Die Angriffsfläche der AfD hat ja nur das Ausmaß ihrer moralischen Elastizität: Die Graichen-Connection unter Robert Habeck als grüne „Clanstrukturen“ im „Vetternministerium“ anprangern, nun aber, wie Co-Chef Tino Chrupalla, in eigener Sache nur ein „Geschmäckle“ sehen.
Quelle:
https://www.focus.de/politik/briefing/verwandtschaft-vor-vaterland-die-vielsagende-doppelmoral-der-afd_a12bc83a-cfac-4a5f-972e-b2d45297c18f.htmlAber kein Ding, ist ja die AfD… für die hat so mancher immer eine Extrawurst parat.