Nur zur Klarstellung: Ich schließe W. M. nicht kategorisch als Täter aus, habe aber auch nicht das Bedürfnis, mich hier auf einen Täter bzw. eine Tätergruppe festzulegen. Ich (hinter-)frage nur und hoffe auf plausible Erklärungen.
R.d.R schrieb:Die Art der Formulierung der Erpresserbriefe wurde von einer renommierten Sprachwissenschaftlerin eindeutig einem jüngeren Täterkreis zugeordnet.
Zu diesem Schluss kommt auch der im Doku Film "Ein Mädchen verschwindet" eingesetzte Fallanalytiker (ab 3:34).
Die unnötige Länge der Briefe wurde evtl. auch in einer der TV-Dokus erwähnt (?) Jedenfalls wirkt die Länge auf mich, als hätte jemand Spaß am Fabulieren und der zeitraubenden Bastelarbeit gehabt. Im zweiten Brief ist z. B. der erste Satz überflüssig. Die anderen Sätze hätte man kürzer formulieren können (auch wenn man einen Migrationshintergrund hatte oder vortäuschen wollte):
Genügt hätte in Brief 1 sinngemäß: „Wir haben dein Kind. Keine Polizei, sonst ist es tot! Lösegeld xxx DM. Wir melden uns ... Signal BR"
Brief 2 ist hier zu sehen:
https://www.stern.de/panorama/verbrechen/fall-ursula-herrmann--das-grausige-schicksal-der-zehnjaehrigen-7845558.htmlBrief 1.:
Beitrag von 2r2n (Seite 279) - - -Worin ich auch keinen Sinn erkennen kann, sind die diversen Anrufe (Schweigen oder Signal). Welchen Sinn hätten sie für einen Täter gehabt, der nur am Geld interessiert war? Ein bis zwei Testanrufe hätten genügt, falls ein Täter sie als notwendig erachtet hätte. Hat jemand eine Erklärung für 7 Anrufe am Donnerstag (s. u. g. Link)?
Einem Täter, dem es um Machtausübung oder ein Überlegenheitsgefühl ging, würde ich das eher zutrauen.
Infos zu den Anrufen:
Beitrag von 2r2n (Seite 30)- - -
R.d.R schrieb:Die beiden Schüller, die den Draht gefunden haben, besuchten die Oberstufe und waren damals bereits über 18 Jahre alt. Als "Kinder" wohlsituierter Eltern dürften sie bereits den Führerschein und einen fahrbaren Untersatz besessen haben.
Und ein Fernglas hätten sie sich auch leisten können.
Trotz etlicher DNA Untersuchungen 2005 wurden
nicht untersucht:
- 7 Riegel
- 4 Scharniere
- Fernglas
- zweiter Erpresserbrief
Laut MH wurde eine weibliche DNA unter einer Briefmarke entdeckt. Und eine weitere männliche DNA konnte nicht zugeordnet werden (Stand u. g. Post).
Quelle:
Beitrag von 2r2n (Seite 90)- -
EdgarH schrieb:dessen Fernglas verloren ging, wovon ein wahrscheinlich identisches in Tatortnähe gefunden wurde?
Wieso misst du einem Fernglas, das im Wald gefunden wurde, eine höhere Bedeutung zu als z. B. einem Klingeldraht, dessen Verwendung dort ungewöhnlich ist? Ein Fernglas kann man im Wald zu verschiedenen Zwecken gebrauchen - und dort verlieren o. vergessen.
- - -
EdgarH schrieb:Jemand der zu all diesen Einzelheiten lügt?
Nur hypothetisch: Potenzielle Zeugen, Verdächtige, Täter oder Mitwisser, die z. B. aus Obrigkeitshörigkeit erst gar nicht vernommen werden, kommen auch nicht in die Verlegenheit, lügen zu müssen.
- - -Warum o. g. Gegenstände - insbes. das Fernglas - nicht auf DNA untersucht wurden, finde ich in Anbetracht der u. g. Posts noch weniger nachvollziehbar:
Frage bezügl.
bobotiger schrieb am 21.07.2018:den ganzen Sachen, die mit in der Kiste lagen:
AW
2r2n schrieb am 21.07.2018:Es wurden keine Fingerabdrücke gefunden. (…)
Im Post unter o. g. Link schrieb MH, dass eine Fingerspur an einem Klebeband, das beim Rohrsystem verwendet wurde, nicht zuordenbar war.
Als Grund, dass keine Spuren gefunden wurden, vermutete MH:
2r2n schrieb am 05.12.2018:Das lag wohl hauptsächlich daran, dass in der Kiste alles durchnässt war. Das ist zum einen sehr schädlich für DNA und zum anderen sicherlich ein Grund, warum kaum Fingerabdrücke gefunden wurden.