emz schrieb:Ich hatte eigentlich nicht einen einzigen Moment den Eindruck, man hätte die Familie bei den Ermittlungen mitwirken lassen.
Mit "mitwirken" sollte nicht gemeint sein, dass sie aktiv einen Platz im Büro bekommen, sondern eher der Versuch, den Vater oder sonstige nahe Angehörige von Rebecca auf die Seite der Ermittler zu bringen, um so ein entsprechendes Einwirken auf Florian zu erwirken. Mit dieser Maßnahme wurde meiner Ansicht nach eine Fehleinschätzung getroffen, welche die weiterführenden Ermittlungen in Sachen Florian erschwerten. Trotzdem etwas unglücklich formuliert.
:)
emz schrieb:Die Hausdurchsuchung konnte man nicht aufschieben und dazu war es sinnvoll, den Tatverdächtigen erst mal aus dem Weg zu räumen.
Die wäre bereits am Tag der Vermisstenanzeige rechtlich, im Rahmen der Wohnungsnachschau am letzten bekannten Aufenthaltsort, gedeckelt gewesen. Die Gründlichkeit und insbesondere die spurentechnische Begehung entspricht sicherlich in keiner Weise einer eigentlichen, angeordneten Durchsuchung, aber wäre zumindest für einen ersten Eindruck wichtig gewesen. Wäre interessant, ob dies so, wie eigentlich bei Vermisstenfällen, insbesondere bei Minderjährigen üblich, durchgeführt wurde.
Ich verstehe aber was du meinst. Klar will man zeitnah in ein Objekt, das möglicherweise Tatort sein und somit wichtige Spuren enthalten könnte. Die Frage ist nur, welche wären das denn, die ich nicht auch zeitlich versetzt sichern könnte? Ok, Blut kann ich schön wegbleichen, aber der überwiegende Teil ist mikroskopisch oder auf technische, im Haus befindliche, Geräte bezogen, welche eben auch länger vorhanden sind. Ebenso würde dies mit einem eventuellen Verstecken der Leiche aussehen. Natürlich sollte diese Maßnahme nicht ewig hinausgezögert werden, jedoch wäre aus meiner Sicht durchaus noch Spielraum gewesen.
emz schrieb:Nun, genau davon gehe ich nicht aus. Auch Staatsanwalt Glage hält die Angaben der Familie nicht für unbedingt zuverlässig, wie er in einem Interview kundtut.
Meine Äußerung würde ich bis zu dem Moment als richtig ansehen, bis man Florian offiziell in den Status des Beschuldigten erhob und ihn mit zur Dienststelle nahm. Im Anschluss, speziell nach seiner zweiten Entlassung, bin ich voll bei dir. Ich glaube auch, dass man dies im Kreise der Familie, wenn auch nie nach außen kommuniziert, durchaus kritisch kommuniziert und Florian sicherlich auch selbst zur Sache befragt hat. Ist hieraus mehr Wissen entstanden, wie die Ermittler diesbezüglich verfügen? Wohl mit ziemlicher Sicherheit. Nur kann ich es mir schwer, zumindest in meinem eigenen Verständnis und dem Versuch, die Sache neutral zu bewerten, vorstellen, dass Eltern oder weitere Angehörige ersten Grades ein Wissen verfügen, das zur Klärung der Umstände über das Verschwinden von Rebecca führen würden.