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Wo ist Rebecca Reusch?

130.285 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Berlin, Verschwunden ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Wo ist Rebecca Reusch?

Wo ist Rebecca Reusch?

22.12.2025 um 18:27
Zitat von quaerere1quaerere1 schrieb:ich weiß nicht nicht, aber steter Tropfen höhlt en Stein.
Auch weiterhin hartnäckiges Schweigen (ohnehin sein gutes Recht) gegenüber den Behörden kann sich mal auszahlen, kann es nämlich auch mal zur Einstellung des Verfahrens gegen ihn führen, denn aus seinem Schweigen dürften sie eh nichts ableiten. Natürlich wäre er dann nicht gänzlich safe.
Zitat von quaerere1quaerere1 schrieb:Und was ganz scjhlimm ist, ist wenn Zweifel aufkommen und man ihn jeden Tag sieht.
Und jedesmal wird man daran erinnert , dass er der letzte war , der mit R zusammen war.
ich kann nur von mir ausgehen und dazu sagen, das ich das nicht könnte.
Kann mir das auch nur vorstellen, wenn sie wirklich weiterhin felsenfest von seiner Unschuld überzeugt wären.
Zitat von quaerere1quaerere1 schrieb:Also für mich muß er der Familie gute Gründe geliefert haben, das in all den Jahren, trotzdem zu ihm gehalten wird.
Und die wird er ihnen auch bestimmt geliefert haben. So äußerte sich ja auch mal die Familie von Rebecca, dass er ihnen das alles erklärt habe.

Aber von mehr als nur sehr plausibel erscheinenden Erklärungen gehe ich halt auch nicht aus.

Gut, könnte mir schon vorstellen, dass es da schon noch was geben könnte, aber würde das ja nichts beweisen.
Zitat von quaerere1quaerere1 schrieb:Und wie ich schon mal geschrieben hab, klar werden sie immer noch ne kleine Hoffnung haben, das R lebt, aber ich kann mir gut vorstellen , dass sie mittlerweile auch an den Tod von Rebecca glauben in vielen Momenten , das ist ja das grausame, wenn Jemand verschwindet und nicht wieder auftaucht, kein Lebenszeichen da ist, verzweifelt man und ist immer wieder hin und her gerissen
Kann ich mir auch gut vorstellen. Nur werden sie für ihren Tod Florian nicht verantwortlich halten.

Oder dass sie immer noch irgendwo gefangen gehalten werden könnte.
Zitat von quaerere1quaerere1 schrieb:Und wie gesagt wenn man schon nicht weiß was mit dem Kind passiert ist so braucht man auch etwas vwo man seine Wut herauslassen kann. Und wie gesagt, ich kenne nicht viele Fälle die so hinter dem Schwiegersohn stehen würden.
Bin mir sicher, die Sache würde eh anders aussehen, wäre das Verhältnis zu ihrem Schwiegersohn schon von vornherein entfremdet oder zerstritten gewesen und wären sie ihm gegenüber schon immer etwas misstrauisch gewesen oder mit den Jahren misstrauisch oder geworden oder nicht mehr gut auf ihn zu sprechen gewesen.

Aber so, wie es sich zumindest uns nach Außen hin gezeigt hat und gesagt und vermittelt wurde, war das Verhältnis zu Florian immer gut, er von Anfang an ein Teil der Familie und für seine Schwiegereltern immer ein guter Schwiegersohn, Ehemann, Vater und Schwager und der sich auch mit Rebecca bestens verstanden haben soll, wie als wären sie Geschwister und als Rebecca älter wurde auch wie Kumpels wohl.

Unter diesen Voraussetzungen dürfte es wie gesagt leichter sein zu vertrauen und ihm schon gar nicht eine Tat, eine Tötung, an seiner Schwägerin zutrauen zu können.
Zitat von Dr.DoyleDr.Doyle schrieb:Oder ob es jemals ein Strafverfahren geben wird.
Das läuft schon seit fast 7 Jahren gegen ihn.

Einen Strafprozess könnte es mal geben. Oder auch nicht. Oder auch nur so bald nicht.
Zitat von Dr.DoyleDr.Doyle schrieb:Das F. weiter schweigt und auch warum, wurde hier zur Genüge ausdiskutiert.
Kein Forist kann beurteilen, wieso und warum.
Kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass es auch im Falle seiner tatsächlichen Unschuld nach wie vor besser sein dürfte vollumfänglich von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen, denn letztendlich muss er nicht seine Unschuld beweisen, sondern der Staat ihm seine Schuld nachweisen - dabei aber auch nicht nur belastend, sondern auch entlastend arbeiten, ermitteln und berücksichtigen.

Im Falle seiner Schuld, verstehe ich natürlich erst recht, warum er bis heute schweigt und vor allem können sie den Tatverdacht gegen ihn bis Stand jetzt nicht weiter erhärten und somit eine Anklageerhebung auch noch nicht absehbar wäre.

Im besten Fall, könnte ihm sogar Einstellung des Verfahrens ausgrund Mangels mal passieren. Also bei Abschluss der Ermittlungen. Aber wie gesagt, safe wäre er damit nicht, denn je nach neuen Ermittlungsergebnissen in der Zukunft mal, könnte man ein Strafverfahren gegen ihn auch wieder einleiten. Und Mord würde ja so oder nicht verjähren und für den normalen Fall des Totschlags, bis dieser verjähren würde, wäre es auch noch hin.


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22.12.2025 um 18:49
Zitat von CalatheaCalathea schrieb:Das ist sehr unfreundlich von dir zu schreiben (grober Unfug).

Was ich oben schrieb ist, ich zitiere mich wieder "grundlegend rät man" (man = Anwalt).

Natürlich kannst du anderer Meinung sein, natürlich gilt das nicht in jede Fall, sondern "grundlegen". Aber vielleicht bist du versierte Strafverteidigerin und meinst es dadurch besser zu wissen.
So, nun ganz freundlich:

Du verbreitest hier deine Meinung, die auf einer Fehlannahme fußt, als wäre es eine Tatsache.
Und das obwohl ein versierter Strafverteidiger hier schon lang und breit und leicht verständlich das Gegenteil erklärt hat.
Viele haben das das verstanden. Eigentlich die meisten.

Und ich kann immer noch nicht nachvollziehen, warum man sich ohne entsprechenden Hintergrund zu einer solchen Behauptung versteigt?
Wie viele reale Kriminalfälle hast du denn schon verfolgt, in der ein*e TV auf Anraten seines Rechtsbeistandes einfach so drauflosgeplaudert hat?

Der "Eiskeller-Fall" wurde ja hier als eindrucksvolles Negativbeispiel für bereitwilliges Plaudern bereits genannt, der ist auch noch sehr aktuell und sollte die Gutgläubigsten davon überzeugen, dass es eben GRUNDSÄTZLICH gar keine gute Idee ist, irgendwas zu sagen, das nicht mit einem Anwalt abgesprochen wurde, auch wenn man unschuldig ist. Das Gegenteil von dem was du sagst, wurde also grad vor Gericht bewiesen.


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22.12.2025 um 19:05
Man muss auch kein erfahrener Strafverteidiger erst sein, um sich dennoch vorstellen und verstehen zu können, warum es auch für tatsächlich Unschuldige auch im weiteren Verlauf eines Ermittlungsverfahrens je nach den Umständen des Einzelfalls ratsamer wäre lieber weiterhin vollumfänglich zu schweigen als auszusagen.

Ohne vorherige Rücksprache mit seinem Anwalt sollte man natürlich erst recht niemals einfach drauflosquatschen. Das ist ja erst recht verständlich.


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22.12.2025 um 19:05
@behind_eyes
Du kommst gegen diese Argumente hier nicht an. Ich habe unzählige Strafverfahren erlebt wo es die höchste Aufgabe des Strafverteidigers war, die Unschuld des Beschuldigten/Angeklagten zu belegen. Ein Alibi wird gefestigt, durch Beweise belegt und der Mensch ist raus. Er steht nicht 7 Jahre lang in der Öffentlichkeit als Beschuldigter eines Tötungsdeliktes auf dem Pranger. Genau das kann die Frau Klein hier nicht tun, sie kriegt nicht mal Publicity, man muss aus Angst vor weitern Ermittlungen abwarten.
Wenn man die Unschuld nicht beweisen kann obliegt es eben dem Staat die Schuld zu beweisen


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22.12.2025 um 19:27
Zitat von Matula007Matula007 schrieb:Genau das kann die Frau Klein hier nicht tun, sie kriegt nicht mal Publicity, man muss aus Angst vor weitern Ermittlungen abwarten.
sehe ich auch so. Ansonsten hätte sie sicherlich eine Einstellung des Verfahrens mangels hinreichendem Tatverdacht beantragt. Eine solche Eingabe ist auf jeden Fall nicht öffentlich bekannt...


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22.12.2025 um 19:35
@Matula007

Und nun stell dir vor, Florian könnte seiner Anwältin auch im Falle seiner tatsächlichen Unschuld nichts weiter präsentieren, was sie für ihn vorbringen und darlegen könnte und den Tatvorwurf vollkommen entkräften würde.

Das wird Florian in meiner Annahme und seiner möglicherweise Unschuld nicht können und somit könnte seine Anwältin auch nicht viel für ihn tun, außer unter diesen Umständen ihm nur weiterhin zum Schweigen zu raten.

Florian hat durch sein Zeugenaussageverhalten ohnehin schon an Glaubwürdigkeit gegenüber den Behörden verspielt. Das dürfte auch seiner Anwältin klar sein.
Nur auszusagen also, könnte daher als Schutzbehauptung angesehen werden und im schlimmsten Fall könnte er den Behörden damit sogar unbeabsichtigt ein Motiv auf Rebecca bezogen liefern, je nachdem, was er über seine Fahrten bzw. die Gründe dafür aussagen würde, denn andere Gründe für seine Fahrten schließen eine Tat zuvor in dem Haus ja nicht aus. Er bräuchte schon etwas, müsste etwas handfestes präsentieren, was eine Tat durch ihn in dem Haus an dem Morgen ausschließen würde. Also etwas, was ihn wirklich gänzlich vom Tatvorwurf entlasten würde. Und das wird er erst recht nicht können für den Zeitraum Morgens in dem Haus, denn weder wird er mit irgendwem die ganze Zeit über WhatsApp an dem Morgen geschrieben noch telefoniert haben und ebenso wenig die ganze Zeit über bis zu seiner ersten Fahrt Suchanfragen auf Google oder woanders drüber gestellt haben.
Und Besuch, der was bezeugen könnte zu seinen Gunsten, wird er an dem Morgen in seinem Haus auch nicht gehabt haben. Und dann käme es eh auch nochmal auf die Glaubwürdigkeit dieses Zeugen an.

Ach, was schreibe ich so viel

Kurz und knapp:

Würde er also aussagen, könnte ihm das im besten Fall einfach nur nichts nützen, wenn er nichts weiter entlastendes präsentieren könnte.
Im schlimmsten Fall könnte ihm das sogar schaden, würde er sich nur um Kopf und Kragen reden und erklären.

Also ja: Kann man als Beschuldigter seine Unschuld nicht beweisen oder den Tatvorwurf nicht gänzlich entkräften können und hätte man eh schon durch sein Zeugenaussageverhalten an Glaubwürdigkeit eingebüßt, dann sollte man auch als Unschuldiger lieber weiterhin schweigen.


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22.12.2025 um 19:55
Zitat von rhapsody3004rhapsody3004 schrieb:Also ja: Kann man als Beschuldigter seine Unschuld nicht beweisen oder den Tatvorwurf nicht gänzlich entkräften können und hätte man eh schon durch sein Zeugenaussageverhalten an Glaubwürdigkeit eingebüßt, dann sollte man auch als Unschuldiger lieber weiterhin schweigen.
Es ist doch klar das er "selber" nicht mehr reden muss und soll, dafür hat er ja qualifizierte anwaltliche Vertretung, sicherlich auch anzuraten generell in komplexen Strafverfahren. Wird die Person X von den Behörden einer Straftat beschuldigt ist unschuldig, lässt sich das ja oft sofort über ein Alibi (Zeugen o.ä.) unmissverständlich ausräumen, wozu sollte man dann schweigen? Da die Behörden niemals einseitig ermitteln liesse sich das auch über Beweisanträge steuern. Wenn das allerdings nicht geht, weil Person X einfach das getan hat was ihr vorgeworfen wird, ist es sicherlich die einzige Option abzuwarten ob genug Beweise für eine evtl. Verurteilung geliefert werden. Pattsituation würde ich das hier momentan nennen. Dazu kann aber nicht plakativ die Regel aufgestellt werden in jedem Strafverfahren müsse geschwiegen werden. Wären die Gründe für die von den Behörden angenommenen Verbringungsfahrten einer Leiche andere, wie gehört plausibel erklärte und verständliche, könnte man diese ggf. zur eigenen Entlastung mitteilen (lassen).
Vor Strafrichtern wird bisweilen mehr geplaudert als beim Frisör


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22.12.2025 um 21:02
Zitat von rhapsody3004rhapsody3004 schrieb:Das läuft schon seit fast 7 Jahren gegen ihn.

Einen Strafprozess könnte es mal geben.
Das meinte ich.
@Matula007
Wenn F. etwas zu seiner Entlastung hätte beitragen können,
wäre es doch sicher längst geschehen.
Er selbst oder durch seine RAin hätte das lange schon getan.

Ist aber nicht. Punkt.


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22.12.2025 um 21:06
Zitat von Dr.DoyleDr.Doyle schrieb:Wenn F. etwas zu seiner Entlastung hätte beitragen können,
wäre es doch sicher längst geschehen.
Nicht Können oder nicht Wollen, das können wir nicht beurteilen.

Führt aber zum gleichen Ergebnis:
Zitat von Dr.DoyleDr.Doyle schrieb:Ist aber nicht. Punkt.



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22.12.2025 um 22:05
Zitat von Matula007Matula007 schrieb:Du kommst gegen diese Argumente hier nicht an. Ich habe unzählige Strafverfahren erlebt wo es die höchste Aufgabe des Strafverteidigers war, die Unschuld des Beschuldigten/Angeklagten zu belegen. Ein Alibi wird gefestigt, durch Beweise belegt und der Mensch ist raus. Er steht nicht 7 Jahre lang in der Öffentlichkeit als Beschuldigter eines Tötungsdeliktes auf dem Pranger. Genau das kann die Frau Klein hier nicht tun, sie kriegt nicht mal Publicity, man muss aus Angst vor weitern Ermittlungen abwarten.
Wenn man die Unschuld nicht beweisen kann obliegt es eben dem Staat die Schuld zu beweisen
Das stärkt eigentlich meine Argumentation.
Angenommen man ist unschuldig, erzählt warum das so ist, dann obliegt es den EB das Gegenteil zu beweisen, das müssten sie erstmal widerlegen. So aber müssen sie garnichts widerlegen.


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22.12.2025 um 22:30
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb am 24.02.2024:Deine Zweifel sind berechtigt. In der Praxis ist es sehr schwer die Staatsanwaltschaft gegen ihren Willen dazu zu bringen, ein Ermittlungsverfahren einzustellen. Sie braucht nur wenige Gründe um ein solches zu betreiben, und die liegen hier sicherlich vor. Und wie lange sie nun "ermittelt" wird normalerweise in ihr Ermessen gestellt, ausser in wirklich krassen Fällen, wo keinerlei Verdachtsmomente existieren.

Insofern ist es ganz falsch zu argumentieren, der Beschuldigte hätte nun die Einstellung beantragen sollen, tut er das nicht, sei das ein Indiz für seine Schuld. Nein, es bleibt dabei, allein die Staatsanwaltschaft hat eine Bringschuld: sie muss beweisen, dass er der Täter ist. Und wie alle wissen, das kann sie bisher nicht. Sie weiss das auch selbst, denn sie versucht derzeit gar nicht erst, Anklage zu erheben.

Und dabei bleibt es wohl erst einmal. Ob da irgendwelche Ermittler glauben, fühlen oder aus dem Kaffeesatz lesen, dass der TV Schuld ist, dass Rebecca tot ist und das Haus nie lebend verlassen hat und so weiter und so weiter spielt eben keinerlei Rolle, solange sie nichts davon beweisen können.
Damit hat Rick_Blaine es hervorragend erklärt und so funktioniert es in unserem Rechtssystem, ob es einem passt oder nicht.


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22.12.2025 um 22:58
Ist ja alles richtig und es ist der Blickwinkel eines Juristen, Strafverteidigers, bedeutet:
"Denn ein Haifisch ist kein Haifisch, wenn mans nicht beweisen kann." (B. Brecht)


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23.12.2025 um 04:51
Zitat von quaerere1quaerere1 schrieb:@Rick_Blaine hat es hier schon mehrfach erklärt und der muß es wissen, denn er ist Strafverteidiger. Einfach mal lesen.
Zitat von rhapsody3004rhapsody3004 schrieb:Würde er also aussagen, könnte ihm das im besten Fall einfach nur nichts nützen, wenn er nichts weiter entlastendes präsentieren könnte.
Im schlimmsten Fall könnte ihm das sogar schaden, würde er sich nur um Kopf und Kragen reden und erklären.

Also ja: Kann man als Beschuldigter seine Unschuld nicht beweisen oder den Tatvorwurf nicht gänzlich entkräften können und hätte man eh schon durch sein Zeugenaussageverhalten an Glaubwürdigkeit eingebüßt, dann sollte man auch als Unschuldiger lieber weiterhin schweigen.
So ist es. Ich verstehe, dass Aussenstehende Schwierigkeiten haben, das nachzuvollziehen, aber für Strafverteidiger ist klar: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Denn es klingt ja so schön: wer unschuldig ist, hat nichts zu befürchten. Aber dem ist eben nicht so. Das wäre eine Beweislastumkehr: der Unschuldige muss seine Unschuld beweisen. Gott sei Dank ist das aber nicht so.

Ich versuche es noch einmal an einem einfachen Beispiel zu erklären:

Der Oskar wurde in der Nacht irgendwann zwischen Mitternacht und 5 Uhr gemeuchelt, in seiner Wohnung, mit einem Messer.

Tatverdächtig in den Augen der königlich bayerischen Gendarmerie sind Valentin und Viktor. Beide wissen das und haben jeweils einen Anwalt beauftragt. Beide sind tatsächlich unschuldig, denn Oskar wurde vom Toni umgebracht, der aber bisher nirgends auf dem Radar ist. Sowohl Valentin als auch Viktor kannten Oskar und wohnten nicht weit von ihm entfernt.

Valentin erzáhlt nun seinem Anwalt: Ich war in der Tatnacht gar nicht zu Hause. Ich war von 19 Uhr am Vorabend bis gegen 12 Uhr am folgenden Tag bei meiner Verlobten, Cäcilie, auf deren Geburtstagsfeier. Da waren noch 30 andere Leute. Ich habe nach der Feier bei ihr im Haus ihrer Eltern übernachtet. Der Vater von Cäcilie ist der Präsident des Oberlandesgerichts Dingolfing. Die Mutter ist sehr bekannte und ehrenwerte Ärztin in der Stadt Beide können und werden das sofort bezeugen.

Der Anwalt Dr. Schlau wird natürlich NICHT dazu raten, dieses Alibi zu verschweigen. Nach eingehender Prüfung und Gesprächen mit den Zeugen wird der Anwalt dies dem ermittelnden Oberchefkommissarinspektor selbstverständlich präsentieren.

Viktor aber hat ein anderes Problem. Er ist unschuldig. Er erzählt seinem Anwalt: ich hatte einen Riesenstreit mit meiner Frau an diesem Abend. Ich war so wütend, ich musste einfach raus. Ich bin um Mitternacht aus meinem Haus und bin stundenlang durch die schlafende Stadt gestrichen. Niemand hat mich gesehen, ich habe niemanden gesehen. Gegen 5 Uhr bin ich nach Hause gekommen. Der Streit ging darum, dass ich mal wieder das Haushaltsgeld versoffen habe und meine Frau, die Zenzi, herausbekommen hat, dass ich anstatt zu arbeiten, die letzten Tage lieber im Wirtshaus mit dem Oskar verbracht habe. Der Dödel hat es meiner Frau erzählt. Aber ich bin unschuldig!

So, Dr. Rechthaber, der Anwalt Viktors denkt nach: Viktor sagt, er ist unschuldig. Nehmen wir an, das stimmt: er ist aber zur Tatzeit irgendwo im Dunkeln in der Stadt unterwegs. Keiner hat ihn gesehen. Und, er hatte einen Riesenstreit zu Hause. Und ausserdem noch: der Oskar spielt da eine Rolle.

Dr. Rechthaber schliesst: wenn wir diese Geschichte dem Ermittler auftischen, obwohl sie wahr ist, nutzt uns das gar nichts. Im Gegenteil: der Ermittler, der Viktor sowieso schon verdächtigt, wird sagen: Aha, Viktor bekam Zoff von Zenzi, weil Oskar dieser verraten hatte, dass Viktor mit ihm im Wirtshaus das Haushaltsgeld versoffen hat. Er gibt selbst zu, dass er sehr wütend war. Was liegt also näher, als dass Viktor aus Wut über den Verrat den Oskar gemeuchelt hat?

Also wird Dr. Rechthaber seinem Mandanten raten, nichts zu sagen, sondern zu schweigen.

Zum Glück für alle beteiligten, wird ein Jahr später der Toni bei einer anderen Tat erwischt und gesteht dann auch den Mord an Oskar. Man kann allerdings sicher sein, dass sein Schweigen dem Viktor grosse Unannehmlichkeiten und vermutlich sogar Untersuchungshaft erspart hat.

Schweigen oder nicht schweigen: das hängt immer vom Einzelfall ab. In der Praxis ist Schweigen meist der bessere Weg.


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23.12.2025 um 06:47
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Schweigen oder nicht schweigen: das hängt immer vom Einzelfall ab. In der Praxis ist Schweigen meist der bessere Weg.
das ist das wichtige Statement! Ich kenne wenige Fälle, wo der Beschuldigte ein wasserdichtes Alibi vorweisen konnte - und das dann natürlich auch anwaltlich genutzt wurde. Damit war der Mandant aus dem Schneider. Da aber gerade in diesem Fall zu viele Indizien, Spuren vorliegen, wird er einfach nur schweigen können.
Ist ja sonnenklar.


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23.12.2025 um 08:19
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Der Anwalt Dr. Schlau wird natürlich NICHT dazu raten, dieses Alibi zu verschweigen. Nach eingehender Prüfung und Gesprächen mit den Zeugen wird der Anwalt dies dem ermittelnden Oberchefkommissarinspektor selbstverständlich präsentieren.
Danke, genau darum ging es hier.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Dr. Rechthaber schliesst: wenn wir diese Geschichte dem Ermittler auftischen, obwohl sie wahr ist, nutzt uns das gar nichts. Im Gegenteil: der Ermittler, der Viktor sowieso schon verdächtigt, wird sagen: Aha, Viktor bekam Zoff von Zenzi, weil Oskar dieser verraten hatte, dass Viktor mit ihm im Wirtshaus das Haushaltsgeld versoffen hat. Er gibt selbst zu, dass er sehr wütend war. Was liegt also näher, als dass Viktor aus Wut über den Verrat den Oskar gemeuchelt hat?

Also wird Dr. Rechthaber seinem Mandanten raten, nichts zu sagen, sondern zu schweigen.

Zum Glück für alle beteiligten, wird ein Jahr später der Toni bei einer anderen Tat erwischt und gesteht dann auch den Mord an Oskar. Man kann allerdings sicher sein, dass sein Schweigen dem Viktor grosse Unannehmlichkeiten und vermutlich sogar Untersuchungshaft erspart hat.
Wäre ihm hier auch etwas nicht was erspart geblieben, wenn man in der Zwischenstand andere Belege gefunden hat, die beweisen das Oskar seiner Frau erzählt hat das er das gemeinsame Geld versofffen hat und Viktor jetzt erst Recht unglaubwürdiger erscheint?
Toni seine Aufdeckung dauert, sagen wir um im Fall zu bleiben schon 7 Jahre.


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23.12.2025 um 09:22
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Wäre ihm hier auch etwas nicht was erspart geblieben, wenn man in der Zwischenstand andere Belege gefunden hat, die beweisen das Oskar seiner Frau erzählt hat das er das gemeinsame Geld versofffen hat und Viktor jetzt erst Recht unglaubwürdiger erscheint?
Toni seine Aufdeckung dauert, sagen wir um im Fall zu bleiben schon 7 Jahre.
Wenn nun anderweitig herausgekommen wäre, dass Zenzi und Viktor einen Riesenzoff hatten, weil sie von Oskar erfahren hat, dass er das Geld versoffen hat und dass er in der Nacht in Dingolfing herumgeirrt ist - nun, dann wäre dem so. Aber dass er auf seinem Schweigerecht beharrte, macht ihn nicht unglaubwürdiger und nicht schuldig.

Er ist sicherlich in einer schwierigen Situation. Dass der Staatsanwalt glaubt, er habe den Oskar in einem Wutanfall gemeuchelt, ist sicherlich unangenehm und könnte schlimmstenfalls zu einer Verurteilung führen, obwohl Viktor tatsächlich unschuldig ist. Das ist unbestritten. Nur hat Viktor durch sein Schweigen nicht dazu beigetragen unschuldig verurteilt worden zu sein. Hätte er aber durch Reden dem Staatsanwalt diese Steilvorlage gegeben, dann könnte man das anders sehen. Daher war der Entschluss zu schweigen der richtige.

Es wäre schön, wenn die Justiz so einfach und so perfekt wäre, dass es genügt, dass ein Unschuldiger das nur mit bravem Augenaufschlag vor den immer weise und fehlerfrei handelnden Ermittlern beteuert. Leider ist die Realität aber eine andere.

Und auch das ist ja durchaus menschlich und verständlich und gar nicht als Systemkritik zu verstehen. Freilich gibt es viele durchaus Schuldige, die gelernt haben treu und brav die Augen aufzuschlagen und bei dem Bart ihrer Grossmutter vor aller Welt zu schwören, dass sie unschuldig sind. Dass Ermittler, die aufgrund von anderen Indizien einen Verdacht haben, sich davon nicht beeindrucken lassen, ist verständlich und die Regel.

Das ist das Problem hier: Es genügt nicht, einfach treu und brav die Wahrheit zu sagen, wenn sie keine klar entlastenden Indizien enthält. Dann ist es besser zu schweigen, als ungewollt noch den - hier falschen - Verdacht der Ermittler zu befeuern, indem man den Streit mit der Frau und damit den Zustand der Wut zugibt.

Daher noch am Schluss zu diesem Fall: dass die berühmten Kesyfahrten den Verdacht gegen den Schwager wenn nicht begründet, dann auf jeden Fall angefacht haben, ist, denke ich, ganz klar. Eine "Erklärung," die aber keinerlei beweisbaren entlastenden Fakten enthält, z.B. "ich musste einfach den Kopf klar kriegen und bin in Brandenburg durch die Gegend gefahren" würde rein gar nichts bewirken, selbst wenn sie ehrlich und wahr ist.

Ich habe keine Ahnung was der TV an diesen beiden Tagen in Brandenburg getan hat. Ich unterstelle einmal er hat seiner Anwältin gesagt, warum er dort herumkurvte. Wenn diese keine entlastenden Elemente, die beweisbar sind, darin erkennt, hat sie Recht, wenn sie empfiehlt, zu schweigen. Würde sie dagegen wirklich beweisbare, entlastende Indizien sehen, würde sie ihm sicher nicht dazu raten.

Ich hatte dazu schon einmal was geschrieben: nehmen wir an, er sagt: "ich war bei Wojzek, meinem Kumpel, und hab mir ein paar Drogen gekauft, die Hälfte davon habe ich, das war schon lange vor dem Verschwinden von Rebecca abgesprochen, an meinen Kollegen Emil weiterverkauft, die andere Hälfte selbst konsumiert.

So. Weder negiert das die Möglichkeit, dass er doch vor der Fahrt das Mädel ermordet hat, noch dass er Gelegenheit hatte, die Leiche verschwinden zu lassen usw. Ausserdem ist zu erwarten, dass Wojzek und Emil beide sagen werden: "was? wie? Niemals, nie gar nicht." Und am Ende kann ein findiger Staatsanwalt noch sagen: "warum brauchte er unbedingt Drogen an diesen Tagen? Weil er runterkommen wollte, weil er gerade einen Mord begangen hatte..."

Die Aussage, selbst wenn sie komplett wahr wäre und er rein gar nichts mit dem Verschwinden des Mädels zu tun hätte, würde ihm rein gar nichts nützen und hat das Potential ihm noch zu schaden. Also schweigt er.


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23.12.2025 um 09:28
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Wenn nun anderweitig herausgekommen wäre, dass Zenzi und Viktor einen Riesenzoff hatten, weil sie von Oskar erfahren hat, dass er das Geld versoffen hat und dass er in der Nacht in Dingolfing herumgeirrt ist - nun, dann wäre dem so. Aber dass er auf seinem Schweigerecht beharrte, macht ihn nicht unglaubwürdiger und nicht schuldig.
Formal mag das stimmen, ja. Interessiert nur niemanden, alle würden sagen: na, war ja klar warum er das nicht vorher erzählt hat, schuldig.
Ich finde das muss man wollen, der Anwalt muss seinen Klienten aufklären was dies für Folgen haben haben kann, abseits der Juristerei... Schließlich entscheiden hier Beide das solche Belege nicht existieren ohne dafür überhaupt die Erforderlichen Ermittlungsinstrumente zur Verfügung zu haben.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Das ist das Problem hier: Es genügt nicht, einfach treu und brav die Wahrheit zu sagen, wenn sie keine klar entlastenden Indizien enthält. Dann ist es besser zu schweigen, als ungewollt noch den - hier falschen - Verdacht der Ermittler zu befeuern, indem man den Streit mit der Frau und damit den Zustand der Wut zugibt.
Die freiwillige Zugabe des Streits würde eher für eine Unschuld sprechen als jahrelanges Schweigen darüber. So meine Denke. Es liegt ja an den EB dies zu widerlegen.


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23.12.2025 um 09:32
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Die freiwillige Zugabe des Streits würde eher für eine Unschuld sprechen als jahrelanges Schweigen darüber. So meine Denke. Es liegt ja an den EB dies zu widerlegen.
Was jeder einzelne von UNS dazu denkt ist doch völlig unwichtig....Florian schweigt....PUNKT !


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23.12.2025 um 09:41
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Die freiwillige Zugabe des Streits würde eher für eine Unschuld sprechen als jahrelanges Schweigen darüber. So meine Denke. Es liegt ja an den EB dies zu widerlegen.
Ja, Gott sei Dank, die Ermittler müssen die Schuld beweisen. Aber ich garantiere, eine Menge Leute würden die Zugabe des Streits nicht so sehen, dass sie für die Unschuld spricht.

Und freilich ist auch eine falsche Vorstellung, dass ich als Anwalt meinem Mandanten "verbieten" kann, irgendetwas zu tun oder zu sagen. Meine Aufgabe ist es, ihm Vor- und Nachteile zu erklären und das tue ich auch jedes Mal. Entscheiden muss der Mandant. Wenn er schlau ist, hört er allerdings auf mich.


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23.12.2025 um 09:47
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Entscheiden muss der Mandant. Wenn er schlau ist, hört er allerdings auf mich.
Danke.

Das kann man hier im Forum gar nicht oft genug wiederholen.


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