@watnu Sehr gute Beispiele. Danke dafür!
EdgarH schrieb:Die Landheimschüler fallen für mich deswegen schon aus, weil ihnen jegliche Mobilität und v.a. Flexibilität fehlt. Die Briefe wurden in Landsberg und München eingeworfen, die Utensilien in der Kiste in Fürstenfeldbruck gekauft. Dafür waren S-Bahn Fahrten oder wegen mangelnder Anbindung Bus- oder Autofahrten nötig.
Die beiden Schüller, die den Draht gefunden haben, besuchten die Oberstufe und waren damals bereits über 18 Jahre alt. Als "Kinder" wohlsituierter Eltern dürften sie bereits den Führerschein und einen fahrbaren Untersatz besessen haben.
EdgarH schrieb:Schüler, die im Unterricht anwesend sein müssen, können nicht flexibel in der Gegend rumfahren. Ihr Fehlen wird bemerkt.
Im Landheim wurde sicherlich nicht den ganzen Tag über Unterreicht abgehalten. Es dürfte somit genügend Zeit für Ausfahrten in die nähere Umgebung gegeben haben.
Und was die Anrufe betrifft. Es gab wohl in der Nähe der Kantine einen Münzfernsprecher, der dafür genutzt werden konnte. Bei den ersten Anrufen waren Hintergrundgeräusche wahrnehmbar die sich anhörten als kämen sie aus einer Gastwirtschaft.
EdgarH schrieb:Zudem fanden die Grabungsarbeiten in den Sommerferien statt. Da waren die Schüler nicht vor Ort.
Die Schüler hatten zwar Ferien, aber die Unterkünfte im Landheim waren - soweit ich es weiß - trotzdem nutzbar. Denn nicht alle Schüler konnten in den Ferien zu ihren Eltern reisen.
Es gibt aber auch noch weitere nennenswerte Punkte:
- Der Weingarten war quasi der Spielplatz für die Heimbewohner, die ja auch die Perfall-Hütte nutzen durften. Insofern war deren Anwesenheit im Bereich der Entführungsstelle keinesfalls auffällig sondern eher ein Gewohnheitsbild.
- Die Art der Formulierung der Erpresserbriefe wurde von einer renommierten Sprachwissenschaftlerin eindeutig einem jüngeren Täterkreis zugeordnet.
Zu diesem Schluss kommt auch der im Doku Film
"Ein Mädchen verschwindet" eingesetzte Fallanalytiker (ab 3:34).
- Der sichtbare Durchdruck eines Wahrscheinlichkeitsdiagramms auf der Rückseite eines der Erpresserbriefe.
- Die im Wald gefundene Tütenmaske in etwa auf halber Wegstrecke zwischen Internat und Vergrabungsort.
- Die scheinbar akribische - teilweise verspielt wirkende - Tatvor- und Ablaufplanung, die aber in Wirklichkeit mit vielen Lücken und Fehlern behaftet ist.
Letztendlich ist aber auch durch die ungenügende Ermittlungsarbeit der Polizei - aus welchen Gründen auch immer - ein regelrechter Mythos hieraus entstanden, der nun seit Jahren im Raum steht und immer wieder für neue Spekulationen sorgt. Bisheriger Höhepunkt, das gefakte Geständnisschreiben, gegen das der hierin bezichtigte "Täter''" offensichtlich
keine Strafanzeige gestellt hat.
Eigentlich gäbe es ja eine ganz einfache Möglichkeit um diesbezüglich mehr Klarheit zu schaffen. Die beiden Schüler - die damals den Draht gefunden haben - sollten sich freiwillig zur Abgabe ihrer Fingerabdrücke + DNA bereiterklären, damit ein Abgleich mit den damals gesicherten Spuren erfolgen kann.