Origines schrieb:"Wie es dem Wal damit gegangen wäre, scheint egal zu sein." - Mir scheint es halt so, dass die Menschen, die unbedingt helfen wollten, sich auch die Frage gefallen lassen müssen, wie es dem Wal damit gegangen ist. Projizieren wir da nicht unsere Befindlichkeiten auf das Tier, anstatt uns zu fragen, wie es dem Tier dabei ergeht? Glauben wir, unsere Hoffnung ließe sich auf das Tier übertragen, es müsse sich freuen auf seine "Freiheit"?
Ich denke, nur ein kleiner Teil hat in seinem Leben etwas mit dem "Einschläfern" von Tieren zu tun. Erst recht, wenn es große Tiere sind und nochmal weniger in einer dramatischen oder gefährlichen Situation. Man sagt es so leicht- "einschläfern"- das Tier schläft dann sanft ein, so hofft man.
Nur wenige sind bei diesem Schritt bei Ihrem Tier und dem Tierarzt. Viele geben ihren Hund oder die Katze zu diesem Zweck beim Tierarzt ab und gehen. Sie können es nicht aushalten, ist die übliche Begründung.
Ich werde nie vergessen, wie ein Angestellter einer englischen Tierarztpraxis so absolut fertig war, weil Menschen in der Tierarztpraxis auch junge und gesunde Hunde zum Einschläfern abgaben. Daher ist der Song und der Text hier für mich für immer verbunden.
Welcome to Wonderland

Anson Seabra - Welcome to Wonderland (Official Lyric Video)
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Vor vielen Jahren riefen die lieben Nachbarn mal das Vet-Amt an den Stall an dem ich mit meinem Pferd stand.
Eine andere Stute mittleren Alters war sehr dünn geworden und die Nachbarn machten sich Sorgen und wollten gar, dass sie eingeschläfert wird.
Das Vetamt kam zur Begutachtung und erfuhr, dass dieses Pferd seit Monaten wegen einer Erkrankung (Spat) in Behandlung war. Klinik, alles an Medikamenten was nur ging, tausende EUR hat es am Ende gekostet. Dadurch hat ihr Magen gelitten und sie lahmte wegen dem Spat stark.
Das Vet Amt war zufrieden nach Durchsicht der medizinischen Unterlagen und unterstütze, dass das Pferd weiter behandelt werden sollte, obwohl die Stute sehr litt, trotz aller Schmerzmittel.
Es war ein schrecklicher Anblick, man konnte es kaum aushalten.
Einmal wurde sie an mir vorbeigeführt und ich wusste, sie wollte schon länger nur ganz schlecht essen. Ich hab ihr einfach einen Schokokeks angeboten und ihre Augen leuchteten kurz auf, während sie ihn langsam kaute. Der Keks hat natürlich nichts gebracht.
Aber- die Besitzerin hat dieses Leid des Pferdes auch ausgehalten, was viele Besitzer nicht getan hätten, mal ganz zu Schweigen von den Kosten, die dabei entstanden sind.
Aber kurze Zeit später war sie über diesen Tiefpunkt hinweg. Das Gelenk war versteift, es hatte keine Schmerzen mehr und sie galoppierte im folgenden Sommer über die Weiden und war rund geworden und lebte noch viele Jahre.
Ich will damit sagen, dass es leicht gesagt und getan ist, ein Tier einzuschläfern. Aber Theorie und Praxis sind noch einmal etwas ganz anderes und auf Schmerzen kann auch ein gutes Leben folgen, auch wenn Mensch zusammen mit dem Tier schwere Zeiten aushalten muss.
Und ich bin sicher, dass jedes Tier das Leben wählen würde, hätte es die freie Wahl.