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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

12.215 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wald, Entführung, München ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.03.2026 um 15:51
Zitat von EichenstarkEichenstark schrieb:Wurde die Tüte auch auf DNA untersucht?
Dazu habe ich folgende Angaben gefunden:
Fragestellung: Beitrag von JosephConrad (Seite 139)
Antwort: Beitrag von SirMarvel (Seite 139)

Das in diesem Beitrag enthaltene Bild verdeutlicht nochmals den zwischen der Kiste und dem Landheim liegenden Fundort der Maske


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.03.2026 um 16:18
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:
Zitat von EichenstarkEichenstark schrieb:Wurde die Tüte auch auf DNA untersucht?
Dazu habe ich folgende Angaben gefunden:
->
Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre (Seite 206) (Beitrag von 2r2n)

Die Soko, die 2003 oder 2004 neu gebildet wurde, hat sich zunächst hauptsächlich um DNA gekümmert. Ich selber musste meine DNA 2005 abgeben.

Alle Tatmittel und Asservate wurden ab Juni 2005 auf mögliche DNA-Spuren untersucht.
(Urteil Seite 269)
Quelle: Wiki dieses Threads

O. g. Post des Bruders MH: Beitrag von 2r2n (Seite 206)
= = = =
Spur-Spur-Treffer
Im Wiki ist u. a. die LT Drucks. 17/12767
(Schriftliche Anfrage vom 06.07.2016 zu DNA-Spuren ungeklärter Mordfälle) Hervorhebungen durch mich:
(…)
Im Zusammenhang mit dem Fall Ursula Herrmann wurden DNA-Proben von 28 Personen abgeglichen. Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden DNA-Spuren, die in der Tatortwohnung an einer Kommode und an einem Glas in der Spülmaschine aufgefunden wurden, mit dem Mord besteht, wurde von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht umfassend geprüft. Letztendlich ergab sich dabei weder in örtlicher noch in zeitlicher Hinsicht ein Bezug
zu der Tat.
(…)
Unzutreffend ist nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft München I weiter, dass eine nachträgliche Spur/Spur-Kontamination zwischen den DNA-Spuren in der Wohnung der Charlotte Böhringer und der an einer Schraube im Verfahren Ursula Herrmann (Entführung von Ursula Herrmann
15. September 1981; Kistenbau vorher) aufgefundenen Spur auszuschließen sei. Die rechtsmedizinischen Sachverständigen
haben hierzu lediglich festgestellt, dass eine etwaige nachträgliche Kontamination nicht im Institut für Rechtsmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München erfolgt sein könne.
Quelle: Wiki dieses Threads

Zum Spur-Spur-Treffer habe ich hier einen Auszug aus dem Parkhausmord-Wiki (Charlotte Böhringer) zitiert:
Beitrag von watnu (Seite 599)

Laut Urteil Parkhausmord:
Verfahren Herrmann von über 250 Personen bzw. aus dem hiesigen Vergleichsspurenentnahmen von fast 300 Personen Vergleichsspuren vorlägen.
Quelle: Meinem hier verlinkter Post o. Wiki Parkhausmord

EDIT: Wie kommt es zu so einer großen Diskrepanz? 250 Personen vs. 28 in o. g. Drucksache?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.03.2026 um 16:23
@Origines

Im Jahr 2007 gab es tatsächlich eine Aufsehen erregende DNA-Spur an einer Holzschraube der Kiste. Die für eine spektakuläre Wende des verurteilten Werner Mazurek im Fall Herrmann sorgte. Die gleiche DNA fand man an einem Glas in der Spülmaschine und an einem Kommodengriff. Der 2006 in ihrer Wohnung ermordeten Münchner Millionärin Charlotte Böhringer.

Die Unbekannt Tat – Tat DNA Spur weist hier eine Besonderheit auf. Die DNA aus dem Münchner Fall im Jahre 2006 fand sich im Augsburgerfall aus dem Jahr 1981 im Jahr 2007 wieder.

Bis heute wird vermutet, dass es sich bei diesem „Treffer“ um eine Verunreinigung (Kontamination) im Labor oder durch Ermittler gehandelt haben könnte. Eine offizielle Zuordnung zu einer konkreten Person aus dem oben genannten Feld gelang nie. Ein gemeinsamer Täter bzw. Täter DNA Zuordnung gelang nie. Weshalb die Spur strafrechtlich letztlich ins Leere lief.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Das Gericht hat das Einzige getan, was es konnte: Der Spur keine Bedeutung zugemessen. Was hätten sie sonst tun sollen?
Keiner DNA Spur mehr trauen. Oder einfach sagen da war ein Unbekannter Täter beteilig. Ein Verurteilung des Angeklagten kann erst erfolgen wenn die unbekannt DNA einen Namen trägt. Es gab schon Fälle welche sich als Bewiesen Unschuldig sich herausstellen. Und zu allem Übel von der Zuständigen Staatsanwaltschaft durch ihr Verhalten als schweinisch beschrieben werden kann. Mein Auffassung: Besser kein Urteil als ein falsches. In dubio coreo
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Das hast Du schon mal vermutet.
Ja ist richtig ich habe mich schonmal in dies Richtung geäussert. Und gemäss oben vielleicht auch nachvollziehbar.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Ich sehe da keine Parallelen, sondern einen menschlichen Strafvollzug, der Täter nicht bis Lebensende einsperrt, wenn sie nicht mehr gefährlich sind. Und das sind M. und B.T. nach menschlichem Ermessen nicht mehr.
Gut also, um ganz sonst sind ja beide auch nicht frei gekommen. Da stellt sich dann noch die Frage wie gefährlich die waren die beiden und wann nicht mehr. Vielleicht waren sie nach 5 Jahren schon nicht mehr gefährlich. Nur das darf dann natürlich nicht sein bei einer lebenslanger Haftstrafe.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.03.2026 um 16:59
Zitat von schluesselbundschluesselbund schrieb:Im Jahr 2007 gab es tatsächlich eine Aufsehen erregende DNA-Spur an einer Holzschraube der Kiste. Die für eine spektakuläre Wende des verurteilten Werner Mazurek im Fall Herrmann sorgte.
Das ergibt keinen Sinn. Die DNA-Spur war damals weder "Aufsehen erregend" noch sorgte sie für eine "spektakuläre Wende des Verurteilten Werner Manzurek im Fall Herrmann". Die DNA "wendete" weder Mazurek noch den Fall Herrmann. Sondern hatte schlicht keine Bedeutung, weil der Spurenverursacher nicht gefunden wurde.

Klingt nach KI-Halluzination... ;-)
Zitat von schluesselbundschluesselbund schrieb:Keiner DNA Spur mehr trauen. Oder einfach sagen da war ein Unbekannter Täter beteilig. Ein Verurteilung des Angeklagten kann erst erfolgen wenn die unbekannt DNA einen Namen trägt.
Da überhaupt nicht gesagt werden konnte, ob die DNA-Spur nach über 25 Jahren irgendeinen Bezug zur Tat aufweist, konnte man nicht feststellen, dass sie von einem unbekannten Täter stammte. Mazurek - seine Schuld vorausgesetzt - deshalb nicht zu verurteilen ist absurd.
Zitat von schluesselbundschluesselbund schrieb:Da stellt sich dann noch die Frage wie gefährlich die waren die beiden und wann nicht mehr. Vielleicht waren sie nach 5 Jahren schon nicht mehr gefährlich.
So lange keine Entlassung mit Aussetzung der Reststrafe (lebenslang!!!) zur Bewährung anstand (nach 15 bzw. 17 Jahren), spielte die Gefährlichkeit keine Rolle. Ist aber von der zuständigen Strafvollstreckungskammer am LG darüber zu entscheiden, ist die Gefährlichkeit ein sehr wichtiges Kriterium. Gefährliche Täter werden nicht freigelassen, sondern landen in der Sicherungsverwahrung.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.03.2026 um 18:05
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Das ergibt keinen Sinn
Was ergibt keinen Sinn? Vielleicht diene Meinung:
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Die DNA-Spur war damals weder "Aufsehen erregend" noch sorgte sie für eine "spektakuläre Wende des Verurteilten Werner Manzurek im Fall Herrmann"
Du glaubst ja selber nicht, dass so ein Spur - Spur Treffer nicht aufsehen erregt. Und im Jahre 2008 einer Tat zugeordnet werden konnte. Natürlich verhalf diese DNA dem Verurteilten Werner Matzurek im Jahre 2010 im Jahre 2023 zur Entlassung aus der Haft.

Ja klingt schon nach:
Zitat von OriginesOrigines schrieb:ob die DNA-Spur nach über 25 Jahren irgendeinen Bezug zur Tat aufweist, konnte man nicht feststellen,
Zitat von OriginesOrigines schrieb:-Halluzination... ;-)
Das dürft jetzt unbestritten sein, dass diese DNA zum Fall Herrmann gehört. Und irgend ein Bezug muss da sein. Jedenfalls keinen zu Matzurek.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:(nach 15 bzw. 17 Jahren),
Da schafften sie es aber bei Matzurek in 13 Jahren


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.03.2026 um 18:47
Zitat von schluesselbundschluesselbund schrieb:Das dürft jetzt unbestritten sein, dass diese DNA zum Fall Herrmann gehört.
Nein. Das ist nicht unbestritten. Weil nicht gesagt werden kann, dass diese DNA zwingend mit der Tatbegehung zu tun hat.

Aber lassen wir das, es bringt gerade nichts. Mazurek saß 15 Jahre, die U-Haft wird mit angerechnet.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.03.2026 um 19:43
Nur zur Klarstellung: Ich schließe W. M. nicht kategorisch als Täter aus, habe aber auch nicht das Bedürfnis, mich hier auf einen Täter bzw. eine Tätergruppe festzulegen. Ich (hinter-)frage nur und hoffe auf plausible Erklärungen.
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Die Art der Formulierung der Erpresserbriefe wurde von einer renommierten Sprachwissenschaftlerin eindeutig einem jüngeren Täterkreis zugeordnet.
Zu diesem Schluss kommt auch der im Doku Film "Ein Mädchen verschwindet" eingesetzte Fallanalytiker (ab 3:34).
Die unnötige Länge der Briefe wurde evtl. auch in einer der TV-Dokus erwähnt (?) Jedenfalls wirkt die Länge auf mich, als hätte jemand Spaß am Fabulieren und der zeitraubenden Bastelarbeit gehabt. Im zweiten Brief ist z. B. der erste Satz überflüssig. Die anderen Sätze hätte man kürzer formulieren können (auch wenn man einen Migrationshintergrund hatte oder vortäuschen wollte):
Genügt hätte in Brief 1 sinngemäß: „Wir haben dein Kind. Keine Polizei, sonst ist es tot! Lösegeld xxx DM. Wir melden uns ... Signal BR"
Brief 2 ist hier zu sehen: https://www.stern.de/panorama/verbrechen/fall-ursula-herrmann--das-grausige-schicksal-der-zehnjaehrigen-7845558.html
Brief 1.: Beitrag von 2r2n (Seite 279)

- - -

Worin ich auch keinen Sinn erkennen kann, sind die diversen Anrufe (Schweigen oder Signal). Welchen Sinn hätten sie für einen Täter gehabt, der nur am Geld interessiert war? Ein bis zwei Testanrufe hätten genügt, falls ein Täter sie als notwendig erachtet hätte. Hat jemand eine Erklärung für 7 Anrufe am Donnerstag (s. u. g. Link)?
Einem Täter, dem es um Machtausübung oder ein Überlegenheitsgefühl ging, würde ich das eher zutrauen.

Infos zu den Anrufen:
Beitrag von 2r2n (Seite 30)

- - -
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Die beiden Schüller, die den Draht gefunden haben, besuchten die Oberstufe und waren damals bereits über 18 Jahre alt. Als "Kinder" wohlsituierter Eltern dürften sie bereits den Führerschein und einen fahrbaren Untersatz besessen haben.
Und ein Fernglas hätten sie sich auch leisten können.

Trotz etlicher DNA Untersuchungen 2005 wurden nicht untersucht:
- 7 Riegel
- 4 Scharniere
- Fernglas
- zweiter Erpresserbrief
Laut MH wurde eine weibliche DNA unter einer Briefmarke entdeckt. Und eine weitere männliche DNA konnte nicht zugeordnet werden (Stand u. g. Post).
Quelle: Beitrag von 2r2n (Seite 90)
- -
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:dessen Fernglas verloren ging, wovon ein wahrscheinlich identisches in Tatortnähe gefunden wurde?
Wieso misst du einem Fernglas, das im Wald gefunden wurde, eine höhere Bedeutung zu als z. B. einem Klingeldraht, dessen Verwendung dort ungewöhnlich ist? Ein Fernglas kann man im Wald zu verschiedenen Zwecken gebrauchen - und dort verlieren o. vergessen.

- - -
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Jemand der zu all diesen Einzelheiten lügt?
Nur hypothetisch: Potenzielle Zeugen, Verdächtige, Täter oder Mitwisser, die z. B. aus Obrigkeitshörigkeit erst gar nicht vernommen werden, kommen auch nicht in die Verlegenheit, lügen zu müssen.

- - -
Warum o. g. Gegenstände - insbes. das Fernglas - nicht auf DNA untersucht wurden, finde ich in Anbetracht der u. g. Posts noch weniger nachvollziehbar:

Frage bezügl.
Zitat von bobotigerbobotiger schrieb am 21.07.2018:den ganzen Sachen, die mit in der Kiste lagen:
AW
Zitat von 2r2n2r2n schrieb am 21.07.2018:Es wurden keine Fingerabdrücke gefunden. (…)
Im Post unter o. g. Link schrieb MH, dass eine Fingerspur an einem Klebeband, das beim Rohrsystem verwendet wurde, nicht zuordenbar war.

Als Grund, dass keine Spuren gefunden wurden, vermutete MH:
Zitat von 2r2n2r2n schrieb am 05.12.2018:Das lag wohl hauptsächlich daran, dass in der Kiste alles durchnässt war. Das ist zum einen sehr schädlich für DNA und zum anderen sicherlich ein Grund, warum kaum Fingerabdrücke gefunden wurden.



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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.03.2026 um 06:57
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Der Bruder des Opfers hat wohl auch deshalb spekuliert, es sei den (jugendlichen) Tätern darum gegangen, ein Verbrechen zu inszenieren oder ein "perfektes Verbrechen" zu begehen.
Der Bruder hatte auch mal eine Gruppe Neonazis in Verdacht, die Ende der 70iger Jahre in der Umgebung Kameradenabende abgehalten haben sollen.
Meines Erachtens beruhen diese Verdachtsmomente nicht ausschließlich auf echten oder vermeintlichen Indizien, sondern entspringen einer bestimmten Grundhaltung: Der arme Schlucker aus der Nachbarschaft (M.) soll exkulpiert werden. Die hedonistischen Rich Kids aus dem Nobel-Internat, oder die Glatzen aus der Umgebung würden dagegen ganz gut ins Bild passen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.03.2026 um 07:21
Zitat von Serval69Serval69 schrieb:Grundhaltung
Diese Grundhaltung des Bruders phantasierst Du in Michael Herrmann hinein. Und das ist nicht redlich, weil Du keine Anhaltspunkte für seine Grundhaltung hast.

Ausgangspunkt für die Zweifel des Bruders war das phonetische LKA-Gutachten. Er hielt dieses für unplausibel. Recherchierte, bezog Fachleute mit ein. Mit dem Gutachten, das es für "wahrscheinlich" hielt, dass das bei M. beschlagnahmte Tonbandgerät Grundig TK 248 das Gerät war, mit dem 25 früher der BR-3-Jingle aufgenommen und abgespielt worden war.

Er zweifelte an der Schuld des M. Und dann stellt sich natürlich für Jedermann die Frage: Was ist die Alternative? "Wenn es M. nicht war, wer hat meine Schwester umgebracht?"

Das findet sich alles hier im Thread. Der Bruder war immer sachlich, ich fand das sehr anerkennenswert, wie sehr er sich engagiert hat.

Nun sind Angehörige auch bei allem Bemühungen um eine sachliche Analyse befangen. Für sie ist die Ungewissheit, wer ihre Schwester oder Tochter zu Tode gebracht hat, keine Lappalie (so für uns). Sondern Schmerz, Qual, Last. Wer da als Angehöriger dann in alle Richtungen spekuliert, der hat mein volles Verständnis. Das ist menschlich. Aber führt halt nicht zwingend zu Aufklärung.


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23.03.2026 um 07:35
Zitat von Serval69Serval69 schrieb:Meines Erachtens beruhen diese Verdachtsmomente nicht ausschließlich auf echten oder vermeintlichen Indizien, sondern entspringen einer bestimmten Grundhaltung: Der arme Schlucker aus der Nachbarschaft (M.) soll exkulpiert werden. Die hedonistischen Rich Kids aus dem Nobel-Internat, oder die Glatzen aus der Umgebung würden dagegen ganz gut ins Bild passen.
Der Verdachtsmoment auf Schüler basierte nicht auf einem Anflug von Tageslaune oder Grundhaltung, sondern einem durchgepausten "Wahrscheinlichkeitsbaum". Womit natürlich als Quelle auch ein Student, Lehrer oder einfach nur jemand mit praktischen Mathekenntnissen in Betracht kommt.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.03.2026 um 08:38
@watnu
Zitat von watnuwatnu schrieb:Die unnötige Länge der Briefe wurde evtl. auch in einer der TV-Dokus erwähnt (?) Jedenfalls wirkt die Länge auf mich, als hätte jemand Spaß am Fabulieren und der zeitraubenden Bastelarbeit gehabt
Und passt das nicht super auf M? Zumindest in seinen Interviews kommt mir das so rüber. Er scheint auch immer mal wieder was zu erfinden wie etwa die Geschichte, dass sein Privatdedektiv den Flohmarktverkäufer schon hätte. Und man diesen nun einkreisen müsste.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.03.2026 um 09:35
Zitat von Zig_StardustZig_Stardust schrieb:Womit natürlich als Quelle auch ein Student, Lehrer oder einfach nur jemand mit praktischen Mathekenntnissen in Betracht kommt.
Genau, das Landschulheim kommt deswegen in den Fokus und weil dort wohnende Schüler den Klingeldraht aus dem Waldstück mitnehmen, der mit der Tat in Verbindung stehen könnte. Die Schüler geben diesen Klingeldraht heraus, als sie von der Polizei befragt werden. Wenn ich mich recht erinnere freiwillig, die Polizei ahnt nicht, dass diese den Draht mitgenommen haben.
Unterstellen wir der Draht hat was mit der Tat zu tun, er hat als Kommunikationsmittel gedient, dann sprechen wir von mindestens 2 Tatbeteiligten.
Ist es wahrscheinlich, dass die Landschüler den Klingeldraht zur Vertuschung nach der Tat mitgenommen haben? Ich würde sagen nein, weil warum den Draht, dem die Polizei ja zunächst kaum Aufmerksamkeit schenkte, aber die Utensilien in der Kiste lässt man zurück? Es kann dafür andere Gründe geben (Risiko, Angst in die Kiste zu steigen), aber bzgl. einer Vertuschung wäre das wesentlicher gewesen als der Klingeldraht. Gegenargument: man ging nicht davon aus, dass die Kiste zeitnah gefunden würde.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.03.2026 um 09:43
Landschulheim-Lehrer, die in der ARD Doku befragt werden, schließen übrigens aus, dass Landschüler an der Tat beteiligt waren. Das ist vermutlich sehr nachvollziehbar, weil man das als lehrer von seinen Schülern einfach auch nicht glauben mag, aber ein Argument sticht: der Bau und die vorübergehende Lagerung einer solchen Kiste wäre zumindest vor Ort aufgefallen. Auch wird darauf verwiesen, das Grabungs- und Konstruktionsarbeiten VOR Beginn des Schulljahres während der Sommerferien stattgefunden haben müssten. Das kann zumindest ausgeschlossen werden.
Ein weiteres feines Detail: die Zeitungsausschnitte, aus denen die Briefe gefertigt sind, sind u.a. Ausgaben aus dem Monat Mai des Jahres 1981. Das bedeutet, die Briefes wurden sehr weit im Voraus gefertigt. Der Plan zur Tat lag also schon sehr früh vor. Das spricht für mich auch eher gegen jugendliche Täter, weil das erfordert Beharrlichkeit, Fokus und Ausdauer, die ich eher bei einem zum Tat entschlossenen Erwachsenen sähe, als bei Jugendlichen, deren Prioritäten und Interessen sich mitunter schneller ändern. Das würde auch ein sehr langes Planen und immer wieder Darübersprechen und Planen bedeuten, was bei einer jungen Tätergruppe, die keine Erfahrung mit "Geheimhaltung" hat, weiter unrealistisch erscheint. Da hätte das Umfeld sicher etwas mitbekommen. Das spricht eher für den alleinplanenden Haupttäter, der die Vorbereitungen sehr weit im Verborgen und ohne Mitwisser treibt und der nur für das unbedingt notwendige einen Dritten einweiht. Das ist aber nur meine Einschätzung.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.03.2026 um 10:48
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Ein weiteres feines Detail: die Zeitungsausschnitte, aus denen die Briefe gefertigt sind, sind u.a. Ausgaben aus dem Monat Mai des Jahres 1981. Das bedeutet, die Briefes wurden sehr weit im Voraus gefertigt. Der Plan zur Tat lag also schon sehr früh vor.
Uneingeschränkte Zustimmung zur Landheim-"Spur".

Hinsichtlich der Zeitungsausschnitte kann ich jedoch nicht folgen. Wenn die Zeitungen allesamt vom Mai 1981 stammen, muss das nicht heißen, dass sie da auch gefertigt worden sind. Sie können auch aus zum Tatzeitpunkt alten Zeitungen bestanden haben.

Ich würde das einem Täter auch so raten, alte Ausgaben zu nehmen, weil es dann für die Polizei schwieriger ist, die Buchstaben einer bestimmten (nicht aktuellen) Ausgabe zuzuordnen. Es muss auch eine gewaltige Arbeit gewesen sein, das herauszufinden.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.03.2026 um 11:07
Zitat von vorsichtfallevorsichtfalle schrieb:
Zitat von watnuwatnu schrieb:Die unnötige Länge der Briefe wurde evtl. auch in einer der TV-Dokus erwähnt (?) Jedenfalls wirkt die Länge auf mich, als hätte jemand Spaß am Fabulieren und der zeitraubenden Bastelarbeit gehabt
Und passt das nicht super auf M? Zumindest in seinen Interviews kommt mir das so rüber. Er scheint auch immer mal wieder was zu erfinden wie etwa die Geschichte, dass sein Privatdedektiv den Flohmarktverkäufer schon hätte. Und man diesen nun einkreisen müsste.
Nein, das passt m.E. absolut nicht zu W.M. Der mag sich ja selbst gerne reden hören, formuliert dabei ausgewogener und abgeklärter, als es in den Briefen der Fall ist.

Was den Flohmarktverkäufer betrifft. Da hat ihn wohl ein ehemaliger Mithäftling abgezockt, der sich ihm später gegenüber als vermeintlicher Privatdetektiv ausgegeben hat.
Beitrag von FranzFerdinand (Seite 591)


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.03.2026 um 12:16
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Hinsichtlich der Zeitungsausschnitte kann ich jedoch nicht folgen. Wenn die Zeitungen allesamt vom Mai 1981 stammen, muss das nicht heißen, dass sie da auch gefertigt worden sind. Sie können auch aus zum Tatzeitpunkt alten Zeitungen bestanden haben.
Da hast Du Recht, ich präzisiere: die Briefe schiene den Ermittlern vor der eigentlichen Tat gefertigt, nur noch einzelne Informationen schien kurzfristiger hinzugefügt. Das lese ich nochmal nach.


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23.03.2026 um 12:29
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:....aber ein Argument sticht: der Bau und die vorübergehende Lagerung einer solchen Kiste wäre zumindest vor Ort aufgefallen.
Ist es auch...
https://www.zdf.de/play/dokus/zdfinfo-taeterjagd-in-deutschland--100/zdfinfo-taeterjagd-in-deutschland-das-maedchen-in-der-kiste-100
(ab 1:03:30)
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Auch wird darauf verwiesen, das Grabungs- und Konstruktionsarbeiten VOR Beginn des Schulljahres während der Sommerferien stattgefunden haben müssten. Das kann zumindest ausgeschlossen werden.
Warum? Das Landheim bietet auch Ferienkurse an und hat somit während der Ferienzeit geöffnet:
Ist Ihr Kind zwischen 9 und 13 Jahre alt? Und möchte richtig tolle Ferien haben und gemeinsam mit deutschen und
internationalen Freunden sprachliche Erfahrungen machen? Dann ist Ihr Kind bei uns im traditionsreichen Internat Landheim Ammersee genau richtig.
Wir bieten auf unserem einzigartigen Campus in unmittelbarer Nähe zum Ammersee alle Voraussetzungen für eine
unvergessliche Zeit direkt zum Ferienbeginn.
Quelle: https://www.landheim-ammersee.de/sites/default/files/media/downloads/landheim-ammersee-international-summer-camp-2026-de-en.pdf
(siehe Seite 2 - oben links)


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.03.2026 um 12:37
@vorsichtfalle ich schließe mich o. g. Post von @R.d.R an. Die Briefe kommen mir eher vor, als wären sie Teil eines Rollenspiels. Als sie entstanden, ahnte vermutlich noch niemand, wie grausam es endet.

W. M. kommt m. E. schneller auf den Punkt. Und wieso hätte ein Täter, der nur am Geld interessiert ist, mehr Zeit investieren sollen als nötig?
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:formuliert dabei ausgewogener und abgeklärter, als es in den Briefen der Fall ist.
- - -
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Wenn die Zeitungen allesamt vom Mai 1981 stammen, muss das nicht heißen, dass sie da auch gefertigt worden sind. Sie können auch aus zum Tatzeitpunkt alten Zeitungen bestanden haben.
Du bist mir mit o. g. zuvorgekommen. Ich kann mich an große Altpapierstapel in manchen Haushalten erinnern.
Außerdem könnten die Zeitungen bewusst früher gesammelt worden sein, weil man dachte, dass nur ein Schriftbildvergleich mit aktuelleren Ausgaben durchgeführt werden würde.

Der Bruder MH:
Zitat von 2r2n2r2n schrieb am 21.02.2018:Im Erpresserbrief wurde unsere Telefonnummer erst mit Zeitungsausschnitten vom 16.09. eingeklebt, der Rest des Briefes war schon Monate vorher vorbereitet worden.
- Dass ein anderes Kind geplant war, hab ich auch gehört, aber ich denke, es war überhaupt kein bestimmtes Kind geplant. Es gab und gibt in der Gegend einige Kinder von reichen Eltern (nicht zu vergessen die Kinder aus dem Landerziehungsheim Schondorf, das direkt an den Weingarten angrenzt, von denen nicht gerade wenige dem Geldadel entstammen).
- Unsere Familie war nicht vermögend, eine bewusste Erpressung daher mit vielen Risiken verbunden.
In der ARD-Doku wird daran erinnert, was 2r2n auch schrieb (in einem anderem Post): Ursula hatte einen rel. neuen Kurzhaarschnitt.
Lt. o. g. Doku habe Ursula durch die kurzen Haare einem Schüler des LEH ähnlichgesehen, der in der Nähe wohnte und auch öfters in dem Waldgebiet mit dem Fahrrad unterwegs war.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.03.2026 um 13:39
Zitat von watnuwatnu schrieb:In der ARD-Doku wird daran erinnert, was 2r2n auch schrieb (in einem anderem Post): Ursula hatte einen rel. neuen Kurzhaarschnitt.
Lt. o. g. Doku habe Ursula durch die kurzen Haare einem Schüler des LEH ähnlichgesehen, der in der Nähe wohnte und auch öfters in dem Waldgebiet mit dem Fahrrad unterwegs war.
Und da kommen wir jetzt an den Punkt, warum vielleicht gerade der 15.09. als Entführungstag von besonderer Bedeutung war. Es war der Anreisetag für die Schüler des LEH. Im Heim herrschte da sicherlich den ganzen Tag über reger Betrieb. Das Verschwinden eines Schülers oder einer Schülerin wäre dabei nicht unmittelbar, sondern vermutlich erst später aufgefallen.
Die Perfall-Hütte - direkt am Entführungsort gelegen - war zudem ein beliebter Treffpunkt für die Schüler.

Wenn ursprünglich tatsächlich ein Opfer aus dem Heim eingeplant war, wäre dafür wohl am ehesten ein Schüler bzw. eine Schülerin aus der 5. oder 6. Klasse infrage gekommen. Die dürften etwa in Ursulas Alter gewesen sein.
Ursula war evtl. ein Alternativopfer, weil sich das mögliche Zeitfenster schloß, man die Aktion aber unbedingt noch an diesem Tag durchziehen wollte. Es waren ja bereits alle notwendigen Vorbereitungen getroffen.


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23.03.2026 um 15:42
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Landschulheim-Lehrer, die in der ARD Doku befragt werden, schließen übrigens aus, dass Landschüler an der Tat beteiligt waren
Die Journalistin/Buchautorin, die selbst dort Schülerin war und mindestens eine Person, die sich anonym an sie wandte, schließen das nicht aus.
Ein ehemaliger Schüler äußerte sich vor einigen Jahren dazu unter seinem Klarnamen in den Medien (steht schon im Thread).

Aus einem Spiegel-Artikel über kriminelle Kinder – Stand 1992:
Allerdings: Reiche Eltern sind kein Garant für gesetzestreues Verhalten. Zunehmende »Wohlstandsverwahrlosung« hat der Berliner Polizeiexperte Wolfgang Gerke als eine der Ursachen für frühe Auffälligkeit ausgemacht. Liebe und Nähe würden allzuoft durch teure Geschenke ersetzt; statt Anerkennung und Streicheleinheiten, die sich Kinder sehnlichst wünschten, gebe es häufig nur »einen Walkman oder ein Mountainbike«.

»Die Normbildung im Kindesalter funktioniert nicht mehr«, meint Rektor Werner Rothenberger vom Schulamt Frankfurt. (...)
Quelle: https://www.spiegel.de/politik/kinder-haften-fuer-ihre-eltern-a-1b60dda4-0002-0001-0000-000013687728

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In Internaten können sich problematische Beziehungsdynamiken entwickeln (u. a. Mobbing und brutale Riten):
Internatssyndrom: Das Kindheitstrauma der Privilegien
Quelle: https://www.caldaclinic.com/de/nachrichten/internatssyndrom-das-kindheitstrauma-der-privilegien/
Machen Eton, Westminster und Cardiff krank? In Großbritannien ist eine Diskussion über psychische Schäden durch die Erziehung in Elite-Schulen entbrannt. Therapeuten fordern für manche Jungen und Mädchen ein Internatsverbot.
Quelle: https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/britische-internate-boarding-school-syndrom-bei-internatsschuelern-a-972174.html

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Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Ist es wahrscheinlich, dass die Landschüler den Klingeldraht zur Vertuschung nach der Tat mitgenommen haben?
Wieso zur Vertuschung? Sie nahmen ihn erst einige Zeit, nachdem die Polizei ihn hängen gelassen hatte, mit. Sie könnten auch gedacht haben, dass "die Luft rein" ist. Den verdrillten Draht hätte man evtl. künftig noch gebrauchen oder verwerten können. Als die Polizei dann im LEH war, könnten sie einer befürchteten Durchsuchung zuvorgekommen sein und den Draht deshalb ausgehändigt haben.

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Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Auch wird darauf verwiesen, das Grabungs- und Konstruktionsarbeiten VOR Beginn des Schulljahres während der Sommerferien stattgefunden haben müssten.
Sie könnten sogar schon vor den Ferien begonnen haben.
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Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Der Plan zur Tat lag also schon sehr früh vor. Das spricht für mich auch eher gegen jugendliche Täter, weil das erfordert Beharrlichkeit, Fokus und Ausdauer, die ich eher bei einem zum Tat entschlossenen Erwachsenen sähe, (…)
Z. B. junge Leistungssportler sind auch diszipliniert und beharrlich. Man würde sicherlich noch weitere Gegenbeispiele zu o. g. Pauschalisierung finden.
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Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:und immer wieder Darübersprechen und Planen bedeuten, was bei einer jungen Tätergruppe, die keine Erfahrung mit "Geheimhaltung" hat, weiter unrealistisch erscheint.
Hattest du tatsächlich keine gut gehüteten Geheimnisse in deiner Jugend?

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Zitat von EdgarHEdgarH schrieb: Landschulheim kommt deswegen in den Fokus und weil dort wohnende Schüler den Klingeldraht aus dem Waldstück mitnehmen, der mit der Tat in Verbindung stehen könnte.
Keine Antwort auf meine Frage, was an einem Fernglas, das im Wald kein unüblicher Gegenstand ist, verdächtiger sein soll als an einem Klingeldraht, ist auch eine Antwort.


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