Gibt es wirklich Medien oder sind es nur Bewußte
03.04.2005 um 09:59
Channeling
altes Werkzeug zur Selbstfindung oder metaphysische Zaubershow?
Channeling von englisch ´to channel´ = (hindurch)leiten, kanalisieren. Im Webster-Lexikon wird Intuition als "Verständnis ohne die Bemühung logischer Argumentation" definiert und Channeling als "ein Mittel, um Zugang zu etwas zu erlangen; ein Weg". Wenn Sie die beiden Definitionen zusammenfügen, bedeutet Channeling ganz einfach "ein Mittel, um Zugang zur Intuition zu erlangen".
Channeling ist ein mentaler Prozeß, in dem ein Individuum (das Channeling-Medium) sein Wachbewußtsein teilweise oder vollständig ausschaltet. Das Wissen, das jenseits unseres normalen Bewußtseins liegt, kann dann frei in den Geist einfließen und mittels Sprechen oder Schreiben an andere übermittelt werden.
Wie erscheint all diese innere Aktivität an der Oberfläche? Channeling-Medien unterscheiden sich sehr stark darin, wie sie ihre intuitiven Fähigkeiten ausüben, abhängig davon, welche Technik das einzelne Medium benutzt, um den Intellekt zu transzendieren. Einige Channeling-Medien, die "Sensitive" oder "Leicht-Trance-Medien" genannt werden, schalten ganz einfach die oberflächlichen Aspekte des Egos aus und begeben sich in einen höheren Bewußtseinszustand, ein unpersönliches Wissensreservoir. Sie zeigen keine offensichtliche Persönlichkeitsveränderung. Sie sprechen ganz normal oder aus einem leicht meditativen Zustand heraus.
Andere Channeling-Medien...sind Trance-Medien, die in tiefe Trance verfallen, da sie einzuschlafen scheinen, während sie einen veränderten Bewußtseinszustand erreichen. Eine andere Persönlichkeit oder spirituelle "Wesenheit" taucht daraufhin auf. Diese Wesenheiten besitzen häufig unverkennbare Stimmqualitäten, Verhaltensweisen und persönliche Charakter-merkmale, die sich von ihren Channeling-Medien unterscheiden. Einige behaupten, nicht verkörperte Wesen zu sein, die frühere Leben auf der Erde verbracht haben.
Channeling ist nicht nur eine reine Modeerscheinung, eine neue Erfindung, die wir unserem modernen Repertoire an Talenten hinzufügen. Wie die Geschichte zeigt, ist die Anwendung der intuitiven Fähigkeiten so alt wie die menschliche Zivilisation an sich, wobei die Menschen, die diese Fähigkeiten praktiziert haben, alle möglichen Namen, von Heiligen bis zu Hexenmeistern, erhalten haben.
Künstler, Musiker und Schriftsteller sind in Form ihrer Inspirationen mit den unbekannten Bereichen ihres Geistes in Berührung gekommen und wurden umgekehrt für ihre "Kreativität" gepriesen! Brewster Ghiselin berichtet in seinem Buch Creative Process , daß Max Ernst seine visuellen Inspirationen buchstäblich aus seinen "Kräften der Meditation" bezog. Auch Henry Miller folgte seinem Instinkt und seiner Intuition, um seine Ideen auf Papier zu bringen. Und Wolfgang Amadeus Mozart ließ seiner "Phantasie" freien Lauf, wobei er die Teile einer Komposition nicht aufeinanderfolgend, sondern alle auf einmal hörte, und zwar wie "in einem wirklichkeitsgetreuen Traum"!
In seinem Buch über Plato schreibt R.M. Hare, daß der Vater der Philosophie glaubte, daß "der Geist sein Wissen aus den ewigen Ideen erhielt, bevor er bei der Geburt in den Körper eintrat, und dieses Wissen in seinem Leben nur abzurufen brauchte". Plato nahm an, daß das Wissen dann erlangt werden konnte, indem man in die Seele blickte, um "die reine, ewige, unsterbliche und unveränderliche ... Weisheit" zu finden.
Der Schweizer Psychologe Carl Gustav Jung legte das Konzept dar, daß das Unbewußte eine un-schätzbare Quelle des Wissens und der Kreativität sei. "Obwohl das Unbewußte wie ein großer Schatten erscheint", sagte er, "enthält es dennoch unerwartetes Licht insofern, als es unter anderem erleuchtende Inspirationen hervorbringt." Jung behauptete, daß künstlerische Genies wie zum Beispiel Shakespeare und Bach aus ihren "kreativen Tiefen" heraus lebten, und er beschrieb ihre Werke als "Ausdruck des Unbewußten, das vom Schatten des Egos befreit wurde". Er warnte die Menschen, daß ihre Kreativität "vertrocknen" würde, wenn sie ihren Instinkt nicht förderten.
Die Wahrheit ist seltsamer als die Fiktion, weil die Fiktion Sinn machen muss.