Der Mordfall Weimar
gestern um 23:05Was den Ablauf der Tat angeht, kommt Herr Strate zu ähnlichen Schlussfolgerungen wie Herrmann Kaufmann, nur mit anderem Täter und nicht im Kontext eines Autounfalls.
Beide sind der Meinung, dass der Tod Melanies keine Absicht war. Hermann Kaufmann nimmt an, dass Karola getötet wurde, um den Unfall zu vertuschen. Ich hatte es in der ARD-Doku so verstanden, dass er von einer Art Affekt ausging. ( vgl. das von mir das verlinkte Zitat aus den Osthessennews Beitrag von WM (Seite 259)) Schon allein damit hat Herr Kaufmann dem allgemein angenommenen Motiv widersprochen, dass MW sich Knall auf Fall der Kinder entledigt hätte, weil sie ihre Beziehung in Gefahr sah.
Herr Strate nimmt vorsätzlichen Mord durch RE an Karola an, damit Karola als Zeugin dafür ausgeschaltet ist wie Melanie zu Tode kam. [/b]
Herr Kaufmann wird sich im Zusammenhang mit seiner Theorie sicher am Obduktionsbericht orientiert haben. Die Ergebnisse dieser Obduktion dürften sich auf Herrn Strates Szenario, was wie ich finde im Grundsatz gar nicht so stark abweicht, genauso anwenden lassen.
Was ich damit sagen will ist, dass ich mir durchaus denke, dass Herr Strate argumentativ noch mehr in der Hinterhand hat, als in seinem Text steht.
Es bedarf möglicherweise nicht für alles neue Erkenntnisse. Vielleicht sind einige eben wegen der zu starken Fokussierung auf die Zeugenaussagen aus dem Blick geraten. Im Übrigen tendierten die Ermittler anfangs selbst eher zu einer Nachtversion. Das bedeutet doch aber auch, dass es Ermittlungsergebnisse gegeben haben muss, die die Zeugenaussagen völlig unabhängig von MWs Nachtversion infrage gestellt haben.
Ich ergänze das mal durch folgende Überlegung: Es ist allgemeiner Konsens, dass das Verhältnis Karolas zu ihrem Vater zum Zeitpunkt der Morde ein besseres war als das Melanies. Ich kann mir das durchaus vorstellen, dass Karola aufgewacht ist, realisiert hat, dass mit ihrer Schwester etwas nicht stimmt und vergeblich versucht hat, den durch RE ausgeknockten RW zu wecken. (vgl. den von mir verlinkten Artikel von Eva Machnitzke vom September 1986 Beitrag von WM (Seite 261), in dem es unter anderem heißt, eines der Kinder sei weinend auf die Straße gerannt und sei ins Haus zurückgebracht worden. Hat RE das mitbekommen, sah nach und hat wahrgenommen, was er ausgelöst hat?) Im Obduktionsbericht stand nämlich, dass Melanie früher gestorben ist als Karola.
Weder RW noch die Großmutter Adele A. haben das nächtliche Weinen Karolas gehört. Adele hat am 11. August 1986 sogar ausgesagt, dass sie es mit Sicherheit gehört hätte, wenn Karola geweint hätte. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass sich darüber auf Ermittlerseite niemand gewundert haben soll.
Ich habe immer gedacht, Brigitte hätte anfangs ihrer Schwester geglaubt, dass die Kinder zwischen 11:00 und 12:00 Uhr noch lebten und deswegen logischerweise angenommen, dass ihr Mann die Tat vor seinem Dienstantritt um 10:45 nicht begangen haben kann.
(vgl dessen Ausssageprotokoll vom 5. August 1986 Beitrag von margaretha (Seite 182)) umgebracht hat. Hat sie ihm deshalb aus ehrlicher Überzeugung um seine Unschuld ein falsches Alibi gegeben? Sie wäre nicht die erste, die das tut.
Mir fällt gerade noch ein, dass in REs Aussageprotokoll vom 5. August 1986 steht,, dass es er war, der Kevin Pratt über das Verschwinden der Kinder unterrichtete. (ebenfalls zu entnehmen dem Buch von Petra Cichos "Mordakte Weimar")
Sollte, rein fiktiv, RE bei der Gelegenheit KP auch die Geschichte vom Höschenwechsel erzählt haben, als Beleg, dass die Kinder zum fraglichen Zeitpunkt noch lebten, wäre das doch eine sichere Methode gewesen, zu bewerkstelligen, dass die Geschichte bei MW landet. Wollte sie Kevin Pratt raushalten deshalb und hat stattdessen erzählt, Karola sei das gewesen, was sich natürlich spätestens mit der Nachtversion nicht mehr aufrecht erhalten ließ.
Was mir noch zu möglichen Zeugen einfällt.
Ich weiß es nicht, aber könnte Brigittes damaliger Freund Bill etwas geahnt haben bzw. eventuell Kevin Pratt im Laufe der Ermittlungen gewarnt haben, nicht alles zu glauben, was RE erzählt? Wer wenn nicht er hätte etwas von der durch RE ausgeübten häuslichen Gewalt mitbekommen können? Auch das ist pure Spekulation.
Die Mutter von Brigitte und Monika hat am 11.08.1986 ausgesagt, dass die Ehemänner von Brigitte und Monika beide häusliche Gewalt ausgeübt haben. Reinhard W. hätte sie auch ab und zu mal die Meinung gesagt.
Lag es an der Sprachbarriere,
wenn das gegenüber RE unterblieb,
hielt sie RW noch zu einer gewissen Einsicht fähig
oder hatte die Schwiegermutter Angst vor RE?
Zumindest steht im bei Frau Cichos wiedergegebenen Protokoll nichts davon, dass sie auch RE mal die Meinung gesagt hätte. Sollte Frau Cichos an der Stelle nicht gekürzt haben, würde mir das durchaus aufgefallen sein, dass sie dem einen Schwiegersohn die Meinung sagt und dem anderen nicht.
Quelle: Petra Cichos "Mordakte Weimar", S. 28 und S. 29 (Buchausgabe)
Sollte die komplette SOKO nicht als Möglichkeit in Betracht gezogen haben, dass Brigitte möglicherweise Angst vor ihrem Mann hatte?
Dass RW seine Frau an irgendeinen Punkt verdächtigte, resultiert wohl daraus, dass sie objektiv betrachtet Zugang zu solchen Substanzen gehabt hätte.
Kann es nicht sein, dass RE ein Typ ist, der es geschickt versteht, Menschen gegeneinander auszuspielen?
Beide sind der Meinung, dass der Tod Melanies keine Absicht war. Hermann Kaufmann nimmt an, dass Karola getötet wurde, um den Unfall zu vertuschen. Ich hatte es in der ARD-Doku so verstanden, dass er von einer Art Affekt ausging. ( vgl. das von mir das verlinkte Zitat aus den Osthessennews Beitrag von WM (Seite 259)) Schon allein damit hat Herr Kaufmann dem allgemein angenommenen Motiv widersprochen, dass MW sich Knall auf Fall der Kinder entledigt hätte, weil sie ihre Beziehung in Gefahr sah.
Herr Strate nimmt vorsätzlichen Mord durch RE an Karola an, damit Karola als Zeugin dafür ausgeschaltet ist wie Melanie zu Tode kam. [/b]
Herr Kaufmann wird sich im Zusammenhang mit seiner Theorie sicher am Obduktionsbericht orientiert haben. Die Ergebnisse dieser Obduktion dürften sich auf Herrn Strates Szenario, was wie ich finde im Grundsatz gar nicht so stark abweicht, genauso anwenden lassen.
Was ich damit sagen will ist, dass ich mir durchaus denke, dass Herr Strate argumentativ noch mehr in der Hinterhand hat, als in seinem Text steht.
Es bedarf möglicherweise nicht für alles neue Erkenntnisse. Vielleicht sind einige eben wegen der zu starken Fokussierung auf die Zeugenaussagen aus dem Blick geraten. Im Übrigen tendierten die Ermittler anfangs selbst eher zu einer Nachtversion. Das bedeutet doch aber auch, dass es Ermittlungsergebnisse gegeben haben muss, die die Zeugenaussagen völlig unabhängig von MWs Nachtversion infrage gestellt haben.
Ich ergänze das mal durch folgende Überlegung: Es ist allgemeiner Konsens, dass das Verhältnis Karolas zu ihrem Vater zum Zeitpunkt der Morde ein besseres war als das Melanies. Ich kann mir das durchaus vorstellen, dass Karola aufgewacht ist, realisiert hat, dass mit ihrer Schwester etwas nicht stimmt und vergeblich versucht hat, den durch RE ausgeknockten RW zu wecken. (vgl. den von mir verlinkten Artikel von Eva Machnitzke vom September 1986 Beitrag von WM (Seite 261), in dem es unter anderem heißt, eines der Kinder sei weinend auf die Straße gerannt und sei ins Haus zurückgebracht worden. Hat RE das mitbekommen, sah nach und hat wahrgenommen, was er ausgelöst hat?) Im Obduktionsbericht stand nämlich, dass Melanie früher gestorben ist als Karola.
Dem Buch von Frau Cichos zufolge war RE der erste, der das mit dem Höschenwechsel ausgesagt hat und zwar in direkter Korrelation einer Vernehmung als Beschuldigter am 08.08.1986.margaretha schrieb:Hier wird nämlich ja mMn bereits suggeriert, dass auch Schwester Brigitte nicht die Wahrheit gesagt haben könnte, um ihren Mann zu decken.
Weder RW noch die Großmutter Adele A. haben das nächtliche Weinen Karolas gehört. Adele hat am 11. August 1986 sogar ausgesagt, dass sie es mit Sicherheit gehört hätte, wenn Karola geweint hätte. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass sich darüber auf Ermittlerseite niemand gewundert haben soll.
Ich habe immer gedacht, Brigitte hätte anfangs ihrer Schwester geglaubt, dass die Kinder zwischen 11:00 und 12:00 Uhr noch lebten und deswegen logischerweise angenommen, dass ihr Mann die Tat vor seinem Dienstantritt um 10:45 nicht begangen haben kann.
(vgl dessen Ausssageprotokoll vom 5. August 1986 Beitrag von margaretha (Seite 182)) umgebracht hat. Hat sie ihm deshalb aus ehrlicher Überzeugung um seine Unschuld ein falsches Alibi gegeben? Sie wäre nicht die erste, die das tut.
Mir fällt gerade noch ein, dass in REs Aussageprotokoll vom 5. August 1986 steht,, dass es er war, der Kevin Pratt über das Verschwinden der Kinder unterrichtete. (ebenfalls zu entnehmen dem Buch von Petra Cichos "Mordakte Weimar")
Sollte, rein fiktiv, RE bei der Gelegenheit KP auch die Geschichte vom Höschenwechsel erzählt haben, als Beleg, dass die Kinder zum fraglichen Zeitpunkt noch lebten, wäre das doch eine sichere Methode gewesen, zu bewerkstelligen, dass die Geschichte bei MW landet. Wollte sie Kevin Pratt raushalten deshalb und hat stattdessen erzählt, Karola sei das gewesen, was sich natürlich spätestens mit der Nachtversion nicht mehr aufrecht erhalten ließ.
Was mir noch zu möglichen Zeugen einfällt.
Ich weiß es nicht, aber könnte Brigittes damaliger Freund Bill etwas geahnt haben bzw. eventuell Kevin Pratt im Laufe der Ermittlungen gewarnt haben, nicht alles zu glauben, was RE erzählt? Wer wenn nicht er hätte etwas von der durch RE ausgeübten häuslichen Gewalt mitbekommen können? Auch das ist pure Spekulation.
Die Mutter von Brigitte und Monika hat am 11.08.1986 ausgesagt, dass die Ehemänner von Brigitte und Monika beide häusliche Gewalt ausgeübt haben. Reinhard W. hätte sie auch ab und zu mal die Meinung gesagt.
Lag es an der Sprachbarriere,
wenn das gegenüber RE unterblieb,
hielt sie RW noch zu einer gewissen Einsicht fähig
oder hatte die Schwiegermutter Angst vor RE?
Zumindest steht im bei Frau Cichos wiedergegebenen Protokoll nichts davon, dass sie auch RE mal die Meinung gesagt hätte. Sollte Frau Cichos an der Stelle nicht gekürzt haben, würde mir das durchaus aufgefallen sein, dass sie dem einen Schwiegersohn die Meinung sagt und dem anderen nicht.
Seit mehreren Wochen hat Monika erzählt, dass sie sich scheiden lassen will. Reinhard hat meine Tochter öfter geschlagen. Auch vor den Kindern. Auch meine andere Tochter Brigitte will sich scheiden lassen. Auch ihr Ehemann hat sie geschlagen. [...] Ich habe mich aber in die Probleme der Ehen meiner Töchter nicht reingehängt. Mit Reinhard verstehe ich mich auch. Ich hab ihm aber mal meine Meinung gesagt.
Quelle: Petra Cichos "Mordakte Weimar", S. 28 und S. 29 (Buchausgabe)
Sollte die komplette SOKO nicht als Möglichkeit in Betracht gezogen haben, dass Brigitte möglicherweise Angst vor ihrem Mann hatte?
Ich hatte schonmal überlegt, dass ein Fahrzeug mit höherem Sitz verwendet wurde. So etwas dürfte es beim Militär doch geben.Origines schrieb:Genauso wie der Fundort der Leiche von Melanie. Sie muss drei Meter über eine "Brennesselwand" geworfen worden sein. Ein Kind zu töten, ist das eine. Es so "wegzuwerfen" das andere. Da wird die Leiche nicht mehr "abgelegt".
Warum eigentlich hältst Du es für so abwegig, dass RE RW Drogen untergejubelt hat? Der Vater der amerikanischen Mädchen war wie RW alkoholkrank und hat von dem Missbrauch nichts mitbekommen.sören42 schrieb:Interessant ist aber, wen der Ehemann Reinhard W. laut der Großmutter der Verurteilten der Urheberschaft verdächtigt hat (eigene Hervorhebung, der Beitrag von @margaretha bezieht sich unmittelbar auf die Anklageschrift):
Dass RW seine Frau an irgendeinen Punkt verdächtigte, resultiert wohl daraus, dass sie objektiv betrachtet Zugang zu solchen Substanzen gehabt hätte.
Kann es nicht sein, dass RE ein Typ ist, der es geschickt versteht, Menschen gegeneinander auszuspielen?






