Origines schrieb:Nun, die rationalen Experten lagen halt mit ihrer Einschätzung richtig. Sie waren ziemlich überzeugt, dass der Rettungsversuch tödlich verlaufen würde. Und so kam es.
Emotionale Experten, die oft keine echten Experten waren, aber genau wissen wollten, was der Wal "dachte" und "fühlte", die lagen falsch. Ein sterbender Wal im Schlick vor Poel ist halt kein schwer verletzter Mensch auf einer Straße. Ethisch, medizinisch, logistisch.
Wie der Rettungsversuch ausgegangen wäre, hätte man diesen früher nach der Strandung umsetzen können, werden wir alle leider nie erfahren. Da am Anfang lagen die rationalen Super-Experten falsch, die u.a. bei diversen Pressekonferenzen und Zeitungartikeln immer wieder betonten, dass der Wal jetzt aber sicher ganz bald sterben werde. Was er eben nicht tat. Da lagen sie mit ihrer Einschätzung falsch. Komplett richtig lag da wohl niemand - auch die ach so rationalen Experten nicht, denen es übrigens nicht eine Sekunde zu dumm war, sich ebenfalls in den Wal "einzufühlen" und zu behaupten, der Wal sei zum Sterben an den Strand gekommen.
Und dennoch könnten die tollen rationalen Experten mal in die Puschen kommen und sich mit den sicher vorliegenden Daten des Umweltministeriums auseinandersetzen, statt es bei einem "Wir haben es ja gewusst" zu belassen. Was sind das denn für Wissenschaftler, die überhaupt gar kein Interesse daran haben, wenigstens mal zu überlegen, ob ein junger in der für Großwale ungeeigneten und zu flachen Ostsee, auf einer Sandbank aufläuft, vielleicht doch nicht grundsätzlich mit einem schwerstkranken und binnen kürzester Zeit versterbenden Wals gleichzusetzen ist? Kein Interesse, sich mal ein Bild zu machen? Kann ich echt nicht nachvollziehen. mMn hätten die spätestens, als der Wal nach Wochen immer noch besser drauf war als andere gestrandete Wale, mal genauer hinschauen sollen. Meinetwegen wären sie dann zu denselben Schlüssen gekommen, aber sie hätten diese mit Fakten und Daten von vor Ort belegen können.
Hätten diese Super-Experten z.B. erklären und durch Untersuchungen belegen können, dass z.B. die Nieren schon angegriffen waren, hätte das schon sehr viel vertrauenerweckender gewirkt als ein "Wir haben mal vom Boot aus draufgeschaut, sieht aus wie ein gestrandeter Wal, das reicht". Dann hätte man ggf. zusammen nach Möglichkeiten der Sterbehilfe suchen können. Es hätte ihnen frei gestanden, ebenfalls mit dem Umweltministerium und Herrn Backhaus in den Ring zu steigen und durchzuboxen, dass der Wal von seinem Leid zu erlöst wird. Aber das dazu hatten sie allesamt nicht das Rückgrat. Sich jetzt als die Helden feiern zu lassen, die es ja immer schon besser mit dem Wal meinten, als die, die Rettung versucht haben, kann man machen, kommt man offenbar auch gut mit durch... Ich find's unfein.