Link: www.faz.net (extern) (Archiv-Version vom 17.04.2005)Auf der Seite hier ist so etwas ähnliches zu lesen. Über solche Blitze.
http://www.faz.net/s/Rub6E2D1F09C983403B8EC7549AB44FA0EF/Doc~E9029DF91BF4E42258B7A9CF4C3401331~ATpl~Ecommon~Scontent.html (Archiv-Version vom 17.04.2005)Satelliten und Raumsonden registrierten den Blitz
Die Astrophysiker erfuhren von dem Ereignis durch ihre Außenposten im Weltraum. Insgesamt 14 Instrumente auf verschiedenen Satelliten und Raumsonden zwischen Erdorbit und Saturn registrierten den Blitz. Manche von ihnen wurden dabei geblendet, weil ihre Detektoren übersteuerten. "Sogar der russische Coronas-F-Satellit sah diesen Burst, obwohl er sich zur Zeit des Ereignisses hinter der Erde befand", berichtet Giselher Lichti vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching: "Das Instrument hatte Gammastrahlen gemessen, die von der Mondoberfläche reflektiert worden waren." Lichti ist maßgeblich an einem der Forschungssatelliten beteiligt, dem Gammaobservatorium "Integral".
Nicht zuletzt weil der Blitz von so vielen Satelliten registriert wurde, sind sich die Forscher ziemlich sicher, woher er kam: aus dem Sternbild Schütze, von einer bizarren kleinen Kugel. Sie besteht hauptsächlich aus reiner Atomkernmaterie, ist nicht größer als eine mittlere Kleinstadt, aber so schwer wie die Sonne - ein sogenannter Neutronenstern. "SGR 1806-20", so sein Name, ist Astronomen durchaus kein Unbekannter. Er gehört zu einer Gruppe von bisher vier sogenannten "Soft Gamma Repeaters" - daher das Kürzel "SGR". 1806-20 wiederum sind die Koordinaten des Objektes am Himmel. Alle vier SGR sind Wiederholungstäter, die schon früher durch ähnliche, wenn auch nicht ganz so starke, helle Gammaeruptionen aufgefallen waren.
Nichts anderes als flackernde Neutronensterne in anderen Galaxien
Auf einem Mangetar betimmt das Magnetfeld (gelbe Linien) alles Geschehen...
"Soft" sind diese Ausbrüche nur hinsichtlich ihres Frequenzspektrums (der Anteil höherer Frequenzen ist vergleichsweise klein) und auch nur in Relation zu anderen Gamma-Ray-Bursts. Ansonsten ist ihre Strahlung außergewöhnlich hart. Die Heftigkeit des jüngsten Ausbruchs läßt die Forscher spekulieren, daß es sich bei einer bestimmten Untergruppe von Gamma-Ray-Bursts um nichts anderes als solche flackernden Neutronensterne in anderen Galaxien handeln könnte.
Damit wäre das Geheimnis der Gamma-Ray-Bursts wenigstens für diese Spezies gelüftet. Denn inzwischen sind sich die Forscher einigermaßen sicher, woher die nach astronomischen Maßstäben geradezu mikroskopisch kleinen SGR-Neutronensterne diese enorme Strahlungsenergie beziehen: aus ihrem Magnetfeld. SGR-Neutronensterne besitzen die mit Abstand stärksten magnetischen Felder im Universum, weswegen man sie auch "Magnetare" nennt.