@socialme Das ist nur das nächste Thema, das du aufgemacht hast, weil du bei anderen Themen nicht mehr ausweichen kannst.
Das ist ermüdend und offenbar so gewollt, denn die anderen Pro-AfD-User auf Allmystery gehen ähnlich vor.
Aber gut. Sagt dir die Familienpolitik der DDR etwas?
Da gab es:
[…]
Staat fördert den Nachwuchs
Kinderreiche Familien wurden von Vater Staat besonders bevorzugt behandelt - nicht nur bei der Wohnungsfrage. Denn Kinder waren ein Garant, den Bevölkerungsrückgang aufzuhalten. So wurde zum Beispiel der zinslose Ehe-Kredit von 7.000 Mark, den jedes Ehepaar bis zum 29. Lebensjahr erhielt, pro Kind in verschiedenen Höhen getilgt: Beim ersten Kind um 1.000 Mark, beim zweiten Kind um 1.500 Mark und beim dritten Kind um 2.500 Mark. In der DDR nannte man das "abkindern". Mütter mit zwei oder mehr Kindern arbeiteten ohne Lohneinbußen nur 40 Stunden, sie bekamen auch mehr Urlaub. Vor allem in den 80er-Jahren zeichnete sich ein Trend zu mehreren Kindern ab - ganz anders als in den westlichen Industriestaaten.
Auch in der DDR wurde Kindergeld gezahlt
"Die Familie ist die kleinste Zelle der Gesellschaft. Sie beruht auf der für das Leben geschlossenen Ehe und auf den besonders engen Bindungen, die sich aus den Gefühlsbeziehungen zwischen Mann und Frau und den Beziehungen gegenseitiger Liebe, Achtung und gegenseitigen Vertrauens zwischen allen Familienmitgliedern ergeben." Dieses Hohelied auf Ehe und Familie stammt aus dem Familiengesetzbuch der DDR. Und so wurden in der DDR neben anderen sozialpolitischen Leistungen, die auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zielten, seit 1972 auch eine staatliche Geburtenhilfe in Höhe von zuletzt 1.000 Mark und später auch ein Kindergeld ausgezahlt. Die Kindergeld-Verordnung trat 1975 in Kraft. Die monatliche staatliche Leistung betrug für das erste und zweite Kind jeweils 20 Mark. Für das dritte Kind wurden bereits 50 Mark gezahlt, für das vierte Kind 60 Mark. Ab dem fünften Kind gab es immerhin jeden Monat 70 Mark. Studentinnen erhielten von nun an für jedes Kind 50 Mark zusätzlich zu Stipendium und Kindergeld.
Kinderbetreuung selbstverständlich
Da meist beide Elternteile berufstätig waren, ließen sie ihre Kinder tagsüber in Krippe und Kindergarten betreuen, von der ersten bis zur vierten Klasse konnten die Kinder ab sechs Uhr früh im Hort abgegeben werden, der auch nach der Schule bis 16 Uhr besucht werden konnte. Da der Staat Arbeitskräfte brauchte, förderte die ganztägige Betreuung der Kinder, dass auch die Frauen arbeiten gehen. Gleichzeitig besaß der Staat damit ein Erziehungsmonopol.
Die Kinderkrippen, in denen die Kinder bis zum dritten Lebensjahr betreut wurden, waren dem Gesundheitswesen zugeordnet. Für einen Krippenplatz bezahlten die Eltern 27,50 Mark im Monat. Die unter der Aufsicht der Volksbildungsorgane stehenden Kindergärten konnten kostenlos genutzt werden, lediglich ein Essengeldzuschuss von 0,35 Mark pro Tag musste entrichtet werden.
Der Haushaltstag
Drei Jahre nach Gründung der DDR wurde der Haushaltstag 1952 eingeführt. In der Bundesrepublik gab es unterschiedliche Regelungen auf Landesebene. In Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wurde ein gesetzlicher Anspruch auf zwölf bezahlte Hausarbeitstage im Jahr eingeräumt. Zu einer bundeseinheitlichen Regelung kam es nie. Im Jahr 1979 wurde der Haushaltstag in der Bundesrepublik durch das Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt. In der DDR ging man einen anderen Weg: Bereits ab 1965 wurde der Haushaltstag auch unverheirateten Frauen mit Kindern unter 18 Jahren zugestanden. Ab 1970 konnten ihn alle vollbeschäftigten Frauen und alleinstehende Männer in Anspruch nehmen.
Recht auf Urlaub und Auszeichnungsreisen
Bereits seit 1949 steht das Recht auf Urlaub in der DDR-Verfassung. In Westdeutschland gab es das hingegen nicht. Urlaub ist in der DDR Teil der Ideologie und der Politik. Sorge dafür tragen die staatlichen Betriebe oder der "Feriendienst des freien deutschen Gewerkschaftsbundes" (FDGB). In den FDGB-Heimen wurde bereits seit 1947 gerne Urlaub gemacht. Denn: Wer gut erholt war, arbeitete besser. Und das oberste Ziel war der Aufbau des Sozialismus mit kräftigen und tüchtigen Arbeitern. Außerdem gab es sogenannte Auszeichnungsreisen: Wer sich im Betrieb und für Staat und Sozialismus besonders verdient machte, bekam die Genehmigung für Sonderreisen wie Kreuzfahrten oder Urlaub in Luxushotels. Eines der bekanntesten Ziele war das Nobelhotel "Neptun" in Warnemünde.
Quelle:
https://www.mdr.de/geschichte/ddr/alltag/familie/so-sozial-war-die-ddr-102.htmlDas führte letztendlich zu einer Geburtenrate von 1,7, wobei es aber viele Scheidungen und alleinerziehende Mütter gab:
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Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass viele Kinder außerhalb einer Ehe geboren wurden und viele Ehen wieder geschieden wurden, sodass der Anteil von Kindern, die bei alleinerziehenden Müttern aufwuchsen, enorm hoch war. In diesen häufigen Konstellationen blieb die Aufgabe der Vereinbarkeit ausschließlich an den Frauen hängen.
Die hohe Erwartungshaltung und die klar wahrnehmbare gesellschaftliche Norm, stets – auch als Frau - berufstätig zu sein, führte dazu, dass viele Frauen ihr Selbstwertgefühl wesentlich auch über ihre Berufstätigkeit definierten, stolz auf ihre Leistungen und mit großer Selbstverständlichkeit wirtschaftlich unabhängig von ihren Männern waren. Die hohen Scheidungsraten sind neben den sehr frühen und oft schnell getroffenen Entscheidungen für eine Ehe auch darauf zurückzuführen, dass Frauen selten einem ökonomischen Zwang unterlagen, in unglücklichen Beziehungen zu verbleiben. Trennungsunterhalt nach einer Ehe war eine Ausnahme. In der Regel trennte man sich (eine Scheidung war in wenigen Wochen vollzogen) und ging anschließend seiner getrennten Wege.
Quelle:
https://www.boell.de/de/2016/11/09/familienpolitik-ost-und-westdeutschland-und-ihre-langfristigen-auswirkungenDas Familienbild der AfD dürfte also nicht aufgehen.
Und in der DDR gab es für Familien Vorteile, die sich heutzutage schwerlich umsetzen lassen. Aber problematischer ist:
auch eine Geburtenquote von 1,7 reicht nicht. Trotzdem wird Zuwanderung benötigt, zumal Kinder in der Regel 2 Jahrzehnte brauchen, bevor sie bereit für den Arbeitsmarkt sind.