Triquetrum schrieb:
Saschulja1985 schrieb am 08.02.2026:Für mich auch ein mögliches Szenario:
Ok, lass uns einmal auf das von dir dargestellte mögliche Szenario eingehen, […] und zum anderen durchaus schlüssige Ansätze und Schlussfolgerungen enthält. Ich werde auch versuchen, diese These mit ein paar weiteren Überlegungen zu ergänzen.
Ich möchte nochmals auf Deine Ergänzungen zum Szenario, wonach Katrin „auf gut Glück“ zu Sven unterwegs war und dann nach dem Gespräch mit Martin von Ralf angesprochen und bei ihm „unbesorgt“ eingestiegen wäre, eingehen:
Triquetrum schrieb:Geht man von den bekannten Angaben aus, die Ralf gegenüber den Ermittlungsbeamten gemacht hat, müsste er sich mit seinem Fahrzeug Katrin von hinten genähert haben. Zudem ging sie zu diesem Zeitpunkt auf Höhe des Hotels Nigel, also der nördlichen Seite der Breiten Straße, die ohne Straßenbeleuchtung ist. Wie ich bereits anderweitig angeführt habe, dürfte Katrin aus einem fahrendem Fahrzeug so schwer zu erkennen gewesen sein, womit man diese Aussage durchaus anzweifeln kann.
Dazu:
2cent schrieb am 03.01.2026:Ralf: Hier habe ich selbst eine Annahme formuliert:
2cent schrieb am 03.01.2026:Als dieser „Neue Zeuge II“ nun den Namen "Ralf" erhielt und das „Hotel Nigel“ genannt wurde, das sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet, hatte ich automatisch die Szene vor Augen, in der Katrin den Zebrastreifen kurz nach der Kirche überquerte, Ralf deshalb anhalten musste, sie erkannte, stehenblieb und sie ansprach.
In diesem Szenario hätte er anhalten müssen, was eine sichere Identifizierung plausibler machen würde.
Sollte Ralf Katrin hingegen aus dem fahrenden Fahrzeug und von hinten erkannt haben, wäre dies – wie von @Triquetrum angemerkt – deutlich bemerkenswerter.
Ralf hätte doch sogar ohne "Halt" vor dem Zebrastreifen, auch in der Breiten Straße fahrend, bereits eine die Straße querende Person wahrnehmen und dann ggf. weil er entsprechend langsam fuhr und aufmerksam ggü der gerade querenden Personen war, als Katrin erkennen können? (War das Hotel eigentlich geöffnet und demnach ggf. beleuchtet?)
Triquetrum schrieb:Nimmt man ein realistisches Szenario der Wahrnehmung von Katrin aus einem Pkw heraus an, so müsste sie einem fahrendem Pkw entgegenlaufen und das idealerweise auch auf der befahrenden Straßenseite, die zusätzlich mit einer Straßenbeleuchtung ausgestattet ist. Diese Laborbedingungen ergeben sich aufgrund der geschilderten Fahrstrecke von Ralf weder in der Breiten Straße und ebenso wenig in der Neuen Straße, sollte er in diese von der Breiten Straße nach rechts abgebogen sein. Hier müsste Katrin dann, genau wie bei Martin, schon an der Bushaltestelle gestanden haben oder sich Ralf genau im Abbiegevorgang befunden haben, als Katrin ebenso in die Neue Straße einbog.
Und die Annahme, dass Ralf aus Richtung Breite Straße kommend, Katrin an der BHST nach Martin gesehen und gesprochen hätte, kommt dabei nicht in Frage?
Dabei hätte er Katrin doch nicht einmal zwingend als „Katrin“ identifizieren müssen, sofern er einfach für jemanden, der den Eindruck erweckt hätte zu trampen, stehen geblieben wäre?
Warum müsste Katrin ihm entgegenkommen?
Die BHST soll ja als „Trampe“, also Örtlichkeit für MFG Suchende bekannt/geeignet gewesen sein.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum man unbedingt eine Straßenquerung und/oder Fahrtrichtungsänderung annehmen müsste.
Schließlich wurde ja auch immer wieder „als Indiz“, dass Katrin da nicht mehr an der BHST war, genannt, dass auch Christian, Sven (und Nico) auf ihrer Heimfahrt an der BHST Katrin nicht mehr gesehen haben, und das in Fahrtrichtung Jiggel.
Diese hätten Katrin an der BHST demnach sehen können, nur Ralf nicht?
In dieser Fahrtrichtung ja auch die „Zeugin ortsfremde Frau / Jägerin mit Ferienhaus / Autofahrerin, die sich verfahren hatte“ die sogar eine entsprechende Wahrnehmung mit einem schwarzen BMW an einer BHST gemacht hat.
Sogar Ute und die „Gruppe Jugendlicher“ kommend aus Jiggel wurden zumindest als Hinweis im Sinne von: „Auch sie haben Katrin an der BHST nicht (mehr) gesehen.“ angeführt.
Triquetrum schrieb:Geht man nun von der Möglichkeit aus, dass Ralf hinsichtlich seiner Angaben zumindest teilweise die Unwahrheit gesagt hat, so kann man auch im Umkehrschluss annehmen, dass Martin bei seiner Aussage, auch wenn diese sich im Gesprächsinhalt mit Katrin bei der zweiten Einvernahme unterscheidet, Katrin an der Bushaltestelle angesprochen zu haben, wahrheitsgemäße Angaben machte.
Siehe obenstehend, es bräuchte sich mE nur die zeitliche Annahme verändern, nicht jedoch die Fahrtrichtung. Außer man hätte eben einen fixen „Anhaltspunkt“ aus dem sich ca.19:00 für die Sichtung Ralf/Katrin zwingend ergeben hätte, dann wäre die geschilderte Aussage von Martin (zeitlich) noch „unsicherer“.
Triquetrum schrieb:Somit könnte Katrin, genauso wie von Martin in seinen Angaben angeführt, tatsächlich nach der Unterhaltung mit Martin von der Bushaltestelle ihren Weg fortgesetzt haben, wobei sich Sven als mögliches Ziel, der ebenso in der Neuen Straße wohnhaft war, durchaus angeboten hätte. [..] Katrin müsste somit die Straße überqueren und eine gewisse Strecke auf der westlichen Seite der Neuen Straße in Richtung Norden zurücklegen.
Bringt man nun diese Variante in Bezug mit Ralfs Angaben […] so würden für diesem, wenn er entgegengesetzt zu seinen Ausführungen nicht die Breite Straße, sondern die Neue Straße Richtung Süden zu seinem Wohnort befahren hätte, sich gleich zwei Optionen eröffnen, auf eine Person, in diesem Fall Katrin, aufmerksam zu werden.
Die offensichtlichste hierbei ist natürlich die Straßenüberquerung von Katrin, ohne diese hierbei gleich als diese zu erkennen. Hierzu muss Ralf nicht einmal im unmittelbaren Nahbereich der überquerenden Person gewesen sein. Hat er seinen Blick auf der Straße, nimmt er diesen Straßenwechsel natürlich auch wahr.
Unabhängig davon ist ebenso auch die Wahrnehmung auf dem Gehsteig möglich, da dieser auf der Westseite der Neuen Straße durch die dort befindliche Straßenbeleuchtung einigermaßen ausgeleuchtet wäre und somit auch das Erkennen einer Person, insbesondere bei langsamer Fahrweise aufgrund der widrigen Straßenverhältnisse, realistisch macht.
Wenn Katrin also die Neue Straße
a) auf der „dunklen“ Seite betreten hat und auf dieser zur BHST ging und erst nach der Ablehnung durch Martin „spontan“ entscheidet, „ich geh mal zu Sven“ - der dazu nicht nur auf der anderen Seite, sondern auch in Richtung Ortsausgang wohnen müsste – und entsprechend die Straße überquert hätte – ginge sie also „keine 100 m“ auf diesem Gehsteig zur Rechten aus Sicht Ralf aus Richtung Jiggel kommend. Dabei nimmt er nicht nur eine Person am Gehsteig gehend war, sondern erkennt sie als Katrin.
b) er nimmt eine Person die Straße querend wahr und erkennt diese dann als Katrin auf dem kurzen Stück am Gehsteig.
D.h., in beiden "Optionen" wäre es für mein Verständnis zwingend erforderlich gewesen, dass er Katrin zunächst eindeutig als Katrin erkannt hat.
Anschließend hätte er auf der Straßenseite anhalten müssen, auf der Autos, zB Martins, geparkt waren; sie möglicherweise zwischen den parkenden Fahrzeugen hindurch ansprechen und sie wäre dort dann offenbar „unbesorgt“ zu ihm eingestiegen - obwohl er eigentlich in die entgegengesetzte, also für sie „falsche“, Richtung unterwegs war?
Triquetrum schrieb:Natürlich ist diese beschriebene Variante nur eine Alternative, begründet auf der nicht unbegründeten Annahme, dass zumindest eine Aussage der als tatverdächtig genannten Personen nicht der Richtigkeit entspricht. Sie würde sich aber in meine Annahme fügen, dass sich das Schicksal von Katrin im unmittelbaren Nahbereich der Bushaltestelle, dessen Radius ich nicht größer als 250 Meter setzen würde, entschieden hat.
Dass sich "das Schicksal von Katrin im Nahbereich der BHST entschieden hat", gilt doch ohnehin als Konsens, schließlich wurde sie dort zuletzt gesehen.
Sollte Martins Angabe nicht zutreffen und er sie weder gesehen noch gesprochen haben, dann wäre sie folglich nicht an der BHST zuletzt gesehen worden.
In diesem Fall wäre Ralf der Letzte, der behauptet, sie in der Breiten Straße, kurz vor der Kreuzung, auf Höhe Hotel Nigel gesehen zu haben.
Und selbst wenn Ralfs Ortsangabe unzutreffend wäre, hätte er sie eben in der Neuen Straße gesehen. All diese Orte liegen im „Nahbereich der BHST“.
Welche Annahme ist demnach für dich die Wahrscheinlichste? Ist sie zu jemandem ins Auto gestiegen oder zu jemandem nach Hause gegangen?