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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

20.835 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Hartz IV, Sanktionen, BGE ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

22.11.2014 um 00:16
@Hawkster
Zitat von HawksterHawkster schrieb:Das Auto würde ich streichen. Bei uns gibt es ein sogenanntes Sozialticket für das komplette Stadtgebiet für 29, 95 Euro anstatt 69,95 Euro.
Das ist sehr schön. Und in wie vielen Städten gibt es sowas? ;) (in meiner schon mal nicht)
Zitat von HawksterHawkster schrieb:Hausrat und dazu evtl. noch Haftpflicht.
"Kleinvieh macht auch Mist". :)


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

22.11.2014 um 09:21
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Das ist sehr schön. Und in wie vielen Städten gibt es sowas? ;) (in meiner schon mal nicht)
Leider gibt es ein solches Ticket nicht überall. Mag daran liegen das sich die Kommunen weigern mit den Verkehrsbetrieben zu reden, oder daran das die Verkehrsbetriebe das nicht einsehen. Ich weiss es nicht, glaube aber, das mit etas gutem Willen, das es in allen Städten und Gemeinden möglich ist.
Zitat von OptimistOptimist schrieb:"Kleinvieh macht auch Mist". :)
Aber klar macht es das :) Jeder Hilfeempfänger hat ja zusätzlich noch ein wenig hinzuverdienen, auch wenn ich in den meisten Fällen kein Freund von "Minijobs" bin.


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22.11.2014 um 10:30
@Ashert001
Zitat von Ashert001Ashert001 schrieb:Jemand hat mal gerechnet, jeder einzelne VW Arbeiter stellt in nur zwei Tagen dank der Automatisierung ein Auto her.
Vielleicht.

Deshalb finde ich ja auch die Überlegung spannend, dass wir nicht immer nur mehr Automatisierung und Rationalisierung anstreben sollten, damit praktisch irgendwann, überspitzt formuliert, ein einzelner Mensch eine Maschine bedinet und damit für 1 Million andere Menschen alles herstellt, was die brauchen.

Es geht da um den Punkt, dass Arbeit, neben der Notwendigkeit, Geld zu verdienen, damit man sich etwas kaufen kann (wir leben in einer ,,Tauschgesellschaft", wo das universelle Tauschmittel eben Geld ist), noch einen anderen Wert hat:

Arbeit als Wert an sich.
Man bekommt Anerkennung für das, was man getan hat. Man tut etwas in dem Wissen, dass es wichtig für die Gesellschaft oder andere Menschen ist. Man schafft etwas neues...

Das sorgt für positive Empfindungen, für eine Erhöhung des Selbstwertgefühls, man hat was zu tun, man zeigt der Gesellschaft, dass man für sie mitwirkt.


Ich persönlich bin der Meinung, dass das schlimmste bei der Arbeitslosigkeit nicht fehlendes Geld ist und damit verbundene Schwierigkeiten, sondern das Gefühl, man würde nicht wertgeschätzt, man würde nicht gebraucht, man könne nichts sinnvolles tun.

Daher: Weniger Maschinen, weniger Automatisierung, mehr Menschen?!
Zitat von Ashert001Ashert001 schrieb:Es gibt aber Menschen die sind noch produktiver, die Besatzungen der Triple-E Containerschiffe z.B. (die auch fast vollautomatisch beladen und entladen werden) transportieren bis zu 18000 Schiffscontainer über die Weltmeere. Keine 24 Männer!
Ich find es wenig sinnvoll, solche Vergleiche anzustellen.
Wie ,,produktiv" oder ,,wichtig" jemand ist in seiner Tätigkeit, das ist ziemlich relativ.

Spontan würdest du wohl sagen, dass der Firmenchef, der über 5000 Mitarbeiter ,,gebietet", eher faul ist. Weil er nicht in der Fertigungshalle ist, weil er nicht am Band steht, weil er nicht forscht usw., sondern vor allem in seinem Büro sitzt und dort große Kunden betreut, Strategien ausarbeitet...

Wenn dieser ,,faule Chef" allerdings falsche Entscheidungen trifft, kann das möglicherweise dazu führen, dass die Firma kaputt geht und 5000 Menschen ohne Job sind, was sich natürlich auch auf deren Familien auswirkt und auf andere Firmen, die Verträge mit der ersten Firma hatten.

Wer ist also wie wichtig und produktiv?
Zitat von Ashert001Ashert001 schrieb:Das sind die eigentlich Verantwortlichen in der Welt, die arbeiten nicht einfach für sich, für einen Lohn, sie stehen auch für die tausenden die etwa noch vor 100 Jahren den selben Job gemacht haben!
Relativ. Es ist richtig, dass viele Leute auch deshalb genau ihre Arbeit machen, weil sie ihnen richtig gefällt.
Viele andere aber machen ihre Arbeit einfach deshalb, weil sie Kohle bringt und ihren Qualifikationen oder Möglichkeiten entspricht.
Hafenarbeiter und was damit zusammenhängt, das ist nun wohl nicht so der Traumberuf vieler Menschen, das macht man in erster Linie, weil es bezahlt wird, denke ich.
Zitat von Ashert001Ashert001 schrieb:Dafür können sie natürlich etwas mehr verlangen, mehr Lohn und Anerkennung. Das Maß ist aber überschritten, wenn sie anfangen eine Politik gegen Arbeitslose zu betreiben, irgendwas im Sinne Arbeit ist für alle da!
Diese Leute machen keine Politik. Sie arbeiten.
Und sie tun das in dem Bewusstsein eines gesellschaftlichen Vertrages, der lautet:,,Okay, ich arbeite für dich mit. Dafür musst du auch was für mich tun."

Der Vertrag lautet nicht:,,Ich arbeite für dich, mach du, was du willst."


Es geht da um den Gedanken und die Empfindung von Fairness. Ich behaupte mal, dass diejenigen, die unbedingt genau diesen Job machen wollen, auch wenn er schmutzig oder gefährlich ist, in der Minderheit sind. Die anderen machen die Arbeit wegen Geld und weil`s jemand machen muss.
Soweit okay.
Es wird aber unangenehm, wenn man akzeptieren soll, dass manche Leute zwar an den Früchten genau dieser Arbeit teilnehmen wollen, aber nichts dafür tun. Sie machen einfach, was ihnen gefällt.
Da sagt sich doch der gewöhnliche Arbeiter:,,Na ich würde auch gern morgens ausschlafen und lieber meinem Hobby nachgehen, als Abwasserkanäle frei zu halten...Der Typ da schläft bis um 11, frühstückt erstmal genüsslich und...".

Das Gefühl von Fairness und seine Auswirkungen in der Gesellschaft sollte man nicht unterschätzen. Bisher lief unsere Gesellschaft ziemlich gut, weil dieses Gefühl der Solidargemeinschaft vorhanden war.
Dazu gehört auch, dass grundsätzlich arbeiten sollte, wer arbeiten kann.

Bekommt die Person keinen Job, gut, das an sich kann man ihr nicht vorwerfen.

Nichtstun dagegen schon, bin ich der Meinung. Denn mit Nichtstun will man nur von der Gesellschaft nehmen, aber nichts geben.
Zitat von Ashert001Ashert001 schrieb:Man kann aber nicht alle Arbeitslosen in der Dauerrotation lassen, sich ständig um Jobs zu bemühen, wenn am Ende doch nur immer wieder eine Teilzeitarbeit für wenige Monate rauskommt, die eh schon völlig redunant ist, also nur die blanke Konkurrenz eines Billiganbieters ist, der andere damit wieder in den Konkurs treibt.
Das ist doch eine Frage der Gestaltung des Arbeitsmarktes, nicht der Frage von Arbeit an sich.

Es ist beschämend, wenn Menschen in einem Land wie Deutschland arbeiten müssen und nicht genug erhalten, um sich und ihre Bedürfnisse, selbst abseits von Luxus, zu versorgen.
Daher unterstütze ich auch ganz klar den Mindeslohn und lehne Beschäftigungsverhältnisse ab, die Ausbeutung gleichen.

Keine Arbeit um jeden Preis.

Hier ist die Politik gefragt, bzw. noch mehr die Gesellschaft, denn wir üben den Druck auf die Politik aus, wenn uns das bewusst wird, die Gesetze für den Arbeitsmarkt so zu wählen, dass dort vernünftige Verhältnisse herrschen.

Es liegt an uns.


Zum Thema permanentes Wachstum:

Das finde ich auch falsch und nicht nachvollziehbar. Einer Anhäufung von immer mehr Reichtum auf immer weniger Menschen ist entgegen zu treten.
Erstaunlich ist aber immer wieder, wie bereitwillig zahllose Menschen einen ,,Reichen" und einen ,,Mächtigen" ansehen und dafür arbeiten, dass er noch mehr erhält, statt sich zusammen zu tun und für SICH mehr zu fordern.

Wer weiss, woran das liegt, am ,,teile und herrsche", an natürlichem Egoismus, daran, dass man ja auch eventuell mal ein Reicher sein könnte und deshalb nicht diese zu sehr belasten will?


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22.11.2014 um 11:01
Zitat von HawksterHawkster schrieb:Versicherungen? Hausrat und dazu evtl. noch Haftpflicht.
Eine Haftpflichtversicherung ist für jeden Menschen die allerallerwichtigste Versicherung!
Zitat von KcKc schrieb: sich zusammen zu tun und für SICH mehr zu fordern.
Dazu hat sogar mal Kanzlerin Merkel vor Arbeitnehmern aufgefordert(!), als es um die politische Abstimmung zur Streichung von Zuschlägen ging.

Aber "fordern" hat stets auch einen linksextremistischen Aspekt !


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

22.11.2014 um 11:24
@eckhart

Das könnte sein, dass Frau Merkel mal das gefordert hat.

Ich denke oft, dass die Menschen entweder zu egoistisch oder zu faul und phlegmatisch sind in Deutschland.

Man mosert zwar gern über ungerechte Verhältnisse, die doch mal geändert werden müssten. Aber es fehlt die Bereitschaft, diese Änderungen zu forcieren.
Zu oft soll das dann der ominöse ,,Herr Jemand Anders" machen.
Man selbst, naja, ist doch nicht die eigene Aufgabe, was, wenn man dann Nachteile hat im Job und so...

Die größte Furcht der Politiker und Wirtschaftsbosse ist, dass dies einmal aufhört, das Volk sich seiner Macht bewusst wird und sie auch wahrnimmt.


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22.11.2014 um 13:18
Zitat von KcKc schrieb:Ich persönlich bin der Meinung, dass das schlimmste bei der Arbeitslosigkeit nicht fehlendes Geld ist und damit verbundene Schwierigkeiten, sondern das Gefühl, man würde nicht wertgeschätzt, man würde nicht gebraucht, man könne nichts sinnvolles tun.

Daher: Weniger Maschinen, weniger Automatisierung, mehr Menschen?!
Die Menschen sind dank der Automatisierung ja schon da, freigestellt von der Arbeit!

Man muss nicht um deren Wertschätzung wiederherzustellen, neue Kunstformen der Arbeit erfinden, ihnen wieder subventionierte Büroarbeit geben um sich um andere Arbeitslose zu kümmern, oder die Maschinen wie dumme Maschinenstürmer wieder kaputt machen.

Arbeit ist nur ein Mittel für das Produkt daraus, die hat selber keinen eigenen Stellenwert. Deswegen wird man ja auch in Form von Lohn dafür entschädigt, weil sie meist anstrengend und monoton ist!

Der Wert bekommt der Mensch erst außerhalb davon, wenn er es auch schafft sich weiter zu entwickeln, klüger zu werden, hilfsbereiter und für andere da zu sein, ohne einen Zwang dahinter!

Wenn es eine Maschine für die Arbeit gibt oder nur eine Form der Rationalisierung die andere Maschinen effizienter macht, macht es auch keinen Sinn mehr rückwirkend einen Menschen dafür einzuplanen!

Die Politiker haben leider schon in der Vergangenheit viele schlimme Dinge getan, um den Wert der Menschen wieder nur an ihrer Arbeit zu bemessen!

Man hat z.B. den Ladenschluss abgeschafft, für mehr Beschäftigung im Handel. Dabei kaufen Menschen heute auch nicht mehr ein als vorher, die Einkaufszeiten werden nur gestreckt.

Außerdem hat man den Meisterzwang abgeschafft, auch dadurch gibt es wieder mehr Beschäftigung, allerdings auch wieder nur auf geringerem Niveau und zu niedrigeren Löhnen, weil es einfach mehr Firmen gibt, die demnach auch um fehlende Fachkräfte (zu dem Lohn den sie zahlen können) klagen.

Für die Arbeit so wie es sie Politiker definieren, muss man sich eigentlich eher schämen.
Man sollte genau hinschauen, was für eine man da eigentlich macht, bevor man darauf auch noch stolz ist. Das sind heute nicht mehr viele Stellen, in denen man auch wirklich nicht ersetzbar ist, durch die Firma gleich nebenan!

Nur der Arbeitslose der sich um so mehr um seine Familie kümmert, tut womöglich schon mehr für die Gesellschaft damit aber man lässt ihn auch nicht in Ruhe!


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22.11.2014 um 14:29
@Ashert001

Nur eine formale Sache, aber es wär ja mal nicht schlecht, wenn du nicht ständig fast jeden Satz oder Abschnitt mit Ausrufezeichen beenden würdest.
Das hat `n wenig von Rumschreien.


Zu deinen anderen Ausführungen:

Da widerspreche ich dir.
Meiner Ansicht nach hat Arbeit schon an sich einen Wert und eine Wirkung auf den Menschen.
Man arbeitet, was auch immer das für eine Arbeit ist, um zu leben. Andererseits arbeitet man aber auch zur Befriedigung. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man eine bestimmte Tätigkeit geschafft hat.
Man hat sich bewegt, man hat nachgedacht, etwas geleistet, idealerweise dafür Anerkennung und Respekt bekommen und, je nachdem, auch finanziellen Lohn.

Wenn ich mir die Typen angucke, die pünktlich schon früh morgens an der U-Bahn stehen, Bierflasche in der Hand, Kippe in der anderen, um ihr Tagewerk zu beginnen in Form von saufen, rauchen und labern, die Typen also, die keine Arbeit haben und keine Wertschätzung dafür erfahren können, dann zweifel ich das stark an, dass an ganz ohne was zu tun glücklich sein kann.

Viele Menschen definieren sich übrigens auch über ihre Arbeit.
Entscheidend ist, wie die Arbeit von anderen gesehen wird, ob sie einem Sinn gibt.
Das gehört in den Bereich des Arbeitsklimas.

Nichtstun ist ungesund, es macht schwach und antriebslos und es schädigt das Verantwortungsbewusstsein, meine ich.

Dass du die Maschinenstürmer erwähnst, hab ich mir schon gedacht :D

Und ehrlich gesagt wäre ich tatsächlich dafür, wieder mehr Menschen einzustellen und ihnen Arbeit zu geben, statt immer mehr zu rationalisieren und automatisieren, womit man auch immer mehr Menschen die Arbeit nimmt. Und somit in gewisser Weise einen Sinn, eine Erfüllung. Gleichzeitig wird eine wachsende Abhängigkeit geschaffen von Maschinen. Sobald irgendwas kaputt geht, rennt der moderne Mensch entweder los und kauft neu oder er steht hilflos da. Das ist doch negativ.
Auch gibt man den arbeitslosen Menschen ja nicht mehr Geld, wenn sie zu wachsenden Teilen durch Maschinen ersetzt werden, damit sie sich einen schönen Lenz machen können.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

22.11.2014 um 14:50
@Kc
ich stimme dir in vielen Teilen zu und Deine Argumente klingen auch zunächst alle sehr plausibel.
Dennoch hab ich mal paar Einwände. :)
Zitat von KcKc schrieb:Viele Menschen definieren sich übrigens auch über ihre Arbeit.
Gerade das finde ich so nachteilig für die Psyche der Menschen. Wenn sie im Rentenalter dann keine Arbeit mehr haben (Arbeit wofür sie Lohn bekommen, denn darüber definieren sich ja die Meisten), dann bekommen sie im besten Falle Langeweile, wissen mit sich nichts anzufangen und im schlimmsten Falle Depressionen.

Dagegen geht es denen, welche sich nie über ihre Arbeit(sstelle) definiert hatten, später - wenn der Job mal wegfällt - psychisch besser. Das sind meine Erfahrungswerte aus meinem Umfeld.
Das sind Leute, welche Ihr Selbstwertgefühl nicht über ihre Arbeit und der Anerkennung von Anderen beziehen, sondern aus sich selbst heraus. Welche sich selbst wert schätzen, ganz egal was sie machen und wer sie sind - einfach nur deshalb weil sie Mensch sind. :)

Selbstbewusste Menschen haben es allerdings meistens auch an sich, dass sie mit sich etwas anzufangen wissen, dass sie nie Langeweile haben, auch wenn sie keinen Job haben ... und wenn sie ehrenamtlich etwas machen.
Zitat von KcKc schrieb:Entscheidend ist, wie die Arbeit von anderen gesehen wird, ob sie einem Sinn gibt.
Wie gesagt, das sehe ich nicht so. Selbstwertgefühl sollte man möglichst nicht von Anderen abhängig machen - meine bescheidene Meinung. :)
Zitat von KcKc schrieb:Nichtstun ist ungesund, es macht schwach und antriebslos und es schädigt das Verantwortungsbewusstsein, meine ich.
Da stimme ich Dir zu. Aber wie gesagt, Leute mit Selbstwertgefühl aus sich selbst heraus, sehen automatisch zu, dass sie etwas zu tun haben - scheint in der Natur der Sache zu liegen. Vielleicht einfach weil sie sich wohler als Menschen ohne Selbstwert fühlen und dadurch mehr Antrieb haben?
Zitat von KcKc schrieb:Und ehrlich gesagt wäre ich tatsächlich dafür, wieder mehr Menschen einzustellen und ihnen Arbeit zu geben, statt immer mehr zu rationalisieren und automatisieren
Warum gibt es für dich nur diese Alternative? Warum nicht einfach die Gesellschaft entschleunigen und nur noch soviel produzieren wie tatsächlich gebraucht wird, z.B.?
Weshalb also künstliche Arbeitsplätze schaffen?

Arbeit gibt es doch im Grunde genug - z.B. im Dienstleistungssektor, in der Pflege, Gesundheitsbereich ...
... wird halt nur nicht gut genug bezahlt und diejenigen die in diesen bereichen arbeiten, sind einem zu großen Stress ausgesetzt, weil nicht genug Personal da ist...
Vereine suchen auch immer Ehrenamtliche...


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

22.11.2014 um 15:02
@Optimist

Selbstbewusstsein und eine Definition über Arbeit müssen sich ja nicht ausschließen.
Beides kann zu gleicher Zeit vorhanden sein und es ist ja nicht negativ.
Schlecht ist es nur, wenn man mental abhängig von Arbeit ist und darüber hinaus nichts hat.

Warum sollte man sich nicht auch über seine Tätigkeit definieren? Wenn ein Tierpfleger sagt:,,Ich find Tiere und Natur super, die tägliche Arbeit mit den Raubkatzen passt genau zu mir", dann definiert er sich auch über die Arbeit.
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Selbstbewusste Menschen haben es allerdings meistens auch an sich, dass sie mit sich etwas anzufangen wissen, dass sie nie Langeweile haben, auch wenn sie keinen Job haben ... und wenn sie ehrenamtlich etwas machen.
Das finde ich ja auch positiv. Selbstbewusstsein kommt sehr elementar übrigens auch über die Rückmeldungen von anderen, denke ich. Zumindest wird es gestärkt.
Ich arbeite ja neben dem Studium. Und mein Selbstbewusstsein leidet nicht darunter, wenn ich nicht gelobt werde, sondern einfach nur meine Arbeit mache.
Aber wenn ein Kunde noch explizit sagt:,,Danke für die gute Beratung", dann freut mich das und stärkt mein Selbstbewusstsein und meine Sicherheit.
Zitat von OptimistOptimist schrieb:... wird halt nur nicht gut genug bezahlt und diejenigen die in diesen bereichen arbeiten, sind einem zu großen Stress ausgesetzt, weil nicht genug Personal da ist...
Vereine suchen auch immer Ehrenamtliche...
Ehrenamtliche Tätigkeiten finde ich ebenfalls toll und wichtig für die Gemeinschaft.

Allerdings mit der Einschränkung, dass sie nicht Lohnarbeit ersetzen dürfen. Sie dürfen keine Konkurrenz sein.
Sonst wird es immer attraktiver für Städte oder Unternehmen, Aufgaben ehrenamtlich erledigen zu lassen, statt ihrer Verantwortung nachzukommen.

Gewisse Aufgaben gehören in staatliche Hände, nicht in ehrenamtliche. Das Ehrenamt ist kein Ersatz für staatliche Verwaltungs- und Instandhaltungsaufgaben, für Polizei, Feuerwehr, Krankenhäuser...

Man kann Lohnarbeit auch abschaffen, theoretisch. Praktisch denke ich aber, dass auch heute noch Gier und Egoismus siegen. Viele Menschen möchten nicht einfach nur genug haben, nicht einfach nur das, was sie wirklich brauchen. Sondern mehr, wie dieses auch immer aussehen mag.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

22.11.2014 um 15:18
@Kc
Zitat von KcKc schrieb:Selbstbewusstsein und eine Definition über Arbeit müssen sich ja nicht ausschließen.
Beides kann zu gleicher Zeit vorhanden sein und es ist ja nicht negativ.
Schlecht ist es nur, wenn man mental abhängig von Arbeit ist und darüber hinaus nichts hat.
Okay, stimmt schon auch. :) - vor allem wenn man (wie Du richtig schreibst) darüber hinaus nichts anderes hat.
Es war mir wichtig, darauf mal aufmerksam zu machen, weil ich es immer wieder mitbekomme, wieviele sich eben so abhängig machen und wirklich ihren Wert ausschließlich über die Arbeit und Anerkennung von Anderen beziehen. Vor allem dass Viele sich von der Anerkennung abhängig machen, finde ich etwas gefährlich, weil man dann in ein Loch fallen kann, wenn diese aus irgenwelchen Gründen mal ausbleibt.
Selbstbewusste Menschen haben es allerdings meistens auch an sich, dass sie mit sich etwas anzufangen wissen, dass sie nie Langeweile haben, auch wenn sie keinen Job haben ... und wenn sie ehrenamtlich etwas machen.

-->
Das finde ich ja auch positiv. Selbstbewusstsein kommt sehr elementar übrigens auch über die Rückmeldungen von anderen, denke ich. Zumindest wird es gestärkt.
Aber gerade das meinte ich doch: Sobald Anteile des Selbstwertgefühles aus der Anerkennung von Anderen bezogen wird, macht man sich ein Stückweit abhängig davon - mMn zumindest. Da müsste man vielleicht mal einen Psychologen fragen (obwohl die sicher auch nicht alles wissen ;) ).
Zitat von KcKc schrieb:Ich arbeite ja neben dem Studium. Und mein Selbstbewusstsein leidet nicht darunter, wenn ich nicht gelobt werde, sondern einfach nur meine Arbeit mache.
Aber wenn ein Kunde noch explizit sagt:,,Danke für die gute Beratung", dann freut mich das und stärkt mein Selbstbewusstsein und meine Sicherheit.
Freuen würde mich das genauso, aber mein Selbstbewusstsein stärken? Ich weiß nicht. Man weiß doch vorher schon, wo seine Fähigkeiten und Qualitäten liegen, ganz egal wie Andere das sehen?
Aber ich gebe zu, früher dachte ich mal genauso wie Du, aber inzwischen bin ich von dieser Denkweise geheilt, weil man da sehr enttäuscht werden kann.
Zitat von KcKc schrieb:Warum sollte man sich nicht auch über seine Tätigkeit definieren? Wenn ein Tierpfleger sagt:,,Ich find Tiere und Natur super, die tägliche Arbeit mit den Raubkatzen passt genau zu mir", dann definiert er sich auch über die Arbeit.
Das wäre jetzt mal eine Definitionsfrage, ob er sich da wirklich darüber definiert oder ihm die Arbeit einfach nur Spaß macht. ;)
Aber ich weiß schon was Du meinst. :)
Zitat von KcKc schrieb:Ehrenamtliche Tätigkeiten finde ich ebenfalls toll und wichtig für die Gemeinschaft.

Allerdings mit der Einschränkung, dass sie nicht Lohnarbeit ersetzen dürfen. Sie dürfen keine Konkurrenz sein.
Sonst wird es immer attraktiver für Städte oder Unternehmen, Aufgaben ehrenamtlich erledigen zu lassen, statt ihrer Verantwortung nachzukommen.
Ja da bein ich ganz bei Dir.
Wollte nur darauf hinweisen, dass eigentlich genug Arbeit da wäre, aber leider will sie niemand bezahlen. ;)
Zitat von KcKc schrieb:Gewisse Aufgaben gehören in staatliche Hände, nicht in ehrenamtliche. Das Ehrenamt ist kein Ersatz für staatliche Verwaltungs- und Instandhaltungsaufgaben, für Polizei, Feuerwehr, Krankenhäuser...
Das sowieso. Und vor allem dürfte sowas nicht privatisiert werden, wie es z.B. bei der Wasserwirtschaft mal angedacht war.
Zitat von KcKc schrieb:Man kann Lohnarbeit auch abschaffen, theoretisch. Praktisch denke ich aber, dass auch heute noch Gier und Egoismus siegen. Viele Menschen möchten nicht einfach nur genug haben, nicht einfach nur das, was sie wirklich brauchen. Sondern mehr, wie dieses auch immer aussehen mag.
So ist es leider, so ist der Mensch. :(


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22.11.2014 um 17:33
@Optimist
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Freuen würde mich das genauso, aber mein Selbstbewusstsein stärken? Ich weiß nicht. Man weiß doch vorher schon, wo seine Fähigkeiten und Qualitäten liegen, ganz egal wie Andere das sehen?
Aber ich gebe zu, früher dachte ich mal genauso wie Du, aber inzwischen bin ich von dieser Denkweise geheilt, weil man da sehr enttäuscht werden kann.
Wie gesagt:

Manche Leute brauchen halt mehr Rückmeldungen, ob sie auch richtig handeln.
Das würde ich aber nicht so negativ sehen, sondern als eine Alternative zum ,,sich selbst genug sein".
Zitat von OptimistOptimist schrieb:So ist es leider, so ist der Mensch. :(
Immer optimistisch bleiben :D


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22.11.2014 um 18:36
Zitat von KcKc schrieb:Man mosert zwar gern über ungerechte Verhältnisse, die doch mal geändert werden müssten. Aber es fehlt die Bereitschaft, diese Änderungen zu forcieren.
Zu oft soll das dann der ominöse ,,Herr Jemand Anders" machen.
Man selbst, naja, ist doch nicht die eigene Aufgabe, was, wenn man dann Nachteile hat im Job und so...

Die größte Furcht der Politiker und Wirtschaftsbosse ist, dass dies einmal aufhört, das Volk sich seiner Macht bewusst wird und sie auch wahrnimmt.
Rechtskonservative jedoch,, haben das Grundgesetz hinter sich,
wenn sie sich gegen jede revolutionäre Veränderung
-und sei die Entwicklung noch so allmählich!-

stemmen.
In einem anderen Thread sah ich mich vor kurzem genötigt, mal nachzuschauen,
was alles under Linksextremismus zu verstehen ist:
"Linksextremismus
Mit diesem Begriff werden Bestrebungen von Personenzusammenschlüssen bezeichnet, für die alle oder einige der folgenden Merkmale charakteristisch sind:
...
- Bekenntnis zur sozialistischen oder kommunistischen Transformation der Gesellschaft mittels eines revolutionären Umsturzes oder langfristiger revolutionärer Veränderungen,...
www.verfassungsschutz.de/de/service/glossar/_lL#linksextremismus

Auch allmähliche Entwicklungen, wie zB, Konsum"verweigerung" , Wachstums"verweigerung oder Share-Ökonomie lassen sich durchaus als langfristige revolutionäre Veränderungen auffassen.Sie sind unbedingt revolutionär!
Auch die in Aktiengesellschaften vom Management immer mehr forcierte Belegschaftsselbstverwaltung ist revolutioniär. Und damit seltsamerweise linksextrem.

Und wie wir hier in Allmy tagtäglich mehrfach erfahren müssen,
ist Linksextremismus mindestens so gefährlich wie Rechtsextremismus.

Wir müssen also die Beine stillhalten. (Ironie)

www.verfassungsschutz.de/de/service/glossar/_lL#linksextremismus
Diesen Link kann man seltsamer Weise nicht kopieren.


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22.11.2014 um 19:16
@eckhart
Zitat von eckharteckhart schrieb:ist Linksextremismus mindestens so gefährlich wie Rechtsextremismus.
Nichts geht über den goldenen Mittelweg. ;)
So ist es leider, so ist der Mensch. :(

--->KC:
Immer optimistisch bleiben :D
Glaube, ich muss mal meinen Nick ändern :D


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22.11.2014 um 19:44
@eckhart

Naja, der VF ist ohnehin mittlerweile recht zweifelhaft...

Wenn man sich anschaut, wieviele Mitarbeiter die in der rechtsextremen Szene haben und dass schon einmal ein NPD-Verbotsverfahren daran scheiterte, dass der VF zu viele Leute da drin hatte, wenn man sich anschaut, dass regelrecht absichtlich nicht in Richtung NSU ermittelt wurde, hinterher Akten geschreddert werden und jeder den Mund hält...

Sehr eigenartiger Verein mittlerweile. Was mich nun vermutlich auch auf die ,,Linksextremistenliste" bringen wird :D


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22.11.2014 um 21:53
Zitat von KcKc schrieb:Wenn ich mir die Typen angucke, die pünktlich schon früh morgens an der U-Bahn stehen, Bierflasche in der Hand, Kippe in der anderen, um ihr Tagewerk zu beginnen in Form von saufen, rauchen und labern, die Typen also, die keine Arbeit haben und keine Wertschätzung dafür erfahren können, dann zweifel ich das stark an, dass an ganz ohne was zu tun glücklich sein kann.
Ich glaube nicht das das der typische Arbeitslose ist, das ist doch das glatte Vollklischee, das so dann auch auf alle Rentner zutreffen müsste, weil sie ja nichts zu tun haben. Alles nur saufende, rauchende Greise die Leute an der U-Bahn zulabern.

Das verkennt alle Formen der Nachbarschaftshilfe und Hilfsbereitschaft, die ein Mensch leisten kann! Vor allem aber auch ihren Wert für Freunde und Familie, den man in Geld auch nicht messen kann.

Die Reduzierung des Menschen nur auf seine Lohnarbeit, die vielleicht auch ein Tier oder eine Maschine tun könnte, heißt doch den Menschen völlig zu entwerten.

Das zwingt die Gesellschaft dann auch auf den Fortschritt zu verzichten, denn auch bessere Medikamente machen in Zukunft Ärzte ja arbeitslos, aber auch sichere Fahrzeuge die KFZ-Mechaniker und wehe das Betriebssystem auf dem PC stürzt irgendwann mal nicht ab, Millionen von IT-Fachkräften wären arbeitslos!

Das ist doch alles nicht wirklich wahr, der einzige wirkliche Fortschritt in der Welt war auch immer nur der, Menschen aus der Arbeit zu befreien, für ihre Kreativität und Kunst die dann auch erst geweckt wird!


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23.11.2014 um 08:36
Zumal die nicht "pünktlich früh morgens" dastehen, sondern wohl eher die Nacht durchgesoffen haben ;).


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23.11.2014 um 08:57
@löm
Es hat alles seine Ursachen, auch wenn jemand säuft. Ich finde es zwar nicht richtig seine Gesundheit kaputt zu machen, wenn man Probleme hat, aber ich denke, kein Mensch gerät ohne Grund in die "Gosse" .
Und dann den Willen aufzubringen, sich da am "eigenen Schopf"wieder rauszuholen oder auch einnzusehen, dass man dazu Hilfe braucht usw., das ist für solche Menschen wahrscheinlich nicht so leicht. Zumal sie ja labile Charaktere sein müssen, denn starke Menschen kommen sicher gar nicht erst in solch eine Lage.
Aber woran liegt es denn, wenn ein Mensch labil ist? Hat er sich das ausgesucht, weil ihm das so besser gefällt, oder steckt das vielleicht in den Genen? (ich weiß es auch nicht, nur mal nebenbei).

Aber was ich damit sagen wollte: Das alles könnte man bei allem Herabsehen auf solche Menschen evtl. auch mit im Auge behalten, oder?


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23.11.2014 um 08:59
@Optimist
Darauf wollte ich doch gar nicht hinaus :D. Ging mir nur darum, aufzuzeigen, dass die nicht dafür früh aufstehen, weil das ihre Tagesbeschäftigung ist.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

23.11.2014 um 09:02
@löm
ja, ich hatte Dich da auch schon richtig verstanden. :)
Wollte nur mal ganz allgemein - mehr für Andere - welche auf Alkis mit den Fingern zeigen, aufzeigen, dass die sich ihre Misere sicher nicht bewusst ausgesucht hatten.

Und mit dem zeitig aufstehen: ist auch nicht unbedingt gesagt, ich komme manchmal an solchen Stellen vorbei, wo sie rumsitzen - auch schon frühzeitig. Auch bei denen gibt es "Nachteulen" aber auch "Nachtigallen" ;)


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

23.11.2014 um 09:02
@Optimist
Ja klar, aber das ist hier ja nicht das Thema.


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