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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

20.783 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Hartz IV, Sanktionen, BGE ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

27.04.2018 um 08:20
@Negev

Deine Aussagen im oberen Teil sehe ich auch so.
Zitat von NegevNegev schrieb:Es ist nicht schwierig. Und diese Forderung muss auch nicht belächelt werden!
Zum einen habe ich die Forderung an sich nicht belächelt, sondern die Aussage das es schwierig wird, denn "gut leben" ist subjektiv und von daher von Person zu Person anders betrachtet.

Deine Auflistung dazu ist doch recht bodenständig und die Vorstellung des Nettoverdienstes ist auch im vernünftigen Rahmen.


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27.04.2018 um 08:54
Zitat von NegevNegev schrieb:Fachkräftemangel wo? Meiner Meinung besteht ein Fachkräftemangel erst dann wenn nicht alle Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerbern besetzt werden können - selbst wenn man hier als Arbeitgeber einige Abstriche macht.
Das entspricht nicht der Definition von Unternehmern. Sie wollen am liebsten einen Überschuss an potentiellen Arbeitskräften, um a) günstig "einzukaufen" und b) die volle Auswahl zu haben.
Angebotsmärkte finden sie hingegen doof. Außer sie selbst sind auf der Anbieterseite.
Es ist nachvollziehbar, wenn man mal ehrlich ist.

Weniger nachvollziehbar ist die Seite der Politik. Denn die müsste jetzt sagen: Angebotsmarkt? Hey, warte mal. So findet die Erzählung zu ihrem Ende. Erst geht es den Unternehmen gut, dann den Beschäftigten. So war der Plan. Was soll die Aufregung?

Statt dessen wird noch ehe die Erzählung beendet wird das nächste Untergangsszenario herbeigeredet. Um das irgendwie abzuwenden verzichten wir auf Teil 2 der Erzählung (nur ergibt die Story dann wenig Sinn).

Ist eigentlich jemandem aufgefallen, dass wir ständig im Untergangsmodus befinden. Völlig unabhängig von der Konjunktur, Rohstoffpreisen, Absatzrekorden oder -flauten....
Ständig müssen wir Schwimmwesten tragen.
Ist schon ziemlich absurd und irgendwie machen alle mit, weil wir - wenn wir mal ehrlich sind - den Krisenmodus lieben. Schönwetter hingegen ist uns suspekt.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

27.04.2018 um 09:37
Zitat von wuecwuec schrieb:Weniger nachvollziehbar ist die Seite der Politik.
Ich vermute ja Absicht.
Das wird aber immer als Verschwörungstheorie abgetan.
Nach meinem Verständnis aber, ist die Politik die Nutte der Wirtschaft.
Zitat von wuecwuec schrieb:Ist eigentlich jemandem aufgefallen, dass wir ständig im Untergangsmodus befinden. Völlig unabhängig von der Konjunktur, Rohstoffpreisen, Absatzrekorden oder -flauten....
Meiner Meinung nach befindet wir uns tatsächlich in einer Krise. Jedoch hüllt Politik und Medien einen Großteil der Bürger in eine Wohlfühlblase ein. Bloß nicht über die Ernsten Themen der Gesellschaft reden. Man könnte ja Wähler verlieren. Wenn man als Politiker doch mal nach vorne prescht - wird man von den Medien sowieso sofort erschossen.


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27.04.2018 um 09:45
Zitat von NegevNegev schrieb:Meiner Meinung nach befindet wir uns tatsächlich in einer Krise. Jedoch hüllt Politik und Medien einen Großteil der Bürger in eine Wohlfühlblase ein.
Probates Mittel hierfür sind ja auch die ganzen Statistiken welche die Realität frisieren.


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27.04.2018 um 10:02
Zitat von NegevNegev schrieb:Nach meinem Verständnis aber, ist die Politik die Nutte der Wirtschaft.
Das tönt ein bisschen heftig. Die können sehr gut miteinander, das kann man getrost sagen.
Ist ja auch nicht ganz falsch. Ist aber wie alles im Leben eine Frage der Dosierung.
Zitat von NegevNegev schrieb:Jedoch hüllt Politik und Medien einen Großteil der Bürger in eine Wohlfühlblase ein.
Die eine Seite, die immer von Sonnenschein predigt, damit uns schön warm wird. Die andere Seite ist dieser CDU-Fuzzie im Video (Gräf, Gräff, wen kümmerts). Der will Brände löschen, die gar nicht ausgebrochen sind, an die er selbst nicht recht glauben mag, ansonsten hätte er nicht Wischi-Waschi-Gerede von Unmengen abstrakter Jobs abgesondert sondern konkretisiert.
Gleiche Alarmistenliga wie Spahn, Seehofer etc.
Die versetzen uns in den Dauerkrisenmodus, weil Angst deren Geschäft ist. Angst macht die Leute gefügig.
Das gleiche Bild bei den Medien. Die einen jubilieren (Deutschland vor noch ein Tor), die anderen kennen nur Islamisten, faules Pack, Verweichlung, Verrohung... Dauerkrisenmodus.
Beide (Extrem-)Positionen eint ihre gemeinsame Blindheit. Es ist nicht alles gut, nur weil man es gerne hätte. Es ist auch nicht alles schlecht, nur weil man es beschreit.
Dieser Form von "Extremismus" hilft nie, nirgendwo und niemandem. Er verstellt nur den Blick auf wichtigen Baustellen.
Zitat von NegevNegev schrieb:Bloß nicht über die Ernsten Themen der Gesellschaft reden.
Das liegt -zum Teil jedenfalls- an den Medien, die seitens Interessengruppen, Politikern... regelmässig gefüttert und getriggert werden.
Zitat von NegevNegev schrieb:Wenn man als Politiker doch mal nach vorne prescht - wird man von den Medien sowieso sofort erschossen.
Okay, aber das gehört doch zur Jobbeschreibung. Oder nicht? Das pol Spektrum spiegelt sich in den Medien wider. Ist doch normal dass die Grünen ständig erschossen werden. Andere Stellen erschießen ständig die SPD uswusf. Überall tote Leichen. Muss nicht gefallen, muss man aber hinnehmen wenn man eine möglichst freie Presse haben will. Die Alternative dazu wäre ja auch ziemlich bescheiden - mMn weitaus schlechter.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

27.04.2018 um 11:04
@wuec
Die eine Seite, die immer von Sonnenschein predigt, damit uns schön warm wird. Die andere Seite ist dieser CDU-Fuzzie im Video (Gräf, Gräff, wen kümmerts). Der will Brände löschen, die gar nicht ausgebrochen sind, an die er selbst nicht recht glauben mag, ansonsten hätte er nicht Wischi-Waschi-Gerede von Unmengen abstrakter Jobs abgesondert sondern konkretisiert.
Gleiche Alarmistenliga wie Spahn, Seehofer etc.
Die versetzen uns in den Dauerkrisenmodus, weil Angst deren Geschäft ist. Angst macht die Leute gefügig.
Das gleiche Bild bei den Medien. Die einen jubilieren (Deutschland vor noch ein Tor), die anderen kennen nur Islamisten, faules Pack, Verweichlung, Verrohung... Dauerkrisenmodus.
Beide (Extrem-)Positionen eint ihre gemeinsame Blindheit. Es ist nicht alles gut, nur weil man es gerne hätte. Es ist auch nicht alles schlecht, nur weil man es beschreit.
Dieser Form von "Extremismus" hilft nie, nirgendwo und niemandem. Er verstellt nur den Blick auf wichtigen Baustellen.
sehr schön auf den Punkt gebracht.
Ich trau mir gar nicht zu sagen, dass ich der gleichen Meinung bin, könnte dann wieder als unnötiges "Schulterklopfen" angeprangert werden (von bestimmten usern) ;)

Wer hat nun aber diese "Grabenkämpfe" auszubaden? Immer die Schwächsten einer Gesellschaft. Dazu können mitunter sogar Mittelstandsbetriebe gehören, also nicht nur die sogenannte "Unterschicht".

Die einen (AG/AN) werden gerne mal gegen die anderen (Transferleistungsbezieher) ausgespielt.
Ich weiß von einigen Kleinbetrieben, welche um ihr Überleben kämpfen und deshalb nicht mehr zahlen können obwohl sie es vom Menschlichen her gerne wollten...
Und es gibt auch die, welche mehr zahlen könnten, aber Geiz (und Profit) ist geil.
Bei den Transfergeldbeziehern gibt's nun auch solche und solche.

Und bei allen "Gruppen" gibt's mehr oder weniger Betrüger.
Die Betrugsfälle sind natürlich ärgerlich und sollten durch so wenig wie möglich Schlupflöcher minimiert werden. Der andere Punkt ist, dass Betrügereien - egal von wem - leider gerne mal von diversen Stimmungsmachern instrumentalisiert werden.


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27.04.2018 um 21:04
@Negev

Du beschwerst Dich permanent, dass Dir keiner einen Job vor die Füße schmeißt, aber wärst gleichsam nicht bereit, eine Arbeitsstelle anzutreten, bei der Du aufstocken musst. Nochmal: Die beste Möglichkeit, wieder in Arbeit zu kommen, ist, zu arbeiten, Kontakte zu knüpfen, zu zeigen, was Du kannst, Erfahrungen sammeln usw.. Und durch die Freibeträge hast Du so oder so mehr Geld in der Tasche - auch wenn es nicht viel Kohle ist. Es ist doch so: Wenn Du bestimmte Angebote präventiv verneinst, dann sinken entsprechende Deine Chancen, wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Nur scheint der Tenor bei Dir zu bleiben: Alle anderen sind schuld, nur ich nicht. Für mich klingt das nach Kapitulation. Dem Aufbau einer Schutzmauer, um sich selbst nicht am Riemen reißen zu müssen.


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27.04.2018 um 21:26
Zitat von NegevNegev schrieb:Und ob der Mensch diese Softskills wie Zuverlässig sein, die Fähigkeit früh Aufzustehen oder gar Lernfähigkeit besitzt - dafür gibt es die Probezeit!
Falsch, dafür gibt es das Praktikum. Um wieviele Praktika hast du doch in diesem Bereich beworben. Ein Arbeitgeber greift im äussersten Fall zu eienr Kündigung in der Probzeit. In der Zwischenzeit muss er das Auswahkverfahren neu starten und womöglich ein Jahr ohne Azubi auskommen.
Darum kann ich jeden Arbeitgeber verstehen, der Bewerbungen und Berwerber/innen auf Herz und Nieren prüft.
Zitat von AldarisAldaris schrieb:Nochmal: Die beste Möglichkeit, wieder in Arbeit zu kommen, ist, zu arbeiten, Kontakte zu knüpfen, zu zeigen, was Du kannst, Erfahrungen sammeln usw..
100% Zustimmung. Job2Job, das Prinzip funktioniert immer und ist im Endeffekt immer mit einem Aufstieg auf der Karriereleiter verbunden. Ein Arbeitgeber, der einen Bewerber hat,welcher in Beschäftigung ist, welcher nicht eingearbeitet werden muss und dem Unternehmen direkt einen Mehrwert bringt hat eine ganz andere Verhandlungsbasis.

Aus diesem Grund muss man z.B. Personaldienstleister ddifferenzieren, als Mittel die Arbeitslosigkeit zu beenden sollte man auf die Personaldienstleister zugehen. Einen längeren Verbleib kann ich jedoch nur abraten.


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27.04.2018 um 21:52
Zitat von capspauldincapspauldin schrieb:Aus diesem Grund muss man z.B. Personaldienstleister ddifferenzieren, als Mittel die Arbeitslosigkeit zu beenden sollte man auf die Personaldienstleister zugehen. Einen längeren Verbleib kann ich jedoch nur abraten.
Definitiv. Die Arbeitnehmerüberlassung z.B. ist ein komplizierter (Rechts)Bereich, aber mittlerweile haben sich dort seriöse Unternehmen etablieren können, die durch Ihre Spezialisierung besser in Arbeit vermitteln können als es der Einzelne über den direkten Kontakt mit dem Zielbetrieb schaffen kann. In manche Unternehmen kommt man ohne diese Vermittler faktisch nicht mehr rein. Das kann auch für wenig qualifizierte Kräfte große Vorteile mit sich bringen. Man bekommt die Gelegenheit in einem Unternehme zu arbeiten und wenn der Entleiher zufrieden ist, kann eine Übernahme winken. Andernfalls wird man in ein anders Unternehmen geschickt. Das Wesentliche daran ist, dass man die Gelegenheit bekommt, sich in verschiedenen Betrieben vorstellen zu können, Kontakte zu knüpfen etc.pp, wie oben bereits erwähnt. Aber schwarze Schafe gibt es da auch. Schwierig finde ich z.B. sowas wie die Vermittlungsgutschein-Regelung. Da gab es bereits einiges an Missbrauch, insbesondere durch Einzelpersonen, die als als Personalvermittler tätig waren.


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28.04.2018 um 06:59
@Aldaris
@capspauldin
Was passiert aktuell? Man will einen Fachkräftemangel herbei reden. Arbeit würde man überall finden. Jubwunder in Deutschland, noch nie war die Lage so gut wie jetzt. Das wird in den Medien rauf und runtergesabbelt.

Alles was ich mach, ist zu Fragen: "Wo?"

Eine einfache Frage, auf die ich noch keine Antwort erhalten hab (den Pflegebereich ausgenommen).
Und wenn es tatsächlich einen Mangel geben würde, dann würden die Arbeitgeber nicht 100 Gründe gegen mich finden - sondern es im Zweifel eben mal mit mir versuchen weil ich die schulischen Voraussetzungen erfülle, ich mich motiviert zeige und ich, zwar etwas zurückhaltend, aber sonst recht umgänglich bin.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

28.04.2018 um 07:04
@Negev

Es werden aktuell dringend Leute gesucht die mit EPlan umgehen können, Elektrokonstrukteure z. B.
Der Fachkräftemangel ist da.

Die Frage steht offen, wieso du dich nicht verstärkt über Praktikas bewirbst und somit eine gewisse Grundmotivation zeigst.


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28.04.2018 um 07:19
@capspauldin
Weil ich auch hier auf Ablehnung treffe. Ich hab mich schon einige male um ein Praktikum beworben - ich wollte den Beruf Kaufmann im Einzelhantel kennenlernen. Ein Beruf der mit meiner Ausbildung Artverwandt ist! Es hagelte Ablehnungen.

Auch hab ich mich um Praktika bemüht, in Jobs, für die ich jetzt eine Ausbildung suche - ehrlich gesagt habe ich es nach 3 Ablehnungen belassen und ich will noch die Chance solange nutzen und mich um eine Ausbildung bewerben.

Wenn der Zeitraum dann verstrichen ist, will ich mich nochmal verstärkt um Praktika kümmern.

Und Grundmotivation? Ich bewerbe mich doch nicht als Chef! Ich denke, ich schon die richtigen Vorstellungen und begreife meine Situation. Aber ich verkaufe mich nicht gänzlich für unter Wert!


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

28.04.2018 um 07:26
@capspauldin
Ach ja, in den Bewerbungen für eine Ausbildung habe ich überall, da wo es Möglich war (also in einem Umkreis von 50 km), ein Praktikum angeboten.


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17.05.2018 um 15:45
So, auch der letzte Strohalm ist gerissen... Fachkräftemangel - dessen Ursprung nur im Ausbildungssystem zu suchen ist... ich weiß nicht was ich glauben soll. Bin Ratlos.

Naja, jetzt heißt es erst mal umziehen bzw. eine Wohnung finden - das soll ja auch nicht so leicht sein. Schon darauf darf man sich bewerben und mit anderen konkurrieren. Das ist jetzt mein dringendstes Problem...

Dann, da mich eh keiner will, in Hartz 4 einrichten - so gut es geht.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

18.05.2018 um 17:42
Nicht aufgeben und immer weiter versuchen.
Irgendwann klappt es.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

19.05.2018 um 14:06
Zitat von NegevNegev schrieb:Naja, jetzt heißt es erst mal umziehen bzw. eine Wohnung finden - das soll ja auch nicht so leicht sein. Schon darauf darf man sich bewerben und mit anderen konkurrieren. Das ist jetzt mein dringendstes Problem...
Da Du Hartz4-Leistungen beziehst, wäre ja erstmal die Frage wichtig, ob der Umzug erforderlich ist. Ansonsten wird Dir das Jobcenter kein Kautionsdarlehen bzw. Genossenschaftsanteile gewähren.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

20.05.2018 um 11:50
@Negev


Hi. Ich kenne ja deine nähere Situation nicht und habe primär nur die letzten paar Posts dazu gelesen. Kurzum wird das hier quasi längere Version von @Sbl2300's "Nicht aufgeben".


Aber als jemand der auch eine Weile Suchender war, kann ich persönlich nur (vereinfacht) sagen:

Nicht aufgeben, nie aufgeben, immer weitermachen - aber auch immer selbstkritisch sein und versuchen, sich, soweit möglich, in die andere Rolle reinzuversetzen und sich selbst kritisch zu betrachten, von den Fähigkeiten her, den Anschreiben wie auch den Qualifikationen her.

Und dann natürlich eben schauen, wie man das Unternehmen kontaktiert, was man anbietet, wie genau man sich verkauft. Und eben auch bei Absagen nicht auf Dauer aufgeben.

Das alles mag leichter geschrieben sein als getan, aber im Umkehrschluss frage ich:


Was ist die Alternative? Sich hinlegen und aufgeben?

Von Nichts kommt meistens Nichts. Ich hab auch eine Weile gebraucht, hatte viele Absagen bekommen, durfte, da relativ jung, in Maßnahmen die teilweise hilfreich, oft irgendwo sinnlos oder mäßig effektiv waren. Ich hatte von vornherein schon eine Arschkarte oder mehrere durch Schicksalsschläge im Leben, die sich eben auf manche Schulnoten ausgewirkt haben und der Durchschnitt runtergezogen wurde. Das kann auch gute (im Sinne von nachvollziehbare, erklärbare, entschuldbare) Gründe haben nur sieht das ein Personaler der vorsortiert oder aussortiert nicht unbedingt.

Wenn solche "Nachteile" bestehen muss ich versuchen in anderen Bereichen auszugleichen und interessant(er) zu wirken. Oder klein anzufangen (Praktikum, ggf. etwas niedriger in der Gehaltsvorstellung), auch wenn das Scheiße sein kann, aber im Zweifel nun mal der Fuß in der Tür sein kann.


Wichtig ist, die positive Grundeinstellung zu behalten: "Ich will auch bei Absagen oder Fehlschlägen weitermachen".

Dann muss es irgendwann klappen. Oder man erwägt, sich umzuorientieren oder höhere Qualifikationen oder Abschlüsse zu erlangen. Je nach schulischem Abschluss stehen einem schon so manche oder viele Türen und Tore theoretisch offen.


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Mein grundlegendes Fazit nach insgesamt ca. 2,5 Jahren an H4 in jungen Jahren ist:

Es ist anfangs sicherlich nett oder "bequem" wenn man den Tag für sich hat und mit dem Geld auch auskommt. Ich bin nach der Schule in eine Orientierungsphase wo ich erst ein Studium erwägt habe, dann aber doch eine Ausbildung / Arbeit angepeilt habe weil mich die erwägten Bereiche dann nicht angesprochen haben. Da es aufgrund gewisser Handicaps schwieriger war gegen andere zu bestehen, hat mich das eben Zeit gekostet, wo andere relativ schnell unterkommen. Blöd angestellt habe ich mich nicht unbedingt, das Feedback in Schulungen / Maßnahmen war eigentlich immer gut, was Anschreiben und Co. anging. Ergo mutmaße ich, dass es an den "Handicaps" lag.

Die Freizeit war am Anfang schon praktisch, wenn man eben, ganz gleich wie das Hobby aussehen mag, den Tag für sich hat und somit auch den Fokus auf Hobbies legen kann. Aber irgendwann wird die Nacht zum Tage und, mein Eindruck, man "verlottert" irgendwie. Ich sehe das auch bei anderen die H4 beziehen und lange bezogen haben. Man denkt immer der ganze Kram auf RTL usw. ist scripted reality und überzogen, was ja meistens auch so ist, aber manches in der Realität kommt schon echt nah dran. Ich will kein Stigma oder Klischee beschwören und es gibt solche und solche, aber auf lange Sicht ist H4 vermutlich einfach "ungesund", physisch wie mental, je nach Lebensstil und Charakter. Man wird finanziell auch immer irgendwo eingegrenzt sein. Ich war auch noch relativ jung, was ich immer noch bin, auch wenn das schon wieder 8 Jahre oder so her ist. Ich wollte was machen. Ich hatte gemäß natürlicher oder durchschnittlicher Lebenserwartung JAHRZEHNTE vor mir und wollte nicht "abgammeln" oder von Maßnahme zu Maßnahme und Termin zu Termin tingeln, auch wenn ich mich nebenher immer wieder beworben habe. Das habe ich eben genau deswegen gemacht, und nicht aufgegeben, um genau dieses "Leben" zu vermeiden. Und es hat sich ausgezahlt.

Ca. 2,5 Jahre (insgesamt) war ich da drin und bin froh, Mitte des Jahrzehnts einen guten Job gefunden zu haben, der mich auch irgendwo anspricht und nicht nur "Zwang" ist, was ja auch nicht jeder in diesen Tagen behaupten kann. Aber es war ein mitunter nerviger oder teilweise steiniger Weg. Zurück in H4 will ich nicht, es sei denn es kommt halt so weil der Job weg ist. Will sagen: Ich sehne mich jetzt, wo ich auch finanziell bessere Möglichkeiten habe, nicht mehr zurück dorthin, auch wenn natürlich die Freizeit begrenzter ist.


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Wieso schreibe ich das alles?

Ich hoffe, dass diese Zeilen den einen oder anderen der hier (still) mitliest und in einer entsprechenden Lage ist motivieren oder sonst wie "beflügeln", nicht aufzugeben, ggf. den eigenen Lebensweg zu überdenken, sich umzuorientieren, an den Qualifikationen usw. zu arbeiten, und eben dranzubleiben und sich nicht "hinzulegen", also aufzugeben.

Es gibt auch Leute, die kommen prima mit H4 und wollen das. Für mich war das aber nichts, als relativ junge Person die noch was machen wollte. Ich wollte auch anderen nicht ohne irgendwelche Gegenleistungen auf der Tasche liegen.

Ich weiß nicht ob das System "Hartz 4" schlecht ist oder nicht, beziehungsweise ich hab nie groß mit anderen darüber debattiert. Ich war zumindest froh, die Zeit zu haben, mich auf Bewerbungen und Arbeitssuche zu konzentrieren ohne auf der Straße hocken zu müssen oder aufs Feld geschickt zu werden. Andere Länder haben den Luxus nicht. Perfekt ist es sicherlich nicht - was ist schon perfekt? Es hat mir geholfen die relevante Zeit zu überbrücken.

Aber es wird auch ausgenutzt oder ist in gewissen Fällen ineffektiv um die Leute zur Selbstmotivation zu bringen, wenn diese abhandengekommen ist. Wenn ich scherzhafte Bemerkungen über "Hart 4, der Tag gehört dir!" von Leuten höre die es kriegen und zwischen den Zeilen nicht mehr ganz so scherzhaft meinen, sondern eher ernst, denke ich mir auch, wie lange das gutgehen soll oder ob das fair ist. Einzeln ja, in der Masse wirds schwierig. Ich argumentiere hier nicht mit Klischees aus "Pseudodokus", Halbwissen, etc. sondern habe ja eine Weile selbst immer wieder mal mit anderen H4-Empfängern zutun gehabt wie auch immer wieder mal mit den Sachbearbeitern oder Dozenten gesprochen, wie sie andere so einschätzen.

Es ist also was dran.

Vielleicht erreichen wir irgendwann einen Punkt, wo viele so etwas nicht mehr brauchen, weil einfach vorher schon die Weichen so gestellt werden, dass man es nicht oder nur noch in Ausnahmefällen braucht. Ich denke dann hätte man gesellschaftlich auch einen Mehrwert, als den "Flickenteppich" oder eben "Hartz 4", was in Teilen ja schon zum Stigma verkommen ist, ob berechtigt oder nicht. Das sollte so eigentlich nicht sein.

Okay, genug Text fürs Erste.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

20.05.2018 um 12:43
Zitat von WardenWarden schrieb:Mein grundlegendes Fazit nach insgesamt ca. 2,5 Jahren an H4 in jungen Jahren
Ich danke Dir für diese Zeilen.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

29.05.2018 um 10:34
Hallo lieber Hartz4 Thread,

ich habe mal ne Frage: ich arbeite neben meinem Studium nebenbei im JUZ.
Wir machen nächste Woche Exkursionsfahrten: und da gehts dann beispielsweise auch in ein DialogMuseum

Hier jetzt meine Frage: Ein Kind (dass mir wirklich ans Herz gewachsen ist) würde gerne mitkommen. Das Problem ist allerdings, dass die Eltern dafür nicht das nötige Geld haben.
Ist es nicht auch möglich durch das Bildungspaket ( https://www.hartz4.org/bildungspaket/ ) auch dafür einen Zuschuss zu bekommen?
Oder gilt dieses wirklich nur für schulische Zwecke? Es bricht mir wirklich das Herz sowas mit anzusehen.

Liebe Grüße :)


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29.05.2018 um 11:20
@Steini96

Da würde ich mal das zuständige Sozialzentrum anrufen und höflich nachfragen. Denn zumindest hier in SH deckt die "Karte", die inziwschen für minderjährige HartzIVer augegeben wird, viele Leistungen im Bereich der sozialen Teilhabe ab.


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