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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

12.214 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wald, Entführung, München ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

20.03.2026 um 15:17
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Und auch die in der Doku prominent vertretene Landheim-These ist meines Erachtens wenig substantiiert.
Das Problem bei der Landheim-These ist, dass die Polizei dort viel zu spät anfing zu ermitteln und dies - dank der Schutzmaßnahmen der fürsorglichen Eltern - auch nur recht oberflächlich tun konnte.

Der Deckel der auf der Kiste aufgesetzten Abdeckhaube war ja mit einer Mischung aus Bitumen und Kieselgur beschichtet. Derlei Beschichtungen sind eher selten und werden z.B. im Bereich Straßenmarkierung verwendet. Der Vater einer der beiden Schüler, die den Klingeldraht gefunden und anschließend "weggesperrt" haben, war damals Inhaber einer solchen Firma, die sich zudem unweit vom Tatort befand.
Leider schien diese Spur damals nicht im Focus der Ermittler zu stehen.
Ob dies evtl. von dritter Seite so gewollt wurde, darüber kann man spekulieren...


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

20.03.2026 um 15:42
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Der Deckel der auf der Kiste aufgesetzten Abdeckhaube war ja mit einer Mischung aus Bitumen und Kieselgur beschichtet.
Das wird auch in der ARD-Doku recht ausführlich thematisiert.

Wahrscheinlich hätte man - mal völlig von der Landheim-These losgelöst - genauer ermitteln müssen, wo solche Lackierungen/Beschichtungen verwendet werden. Und wenn dafür eine Firma in der Nähe in Frage gekommen wäre, hätte man da genauer nachhaken müssen.

Auf mich wirkt es aber so, als hätten die Ermittler mit der Kiste, immerhin das wichtigste Beweismaterial, nicht wirklich was anfangen können. Sie haben sie zwar in der Öffentlichkeit ausgestellt, aber sie ließ sich weder M. noch sonst irgendjemandem zuordnen. Das gipfelt dann noch in der geheimnisvollen DNA 2005, die kurz darauf in einem Parkhaus in München auftauchte - und dann nie wieder (wobei ich beiden Fällen keinen unmittelbaren Tatzusammenhang annehme).

Dass es hier keine Ermittlungsergebnisse gegeben hat, die zum Täter führen, lässt mich dann ausnahmsweise doch daran zweifeln, ob da Anfang der 1980er Jahre in die richtige Richtung ermittelt worden ist.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

20.03.2026 um 16:25
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Wahrscheinlich hätte man - mal völlig von der Landheim-These losgelöst - genauer ermitteln müssen, wo solche Lackierungen/Beschichtungen verwendet werden. Und wenn dafür eine Firma in der Nähe in Frage gekommen wäre, hätte man da genauer nachhaken müssen.
Das hat man deutschlandweit auch gemacht. Es wurden über 1700 Firmen angeschrieben, leider ohne brauchbares Ergebnis. Die von mir gemeinte Markierungsfirma - mit Sitz in Kaufering - war aber leider nicht dabei. Dort wurde dann später nur ein eher unverbindliches Informationsgespräch geführt.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Auf mich wirkt es aber so, als hätten die Ermittler mit der Kiste, immerhin das wichtigste Beweismaterial, nicht wirklich was anfangen können.
Der von der Polizei betriebene Ermittlungsaufwand um die Kiste und deren Zubehörteile war immens, aber leider nicht zielführend.
Dumm nur, dass der Erstermittler - aus welchen Gründen auch immer - mit seinem Sprung in die Kiste viele neue Spuren gelegt, aber vorhandene dabei vernichtet hat.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Das gipfelt dann noch in der geheimnisvollen DNA 2005, die kurz darauf in einem Parkhaus in München auftauchte - und dann nie wieder (wobei ich beiden Fällen keinen unmittelbaren Tatzusammenhang annehme).
Die DNA-Spur im Fall Herrmann ist ja erst später an der zuvor gereinigten Schraube hinterlassen worden:
Beitrag von R.d.R (Seite 599)


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

20.03.2026 um 17:46
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Der Vater einer der beiden Schüler, die den Klingeldraht gefunden und anschließend "weggesperrt" haben, war damals Inhaber einer solchen Firma, die sich zudem unweit vom Tatort befand.
Leider schien diese Spur damals nicht im Focus der Ermittler zu stehen.
Wenn du FJS oder Strauß in die Thread-Suche eingibst, findest du Diskussionsbeiträge zum Unternehmen.
Kritisch hat sich u. a. der ehemalige User geäußert:
Beitrag von Palio (Seite 523)

Daran, dass MH konkret jemanden beschuldigt haben soll, wie in o. g. Post kritisiert, kann ich mich nicht erinnern. Aber es ist ewig her, dass ich darüber gelesen habe.
Zitat von 2r2n2r2n schrieb am 18.10.2019:
Zitat von trailhamstertrailhamster schrieb am 18.10.2019:Die Strauß-Bezüge haben sich die Medien ausgedacht?
Die Journalistin, die das als erstes im März diesen Jahres explizit zur Sprache brachte, war eine, die schon seit den 90er Jahren an dem Fall dran ist
-
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb am 14.04.2019:Ich finde den Gedanken unerträglich, dass möglciherweise
@JosephConrad , du scheinst dich mit dem Thema befasst zu haben und bist nach wie vor im Thread aktiv. Wie denkst du heute über o. g. mögliche Einflussnahme?

Ein anderes Bsp., aber ohne Vitamin B wäre u. g. lukrative Deals vermutlich nicht zustande gekommen. Hätte die gierige Dame ihre Provision versteuert, wäre sie wohl nicht ins Gefängnis gewandert:
(...) Strauß und Tandler: Die Töchter berühmter bayerischer Politiker sind im Spiel

Etwas verkürzt lässt sich sagen: Der damalige Minister Spahn (CDU) kauft, bestellt und nimmt, was er kriegen kann. Zu Preisen, die zumindest aus heutiger Sicht unfassbar klingen. Und hier kommt die Schweizer Firma Emix ins Spiel, hinter der zwei junge Männer stecken, die versprechen, schnell Millionen Masken organisieren und liefern zu können. Als Türöffner soll die Tochter einer einstigen CSU-Größe dienen: Andrea Tandler. Deren Vater Gerold war in den 80er Jahren Minister in Bayern, Generalsekretär der CSU – und ein enger Vertrauter von Franz Josef Strauß. In dieser Zeit lernte Andrea Tandler auch die Strauß-Tochter Monika Hohlmeier kennen. Eine alte Verbindung, die sich nun millionenfach auszahlen soll.

Hohlmeier hat in den Fußstapfen des Vaters selbst Karriere gemacht und verfügt über beste politische Kontakte – genau das also, was Tandler jetzt braucht, um im Auftrag von Emix Masken-Geschäfte mit dem deutschen Staat und verschiedenen Bundesländern anzubahnen. Tatsächlich stellt die CSU-Politikerin den Kontakt zu ihrem Unions-Parteifreund Spahn her und bleibt auch mit ihm in Kontakt, als nicht alles glattläuft, weil längst nicht alle gelieferten Masken den Qualitätsstandards entsprechen und die Schweizer Unternehmer um ihr lukratives Geschäft bangen. In diese Zeit fällt jene SMS von Hohlmeier an Spahn, die er freundlich, aber bestimmt abmoderiert.

Die Strauß-Tochter hat stets betont, es sei ihr nur darum gegangen, in einer absoluten Notlage jede Möglichkeit auszuloten, um an Corona-Masken zu kommen. Tatsächlich gibt es keinen Hinweis darauf, dass Hohlmeier an dem großen Deal mitverdient hat. Im Gegensatz zu Andrea Tandler, die atemberaubende 48 Millionen Euro Provision kassiert. Weil sie das Geld allerdings nicht ordnungsgemäß versteuert hat,
Quelle: https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/masken-deals-im-fokus-spahn-hohlmeier-und-die-dunklen-geschaefte-in-der-corona-pandemie-110410979 , Stand 11.07.25


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

20.03.2026 um 18:23
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Die DNA-Spur im Fall Herrmann ist ja erst später an der zuvor gereinigten Schraube hinterlassen worden:
2007, ja, nicht 2005. Für den Fall hier hat sie keine Bedeutung.

Nur für die Bence T.-Verteidiger, die in der fast gleichzeitig auf einem Glas in Charlotte Böhringers Wohnung gefundenen identischen DNA einen Unschuldsbeweis sehen wollen. Es spricht m.E. viel dafür, dass eine mit beiden Fällen befasste Person beim LKA unsauber gearbeitet und offenbar keine Vergleichs-DNA abgegeben hat.
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Es wurden über 1700 Firmen angeschrieben, leider ohne brauchbares Ergebnis.
In der ARD-Doku wird kritisiert, dass die Anfrage nicht wirklich zielführend gewesen sei. Mein Eindruck ist auch, dass die Polizei vor 45 Jahren noch nicht so technisch und wissenschaftlich versiert vorgegangen ist, wie das heute üblich ist. Operative Fallanalyse war beispielsweise noch ein Fremdwort, da war sogar die DDR weiter. - Deshalb auch der Sprung in die Kiste. Damals haben sich die Kriminaler wohl noch hauptsächlich auf ihre Spürnase verlassen...
Zitat von watnuwatnu schrieb:Wenn du FJS oder Strauß in die Thread-Suche eingibst, findest du Diskussionsbeiträge zum Unternehmen.
Lesenswert, diese alten Beiträge. Aber die "Spur" zu Söhnen mächtiger Männer "hängt" allein am Klingeldraht. Und trägt nicht. Wie überhaupt das ganze Geraune um das Internat wenig bis gar kein Fundament hat. Wenn M. unschuldig sein soll, muss es ja andere Täter geben (schon das LG Augsburg ging in seinem Urteil von unbekannten Mittätern aus). Aber von dort? Abwegig. Daran ändert sich auch nichts, wenn der Bruder Ursulas in diese Richtung gedacht (aber nie jemanden konkret beschuldigt) hat.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

20.03.2026 um 19:10
Zitat von watnuwatnu schrieb:du scheinst dich mit dem Thema befasst zu haben und bist nach wie vor im Thread aktiv. Wie denkst du heute über o. g. mögliche Einflussnahme?
Was soll ich sagen, ich denke der hat Ermittlungen durchaus blockiert, nicht weil er wusste, dass irgendwer etwas damit zu tun hatte, sondern weil er nicht wollte, dass ein schlechtes Licxht auf ihn oder seien Sohn geworfen werden könnte.

Zur Erinnerung:
...
Welche Rolle spielt der Strauß-Spezl?

Und es gibt noch mehr Indizien, die Fragen aufwerfen: Auf dem Deckel der Kiste, in der Ursula starb, war eine alte Bitumenschicht, deren Herkunft und ursprüngliche Verwendung nicht geklärt werden konnte, obwohl die Polizei mehr als 1.700 Firmen anschrieb.

Zur Tatzeit war der gute Bekannte von FJS Inhaber einer Firma für Straßenmarkierungen im nahen Kaufering. Doch ausgerechnet diese Firma wurde von der Polizei nicht angeschrieben. Laut Herrmann taucht diese Firma in den Ermittlungsakten nicht auf.

Und noch eine Merkwürdigkeit: Die Firma des Strauß-Spezls hielt ein Patent auf eine Fräsmaschine. Einer der damaligen größten Hersteller hatte seinen Sitz in Italien und hieß Pama. Dieser Name stand auch auf einem Transistorradio, das bei dem toten Mädchen in der Kiste gefunden wurde.
Quelle: https://www.abendzeitung-muenchen.de/bayern/fall-ursula-herrmann-welche-rolle-spielt-der-strauss-spezl-art-466073


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

20.03.2026 um 20:25
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:ich denke der hat Ermittlungen durchaus blockiert, nicht weil er wusste, dass irgendwer etwas damit zu tun hatte, sondern weil er nicht wollte, dass ein schlechtes Licxht auf ihn oder seien Sohn geworfen werden könnte.
Thx für die Antwort. Das kann ich mir auch gut vorstellen. Ich dachte nur, vielleicht sind die Infos, die ich noch einigermaßen im Kopf habe, überholt o. ich erinnere mich nicht mehr richtig.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

21.03.2026 um 07:02
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Was soll ich sagen, ich denke der hat Ermittlungen durchaus blockiert, nicht weil er wusste, dass irgendwer etwas damit zu tun hatte, sondern weil er nicht wollte, dass ein schlechtes Licxht auf ihn oder seien Sohn geworfen werden könnte.
Das ist eine Spekulation. Zwar eine nicht so weit hergeholte, weil im Bayern der Franz Josef Strauß-Ära (1978-1988) quasi-monarchistische Zustände herrschten. Aber eine unmittelbare Intervention bei der Polizei birgt immer die Gefahr eines Skandals. Auch damals schon, wie die an Skandalen nicht arme Zeit der absoluten Herrschaft der CSU zeigt.

Deshalb ist für mich naheliegender, dass die Beamten von vorneherein "Handschuhe" anhatten, als ihnen klar wurde, welche höheren Söhne und Töchter da für monatlich 2.000 DM in diesem Internat waren. Aber entscheidender - meiner Überzeugung nach - war die mutmaßliche Einschätzung der Ermittler, dass im Landheim nichts zu holen war, was zur Aufklärung des Falls beitrug. Erst recht nicht, dass dort die Täter zu verorten waren.

Denn ich kann keine "Handschrift" Jugendlicher erkennen, die ein Abenteuer suchten. Diese Tat, Ursula in diese Kiste in einem Erdloch zu stecken, ist so brutal und monströs, dass ich ein durchgeknalltes Zusammenwirken jugendlicher Abiturienten, die im Weingarten tiefe Löcher buddeln und in der schuleigenen Zimmerei Kisten zusammenschrauben damit nicht vereinbaren kann. Wie schon gesagt, von Charakter und Biografie her sind M. und der alkoholkranke Pfaffinger da schon der geeignetere Kandidaten. Kalt, ohne Mitgefühl, kalkuliert, mit Hybris und zugleich bei der Tatausführung dilettantisch (das liegengebliebene Fahrrad, das Opfer war nicht reich, Geldübergaben misslangen, die schwafelnden Erpresserbriefe, die nicht funktionierende Belüftung).


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

21.03.2026 um 10:34
@Origines @R.d.R
@Zig_Stardust
@Rigel92
@Zig_Stardust
@JosephConrad

ich kann die Zweifel von allen nachvollziehen, ein Indizienprozess ist eben ein Indizienprozess. Der finale Beweis fehlt, ob jetzt wie es gesagt wurde 10 Indizien 50:50 stehen oder nicht tatsächlich doch viel ungünstiger für WM lasse ich mal dahingestellt, wobei das mal spannend wäre und ich mir vielleicht mal die mühe mache, jedes Indiz hier zu posten und zu bewerten für die Diskussion, aber es lässt sich nicht leugnen, dass WM sehr ungünstig in der ganzen Konstellation erscheint. Ich spiele mich hier nicht zum Richter auf. Ich maße mir nicht an zu sagen, hätte man ihn verurteilen "dürfen" oder nicht, wir leben in einem Rechtsstaat, und wenn es da zu einer rechtskräftigen Verurteilung kommt hat man diese zu akzeptieren. Man kann dagegen Rechtsmittel einlegen, aber man hat ein urteil zu akzeptieren. Ist die Justiz deswegen unfehlbar? Natürlich nicht. Aber worauf ich ja nur hinauswill ist, dass neben reinen juristischen Bewertungen es ja auch Wahrscheinlichkeit gibt. Ein oder mehrere Täter müssen die Möglichkeit, die Ortskenntnis und die Fähigkeit besessen haben, dieses Verbrechen umzusetzen. Die Landheimschüler fallen für mich deswegen schon aus, weil ihnen jegliche Mobilität und v.a. Flexibilität fehlt. Die Briefe wurden in Landsberg und München eingeworfen, die Utensilien in der Kiste in Fürstenfeldbruck gekauft. Dafür waren S-Bahn Fahrten oder wegen mangelnder Anbindung Bus- oder Autofahrten nötig. Wer die Gegend kennt , kennt den schlechten Nahverkehr an der Westseite des Ammersees. Die war damals noch schlechter als heute. Schüler, die im Unterricht anwesend sein müssen, können nicht flexibel in der Gegend rumfahren. Ihr Fehlen wird bemerkt. Zudem fanden die Grabungsarbeiten in den Sommerferien statt. Da waren die Schüler nicht vor Ort.
Aber wie wahrscheinlich ist denn jemand anderes der Täter, als derjenige, der verurteilt wurde, der vor Ort wohnte, sehr gute Ortskenntnis hatte, die zeit und die handwerklichen Fähigkeiten, ein Motiv, der die Opferfamilie kannte, der sich am Telefon unmittelbar nach der tat verdächtig äußerte und auch noch Jahre später kurz vor der Verjährung, der genau die Zeitungen las, die zur Verfassung der Briefe benötigt waren, dessen Fernglas verloren ging, wovon ein wahrscheinlich identisches in Tatortnähe gefunden wurde? Jemand der zu all diesen Einzelheiten lügt? Ich akzeptiere jeden Zweifel, auch ich zweifele, wie @Origines schon sagte (und das wollte ich ja nicht in Abrede stellen, das kam evtl. etwas harsch rüber von mir- sorry dafür!) , wir wissen nicht genau was passiert ist und wer es war. Es gibt keinen Videobewies, keine DNA Spur etc., die auf den Verurteilten weist. Aber ist denn ein anders Szenario wahrscheinlicher in Einklang zu bringen mit den ermittelten Umständen? Nicht mit einem oder zwei sondern mit allen? Ich tue mir da genauso schwer das zu finden, wie ich andererseits zweifele, ob es der richtige Täter war, der verurteilt wurde. Aber in der Summe, wenn man abwägt, überwiegt für mich da deutlich die Wahrscheinlichkeit der Täterschaft des WM. Nochmal: hätte man damit verurteilen können steht mir nicht an zu beurteilen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

21.03.2026 um 12:26
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Aber worauf ich ja nur hinauswill ist, dass neben reinen juristischen Bewertungen es ja auch Wahrscheinlichkeit gibt. Ein oder mehrere Täter müssen die Möglichkeit, die Ortskenntnis und die Fähigkeit besessen haben, dieses Verbrechen umzusetzen. (...)
Aber wie wahrscheinlich ist denn jemand anderes der Täter, als derjenige, der verurteilt wurde, der vor Ort wohnte, sehr gute Ortskenntnis hatte, die zeit und die handwerklichen Fähigkeiten, ein Motiv, der die Opferfamilie kannte, der sich am Telefon unmittelbar nach der tat verdächtig äußerte und auch noch Jahre später kurz vor der Verjährung, der genau die Zeitungen las, die zur Verfassung der Briefe benötigt waren, dessen Fernglas verloren ging, wovon ein wahrscheinlich identisches in Tatortnähe gefunden wurde? Jemand der zu all diesen Einzelheiten lügt? (...) Aber ist denn ein anders Szenario wahrscheinlicher in Einklang zu bringen mit den ermittelten Umständen? Nicht mit einem oder zwei sondern mit allen?
So oder so ähnlich werden die Ermittlungsbehörden und das Gericht auch gedacht haben. Gut das Du das auf den Punkt bringst. Natürlich hat das Gericht M. nicht aus Boshaftigkeit oder Willkür verurteilt, sondern die Richter werden schon persönlich überzeugt gewesen sein, dass er der/ein Täter ist. Und wäre ich damals Richter gewesen, wäre ich vielleicht auch davon überzeugt gewesen. Aber jetzt - als Beobachter aus der Distanz -, der das Urteil liest, der die Argumente gegen das phonetische LKA-Gutachten zur Kenntnis nimmt, bin ich halt nicht überzeugt.
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Ich spiele mich hier nicht zum Richter auf. Ich maße mir nicht an zu sagen, hätte man ihn verurteilen "dürfen" oder nicht, wir leben in einem Rechtsstaat, und wenn es da zu einer rechtskräftigen Verurteilung kommt hat man diese zu akzeptieren. Man kann dagegen Rechtsmittel einlegen, aber man hat ein urteil zu akzeptieren. Ist die Justiz deswegen unfehlbar?
Akzeptieren. Klar. Zum Rechtsstaat gehört Rechtssicherheit. Irgendwann haben alle Gerichte entschieden und der Sack ist zu. Wie im Fußball (ohne Videobeweis): Wenn Abpfiff ist, ist das Spiel aus, gewonnen oder verloren. Auch wenn die Elfmeterentscheidung falsch war und ein schlimmes Foul nicht geahndet wurde, weil es der Schiedsrichter nicht gesehen hat. Analysieren und kritisieren durch die Öffentlichkeit darf man hier wie dort trotzdem. Das ist Teil der Kontrolle durch die Öffentlichkeit. Und von den (Justiz-)Behörden zu akzeptieren.

Zuletzt: Auch der Bruder des Opfers hatte Zweifel an der Täterschaft M.s oder zumindest am Urteil. Er und seine Unterstützer haben - auch hier persönlich im Thread - mit überzeugenden Argumenten das LKA-Gutachten zerlegt. Michael Herrmann hat im Rahmen eines Zivilprozesses versucht, eine Korrektur zu erwirken - und sich danach wieder aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, weil seine Suche nach den Tätern kontrovers beurteilt wurde.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

21.03.2026 um 12:40
In der Pubertät ist die Empathiefhigkeit auch eingeschränkt (s. u.).

Es finden sich sicherlich bessere Quellen und weitere Beispiele zu u. g. Themen. Ich habe nur kurz recherchiert. (Hervorhebungen durch mich).
Teenager haben ein schlechteres Einfühlungsvermögen als Erwachsene. Die Ursache dafür liegt im Gehirn.
Quelle: https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/news/teens-ohne-mitgefuehl-hirnforschung_id_1751438.html

- - - -
Zwei Beispielfälle, jungeTäter, unfassbare Motive:

1.
Täter 18 und 19 Jahre alt und aus sehr wohlhabendem Haus
Leopold und Loeb
Nathan Freudenthal Leopold Junior (* 19. November 1904; † 29. August 1971) und Richard Loeb (* 11. Juni 1905; † 28. Januar 1936), besser bekannt als Leopold und Loeb, waren zwei Studenten der University of Chicago aus jeweils sehr wohlhabendem Haus, die 1924 den 14-jährigen Bobby Franks ermordeten und dafür zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt wurden. Ihre Tat war deshalb bemerkenswert, weil sie hauptsächlich durch den Ehrgeiz der Studenten motiviert war, das perfekte Verbrechen zu begehen. Auch spielte das Verbrechen eine Rolle in der amerikanischen Diskussion um die Todesstrafe.
(…)
Leopold und Loeb, zur Tatzeit 19 bzw. 18 Jahre alt, planten gemeinsam die Entführung mit anschließendem Mord, nachdem sie bereits erfolgreich kleinere Straftaten gemeinsam begangen hatten.
(…)
Ihr Opfer war nicht absichtlich, sondern zufällig gewählt, da es ihnen in erster Linie darum ging, der Welt zu beweisen, dass sie ungestraft mit einem Mord davonkommen würden.[1]
Quelle: Wikipedia: Leopold und Loeb

2.
Studenten töten, Berlusconi stärkt Angeklagten den Rücken:
Am 14. Mai 1997 erschütterte der Tod der italienischen Jurastudentin Italien. Der damalige Tathergang erinnert frappant an das Szenario des neuen Hauptstadt-"Tatort"-Falls der ARD: Die 22-jährige Marta Russo überquerte um 11.34 Uhr mit einer Freundin den Hof der juristischen Fakultät der Universität Rom, als sie urplötzlich zusammensackte. Ein Projektil vom Kaliber 22 hatte die junge Frau in die Schläfe getroffen, sie fiel ins Koma und verstarb vier Tage später. (…)
Die Hochschule in Rom verhielt sich verschwiegen und wenig kooperativ, so kamen die Ermittlungen nur zäh voran. Dann aber eröffneten zwei römische Studenten den Behörden, die beiden Dozenten Giovanni Scattone und Salvatore Ferraro, damals 30 und 31 Jahre jung, hätten in den Wochen vor der Tat in einem Seminar über die Möglichkeit eines perfekten Verbrechens philosophiert. Die beiden hätten die These vertreten, dass ein Mord nicht aufzuklären sei, wenn es kein Tatmotiv gebe und die Tatwaffe nicht gefunden werde. Fast sollten sie Recht behalten.

Die Waffe, mit der auf Marta Russo geschossen wurde, konnte nie sichergestellt werden, auch kannten Scattone und Ferraro das mutmaßliche Zufallsopfer nachweislich nicht. Eine Sekretärin belastete die Dozenten der Rechtsphilosophie schwer, verstrickte sich aber später in Widersprüche und verweigerte fortan jede Aussage. So entwickelte sich noch ab demselben Jahr ein komplizierter Indizienprozess gegen die beiden mutmaßlichen Mörder, der für internationales Aufsehen sorgte. Auch, weil Ministerpräsident Silvio Berlusconi den Angeklagten öffentlich den Rücken stärkte.

Erst 2003, nach sechs Jahren Prozessdauer, folgte der Schuldspruch für die Angeklagten. Allerdings lautete er nicht auf Mord, sondern auf fahrlässige Tötung. (…)
Quelle: https://www.tz.de/stars/tatort-ard-berlin-italien-cold-case-echter-fall-zr-13597821.html


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

21.03.2026 um 16:58
@watnu
Sehr gute Beispiele. Danke dafür!
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Die Landheimschüler fallen für mich deswegen schon aus, weil ihnen jegliche Mobilität und v.a. Flexibilität fehlt. Die Briefe wurden in Landsberg und München eingeworfen, die Utensilien in der Kiste in Fürstenfeldbruck gekauft. Dafür waren S-Bahn Fahrten oder wegen mangelnder Anbindung Bus- oder Autofahrten nötig.
Die beiden Schüller, die den Draht gefunden haben, besuchten die Oberstufe und waren damals bereits über 18 Jahre alt. Als "Kinder" wohlsituierter Eltern dürften sie bereits den Führerschein und einen fahrbaren Untersatz besessen haben.
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Schüler, die im Unterricht anwesend sein müssen, können nicht flexibel in der Gegend rumfahren. Ihr Fehlen wird bemerkt.
Im Landheim wurde sicherlich nicht den ganzen Tag über Unterreicht abgehalten. Es dürfte somit genügend Zeit für Ausfahrten in die nähere Umgebung gegeben haben.
Und was die Anrufe betrifft. Es gab wohl in der Nähe der Kantine einen Münzfernsprecher, der dafür genutzt werden konnte. Bei den ersten Anrufen waren Hintergrundgeräusche wahrnehmbar die sich anhörten als kämen sie aus einer Gastwirtschaft.
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Zudem fanden die Grabungsarbeiten in den Sommerferien statt. Da waren die Schüler nicht vor Ort.
Die Schüler hatten zwar Ferien, aber die Unterkünfte im Landheim waren - soweit ich es weiß - trotzdem nutzbar. Denn nicht alle Schüler konnten in den Ferien zu ihren Eltern reisen.

Es gibt aber auch noch weitere nennenswerte Punkte:

- Der Weingarten war quasi der Spielplatz für die Heimbewohner, die ja auch die Perfall-Hütte nutzen durften. Insofern war deren Anwesenheit im Bereich der Entführungsstelle keinesfalls auffällig sondern eher ein Gewohnheitsbild.

- Die Art der Formulierung der Erpresserbriefe wurde von einer renommierten Sprachwissenschaftlerin eindeutig einem jüngeren Täterkreis zugeordnet.
Zu diesem Schluss kommt auch der im Doku Film "Ein Mädchen verschwindet" eingesetzte Fallanalytiker (ab 3:34). 

- Der sichtbare Durchdruck eines Wahrscheinlichkeitsdiagramms auf der Rückseite eines der Erpresserbriefe.

- Die im Wald gefundene Tütenmaske in etwa auf halber Wegstrecke zwischen Internat und Vergrabungsort.

- Die scheinbar akribische - teilweise verspielt wirkende - Tatvor- und Ablaufplanung, die aber in Wirklichkeit mit vielen Lücken und Fehlern behaftet ist.

Letztendlich ist aber auch durch die ungenügende Ermittlungsarbeit der Polizei - aus welchen Gründen auch immer - ein regelrechter Mythos hieraus entstanden, der nun seit Jahren im Raum steht und immer wieder für neue Spekulationen sorgt. Bisheriger Höhepunkt, das gefakte Geständnisschreiben, gegen das der hierin bezichtigte "Täter''" offensichtlich keine Strafanzeige gestellt hat.

Eigentlich gäbe es ja eine ganz einfache Möglichkeit um diesbezüglich mehr Klarheit zu schaffen. Die beiden Schüler - die damals den Draht gefunden haben - sollten sich freiwillig zur Abgabe ihrer Fingerabdrücke + DNA bereiterklären, damit ein Abgleich mit den damals gesicherten Spuren erfolgen kann.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

21.03.2026 um 17:52
Zitat von watnuwatnu schrieb:1. Täter 18 und 19 Jahre alt und aus sehr wohlhabendem Haus (...)
2. Studenten töten, Berlusconi stärkt Angeklagten den Rücken
Keine Frage, das gibt es. Der Bruder des Opfers hat wohl auch deshalb spekuliert, es sei den (jugendlichen) Tätern darum gegangen, ein Verbrechen zu inszenieren oder ein "perfektes Verbrechen" zu begehen.

Daneben gibt es noch immer wieder Verbrechen durch Jugendliche oder Heranwachsende, bei denen scheinbar völlig sinn- und motivlos ein Schwächerer oder Außenseiter gefoltert und grausam getötet wurden.

Leider gar nicht mal so selten, aktuelle Fälle:

Hamburg 2025
Pasewalk 2023
Detmold 2023
Nürnberg 2025
Darmstadt 2025
Pragsdorf (Neubrandenburg) 2023
usw.

Trotzdem sind diese Taten völlig anders als hier im Fall, bei dem es ja scheinbar um Geld geht und der viel kalkulierter erscheint.
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:- Die Art der Formulierung der Erpresserbriefe wurde von einer renommierten Sprachwissenschaftlerin eindeutig einem jüngeren Täterkreis zugeordnet. (...)

- Der sichtbare Durchdruck eines Wahrscheinlichkeitsdiagramms auf der Rückseite eines der Erpresserbriefe.

- Die im Wald gefundene Tütenmaske in etwa auf halber Wegstrecke zwischen Internat und Vergrabungsort.

- Die scheinbar akribische - teilweise verspielt wirkende - Tatvor- und Ablaufplanung, die aber in Wirklichkeit mit vielen Lücken und Fehlern behaftet ist.
- Die Erpresserbriefe passen nicht zu M. Auch nicht zu Pfaffinger. Richtig. Aber vielleicht zu dem unbekannten Mittäter, den auch das LG Augsburg vermutet hat?
- Ob es ein Wahrscheinlichkeitsdiagramm ist, ist eine These. Für mich ist es zu viel der Interpretation.
- Das Internat war ja einfach in der Nähe des Tatorts, da war es unvermeidlich, dass mutmaßliche Tatwerkzeuge auch in der Nähe des Internats waren.
- Tatvor- und Ablaufplanung hast Du @R.d.R gut auf den Punkt gebracht. Akribisch, verspielt wirkend, lücken- und fehlerhaft. So als ob jemand "Dagobert" spielen wollte, aber es nicht konnte.

Zugleich sehe ich aber in der Entführung Ursulas gerade keine Parallelen zur Entführungsindustrie der Mafia in Italien in den 1970er und 1980er Jahren (Kronzucker-Kinder usw.).


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.03.2026 um 11:43
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Die im Wald gefundene Tütenmaske in etwa auf halber Wegstrecke zwischen Internat und Vergrabungsort.
Tütenmaske?
Noch nie gehört
Gibt’s da ein Bild zu

Ich kann mir nur schwer vorstellen dass Abiturienten glauben 2 Millionen unbemerkt verballern zu können.
Aber wer würde das ernsthaft annehmen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.03.2026 um 11:46
@Eichenstark
Zitat von EichenstarkEichenstark schrieb:Tütenmaske?
Noch nie gehört
Gibt’s da ein Bild zu
Ein Foto ist mir unbekannt, es die Maske wird jedenfalls im Podcast erwähnt.
Ich stimme dir zu, die Abiturienten-Theorie ist wirklich hanebüchen. Den Klingeldraht nehmen sie mit, aber die Masken lassen sie liegen....


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.03.2026 um 11:49
Zitat von vorsichtfallevorsichtfalle schrieb:Den Klingeldraht nehmen sie mit, aber die Masken lassen sie liegen....
Ah Masken für die Täter, nicht etwas das dem Kind übergezogen wurde meinst du


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.03.2026 um 12:08
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Nur für die Bence T.-Verteidiger, die in der fast gleichzeitig auf einem Glas in Charlotte Böhringers Wohnung gefundenen identischen DNA einen Unschuldsbeweis sehen wollen. Es spricht m.E. viel dafür, dass eine mit beiden Fällen befasste Person beim LKA unsauber gearbeitet und offenbar keine Vergleichs-DNA abgegeben hat.
Es ist völlig unmöglich dass ein Ermittler / Kriminalbeamter Spurenträger zum Fall Böhringen war. Die DNA Auswertungen erfolgen in einem Labor weit weg von Dienststelle der Kriminologen. Und in einem solchen Labor gibt es auch Klin-Räume. Womit schon ein Betreten dieser Institution für dort Beschäftigte einer strengen Kontrolle unterliegt. Oder anders gesagt als fremder kommst du da gar nicht rein. Weiter ist es auch so, dass nur das Ergebnis eine DNA Auswertung dem Auftraggeber zugestellt wird. Und die Proben im Labor verbleiben.

Und ja ich verstehe auch nicht warum das Gericht in München dies Tatsache nicht gewertet hat. Geschweige eine Abklärung in Auftrag gegeben hat.
Meine Erklärung dafür ist, dass die ganze Schuldthese in sich zusammengebrochen wäre. Und ja da lässt man es dann auch als Richter mal gut sein mit Abklärungen.

Nun aber zum hier diskutierten Fall.
Mich verwundert ja, dass man genau aus einer Schraube mit welcher die Kiste zusammengebaut wurde eine DNA extrahieren konnte. Und dann noch eine die Gerichtlich anerkannt wird. Man muss sich das mal vorstellen, da wird eine Kiste im Wald vergraben, und Witterungswochen später irgend wo auf einer Dienststelle DNA Abstriche vorgenommen.

Vergleich zu Böhringer:
Könnt nicht ein Ermittler welcher den Täter vernommen hat Spurenträger zu der Kiste bzw. Schraube sein.

Für mich stimmt da einfach irgendwo etwas nicht. Und vermutlich lässt sich das auch nicht mehr aufklären. Ganz geschweige von desinteresse.
Soweit ich das auf dem Schirm habe, wurden beide Täter zu lebenslang verurteilt. Sind zur Zeit entlassen. Offensichtlich hat da da jemanden doch das schlechte Gewissen geplagt.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.03.2026 um 12:33
@Eichenstark
@vorsichtfalle
Zitat von EichenstarkEichenstark schrieb:Tütenmaske?
Noch nie gehört
Gibt’s da ein Bild zu
Ja, es gibt ein Bild
Hier sind auch noch genauere Angaben dazu.
Die Tüte wurde in einem hohlen Baumstumpf gefunden. Der Fundort ist hier ersichtlich.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.03.2026 um 14:03
Zitat von schluesselbundschluesselbund schrieb:Man muss sich das mal vorstellen, da wird eine Kiste im Wald vergraben, und Witterungswochen später irgend wo auf einer Dienststelle DNA Abstriche vorgenommen.

Vergleich zu Böhringer:
Könnt nicht ein Ermittler welcher den Täter vernommen hat Spurenträger zu der Kiste bzw. Schraube sein.
Hier wurden die DNA-Abstriche über 25 Jahre später genommen.

Dann müsste es aber ein Ermittler sein, der sowohl in der Wohnung von Charlotte Böhringer sein Unwesen getrieben hat, als auch an der Kiste aus dem Weingarten. Nachdem das aber unterschiedliche Dienststellen sind (München und Augsburg) habe ich eben auf das LKA getippt. Nicht zwingend, dass im Labor etwas schiefgelaufen ist, die dort Tätigen haben sicher alle ihre Vergleichs-DNA abgegeben und konnten ausgeschlossen werden. Also muss es jemand sein, der nur entfernt etwas mit den beiden Tatorten zu tun hatte.

Im Übrigen sind unbekannte DNA nichts Untypisches, in der DNA-Datei des BKA gibt es über 300.000 unbekannte DNA-Spuren. Und darunter eben die von der Kiste und aus Böhringers Wohnung.

Das Gericht hat das Einzige getan, was es konnte: Der Spur keine Bedeutung zugemessen. Was hätten sie sonst tun sollen?
Zitat von schluesselbundschluesselbund schrieb:Offensichtlich hat da da jemanden doch das schlechte Gewissen geplagt.
Das hast Du schon mal vermutet. Ich sehe da keine Parallelen, sondern einen menschlichen Strafvollzug, der Täter nicht bis Lebensende einsperrt, wenn sie nicht mehr gefährlich sind. Und das sind M. und B.T. nach menschlichem Ermessen nicht mehr.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.03.2026 um 15:24
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Die Tüte wurde in einem hohlen Baumstumpf gefunden.
Danke hab nachgelesen
Wurde die Tüte auch auf DNA untersucht?


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