Grillage schrieb:Ich bin tatsächlich nicht sicher, auf welches Detail es sich bezieht, irgendwann wurde mal gesagt, dass die Zeugen ausgesagt haben, die jeweils anderen nicht gesehen zu haben und das eigentlich nicht sein kann. Das kann ich nicht nachvollziehen, denn zum einen kann man ein anderes Auto einfach übersehen, nicht explizit wahrnehmen oder das Fahrzeug bzw. die Personen darin nicht erkennen, obwohl man sie kennt und obwohl sie da waren.
Zum anderen sehe ich es auch so, dass wenige Aufenblicke Zeitabstand in der Abfolge reichen, damit sich die Autos eben nicht gegenseitig begegnen, sondern die jeweilige Fahrt schon beendet ist, bevor das nächste Auto auftaucht.
Das sehe ich ähnlich, meine auch, dass es durchaus möglich ist, dass sich die Personen nicht gesehen haben müssen/nicht wahrgenommen haben.
Und ich meine mich auch zu erinnern, dass es einen Aussage dazu gibt, dass „das das eben nicht sein könne, dass der eine den anderen nicht gesehen hätte“ oder so ähnlich – finde es nur gerade nicht. Denke aber, es müsste von einem der Journalisten/Podcaster sein.
Das nehme ich an, weil die Einschätzung, dass es durchaus möglich ist, dass sich Zeugen nicht gesehen/wahrgenommen haben müssen, so im Stern Crime Podcast 11/2021 dargestellt wurde.
Und zwar von Frau Dau-Rödel selbst - nachfolgend zitiert (sofern nicht anders gekennzeichnet):
Generell zur Rekonstruktion/Einschätzung des Ablaufes und iZm den (gegenseitigen) Sichtungen ab ca. 25:47:
“Entweder hat sie jemanden gehabt, oder sie ging zu jemanden, oder es fuhr irgendjemand dran vorbei und hat sie mitgenommen.
Und ja, aufgrund des besonderen Tages eben auch, Abend nach Silvester und des Eisregens, waren nicht besonders viele Leute mit dem Fahrzeug unterwegs, aber es fuhren Leute.
Das haben wir ja auch ermitteln können, dass trotzdem viele Bekannte irgendwie unterwegs waren, aber irgendwie hat sich auch nie, oder hat nie, einer den anderen so richtig wahrgenommen.
Das war eben auch schwierig.“ […]
„Das mag natürlich so sein, dass man das einfach nicht wahrgenommen hat. Man fährt einfach, hat vielleicht einen anderen Termin, andere Sachen im Kopf, da achtet man vielleicht auch nicht unbedingt so auf den Fahrzeugverkehr.
Vielleicht wird man wahrgenommen haben, dass irgendjemand anderes vielleicht auch vorbeigefahren ist, aber nicht vielleicht die Person.
Oder wenn man jetzt nicht gerade ein Treffen vereinbart hatte, dann ist es schon schwierig und möglich, dass das eben auch so abgelaufen ist.“
Ab ca Min. 34:46:
„Die Bushaltestelle ist da ein Punkt wo sie gesehen wurde zuletzt. Sie kann aber auch von woanders weggekommen sein.“
Zu Martin ab ca. Min 35:00:
„Er musste nach Hause, weshalb er sie nicht gefahren haben will. […] Hier gab es offene Zeitfenster, teils Widersprüche, weshalb er dann in den Fokus der Ermittlungen geriet.“
Zur Feststellung, dass er nicht genau sagen habe können, wann er nach 19:30 wieder zu Hause war oder wen er gesehen hat danach:
"Das ist ja nicht dann belegbar, wenn man nicht eine andere Aussage hat, die das bestätigen kann. Das sind alles so vermutete Annahmen und Zeiten."
Dann Journalist: "D.h., es gibt eine Lücke in seinem Abend, wo es keine Leute gibt, die bezeugen können, dass sie mit ihm zusammen waren." - Darauf Dau-Rödel "Eine kurze Lücke, ja."
Zu Christian:
"Warum er sie nicht gesehen hat, wissen wir auch nicht. Es ist nicht feststellbar gewesen, oder dass er sie gesehen hat. Auch da gibt es Ungereimtheiten, weshalb er auch in den Fokus der Ermittlung gerät" (Gegenwartsform 2021, möglicherweise war "geriet" gemeint oder ich verstehe das Wort nicht richtig)
Ab ca. Min. 37 geht es darum, warum sich diese drei (Martin, Christian und Sven) eigentlich nicht begegnet sind an diesem Abend. Dann wird eingeschränkt (vom Journalisten) "jedenfalls zwei von ihnen dann sich nicht begegnet sein wollen".
Frau Dau-Rödel: "Da spielen noch andere Personen dann eine Rolle, wie wir dann in unseren Ermittlungen dann auch herausbekommen haben. Dass es eben noch einen gibt, einen Anwohner, der ja auch noch zwischendurch Katrin gesehen und gesprochen hat, eben kurz vor der Bushaltestelle, bevor sie da war" (-> ich bezog dies auf die im selben PC ab ca. 19:40 genannte Person, welche nun mE im LiD den Namen „Ralf“ bekam)
Ab ca. Min. 39 sinngemäß von 18:46 bis „bis 19:10, so grob“ Lebenszeichen von Katrin (Journalist). Es wurde eine riesige Zeittabelle gemacht "aufgeplottet" wer mit wem fast zeitgleich in der Nähe war.
Und dann nochmal ab ca. 40:32 (wie ich das verstehe, im Rahmen der Neubewertung mit „Ralf“) wieder Fr. Dau-Rödel:
„Wir haben das auch weiter selbst mal rekonstruiert, versucht, wie kann das sein, wie kann das passen.
Es ist schon möglich, dass der ein oder andere den anderen nicht wahrgenommen hat.
Und es mag alles auch so sein, dass es ein Kommen und ein Gehen war, dass sie sich auch nicht unbedingt gesehen haben müssen.
Wir hatten wenige feste Eckdaten, Zeiten der Zeugen können eben variieren.“
Entschuldige, wurde wieder etwas länger
:) - habe aber gleich noch ein paar andere Passagen mitgenommen, die ich interessant fand zum Ablauf/zur Einschätzung.