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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

20.835 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Hartz IV, Sanktionen, BGE ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

29.06.2019 um 21:57
Youtube: MitArbeit: Neue Perspektiven für Langzeitarbeitslose
MitArbeit: Neue Perspektiven für Langzeitarbeitslose
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@Streuselchen
Natürlich ein Musterbeispiel, natürlich ein Vorbildsarbeitgeber. Aber es ist Werbung, man wirbt mit Vorteilsübesetzung.
Es ist kein Zaubermittel, selbst eine 100 prozentige Förderungen, kann so manches Hemmnis nicht ausgleichen.
Ich sehe da drin aber auch nix verwerfliches. Diese Förderung ist ja tatsächlich dafür da, jene welche bis dato immer eine Motivation hatten, zu unterstützen.

Jemand der nix kann, aber auch nicht will, wird man auch weiterhin nicht vermitteln. Dies sollte auch im Interesse der Arbeitgeber sein. Wichtig ist es nur, dass auch diese Menschen wissen, sollten sie mal das Interesse haben, aktiv mitarbeiten zu wollen, dass sie kommen können.

@Abahatschi

Eine Situation eine Konstellation, die sowohl für die Dame, für den Arbeitgeber, für die Gesellschaft einen Mehrwert bietet.
Dies können nun die üblichen Schwarzmaler versuchen schlecht zu reden, aber dies wird nicht gelingen.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

29.06.2019 um 22:01
@capspauldin


Ganz tolles Video und es spiegelt sehr sehr viele gute Arbeit vom Jobcenter (allgemein, einzelne Standorte mal ausgenommen) wieder.
Desweiteren....
In der Activia-Jogurt Werbung sagen sie ja auch das es die Darmflora reguliert und nicht "macht Schön bläpups"
sollte schon jedem klar sein das Werbung immer etwas übertreibt.
Aber hier ist es, zumindest meiner Erfahrung nach, ja etwas was viele Jobcenter den Menschen wirklich anbieten : individuelle Hilfe. Hingehen und annehmen muss man sie dann schon noch allein. Den Bläpups Jogurt muss man sich zumindest auch erstmal holen bevor er hilft.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

29.06.2019 um 22:02
@capspauldin
Schönes Video! Motivierend und es zeigt doch dass die Leute alleine gelassen werden.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

01.07.2019 um 10:05
Mal ein allgemeiner Gedanke zum Thema 'Hilfe vom Amt':

Ich habe auch einen Beruf, in dem Menschen zu mir kommen, um Hilfe zu erhalten und erfreulicherweise gelingt das auch oft.

Das gelingt aber dann besonders gut, wenn der Mensch, der einen Termin meistens schon länger im Voraus hatte, sich vorab Gedanken gemacht hat: Wobei kann man mir helfen? Was bringe ich mit? Was bringe ich an möglichen Risiken und Einschränkungen mit? Was kann ich selbst tun? Wo können mir andere Menschen, evtl sogar nichtstaatliche Stellen helfen?

Es gelingt dann besonders schlecht, wenn mir trotz großer Mühen das bestehende Problem gar nicht nachvollziehbar erklärt wird und stattdessen gleich vehemente Forderungen erhoben werden, ohne dass klar wird vor welchem Hintergrund. Wenn dann noch gleich mit Beschwerde gedroht wird, schalte ich geistig auf Minimalangebot zurück. Das wird doch bei der Arbeitsagentur nicht anders sein.

Vielleicht verläuft manch ein Gespräch konstruktiver, das der Klient folgendermaßen beginnt: Also, ich hatte mir folgende Dinge überlegt: …. Weiterhin habe ich schon mal bei … nachgefragt. Was meinen Sie denn? Oder könnten wir vielleicht...

Dieses Gespräch wird sich auch für den Mitarbeiter vielleicht stark von einer Vielzahl von Gesprächen unterscheiden, so dass es am Ehesten zu einem konstruktiven Ergebnis führt.

Wer selbst aber gar nichts vorbereitet, bereitet auch immer ein bißchen seinen eigenen Darwin Award vor.


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01.07.2019 um 11:13
@sacredheart

Bin da ganz bei dir. Natürlich läuft es bei der Agentur für Arbeit nicht anders, noch beim Jobcenter. Es arbeiten Menschen und die agieren menschlich.
Jedoch hat man besonders im Jobcenter versucht dahingehend einzulenken.
Case Management spielt da eine elementare Rolle, so dass der Fallmanager viel mehr ist als nur der Ansprechpartner.
Dieses Vorhaben ist auch nur zu befürworten. Termine die stattfinden, sollen nicht mehr den Eindruck erwecken, es sind Termine die gemacht werden müssen, nur damit diese gemacht sind.
Termine brauchen einen Anlaß, wer diesen Einbringt ist irrelevant. Beratungszeit ist Lebenszeit und die für beide Seite des Tisches.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

01.07.2019 um 12:39
Abhilfe könnte schaffen, vorab in Schreiben zu Terminen wie mündlichen Absprachen gewisse "Erwartungen" zu nennen, um das Gegenüber dahingehend zu sensibilisieren oder zum Nachdenken anzuregen.

Leider wird nicht jeder proaktiv tätig werden, weil Schusseligkeit oder fehlender Horizont.

Das kann dann noch der Kompromiss sein, auch wenn das auch nicht jeder lesen, verstehen oder machen wird.

Der Aspekt unterstreicht aber gut, wie wichtig das eigene Handeln ist, neben der eigens aufzubringenden Motivation an seiner Lage etwas zu ändern bzw. Hilfsangebote effektiv wahrzunehmen.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

01.07.2019 um 17:26
Zitat von WardenWarden schrieb:Abhilfe könnte schaffen, vorab in Schreiben zu Terminen wie mündlichen Absprachen gewisse "Erwartungen" zu nennen, um das Gegenüber dahingehend zu sensibilisieren oder zum Nachdenken anzuregen.
Als Erinnerung vielleicht hilfreich, jedoch sollte in den jeweiligen Gesprächen eh eine gemeinsame Marschrichtung vorgegeben werden. Heisst, im Normalfall, sollten beide Seiten wissen was von einem im nächsten Gespräch verlangt wird.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

01.07.2019 um 18:25
Zitat von WardenWarden schrieb:Leider wird nicht jeder proaktiv tätig werden, weil Schusseligkeit oder fehlender Horizont.
@Warden

Seltsamerweise gelingt es den Leuten, die sich nicht aktiv mit der Arbeitssuche beschäftigen aber häufig Gegenteilig aktiv zu werden.

Ich habe vor einigen Wochen ziemlich intensiv im Internet nach "Tips / Tricks und Vorbereitungen" für ein Vorstellungsgespräch gesucht.
Für mich hat es sich gelohnt (habe die Zusage bekommen), aber dabei bin ich über Foren gestolpert, in denen sehr viele Leute, sehr aktiv, danach gesucht haben, wie man dem Jobcentermitarbeitern das Leben schwer machen und sich bei Bewerbungsanschreiben/Vorstellungsgesprächen so "ungeschickt" anstellen kann, dass man den Job auf jeden Fall nicht bekommt, aber auch keine Sperre vom Jobcenter erhält.

Was diese Leute dort alles über ihre Rechte wussten/wissen wäre ja schon fast beeindruckend, wenn es mich nicht so extrem wütend machen würde.

Insofern ergibt für mich auch das scheinbar völlig schwachsinnige "Bewerbungstraining" wieder einen Sinn. 😉 Ich ziehe meinen Hut vor den Mitarbeitern dort, denn ich würde meine Hand nicht dafür in's Feuer legen, ob ich meinem Gegenüber dort, immer die höfliche Umgangsform entgegen bringen könnte...

Liebe Grüße


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01.07.2019 um 18:50
@dieLara
Zitat von dieLaradieLara schrieb:Was diese Leute dort alles über ihre Rechte wussten/wissen wäre ja schon fast beeindruckend, wenn es mich nicht so extrem wütend machen würde.
In sehr vielen Fällen handelt es sich dabei um (gefährliches) Halbwissen und nicht um echte Kenntnisse der Materie.


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01.07.2019 um 21:23
Zitat von dieLaradieLara schrieb:Was diese Leute dort alles über ihre Rechte wussten/wissen wäre ja schon fast beeindruckend, wenn es mich nicht so extrem wütend machen würde.
Für viele ist es schon ein Krieg, was ich lächerlich finde, aber jeder steckt sich seine Agenda.
Aldaris hat es jedoch richtig umschrieben, dort herrscht mehr Halbwissen als sonst was.
Es läuft immer wieder auf das Gleiche hinaus, das Vergessen und Verdrängen von Pflichten.
Zitat von dieLaradieLara schrieb:in denen sehr viele Leute, sehr aktiv, danach gesucht haben, wie man dem Jobcentermitarbeitern das Leben schwer machen und sich bei Bewerbungsanschreiben/Vorstellungsgesprächen so "ungeschickt" anstellen kann, dass man den Job auf jeden Fall nicht bekommt, aber auch keine Sperre vom Jobcenter erhält.
Destruktive Menschen wird es immer geben, sich gut fühlen in seiner destruktiven Art auch.


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01.07.2019 um 22:16
@Aldaris
Zitat von AldarisAldaris schrieb:In sehr vielen Fällen handelt es sich dabei um (gefährliches) Halbwissen und nicht um echte Kenntnisse der Materie.
@capspauldin
Zitat von capspauldincapspauldin schrieb:Aldaris hat es jedoch richtig umschrieben, dort herrscht mehr Halbwissen als sonst was.
Also ich hatte beim Lesen fast aller Beiträge in diesem "Erwerbslosen" - Forum durchaus das Gefühl, dass es dort ein paar echte Spezialisten gibt, die ein ziemlich festes juristisches Grundwissen hatten (und anscheinend auch ein großes persönliches Interesse daran, dem Amt "eins rein zu würgen"), was mich ja so "erstaunt" hat. Und diese haben natürlich nahezu jedem "Hilfesuchenden" mit Rat und Tat zur Seite gestanden, ihm seine Rechte aufgezeigt und in erster Linie gesagt, was er nicht machen muss... Meistens blieb dabei kaum ein gutes Haar am Amt oder dem/der Sachbearbeiter/in.

Aber ich will eure Aussagen gar nicht in Frage stellen, dafür habe mich wirklich nicht annähernd intensiv mit dem Thema beschäftigt. Mich hat das Ganze (also besagtes Forum) einfach nur geärgert. 😉

Ganz liebe Grüße


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

02.07.2019 um 10:10
Naja, wer am Ende damit zufrieden ist und durchkommt und nicht "mehr" will ¯\_(ツ)_/¯

Gesamtgesellschaftlich gesehen finde ich, dass man "ein paar" locker verkraften kann. Natürlich kann man argumentieren, das sei nicht im Sinne des Erfinders, das Geld könnte woanders reinfließen, etc. pp.

Ja, richtig. Bei einem endlichen Haushalt kann man immer woanders Löcher stopfen... oder aufmachen.

Aber praktisch gesehen wird es immer eine Teilmenge "X" geben, auf die genau das zutrifft, man wird also damit leben müssen, ob man dagegen, dafür oder "indifferent" ist, also keine ausgeprägte Meinung dazu hat.

Man verstehe mich nicht falsch, ich persönlich mag das auch nicht. Aber wer dadurch "Selbstverwirklichung" erreicht und glücklich ist und sonst keinem schadet, naja... gibt Schlimmeres. Problematisch wird es eher dann, wenn über ein einzelnes Maß hinaus im großen Stil abgezockt wird und man nebenher verdient und dann noch bezieht.

Trotz allem Eindreschen auf die "Faulen" (an die, die es betrifft) denke ich weiterhin, dass das Gesamtsystem optimiert werden kann. Aber das ist nur meine grobe Vermutung, es ist ein halbes Dutzend Jahre her, wo ich selbst drin war, und selbst dann war ich da nur einen moderaten bis kurzen Zeitraum drin und in einer anderen Kategorie (junge Erwachsene, etc), als z.B. Langzeitarbeitslose oder Personen die sonstige Handicaps haben mögen. Ergo kann ich da auch keine wirklich allumfassenden Eindrücke schildern.

Mein Gesamteindruck bleibt aber zumindest bei der "Jugendsparte": Wer was will, muss auch irgendwann selbst oder auf anderen Kanälen schauen. Sich auf die sporadischen Angebote vom Jobcenter verlassen? Wäre bei mir nicht ausreichend gewesen, ich hab mir die Stelle selbst gesucht. Im Nachhinein bin ich froh, dass mir oft bei anderen Stellen abgesagt wurde weil ich selbst meine Wunschstelle (im öD) gefunden habe wo das Arbeitsumfeld auch nicht perfekt, aber sozial gesehen zumindest überdurchschnittlich gut ist.

Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich mit "FHR" (Fachabi) mehr Auswahl oder Chance habe als jemand ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss. Leider ist die Mentalität über die Jahre wohl so geworden, dass man einen Hauptschulabschluss i.d.R. als "schlechter" betitelt als was höheres, obwohl meines Erachtens einfach der Fokus auf anderen Tätigkeiten oder Schwerpunkten liegt. Aber ich habe eben an einer solchen angefangen und mich "hochgelernt" um eben die Auswahl zu haben, die ich heute habe.

Ich rate allen solchen die gewisse Tätigkeiten anstreben aber ggf. nicht den Abschluss haben, diese anzupeilen bzw. nachzuholen. Man verbessert vermutlich seine Chancen sehr.

Am Ende haben wir nur ein Leben und ich rate allen die noch genug Weichen im Leben vor sich haben, an die Zukunft zu denken. Manche wollen mit H4 sterben und sind zufrieden. Wer mehr will, muss was dafür tun - im Rahmen seiner Möglichkeiten. Auch wenn man meint, die Rahmenbedingungen von H4 sind Kacke: Am Ende hat man immer noch selbst sehr viel in der Hand. In fast allen Fällen.

An die, die hier mitlesen und noch entsprechende Weichen vor sich haben mögen: Macht was draus, ihr werdet vermutlich hinterher froh sein.


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02.07.2019 um 10:26
@Warden

Wenn jemand für sich entscheidet, sich seiner Pflicht und Verantwortung zu verschließen ist dies für mich ok. Dann erwarte ich aber Ehrlichkeit und soviel Schneid, dies auch offen zu kommunizieren. Wenn jemand mit der Regelleistung zufrieden ist, dann ist es so.

Leider kommt aber ein entscheidender Punkt dazu und dies ist Schwarzarbeit, denn man ist eben nicht mit dem Regelsatz zufrieden, dafür geht man dann schwarz arbeiten. In Berufsbereichen wie Gastro zb schon fast üblich, ähnlich im Bereich Taxi und Funkmietwagen.

Da muss und darf der Staat keine Gnade und Verständnis zeigen. Aus diesem Grund müssen Einrichtungen wie Jobcenter und Zoll noch enegr und intensiver zusammenarbeiten. Faulheit ist nicht kriminell, Schwarzarbeit jedoch schon.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

02.07.2019 um 11:56
@dieLara

Ergänzen kann ich dazu, dass es auch zu einer Reihe anderer Themen Foren gibt, in denen Menschen in einigen Lebenssituationen von Beratern - sehr oft ganz offen - geraten wird: Mach Dich arm, dann kann Dir nix passieren und der Staat zahlt alles. Ein wesentlicher Baustein dieses 'Mach Dich arm' ist dann jeweils Arbeit weg und Hartz IV als Ziel.

Da ich in einem dieser Bereiche auch als ehrenamtlicher Berater tätig bin, macht mich das oft sprachlos. Ich finde das völlig verantwortungslos und rate stets das Gegenteil: Auch wenn es jetzt mal eine Scheiss Zeit ist, erhalte Dir Deine Freiheitsgrade.

Es gibt nicht wenige, die Hartz IV anstreben, um PKH / VKH zu bekommen. Man muss aber auch bedenken, dass Verfahren irgendwann zu Ende sind und der Arbeitsmarkt dann wohl nicht mehr auf Menschen wartet, die ihm 5 oder 10 Jahre ferngeblieben sind, dann aber ja auch normal weiterleben wollen.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

02.07.2019 um 13:36
@Warden
Zitat von WardenWarden schrieb:Gesamtgesellschaftlich gesehen finde ich, dass man "ein paar" locker verkraften kann.
Damit hast du sicherlich recht, aber...

... Ich persönlich kann mich nicht von dem Gedanken loslösen, dass die kompletten Sozialleistungen in Deutschland für Leute sind, die in Notlage geraten sind und keinesfalls als Dauerlösung dienen dürfen.

Wer wirklich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeitsfähig ist, sollte nicht das selbe Geld/ die selben Leistungen erhalten, wie jemand, der einfach nicht arbeiten will oder sich für bestimmte Tätigkeiten zu schade ist.

Ferner bin ich der Meinung, dass Sozialleistungen, auch immer mit Sozialarbeit für das Gemeindewohl verbunden werden sollten. Jemand ist nur eine Stunde am Tag "Arbeitsfähig" und damit unvermittelbar? Dann soll er halt die Patenschaft für eine Bushaltestelle, einen Baum auf dem Bürgersteig, oder sonst was übernehmen. Da muss immer Müll audgesammelt, Aufkleber und Schmiererein entfernt werden, Unkraut gezupft, gefegt oder die Scheiben geputzt werden. Und wer selbst dazu nicht in der Lage ist, der wird wohl auch nicht in der Lage sein, einen eigenen Haushalt zu führen.
(ich weiß, Tagträumerei meinerseits und absolut nicht umsetzbar 😉)

Vielleicht habe ich da aber auch wirklich sehr/zu krasse Ansichten.

@sacredheart
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:in denen Menschen in einigen Lebenssituationen von Beratern - sehr oft ganz offen - geraten wird: Mach Dich arm, dann kann Dir nix passieren und der Staat zahlt alles.
Ja, dass habe ich im privaten Umfeld tatsächlich auch schon erlebt. Das Problem ist, dass durch unser soziales Fangnetz gar nicht mehr die große Angst vor'm totalen Absturz existiert. Bei einigen Leuten sorgt es allerdings für diese "ihr könnt mir gar nichts-" Einstellung.

Nichtsdestotrotz bin ich natürlich froh, in einem Land zu leben, in dem es dieses Fangnetz gibt.


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02.07.2019 um 15:53
Zitat von dieLaradieLara schrieb:Ferner bin ich der Meinung, dass Sozialleistungen, auch immer mit Sozialarbeit für das Gemeindewohl verbunden werden sollten. Jemand ist nur eine Stunde am Tag "Arbeitsfähig" und damit unvermittelbar? Dann soll er halt die Patenschaft für eine Bushaltestelle, einen Baum auf dem Bürgersteig, oder sonst was übernehmen. Da muss immer Müll audgesammelt, Aufkleber und Schmiererein entfernt werden, Unkraut gezupft, gefegt oder die Scheiben geputzt werden. Und wer selbst dazu nicht in der Lage ist, der wird wohl auch nicht in der Lage sein, einen eigenen Haushalt zu führen.
(ich weiß, Tagträumerei meinerseits und absolut nicht umsetzbar 😉)

Vielleicht habe ich da aber auch wirklich sehr/zu krasse Ansichten.
Ich denke, das wäre das Mindeste - irgendein lokales oder überregionales, kleines oder großes Engagement. Gerade in Zeiten steigender Kosten, bundesweit, sollte man die Frage stellen, wo man menschenwürdig optimieren kann, und es wäre nicht zu viel verlangt, bei entsprechender Gesundheit Dinge auszutragen oder ein Areal zu säubern. Nicht komplett fürs Nichtstun Geld kriegen, wenn man denn auch was machen könnte.
Zitat von dieLaradieLara schrieb:@sacredheart

sacredheart schrieb:
in denen Menschen in einigen Lebenssituationen von Beratern - sehr oft ganz offen - geraten wird: Mach Dich arm, dann kann Dir nix passieren und der Staat zahlt alles.

Ja, dass habe ich im privaten Umfeld tatsächlich auch schon erlebt. Das Problem ist, dass durch unser soziales Fangnetz gar nicht mehr die große Angst vor'm totalen Absturz existiert. Bei einigen Leuten sorgt es allerdings für diese "ihr könnt mir gar nichts-" Einstellung.

Nichtsdestotrotz bin ich natürlich froh, in einem Land zu leben, in dem es dieses Fangnetz gibt.
Meines Erachtens eine relativ befremdliche Ansicht oder ein komisches Lebensziel - denn du wirst immer gedeckelt sein, was Reichtum angeht. Kannst natürlich Schwarzarbeit anpeilen, ist aber nicht ganz risikofrei. Ferner habe ich im Mehrfamilienhaus hier immer mal Klischeeharzer erlebt, von jung bis alt. Ganz ehrlich?

Ausnahmslos alle (ein halbes Dutzend Familien bzw. Personen über Jahre hinweg) einem richtigen Klischee bzw. richtigen Klischees entsprochen und alle waren sie überschuldet. Spätestens wenn die ausziehen (und nicht die Bude komplett verdreckt haben) und die ganzen Mahn- und Inkassobriefe ins Leere laufen oder wenn du fluchen hörst weil der Strom abgestellt wird, weil nicht bezahlt (in einem Fall mal erlebt).

Ergo klingt "Mach Dich arm, dann kann Dir nix passieren und der Staat zahlt alles." sehr befremdlich, was soll das für ein Leben sein, nebst so manchem psychischen Druck oder sozialem Absturz. Aber manche stehen scheinbar drauf oder blenden das aus. Ich weiß noch, die letzte Partie. Ein Paar, eher junge Leute, zw. Mitte 20 und 30, augenscheinlich arbeitsfähig. Da ich grob in der selben Altersklasse bin kam man mal hin und wieder ins Gespräch, man selbst kam aus, aber alle sonstigen haben spätestens hinterher immer mit den Augen gerollt. Wie stolz mir die eine erzählt hat, sie hätte neulich endlich ihre Arbeitsunfähigkeit durchgekriegt. So richtig stolz mit einem gehässigen ekelhaften Grinsen, was stark implizierte, dass kein "wahrer" Unfähigkeitsgrund besteht und man sich mehr darüber freute, dass man nun den Arsch hängen lassen kann. Ich weiß es nicht zu 100%, gehe aber stark davon aus, weil der Vorlauf in der Familie nebst dem Freund auch darauf hindeuten lassen. Natürlich die Bude komplett zugemüllt und in der ganzen erweiterten Familie so einen "Hartz-Hintergrund", weil ein Klischee reicht ja nicht. Mittlerweile glaube ich sogar tatsächlich, die Leute (die ich erleben durfte und jene die vergleichbar wären) haben Probleme, die aber eher mentaler oder charakterlicher Natur sind.

Manch einer könnte nun sagen ich urteile hier abfällig über Menschen. Ich sage: tja, wer die Leute im Mehrfamilienhaus über längere Zeit mitunter als Nachbarn hat, kriegt viel mit, ich rede also nicht einfach nur irgendwas daher, was im Internet oder auf RTL irgendwer posaunt hat. Das waren einfach leider Gottes viele Negativbeispiele, was natürlich nicht heißt, man könne alle "Harzer" in einen Topf werfen. Mitnichten. Ich war ja eine Zeitlang meines Erachtens wiederum nebst anderen Personen ein Positivbeispiel als ich selbst mal zum Amt rennen durfte.


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02.07.2019 um 16:10
Zitat von dieLaradieLara schrieb:Ferner bin ich der Meinung, dass Sozialleistungen, auch immer mit Sozialarbeit für das Gemeindewohl verbunden werden sollten. Jemand ist nur eine Stunde am Tag "Arbeitsfähig" und damit unvermittelbar? Dann soll er halt die Patenschaft für eine Bushaltestelle, einen Baum auf dem Bürgersteig, oder sonst was übernehmen. Da muss immer Müll audgesammelt, Aufkleber und Schmiererein entfernt werden, Unkraut gezupft, gefegt oder die Scheiben geputzt werden. Und wer selbst dazu nicht in der Lage ist, der wird wohl auch nicht in der Lage sein, einen eigenen Haushalt zu führen.
Bitte bedenken, kann jemand nur eine Stunde am Tag arbeiten, erhält er keine Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz4) sondern Sozialhilfe.

Die Niederlande praktizieren da ein ähnliches Prinzip, man erhält nur Sozialleistungen wenn mann im Gegenzug auch etwas leistet.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

02.07.2019 um 16:13
Zudem muss erwähnt werden. Das es aktuell solche Projekte gibt. Oft sind es kommunale Projekte, wo Grünflachen gepflegt werden sollen, wo Grünflachen gestaltet werden sollen.
Diese Projekte werden von vielen potentiellen Bewerbern nicht akzeptiert oder in Anspruch genommen.
Es liegt auf der einen Seite natürlich daran, dass der Bezug der Grundsicherung sich bis heute kultiviert hat.

Phrasen wie Systemsklave und Sklavenarbeit, ist da Wasser auf den Mühlen, jener destruktiven Geister.


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02.07.2019 um 16:51
@Warden
@capspauldin
Zitat von capspauldincapspauldin schrieb:Bitte bedenken, kann jemand nur eine Stunde am Tag arbeiten, erhält er keine Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz4) sondern Sozialhilfe.
Okay, danke! Das wusste ich wirklich nicht. Ich dachte, die Sozialhilfe ist durch Hartz IV komplett ersetzt worden.
Zitat von capspauldincapspauldin schrieb:Die Niederlande praktizieren da ein ähnliches Prinzip, man erhält nur Sozialleistungen wenn mann im Gegenzug auch etwas leistet.
Das wusste ich auch nicht! Asche auf mein Haupt! Finde es aber eine super Regelung.
Immerhin kann wirklich jeder, in einem ganz individuellen Rahmen, etwas für das Gemeinwohl tun. Das fängt bei denen eher ungeliebten Reinigungsarbeiten an und endet bei dem, später eventuell sogar selbst für ein Bewerbungsschreiben dienlichem Dienst als Wahlhelfer.

Solange solche Projekte in Deutschland aber nicht verpflichtend sind, würde ich nahezu meine Hand dafür in's Feuer legen, dass genau die Leute, über die ich mich so ärgere, nicht freiwillig irgendwelche Grünanlagen pflegen... Allein schon aus Protest, dem bösen Staat gegenüber. 😉


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02.07.2019 um 16:51
Zitat von WardenWarden schrieb:Wie stolz mir die eine erzählt hat, sie hätte neulich endlich ihre Arbeitsunfähigkeit durchgekriegt.
Das sind dann (betrügerische?) Sozialhilfeempfänger.
Zitat von WardenWarden schrieb:So richtig stolz mit einem gehässigen ekelhaften Grinsen, was stark implizierte, dass kein "wahrer" Unfähigkeitsgrund besteht und man sich mehr darüber freute, dass man nun den Arsch hängen lassen kann
Sind die nun Arbeitsunfähig oder oder nicht? Eigentlich entscheiden das Amtsärzte


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